Frachtschiffreisen

Analog zum Thema Flugangst kann man sich Gedanken darüber machen, wie man ohne Flugzeug die Weltmeere überqueren kann. Ganz einfach, so wie früher: Per Schiff.
An dieser Stelle sollen ein paar Tipps und Ratschläge helfen, sich über das Thema Frachtschiffreisen zu informieren. Wir haben zwei Fahrten mit einem Frachtschiff hinter uns und können dabei ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern bzw. Informationen geben, die wir beispielsweise vor unserer Reise eben nicht hatten.

Bei unseren bisherigen Fahrten nutzten wir zwei völlig unterschiedliche Schiffstypen von zwei verschiedenen Reedereien und legten insgesamt 24.000 km zurück. Dabei überquerten wir zweimal den Äquator sowie den Atlantik und bereisten neun Häfen auf drei Kontinenten.

Oft werde ich gefragt oder lese ich im Internet, ob es möglich sei, zu einem Hafen zu gehen, dort einen Kapitän aufzusuchen, und dann gegen Arbeit transportiert zu werden. Ich kann natürlich nicht für jeden Kapitän, jeden Hafen und jede Reederei sprechen, aber grundsätzlich sage ich erst einmal: Nein.

Folgende Gründe sprechen dagegen:

Die Häfen sind allesamt eingezäunt, bewacht und ohne Passierschein oder Genehmigung gar nicht zu betreten. Sollte man es aus irgendwelchen Gründen doch geschafft haben, steht man zwar vor verschiedenen Schiffen –bei denen man gar nicht weiß, wohin sie fahren- aber kann und darf diese wiederum nicht betreten. Denn auch hier wird jeder Besucher des Schiffes protokolliert und ohne wichtigen Grund gar nicht erst eingelassen. Wer nun also zum Kapitän möchte, hat entweder Pech, weil dieser evtl. selbst auf Landgang ist, oder er schläft, weil er in der Nacht das Schiff unter hoher Konzentration in den Hafen manövriert hat. Und wer dann darauf besteht, den Schiffsführer zu wecken um ihn quasi anzubetteln, der kann wohl froh sein, dass heute niemand mehr über die Planke geschickt wird. Aber durch eine zufällige Fügung hat der Reisende nun doch sein Zielobjekt angetroffen – was dann? Der Kapitän hat 25-30 Mann Besatzung unter sich, darunter Chefingenieure, Elektriker, einen Koch und erfahrene Matrosen, bei denen jeder Handgriff sitzt. Was soll er denn mit jemandem, der noch nicht einmal weiß, wie ein Seil fachmännisch geknotet wird?

Aber gut, spinnen wir weiter: Der Möchtegern-Matrose hat den Sicherheitsbereich des Hafens überwunden, seine zukünftigen Arbeitskollegen am Schiff davon überzeugt, den Kapitän kommen zu lassen und diesem erfahrenen Mann eingeredet, dass er eine Landratte mit null Erfahrung unbedingt noch benötigt. Also wird sich dieser Kapitän jetzt per Mail via Satellit mit seinem Arbeitgeber, der Reederei, in Verbindung setzen, die vielleicht 15.000 km entfernt ist und wegen der Zeitverschiebung gerade Feierabend macht, und teilt ihm mit, dass er für eine einzige Fahrt einen völlig fremden Mann mit zerschlissenem Trekkingrucksack aufnimmt. Gleichzeitig teilt er mit, dass er darum bittet, die Versicherungsprämie zu erhöhen, weil ein Mensch mehr an Bord ist und dass er für diesen ausgesprochen erfahrenen Mann, dessen Gesundheitszustand er nicht kennt, natürlich die volle Verantwortung übernimmt. Außerdem schlägt er vor, dass man einen der regulären Arbeitsverträge mit den furchtbar teuren chinesischen oder philippinischen Matrosen einfach mal so aufkündigen könne. Da würde man ja Unsummen sparen.

Wer es jetzt also immer noch so machen möchte, dem wünsche ich viel Glück. Ich vermutem, dass dieser kostenlose Transport auf seriösen Frachtschiffen nicht mehr möglich ist. Für rostige Seelenverkäufer zwischen Senegal und Gambia kann ich natürlich nicht sprechen. Wir hingegen wandten uns an mehrere Frachtschiffreiseagenturen und ließen uns Angebote machen, welche Möglichkeiten es zu unserem Wunschziel Südamerika gibt. Schließlich entschieden wir uns für www.globoship.ch . Dafür sie in einem Land sitzt, das nicht gerade für Seehäfen bekannt ist, waren wir sehr zufrieden.

Wobei wir auch gleich mal bei den Kosten sind. Genaue Zahlen will und kann ich hier nicht nennen, aber man sollte zwischen 75 und 90 Euro pro Tag einplanen. Hinzu kommen aber noch weitere Kosten, doch dazu später mehr. Wer nun aber anfängt, zu rechnen und die Kosten mit einem Flugticket vergleichen will, der sollte aber auch die Gegenleistung nicht vergessen. Was bekommt man bei einem 8-10 Stundenflug zwischen zwei Kontinenten? Antwort: Den Transport, ein oder zwei Videofilme und Essen aus dem Cateringservice. Anschließend noch ein freundliches Lächeln der Stewardess.

Und bei einer Fahrt mit dem Containerschiff?

Den Transport, der 20-30 mal so lange dauert, die gesamte bordeigene Videothek oder eigene mitgebrachte Filme, sowie Literatur und dreimal täglich was zu Essen von einer Person, die extra deswegen auf dem Schiff mitfährt und die Mahlzeiten täglich frisch zubereitet. Schlussendlich im Preis inbegriffen ist die Fahrt als Erlebnis selber. Wer hat schon während eines Fluges mit dem Piloten und anderen Crew-Mitgliedern stundenlang gefeiert oder aus dem Flugzeugfenster Wale, Delfine und fliegende Fische beobachtet? Hinzu kommt noch der Erholungswert, den man sonnenbadend auf Deck erhält. Ach ja, und dann noch die Übernachtungen in einer Kabine, die unter Umständen täglich gereinigt wird und Blick aufs Meer verspricht.

Um es kurz zumachen:

Eine Reise mit einem Frachtschiff ist mehr als nur der Transport von A nach B.

Für alle, die auch mit dem Gedanken spielen, mit dem Schiff zu verreisen hier nun in alphabethischer Reihenfolge ein paar Stichworte:

Ablegen

Ist alles verfrachtet, fährt das Schiff los, um den nächsten Hafen zu erreichen. In der Regel geht das Ablegen recht schnell vonstatten. Gangway rein, Leinen los und schon wird das Schiff langsam und vorsichtig aus dem Hafen bewegt. Die Prozedur verläuft aber bei weitem schneller als das Anlegen.

