Klicker, Knicker, Marbeln, Schussern bezeichnen ein und dasselbe Spielzeug – Murmeln. Wer kennt sie nicht, die bunten Glaskugeln, die man einst auf dem Schulhof klickerte? Heute sind sie nicht mehr so weit verbreitet wie in vergangenen Tagen. Aber da sich jede Mode wiederholt, werden auch Murmeln eines Tages wieder gefragt sein. Und dann ist es gut, wenn man vorbereitet ist. Dabei hilft zum Beispiel das Murmelmuseum in Sachsenbrunn. Das Einzige in ganz Europa.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Dass sich das kleine Privatmuseum an der Deutschen Spielzeugstraße befindet, ist eher Zufall, denn – und das sollte man gleich eingangs wissen: Die Herstellung von Murmeln diente ursprünglich nicht nur dem Freizeitvergnügen, sondern ganz im Gegenteil auch als Munition für die Artillerie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Diese Murmeln waren selbstverständlich nicht so schön bunt und aus Glas wie die, die wir heute zum Spielen kennen. Doch sie waren genauso rund, wie man es von einer Kugel erwartet.
Wo die Murmeln rollen
Und damit sind sie bis heute auch Namensgeber für aktuelle Explosivmunition, die man richtigerweise als Patrone bezeichnet. Doch in welcher amerikanischen Krimiserie ist von einer Patrone die Rede, wenn der Bösewicht doch lieber mit der Kugel drohen kann?

Im Murmelmuseum werden Kugeln beziehungsweise Murmeln in zahlreichen Farben und Größen und aus verschiedenen Materialien gezeigt. Untergebracht ist die Ausstellung passenderweise in den Kellerräumen einer ehemaligen Märbelmühle, in der früher Murmeln in sich drehenden Holzbottichen hergestellt wurden. Angetrieben wurden die Holzfässer durch drei Mühlräder, die in Zukunft auch wieder funktionstüchtig sein sollen. Bis dahin kann man sich im Atelier der beiden Besitzer, die als bildende Künstler tätig sind, auch ihre anderen Werke anschauen oder sich mit einigen farbenfrohen Glasmurmeln klickernd die Zeit vertreiben.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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