 

Anlegen

Wo beginnt das Anlegen? Wenn die Seile an der Kaimauer befestigt werden, oder vielleicht schon vorher, wenn das Schiff noch außerhalb des Hafens ist? Man muss nämlich berücksichtigen, dass das Schiff erst einmal an Fahrt verlieren muss, dann kommt der Pilot an Bord und das Schiff wird in der schmalen Fahrrinne oder im Fluss zum Hafengelände gebracht. Dort wird es von kleinen LotseRollon-Rolloff Schiff Grimaldinschiffen vorsichtig und in mühevoller Millimeterarbeit an die Kaimauer bugsiert. Nach dem Vertäuen wird die Rampe ausgefahren oder die Gangway herunter gelassen. Schon alleine diese Prozedur nimmt einige Zeit in Anspruch. Wenn dann alles soweit ist, kommt zunächst der Hafenagent an Bord, um die Zollangelegenheiten zu klären. Erst dann darf das Schiff verlassen werden. Je nachdem wie weit der Hafen vom offenen Meer entfernt ist, kann diese gesamte Prozedur recht lange dauern. Von der Elbmündung bis zum Verlassen des Schiffes in Hamburg vergingen bei uns geschlagene neun Stunden. Im brasilianischen Paranagua waren es aber auch rund drei Stunden, bevor wir Land betreten konnten und durften.

 

Äquator

Die Nulllinie, die einmal rund um den Globus verläuft und die Nordhalbkugel von der Südhalbkugel trennt. Am Äquator mittags gegen 12 gibt es keinen Schatten, die Sonne steht exakt im Zenit. Und zwar das gesamte Jahr über. Gleichzeitig geht die Sonne recht schnell auf und abends auch wieder schnell unter. Man sagt, dass es keine Dämmerung gibt und es nach Sonnenuntergang schnell dunkel wird. Dieses Gefühl hatten wir eigentlich nicht. Was jedoch stimmt, ist die Tatsache, dass es 12 Stunden hell und 12 Stunden dunkel ist. Es gibt keine Jahreszeiten und jeden Tag gegen 18 Uhr verschwindet die Sonne hinter dem Horizont. Und um es dem Letzten, der es nicht verstanden hat, zu erklären: Die Sonne geht weiterhin im Osten auf. Das tut sie immer! Und sie geht immer im Westen auf. Denn nur weil man sich auf der Südhalbkugel befindet, dreht sich die Erde ja nicht anders herumZertifikat. Der einzige Unterschied auf der Südhalbkugel besteht darin, dass die Sonne tagsüber im Norden zu sehen ist und nicht im Süden. Denn sie verläuft ja, wie schon gesagt, über dem Äquator.

Gemeinhin wird gesagt, dass die Äquatorüberquerung mit der Äquatortaufe gefeiert wird. Das hängt aber auch von verschiedenen Faktoren ab. Auf unserer zweiten Fahrt war der Kapitän einfach ein Idiot (was uns auch ehemalige Passagiere bestätigten), wir erfuhren von der Überquerung erst hinterher. Eine Feier gab es schon gar nicht. Auf der ersten Reise hätte es gegeben und der Kapitän entschuldigte sich dafür, dass es keine Taufe und keine Feier gab, weil wir frühmorgens kurz vor dem Frühstück den Äquator überquerten und nur kurze Zeit nach dem Frühstück schon in den brasilianischen Hafen von Belém einliefen. Belém liegt fast auf dem Äquator. Dass es in diesem Fall keine Feier gab, versteht sich von selbst. Allerdings erhielten wir ein Zertifikat über die Überquerung mit dem Namen, den man als Getaufter von Neptun, dem Meeresgott erhalten hat.

 

Aufenthaltsraum

In der Regel verfügen Frachtschiffe über zwei Aufenthaltsräume. Einer dient den Matrosen als gemeinsamer Fernseh- und Feierraum. Ein anderer ist für die Offiziere und Passagier bestimmt. In der Regel ist er mit einem Fernseher und DVD und/oder Bar AufenthaltsraumVideo und einer Stereoanlage ausgestattet. Sofern nicht gerade Schulungen für die Besatzungen (auch das gibt es) stattfinden, kann er ständig benutzt werden. Im Normalfall findet man im Aufenthaltsraum auch eine kleine Bibliothek mit verschiedensprachigen Büchern, Videofilme, DVD’s und ein paar Gesellschaftsspiele oder Puzzle, die man sich ausleihen oder vor Ort benutzen kann.

 

Auf Reede

Auf Reede sein oder auch einfach nur ankern, ist wohl das Blödeste was es bei einer Schiffsreise gibt. Denn es passiert einfach nichts. Will man das Schiff besteigen, muss man sich bis zum nächsten Tag gedulden, bis das Schiff in den Hafen einfährt. Also hat man eine Übernachtung im Hotel mehr. Will man es verlassen, so wartet man genauso, darf sich aber den ganzen Abend schon mal den Hafen vom Schiff aus anschauen. Gründe für das Ankern können sein, dass entweder der Liegeplatz im Hafen von einem anderen Schiff besetzt ist, oder dass gerade Ebbe herrscht und im Hafen nicht genug Wasser unter dem Kiel wäre, so dass man die nächste Flut abwarten muss.

 

Barbecue

Barbecue oder einfach Grillabend, wie auch immer man es nennt. Aber es schmeckt gut und es herrscht fröhliche Stimmung an Bord. Meist finden diese gesellschaftlichen Ereignisse dann statt, wenn man länger auf hoher See unterwegs ist und nicht dann, wenn am nächsten Tag ein Hafen angelaufen wird. Gerne legen die Offiziere bei dieser Gelegenheit DVD’s mit brasilianischen Konzertausschnitten in ihren Laptop ein, während die Matrosen aus dem asiatischen Raum ihre Tanzkünste präsentieren.

 

Besatzung

Es herrscht eine klare Trennung an Bord zwischen „einfachen“ Matrosen und den Führungskräften des Schiffes. Das macht sich am deutlichsten bemerkbar, dass die Matrosen einen eigenen Aufenthaltsraum bzw. Speiseraum haben und ihre Kabinen hierarchisch auch ganz woanders auf dem Schiff verteilt sind. Die Anzahl der Besatzung ist von der Größe des Schiffes abhängig. Auf der Marfret Normandie waren 22 Besatzungsmitglieder an Bord, auf der Repubblica Argentina waren es 29.

Neben den Matrosen gibt es noch den Koch, meistens einen Steward, den 2. und 3. Maat, den Chefingenieur, einen oder zwei Elektriker und natürlich den Kapitän, auch Master genannt.

Breitengrad

Es gibt nördliche und südliche Breiten. Die bekannteste ist der Äquator mit dem Breitangrad 0. Die Stadt Essen liegt beispielsweise auf dem 51. Grad nördlicher Breite. Somit verringern sich bei einer Reise von Nord nach Süden die Ziffern und erst wenn man den Äquator überquert hat, zählt man wieder aufwärts, dann jedoch mitr der Bezeichnung südlich (einfach ausgedrückt).

 

Brücke

Die Kommandobrücke ist das Gehirn des Schiffes. Tagsüber auf offener See ist meist einer, manchmal auch zwei Personen Schiffsbrückean Bord und beaufsichtigen das Schiff. In der Regel ist es möglich, die Brücke zu besuchen, außer beim Ein- und Ausfahren von Häfen oder wenn sonst die Sicherheit Vorrang hat. Auf offener See ist dies aber eigentlich kein Problem, lediglich nachts haben wir auf den Brückgang verzichtet, weil auch zu diesem Zeitpunkt die Besatzung auf der Brücke konzentrierter sein muss als tagsüber.

 

Bug

Bug ist der vordere Abschnitt eines Schiffes. Bei reinen Containerschiffen ist es möglich, bis vorne hin zu gehen. Da sich die Antriebsmaschine hinten befindet, ist es vorne angenehm ruhig. Lediglich bei unruhiger See sollte man den Gang zum Bug meiden, da (je nach Schiffstyp) der Wellengang recht hoch sein kann und man auf dem Weg zum Bug nur knapp über der Wasseroberfläche entlang läuft.

Container

Meistens die Beladung der Schiffe. Auf Fähren kommen auch noch Fahrzeuge hinzu. Aber selbst auf einem Frachtschiff haben wir anstelle eines Containers einen Bagger gesehen, der genau die Maße hatte, wie ein Container. Manche dieser Metallkasten haben zu kühlende Fracht in sich und sind daher ständig am Stromnetz angeschlossen, was auch zu einer Geräuschkulisse führt. Andere wiederum knarzen und knarren den ganzen Tag, was auf die Bewegung auf hoher See zurück zu führen ist. Dieses Geräusch, wenn Metall auf Metall reibt, klingt eher unheimlich.

Deck

Die Etagen eines Schiffes sind in Decks unterteilt. Je nachdem, auf welchem Deck man sich befindet, kann es ruhiger sein oder die Schiffsbewegung wird mehr wahrgenommen. Bei der Repubblica Argentina stiegen wir in Deck 3 in das Schiff ein, d.h. zwei Decks waren unter der Wasserlinie. Geschlafen haben wir auf Deck 8, also rund 22 bis 25 Meter über der Wasserlinie (5 Decks x ca. 2,50 m Deckhöhe), wobei die Wellen dann bereits sehr klein aussehen. Als Deck wird auch in Kurzform das Außendeck bezeichnet, also der Bereich, der außerhalb des Wohnhauses betreten werden kann.

 

Deklaration

Vor jedem Einlaufen in einen Hafen werden die mitgeführten Wertgegenstände abgefragt. Der zuständige Offizier bittet darum, Handys, Kameras, Zigaretten, Alkohol, Laptops usw. anzugeben und die Deklaration für den Zoll im nächsten Hafen zu unterschreiben.

Deviationsversicherung

Diese Versicherung ist Pflicht, wenn man auf einem Frachtschiff unterwegs sein möchte. Sie schützt einen vor den hohen Kosten, die entstehen, wenn das Schiff wegen des Passagiers einen anderen Hafen anlaufen muss. Man stelle sich vor, der Inhalt von 1.000 Containern muss pünktlich in der Karibik sein und weil der Passagier erkrankt, wird das Schiff den Kurs wechseln und mal in eben den Hafen von New York einlaufen. Das kann ganz schön teuer werden. Diesen Fall deckt die Versicherung ab.

Einschiffen

Das Einschiffen bezeichnet das Einquartieren auf dem Schiff. In der Regel erhält man von der Reiseagentur die Kontaktdaten des Hafenagenten oder des Reedereibüros. Diese teilen einem dann Datum und Uhrzeit mit, wann das Schiff im Hafen liegt und betreten werden kann. Da es bei einem Frachtschiff immer Verzögerungen geben kann oder sogar Häfen, die auf der geplanten Route ausfallen und das Schiff womöglich früher anlegt, als geplant, muss und sollte man im eigenen Interesse ein bis zwei Tage vor dem eigentlichen Termin in der Hafenstadt sein.

Am Hafen selber legt man dem Sicherheitsdienst seine Unterlagen vor oder wartet, falls vereinbart, auf den Hafenagenten. Je nach Hafen wird man dann zum Schiff eskortiert, gebracht oder einfach nur hingeschickt. Den Zugang zum Schiff hat man dann über die Gangway oder ähnliche Hilfsmittel (bei Fähren in der Regel über die Rampe), wo immer ein Besatzungsmitglied festhält, wer das Schiff betritt. Erst nach dem Eintragen in das Schiffsbuch, kann man seine Kabine aufsuchen. In der Regel wird aber jemand von der Besatzung geholt, der beim Gepäck hilft und den Passagier zur Kabine bringt. Danach sollte man erst einmal abwarten und nicht sofort damit beginnen, das Schiff zu erkunden. Manches wird einem bereits jetzt schon erklärt, anderes erst später. Man sollte einfach abwarten, bis das Schiff ausläuft (was noch einige Stunden dauern kann) und in der Zwischenzeit zu den genannten Uhrzeiten im Speiseraum auftauchen. Alles andere ergibt sich dann.

E-Mail

Die Verbindung per Mail auf dem Ozean ist technisch möglich und auf manchen Frachtschiffen auch für Passagiere üblich. Da die Übertragung aber nur nach Bedarf per Satellit statt findet, kann es sein, dass der Empfänger in der Heimat die Mail erst am nächsten Tag erhält. Wichtig ist jedoch die Tatsache, dass man keine Anhänge (auch keine Visitenkarten) mitschicken oder erhalten sollte, da diese teuer bezahlt werden müssen. Ein kurzer Gruss in die Heimat mit ein paar Kilobyte stellt kein Problem dar, doch sollte man bedenken, dass dienstliche Mails natürlich Vorrang haben. Und wichtig auch zu wissen: Der Computer wird von allen Besatzungsmitgliedern benutzt, ist ständig in Betrieb, wird vorrangig auch dienstlich genutzt und jede Mail kann von jedem Benutzer gelesen werden. Der eigene Mailaccount (z.B. web.de) kann selbstverständlich nicht genutzt, da es keine Internetverbindung gibt. Man schreibt über die MailadresBlick von der Schiffsbrückese des Schiffes. Darauf sollte man den Empfänger in der Heimat auch vorbereiten, damit er nicht annimmt, es handele sich um Spam o.ä. Doch bitte nicht vergessen: Dieser Service ist nicht auf jedem Schiff möglich und keine Selbstverständlichkeit.

Essen

Dreimal täglich wird gegessen. Gegen 7.30 Uhr gibt es das Frühstück. Je nach Schiff und Koch gibt es entweder etwas Warmes zum Frühstück oder nur zwei trockene Brötchen und ein bisschen Marmelade. Auf der Marfret Normandie durften wir uns von allem, was so herum stand bedienen und konnten so Müsli, Cornflakes und Brot zu dem zubereiteten Essen zu uns nehmen, während es auf der Repubblica Argentina jeden Tag die gleichen Brötchen gab und keinerlei Abwechslung bestand.

Das Mittagessen wird als Lunch bezeichnet und in der Regel gegen 12 oder 12.30 Uhr eingenommen. Das Abendessen (Dinner) findet meist um 17.30 Uhr oder 18.00 Uhr statt. Je nach Schiffsführung isst man mit dem Kapitän am Tisch, aber immer in der Messe der Offiziere, nie im Aufenthaltsraum der Matrosen. Auf manchen Schiffen gibt es einen Essensplan für die gesamte Woche, andere wiederum überraschen jeden Tag aufs Neue. Die Art der Verköstigung hängt auch stark von der Nationalität des Koches ab. Auf Einzelwünsche wird normalerweise Rücksicht genommen, wenn man frühzeitig Bescheid sagt.

Süßkram und Knabbereien kann man beim Steward kaufen, das muss aber nicht immer günstig sein und es gibt nicht unbedingt das, was man gerne hätte. Daher der Tipp, sich vor der Reise mit genügend Sachen einzudecken, wenn man gerne abends noch einmal in etwas hinein beißen möchte oder zwischen den Mahlzeiten einfach mal was knabbern möchte.

ETA

ETA (estimated time of arrival) steht für die errechnete Ankunftszeit im nächsten Hafen. Durch die GPS-Steuerung kann man vorher sehen, wann das Schiff seinen Bestimmungsort erreichen soll. Zu sehen ist dies auf dem Computerbildschirm auf der Brücke, doch auch die Besatzung der Brücke weiß in der Regel darüber Bescheid. Für uns war es einfach interessant zu wissen, wo man ist und wie lange man noch benötigt.

Fauna

Wasser, nichts als Wasser? Von wegen. Noch lange wird man von Vögeln begleitet und manchmal erscheinen Vögel sogar in weiter Entfernung vom nächsten Land. Diese haben sich wahrscheinlich auf einem hoch gelegenen Jet-Stream mitnehmen lassen und können natürlich von oben das Schiff (die vermeintliche Insel) in weiter Entfernung ausmachen. Nachdem wir die Kanarischen Inseln passierten, hatten wir sogar zwei Tage lang eine Grille an Bord, die brav über Deck krabbelte. Aber wahrscheinlicher sind natürlich Wale, die man in ein oder zwei Kilometer Entfernung an der Wasserfontäne erkennt sowie im tropischen Raum fliegende Fische. Besonders in Bugnähe sind diese häufig zu sehen, wenn sie pfeilschnell aus dem Wasser auftauchen und für wenige Sekunden knapp über der Wasseroberfläche vom Schiff weg fliegen. Meist sieht man sie in Schwärmen. Ist ein Schwarm erst mal aufgetaucht, dann wird es nicht lange dauern, bis man ihn wieder sieht.

Und zu guter Letzt kann man auch Delphine sehen. Dieses Erlebnis hatten wir jedoch nur ein Mal, als ein Schwarm von Steuerbord in unsere Richtung kam und nach Backbord verschwand. Dabei sprangen sie aus dem Meer, sahen aber aus der großen Höhe des Schiffes aus wie kleine Fische.

Fernglas

Ein Fernglas ist sinnvoll. Nicht selten sieht man andere Schiffe oder Walfontänen in der Nähe oder auch weiter weg. Es bringt einem zwar überhaupt nichts, aber irgendwie ist es ein schöner Zeitvertreib, bei anderen Schiffen den Namen entziffern zu wollen. Wenn man in der Nähe von Land ist, dann kann man natürlich auch so einiges erkennen. Es ist halt Geschmackssache, aber ich war froh, ein Fernglas dabei gehabt zu haben.

 

Fernseher/DVD

Je nach Schiff hat man einen Fernseher auf dem Zimmer. Dies weiß man aber in der Regel schon bei der Buchung. Ob man nun Video oder DVD auf dem Zimmer hat, ist reine Glückssache. Sollte man eigene DVD’s mitgebracht haben und hat einen Videorekorder sollte man den Steward fragen ob in einer anderen freien Kabine möglicherweise ein entsprechendes Gerät steht.

Wer kein Fernsehen auf dem Zimmer hat, der Freizeitbeschäftigung Puzzlemuss sich mit dem Aufenthaltsraum begnügen. Diesen gibt es immer, meist in zweifacher Ausfertigung: Einmal für die Matrosen und einmal für die Offiziere. Dort befinden sich nicht nur die Geräte, sondern meist auch die dazugehörigen Filme sowie Bücher und Spiele.

Apropos, Fernsehempfang hat man auf hoher See natürlich nicht und in den Häfen lediglich das Fernsehprogramm der einheimischen Sender.

Fitnessraum

Tischtennisplatte, Dartscheibe, Trimmdich-Rad und ein paar Hanteln, das ist im besten Fall alles, was man vorfindet. Da die Besatzungsmitglieder selten dort zu finden und sowieso nur für eine begrenzte Zeit an Bord sind, scheint sich niemand für die Gerätschaften zuständig zu fühlen, was man ihnen schließlich auch ansieht. Hier sollte man beileibe kein Fitnessstudio erwarten.

Frachtraum

Auf reinen Containerschiffen gibt es keinen eigentlichen Frachtraum, da die Container nun mal auf dem offenen Deck transportiert werden. In den Fährschiffen sieht das natürlich anders aus, weil dort auch Fahrzeuge transportiert werden. Das Betreten des Frachtraumes ist aber auf dem offenen Meer untersagt und teilweise auch gar nicht möglich, da manche Decks zugeschlossen sind.

Frachtschiff

Ein Frachtschiff wird auch als Containerschiff oder Vesselship bezeichnet. Der Unterschied besteht darin, dass ein Frachtschiff Güter aller Art befördert, ein Containerschiff jedoch, wie der Name schon verrät, nur Container. Ein Frachtschiff kann demzufolge auch ein Öltanker oder auch ein Fährschiff sein. Bei einem Fahrschiff handelt es meist um ein so genanntes RoRo-Schiff. RoRo steht für Rollon-Rolloff, was soviel bedeutet, dass man mit dem Fahrzeug in den Frachtraum hinein- und wieder herausfahren kann.
Alle Schiffe haben aber gemeinsam, dass es Arbeitsschiffe sind und die Beförderung von Passagieren nur ein Zusatzeinkommen ist. Dementsprechend gibt es keinerlei Animation und nur wenig Menschen an Bord. Zwischen 20 und 30 Besatzungsmitglieder sollte man höchstens erwarten. Manche sind aber tagsüber irgendwo in irgendeinem Raum und arbeiten die gesamte Zeit, so dass man den einen oder anderen auf dem Schiff vielleicht erst sieht und kennen lernt, wenn es heißt, dass alle Mann an einer Grillparty teilnehmen.

Es kann einem aber auch passieren, dass man stundenlang auf Deck sitzt oder vom Bug zum Heck spazieren geht und niemanden antrifft oder dass man mittags in seiner Kabine etwas schlafen möchte und direkt neben dem Kabinenfenster geflext, geschweißt oder lackiert wird.

Freizeit

Wie bereits unter Frachtschiff erklärt, gibt es keinerlei Animation auf einem Frachtschiff. Dementsprechend muss man sich um seine Befüllung des PoolsFreizeit selber kümmern. Da es weder Fernsehen noch Internet gibt und auch keine Zeitung ausgeliefert wird, besteht die einzige Verbindung zur Zivilisation durch einen Weltempfänger, der unbedingt zu empfehlen ist. Wer keine fremdsprachigen Radiosender versteht, der wird auf jeden Fall im Programm der Deutschen Welle fündig. Jede halbe Stunde Nachrichten und zwischendurch verschiedene tagesaktuelle Sendebeiträge. Da die Deutsche Welle weltweit zu hören ist, ist das Programm natürlich für jeden potenziellen Hörer auf der Welt gedacht. Das bedeutet, dass Sie vielleicht die Nachrichten und die anschließende Sendung gerade kurz nach dem Frühstück hören während auf der anderen Seite der Erde die Hörer schlafen. Damit aber auch diese den Sendebeitrag hören können, wird das Programm der Deutschen Welle in kurzen Abständen immer wiederholt. Es ist also nicht verwunderlich, dass man morgens, nachmittags und vielleicht auch noch am Abend dasselbe Thema hört und es nachher schon auswendig kennt.

Gangway

Gangway, Laderampe oder Strickleiter. Der Ein- und Ausstieg bei einem Frachtschiff kann ganz unterschiedlich ausfallen. Auf dem Grimaldi-Schiff „Repubblica Argentina“ gab es nur die Möglichkeit der Laderampe, da es sich weitestgehend um ein Ro-Ro-Schiff handelt. Auf dem Frachtschiff „Marfret Normandie“ mussten wir in der Karibik das Schiff sogar per Strickleiter verlassen. Aber auch hier galten Sicherheitsvorkehrungen wie bei einer Gangway, denn damit nicht ins Hafenbecken fällt, ist der Einstieg mit einem Netz gesichert. Trotzdem, eine Gangway ist eine wackelige Angelegenheit und sollte vorsichtig benutzt werden.

Gebühren

Zu den Reisekosten muss man auch die Hafengebühren rechnen. Alles bezahlt man bei der Agentur, wo man die Reise gebucht hat. Doch der Betrag für die Reise unterteilt sich in reine Transportkosten, die man an die Reederei bezahlen muss und in Gebühren für den Hafenagenten. Eine pauschale Aussage, wie hoch diese sind, kann nicht gegeben werden, da jeder Hafen selbst entscheidet, ob und in welcher Höhe Gebühren erhoben werden. Brasilien gilt beispielsweise als teures Pflaster für Ein- und Ausschiffungen. Im Jahr 2007 empfahl man uns, nicht in Rio de Janeiro auf das Schiff zu steigen, weil alleine die Arbeit des Hafenagenten mit 400 Euro pro Person bezahlt werden müsse. In Französisch-Guayana brauchten wir für das Aus- und spätere wieder Einschiffen nichts bezahlen, weil es schlicht keinen Hafenagenten gab.

Gelbfieber

Von den meisten Reedereien wird eine Gelbfieberimpfung verlangt, die im weltweit üblichen gelben Impfausweis eingetragen sein muss. Ohne diesen Ausweis kann die Mitreise verweigert werden.

Gepäck

Kein Problem stellt das Gepäck dar. Wir konnten unsere beiden Fahrräder in Aufbewahrungsräume für Werkzeug, Farben etc. unterstellen bzw. unterstellen lassen. Das restliche Gepäck wird nicht gewogen. Auf einem Frachtschiff ist es nicht sonderlich wichtig, ob jemand 20 oder 25 kg bei sich hat. In der Regel wird jemand der Matrosen beim Einschiffen das Gepäck mit in die Kabine tragen.

Getränke

Bei den Mahlzeiten gibt es immer etwas zu trinken. Wasser und Säfte sind Standard. Auf der Repubblica Argentina erhielten wir zum Lunch und Dinner sogar jeweils eine kleine Flasche Wein (italienische Reederei und Schiffsführung). Doch wer zwischendurch Durst bekommt oder lieber Softdrinks oder Bier trinken möchte, der muss dies extra bezahlen. Entweder bestellt man beim Steward, was nicht immer billig sein muss, oder man bringt es sich selbst mit an Bord. Empfehlenswert ist zumindest das Mitbringen einer Getränkeflasche für die Zeit nach dem Einschiffen. Da man noch fremd auf dem Schiff ist und man eventuell auch noch keinen Ansprechpartner hat, sollte die Wartezeit bis das Schiff ablegt wenigstens nicht durstend vergehen.

Hafen

Wenn Frachtschiffe Arbeitsschiffe sind, dann sind die entsprechenden Häfen Arbeitshäfen. Es gibt hier kein Willkommensschild und keine lächelnde Dame von der Touristenauskunft sondern Arbeiter im Blaumann mit Helm auf dem Kopf und Hinweisschilder für die Gabelstapler-Fahrer. Nicht nur, dass man auch hier keinen Service erwarten darf; Wichtig ist auch der Hinweis auf Gefahren durch den Betrieb auf so einem Hafengelände. Übergroße Maschinen fahren zwischen den Containern hindurch und der Fahrer sitzt in 20 Meter Höhe. Da kann es schon mal passieren, dass so ein kleiner Tourist nicht gerade auffällt oder im besten Fall einfach im Weg steht und ungehupt wird. Zudem sollte man sich nicht nur umschauen sonder auch umhören. Kräne, größer als ein Haus entpuppen sich als Schienenfahrzeug und bewegen sich plötzlich. Aus Sicherheitsgründen geben sie aber wenigstens ein dauerndes Piep-Signal von sich. Daher gilt: Immer Vorsicht auf dem Hafengelände und wenn vorhanden, sollte der kostenlose Shuttle-Bus für die Arbeiter benutzt werden, der dann zum Hafeneingang fährt. Überhaupt kann ein Hafen nur über einen Hafeneingang betreten werden. Dort sitzt Sicherheitspersonal und überprüft neben den persönlichen Dokumenten auch die gemachten Angaben. Wer also nicht weiß, wie sein Schiff heißt, der hat schon mal schlechte Karten.

Hafenagent

Der Hafenagent kümmert sich um den Bürokram, den so ein Tourist und so ein Frachtschiff mit sich bringen. In erster Linie hält er also fest, wie lange das Schiff an welchem Kai festgelegt hat usw. Aber auch für die Abfertigung der Passagiere wird er bezahlt. Meistens kennen sich aber Schiffsführung und Hafenagent, wir haben aber nur zweimal einen Agenten angetroffen. Bei der Ausschiffung in Brasilien war dieser sehr freundlich zu uns und gab uns noch seine Privatnummer, falls Probleme auftauchen. Bei der Einschiffung in Buenos Aires mussten wir einige Tage vor der Einschiffung im Büro vorsprechen, uns ausweisen und eine Zeit vereinbaren, wann wir am Tor des Hafens zu sein haben. Der Agent kam mit nur einer halben Stunde Verspätung und entschuldigte sich damit, dass vom gleichen Schiff gerade zehn Touristen gekommen seien und diese so viel Arbeit machen. Anschließend war es ihm sehr wichtig, dass wir die 100 Meter zum Schiff nur per Auto zurücklegen und bestellte extra den Shuttle-Bus für uns und einen Pick-Up für unsere Fahrräder. Dieser Mann mit seiner Wichtigtuerei war uns eher unangenehm, obwohl er sicherlich nur seine Arbeit richtig machen wollte, der andere hingegen bereitete uns keinerlei Probleme. Hafenagenten bezahlt man schon bei der Buchung der Reise mit dem Kostenpunkt Hafengebühren.

Handy

Natürlich hat man auf dem offenen Meer kein Handy-Empfang. Aber wenn man an einer Inselgruppe vorbei fährt (Azoren, Kanaren etc.) oder sich in der Nähe von Festland befindet, so ist man natürlich auch im entsprechenden Mobilfunknetz eingeloggt. Es kann allerdings sein, dass man Land sieht und die Sendestärke einfach nicht ausreicht. So ist es uns am spanischen Kap Finisterre ergangen, wo wir durch das Fernglas sogar Windkrafträder erkennen konnten, aber keinen Handy-Empfang hatten. Fährt man auf eine Inselgruppe zu, so kann es über eine Stunde seit Sichtung des Landes dauern, bis man sich im Handynetz befindet. Ist man aber erst einmal drin und entfernt sich vom Land oder der Inselgruppe ist der Empfang noch lange möglich.

Heck

Das Heck sitzt hinten. Bei den meisten Frachtschiffen sitzen auch hinten der Antrieb und das Wohnhaus sowie die Decks, auf denen man sich aufhalten kann und darf. Durch die Ladung vorne hat man am Heck meistens die windgeschützteste Stelle des gesamten Schiffes und hier trifft man auf die meisten Personen.

Impfausweis

Wird zusammen mit dem Reisepass beim Einschiffen dem zuständigen Offizier ausgehändigt. Dieser bewahrt die Dokumente bei sich auf und kümmert sich um die Zollangelegenheiten.

Kabine

Meisten erfährt man über die Ausstattung der Kabine bereits bei der Buchung. Wir hatten bei zwei Frachtschiffreisen zwei Kabinen, die nicht unterschiedlicher sein konnten. Die eine bestand aus zwei Zimmern (Wohnraum, Schlafraum) und einem Bad mit Dusche. Die beiden Zimmer waren mit Telefon, Fernsehen, DVD/Video, Stereoanlage, Kühlschrank, Teppich, Sessel, Sitzbank und Doppelbett ausgestattet und hatten ein Bullauge, das sich öffnen ließ. Die Kabine auf dem zweiten Schiff bestand nur aus einem sehr kleinen Raum mit einem Etagenbett, zwei Stühlen, PVC-Boden, einem kleinen Schrank mit Arbeitsplatte als Tisch und einem Fenster, das sich nicht öffnen ließ. Auf beiden Schiffen gab es eine Klimaanlage, auf die man aber als Reisender keinen Einfluss hatte. Jedoch wurde sie auf der Marfret Normandie (das Schiff mit der besseren Kabine) erst angeschaltet, als sie notwendig wurde. Auf dem anderen Schiff lief sie die ganze Zeit, am Äquator und im herbstlichen Hamburg.

Kapitän

Das ist der Mann, der auf einem Schiff das Sagen hat. Alles ist von ihm abhängig. Hat man einen freundlichen und lockeren Kapitän, so ist auch die Stimmung locker. Das heißt aber nicht, dass der Kapitän alle Zügel schleifen lässt. Disziplin und Fleiß gelten auch hier, aber wie in jedem Betrieb auf Land, arbeitet es sich als untergebener Mitarbeiter leichter, wenn der Kapitän auch menschlich führen kann. Ist der Kapitän aber distanziert zu seinen Offizieren und Matrosen und auch zu den Passagieren, so kann einem die schönste Reise leidig werden. Nicht umsonst heißt es, alle sitzen in einem Boot.

Karaoke

Besonders bei philipinischen Matrosen beliebt, sind die Karaoke-Abende. Ob nun die gesamte Besatzung feiert, oder nur die asiatischen Matrosen unter sich bleiben, bei ihnen geht es immer laut her und beim Karaoke wird viel gelacht.

Knoten

Ein Knoten ist die Maßeinheit der Geschwindigkeit, die ein Schiff zurücklegt. Gleichzeitig ist ein Knoten auch die Maßeinheit für die zurückgelegte Strecke (Seemeilen). Somit sind Knoten und Seemeilen also das gleiche. 1,852 Kilometer sind ein Knoten. Fährt ein Schiff also mit 15 Knoten, so legt es 27,78 Kilometer (15 Seemeilen) in der Stunde zurück, was natürlich einer Geschwindigkeit von 27,78 km/h entspricht.

Koje

Schiffskajüte KabineAls Koje wird das Bett bezeichnet. Als Ottonormal-Passagier sagt man aber wohl trotzdem Bett.

Krankenstation

Auf einem Frachtschiff dürfen maximal nur 12 Passagiere mitfahren, da ansonsten nach internationalem Seerecht ein Arzt an Bord sein muss. Im Umkehrschluss heißt dies, dass kein Arzt an Bord ist, im Notfall (Herzinfarkt, Blinddarm etc.) kann es also ein echtes Problem geben. Bei kleineren Dingen sind aber mehrere Personen an Bord, die zumindest Erste Hilfe leisten können sowie eine Krankenstation, die mit Medikamenten und einigen Notfallgerätschaften ausgestattet ist.

Küche

Die Küche oder Kombüse wird vom Koch bzw. vom Smutje betreut. Es wird also kein Matrose zweimal am Tag abkommandiert, mal eben schnell eine Suppe zu köcheln, sondern es wird was Anständiges vom Küchenchef zubereitet. Allerdings sind die Arten der Mahlzeiten abhängig von der Nationalität des Kochs. Auch die Küche darf in der Regel nicht betreten werden.

 

Längengrad

Der bekannteste Längengrad führt durch die englische Stadt Greenwich und trägt die Ziffer 0. Nach Osten und Westen gehen jeweils 180 Längengrade einmal um den Erdball. Die Stadt Essen liebt zum Beispiel auf dem 7. Grad östlicher Länge.

Landgang

Bei Landgängen muss man sich an der Rampe bzw. an der Gangway austragen lassen und kann dann entweder den Shuttlebus zum Hafenausgang benutzen oder zu Fuß gehen, dies hängt halt von der Größe des Hafens ab. Die Zeit des Landganges kann nicht nach der Lust der Passagiere ausgerichtet werden, sondern nach der Schnelligkeit der Hafenarbeiter. In der Regel bekommt man gesagt, wann man wieder zurück an Bord sein muss. Daran sollte man sich auch strikt halten. Bei einem Frachtschiff handelt es sich nicht um einen Reisebus, der auch mal zehn Minuten wartet, sondern um eine kostspielige Belegung eines vielleicht vom nächsten Frachtschiff benötigten Hafenkais. Daher wird ein Kapitän im Interesse seiner Reederei nicht warten, bis ein trödeliger Passagier wieder zurück an Bord ist. Dieser muss sich bei Verspätung selbst um die Rückkehr an Bord kümmern, was wahrscheinlich teurer sein dürfte als die Reise selber.

Bei manchen Reedereien erhält man einen Ausweis, mit dem man sich am Hafeneingang bei der Rückkehr zum Schiff ausweisen kann. Hat man so ein Dokument nicht, dann sollte man beim Verlassen des Hafens die Sicherheitsmitarbeiter darauf hinweisen.

Land in Sicht

Manchmal scheint es, als würde man am Horizont Land sehen, dabei sind es nur einige Wolken. Doch manchmal kann es auch sein, dass diese Wolken tatsächlich Land sind. Oder eben, weil dort Land ist, sind dort Wolken zu erkennen, die an kleinen Bergen hängen bleiben. Selbst durch ein Fernglas ist manchmal nur schemenhaft etwas zu erkennen, weil die Entfernungen einfach zu groß sind. Hat man aber wirklich Land gesichtet und das Schiff fährt darauf zu, so kann es noch einige Stunden dauern, bis man es erreicht hat. Befindet sich dort nämlich auch der Hafen, so muss die Fahrgeschwindigkeit natürlich auch gedrosselt werden und aus der Fahrt zum nur 50 km entfernten Landstrich können mehrere Stunden vergehen.

Maschinenraum

Der Maschinenraum darf nur in Anwesenheit eines Besatzungsmitgliedes betreten werden. Er ist laut, heiß und nicht ungefährlich. Durch seine zentrale Lage tief unten im Schiff ist es aber der Ort, an dem man fast keine Wellenbewegung spürt. Im Normalfall wird man den Maschinenraum aber nur einmal im Rahmen einer Führung betreten.

Meldung

Verlässt man das Schiff oder betritt man es, so gibt es nur einen Zugang. An diesem steht ein wach habender Matrose und protokolliert, wer momentan auf dem Schiff ist. Daher ist es unbedingt erforderlich, sich dort einzutragen.

Müllentsorgung

Tonnenweise werden Nahrungsmittel an Bord gebracht, damit alle in den nächsten Wochen satt werden. Das verursacht natürlich Müll, doch leider wird dieser Müll einfach entsorgt, indem man ihn über Bord wirft. Hierzu gibt es sogar gesetzliche Regelungen der internationalen Seefahrt. Diese besagt zum Beispiel, dass Essensreste überall entsorgt werden dürfe. Papier und andere Dinge, die sich zersetzen, dürfen nur ab einer bestimmten Entfernung vom nächsten Land entsorgt werden, die mit 3 Seemeilen recht knapp bemessen ist. Es gibt Regionen, wie Nord- und Ostsee, Karibik, Schwarzes Meer, Antarktis usw. in denen kein Müll über Bord geworfen werfen darf, doch es gibt natürlich niemanden, der dies kontrolliert. Mehrfach musste ich mit ansehen, wie ganze Müllsäcke einfach in den Tiefen des Ozeans verschwinden. So ist es auch kein Wunder, dass zahlreiche Dinge auf dem offenen Meer treiben und an dem fahrenden Schiff vorbeischwimmen. Sehr oft waren Papier und Kronenkorken zu sehen, die auf dem Wasser treiben. Dabei möge man bedenken, dass man bis an den Horizont nur Wasser sieht, aber nur an der vorbeigefahrenen Stelle schwimmt Müll? Wie oft schwimmt also wirklich Müll auf dem Ozean und wie viel Müll und Dreck befindet sich mittlerweile auf dem Meeresgrund?

Offiziersmesse

Gegessen wird in der Offiziersmesse, dem Speiseraum der Führungskräfte. Die Matrosen haben eine eigene Messe, in der ein Passagier in der Regel nicht Platz zu nehmen hat.

Passagiere

Maximal 12 Passagiere dürfen an Bord eines Frachtschiffes sein, sonst muss ein Arzt an Bord sein. Die Mitnahme von Passagieren ist für die Reederei nur ein Zusatzgeschäft, daher darf man keinen Komfort, Luxus und eine Bedienung erwarten. In der Regel ist aber dennoch ein Steward an Bord, der sich aber auch um die Besatzungsmitglieder kümmert. Passagiere dürfen sich auf dem Schiff frei bewegen, abgesehen vom Fracht- und Maschinenraum und der Küche. Die Brücke ist eingeschränkt offen für Besuche. Zudem dürfen Passagiere an Bord Alkohol trinken, den Matrosen ist dies (je nach Reederei) untersagt oder nur zu bestimmten Anlässen erlaubt.

Persönliche Bedarfsgegenstände

Bei der Zolldeklaration müssen persönliche Bedarfsgegenstände angemeldet werden. Dazu gehören elektronische Geräte (Laptop, Kamera und Zubehör, Mobiltelefon etc.) und Verbrauchsgegenstände wie Zigaretten und Alkohol. Drogen sind auf keinem Schiff erlaubt!

 

Pilot

Der Pilot fliegt das Schiff…nein, moment…anders: Der Pilot kommt vor jedem Hafen mit einem Zubringerboot zum Schiff und klettert an Bord, wo er von einem Besatzungsmitglied in Empfang genommen und zur Brücke geleitet wird. Dort hat er nun die Befehlsgewalt und dirigiert das Schiff zum Liegeplatz im Hafen. Wenn der Pilot (auch als Lotse bekannt) auf der Brücke ist, hat der Passagier dort nichts zu suchen. Dafür herrscht viel zu viel Hektik, als dass noch ein paar Passagiere laienhaft bei der Arbeit stören dürften.

Piraterie

Die Piraterie gibt es noch und ist auch kein Einzelfall. Besonders in der Straße von Malakka bei Indonesien und im afrikanischen Seegebiet muss mit Piraterie gerechnet werden. Der Gedanke an Piratenromantik mit Holzbein und Papagei auf der Schulter war schon immer fehl am Platz und ist es heute mehr denn je. Bei den heutigen Piraten handelt es sich um kaltblütige Verbrecher, die schwer bewaffnet das Schiff stürmen und es plündern, wenn nicht sogar entführen. Mit schwer bewaffnet sind Panzerfäuste und Hubschrauber gemeint, die zum Einsatz kommen. Dabei steigt die Zahl der Piraterie-Fälle in den letzten Jahren kontinuierlich an. Als wir von Südamerika auf dem Weg in das afrikanische Senegal waren, wurde uns gesagt, dass wir die Geschwindigkeit so einhalten, dass wir nicht in der Nacht vor der afrikanischen Küste ankern müssen, sondern direkt in den Hafen einlaufen können. Die Gefahr wird also Ernst genommen und ist real.

Reederei

Die Reederei ist der Chef vom Ganzen. Die Schiffe sind Eigentum des Unternehmens und die Besatzung, einschließlich des Kapitäns, sind Angestellte der Reederei. So sind alle Änderungen, die die Reise betreffen, mit der Reederei abzustimmen.

Reisepass

Ohne Reisepass geht auf einer Frachtschiffreise gar nichts. Dieser ist unbedingt mitzubringen und beim Einschiffen abzugeben. Er wird von dem Maat aufbewahrt, der für die Zolldeklarationen zuständig ist. Sämtliche Einreiseangelegenheiten werden somit auch von ihm erledigt und so kommt es vor, dass der Pass bei der Rückgabe ein paar Stempel mehr im Inneren hat. Bei Landgängen wird der Pass nur auf Wunsch heraus gegeben.

Ro-Ro-Schiff

Rollon-Rolloff heißen die Schiffe, die auch Fahrzeuge mit sich führen. Das bedeutet, dass man über eine Rampe in die Schiffe hinein und auch wieder heraus fährt. Ro-Ro-Schiffe finden meistens im Personenverkehr (beispielsweise Mittelmeer, Ost- und Nordsee) Anwendung, doch auch im Frachtschiffbereich, wo Neufahrzeuge zwischen den Kontinenten verschifft werden.

Satellit

Navigation ist alles. Und die findet heute auf jedem Schiff nur noch per Satellit statt. Niemand mehr, der mit Sextant navigiert und sich nach den Sternen orientiert. Das GPS zeigt die genaue Position, die errechnete Ankunftszeit und die Geschwindigkeit an. Ein Verfahren ist nicht möglich, einfach die Zielkoordinaten eingeben und abfahren. Das Schiff findet seinen Weg. Ebenso wird der Satellit benötigt, um Daten auszutauschen. Man telefoniert per Satellit und schreibt sich Mails über den Begleiter am Himmel.

Schaukeln

Wenn der Apfel auf dem Tisch von links nach rechts rollt, so schaukelt das Schiff, d.h. die Wellen kommen von der Seite und bringen das Schiff in eine Schaukelbewegung. Diese ist praktisch immer da, selbst bei ruhiger See ist ein leichtes Schaukeln zu spüren. Im Gegensatz zum Schaukeln gibt es noch das Stampfen.

Seekrankheit

Der eine sagt, man solle sich hinlegen. Der andere empfiehlt den Blick auf den Horizont und zwar an der frischen Luft. Es gibt Medikamente, die helfen sollen und es gibt die Geduld, die helfen kann. Ich hatte keinerlei Probleme mit einer Seekrankheit. Die Schiffsbewegung machte mir nichts aus, lediglich in der Nacht hatte ich die völlig unbegründete Sorge, das Schiff kippe um (im Dunkeln fühlt sich alles anders an). Moni hingegen hatte ständig mit der Seekrankheit zu kämpfen. Ständig bedeutete, ungefähr zwei bis drei Tage, bis sich ihr Gleichgewichtssinn an die Bewegung gewöhnt hatte. Danach war dieses Problem beseitigt. Leider nur bis zum nächsten Landgang, denn schneller als an das Meer gewöhnte sie sich an den festen Boden unter den Füßen und so war sie nach dem Landgang wieder seekrank, sobald das Schiff den Hafen verließ.

Seemeilen

Eine Seemeile sind 1,852 Kilometer. Die Geschwindigkeit wird in Knoten gemessen, ein Knoten entspricht einer Seemeile.

Sicherheitseinrichtungen

Nach dem Einschiffen wird der Passagier irgendwann vom zuständigen Sicherheitsoffizier geholt um diesem die Sicherheitseinrichtungen zu zeigen. Dies kann in den ersten paar Minuten nach dem Einschiffen passieren Rettungsbootoder kurz nachdem das Schiff den Hafen verlassen hat. Gezeigt werden die Rettungskapseln, das Rettungsboot, die Brücke, die Krankenstation und die Bestimmungen über das Verhalten auf hoher See. Möglich, dass man hierzu auch einen Videofilm zu sehen bekommt. In jedem Fall muss anschließend unterschrieben werden, dass man unterrichtet wurde.

Stampfen

Im Gegensatz zum Stampfen rollt ein Apfel nicht von links nach rechts auf dem Tisch sondern von vorne nach hinten. Stampfen bedeutet, dass die Wellen von vorne kommen und das Schiff mit dem Bug in die Welle eintaucht. Wobei der Begriff eintauchen natürlich übertrieben ist, besonders bei nur leichtem Seegang. Doch auch in diesem Fall spürt man die Schiffsbewegung deutlich. Die meisten Seeleute sind der Ansicht, und dem stimme ich zu, dass das Stampfen unangenehmer ist, als das Schaukeln. Es muss noch nicht mal stürmisch sein, ein leichter Seegang reicht schon aus und das Stampfen führt dazu, dass das Schiff sich scheinbar ruckartig vorwärts bewegt, weil es von der entgegenkommende Welle abgebremst wird.

Steward

Auf unserer ersten Frachtschiffreise hatten wir einen Steward, der das Essen serviert, abräumt und einmal pro Woche Ordnung in der Kabine schafft, d.h. frische Bettwäsche und Handtücher bringt und den Abfall entleert. Die damaligen Offiziere waren der Ansicht, dass dieser Steward etwas gemütlich und langsam ist. Diese Ansicht konnten wir erst teilen, nachdem wir unsere zweite Frachtschiffreise machten. Dort fuhren zwei Stewards mit, die gekleidet waren wie in einem vornehmen Lokal und in rasender Geschwindigkeit dafür sorgten, dass jeder sein Essen bekam. Besonders bei den Grillpartys kamen die beiden auf Grund ihres Arbeitstempos regelrecht ins Schwitzen. Zudem reinigten sie täglich unsere Kabine inkl. Bodenwischen und Bad säubern. Hier erhielten wir die Auskunft, dass ein Steward immer an Bord ist und sich um die Besatzung kümmert und der zweite nur mitfährt, wenn auch Passagiere auf dem Schiff sind. Der Steward ist auch immer der erste Ansprechpartner für den Passagier, wenn es um irgendwelche Wünsche geht oder wenn etwas benötigt wird.

Trockner

Es gibt mindestens einen Trockner an Bord. Wenn mehr an Bord sind, dann benutzt man als Passagier den, der auch von den Offizieren genutzt wird.

Währung

Währung an Bord ist im Regelfall der Dollar. Doch auch das Bezahlen in Euro ist meistens möglich, das hängt aber auch vom Kapitän ab bzw. von demjenigen, der das Geld in Empfang nimmt. Bei unserer zweiten Frachtschiffreise mussten wir die Getränke beim rumänischen Koch abholen und bezahlen. Da unser Bargeld (Euro) nicht mehr ganz ausreichte, akzeptierte er auch den Rest in der rumänischen Währung Lei, von denen wir zufälligerweise etwas mit hatten. Geldautomaten gibt es keine an Bord.

Waschmaschine

So wie es einen Trockner gibt, gibt es auch mindestens eine Waschmaschine. Auch hier benutzt man den der Offiziere.

Wellengang

Den gibt es durchaus. Kommen die Wellen von der Seite, so schaukelt das Schiff, kommen sie von vorne, dann stampft es. Bei leichtem Seegang sind man ein paar Wellen, was nicht weiter schlimm ist. Bei stärkerem Seegang kann man die Länge der Wellen nur schätzen, da man auf hoher See keine Vergleichsmöglichkeit hat und, je nach Schiffstyp, relativ weit über der Wasseroberfläche steht. Bei starkem Seegang peitscht eine Gischt über die Beladung, wenn das Schiff von einer Welle getroffen wurde, was natürlich mehrmals pro Minute passiert. Und dann gibt es noch Wellen, bei denen man sich auf die heimische Couch wünscht – diese haben wir aber zum Glück (noch) nicht erleben müssen.

Weltempfänger

Durchaus lohnenswert ist die Mitnahme eines kleinen Weltempfängers. Zwar ist die Schiffsbesatzung über die aktuellen Nachrichten auf der Welt per Satellit und Ticker informiert. Aber die Fußballergebnisse aus der Bundesliga erfährt man auf hoher See nur bei der Deutschen Welle. Grundsätzlich gilt, dass der Empfang an Deck natürlich besser ist. In der geschlossenen Kabine ist es durchaus möglich, dass überhaupt kein Empfang besteht.

Wetter

Das Wetter kann schnell wechseln. Einerseits sind die Wolken am Himmel schnell und schutzlos dem Wind ausgeliefert und andererseits bewegt sich das Schiff ja, wenn auch langsam, vorwärts. Einen größeren Sturm mussten wir (bisher) zum Glück nicht überstehen, doch starker Wind mit Wellengang kann auch unangenehm sein. Immerhin hatten wir vor der Küste Argentiniens einen solchen Wind, dass eines der Sicherungsseile am Rettungsboot den Metallbolzen vom Rettungsboot riss. Zudem war ein Spaziergang an Deck zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, da es einfach zu gefährlich war. Andererseits kann es auch ganz schnell ganz heiß werden, wenn man sich den Tropen nähert. Näheres über das aktuelle und bevorstehende Wetter weiß man immer am besten auf der Brücke, wo regelmäßig ein Ticker die neuesten Wettervorhersagen mitteilt.

Wohnhaus

Meistens befindet sich das Wohnhaus am Heck des Schiffes, nur bei RoRo-Schiffen gibt es kein Wohnhaus im herkömmlichen Sinne. Da verteilen sich sämtliche Kabinen auf nur einem Deck. Das Wohnhaus beherbergt sämtliche Räume wie die Messen, den Fitnessraum, die Küche und die Kabinen. Im Regelfall liegt das Wohnhaus genau auf dem Maschinenraum bzw. dem Antrieb. Ganz oben befindet sich die Brücke.

Zeit

Überquert man eine oder mehrere Zeitzonen mit einem Frachtschiff, so wird einem das in der Regel beim Abendessen mitgeteilt. Je nach Schiff und Schiffsführung ertönt eine Lautsprecherdurchsage oder es gibt einen Aushang am Schwarzen Brett, das sich meist in der Offiziersmesse befindet. Die Zeitumstellung muss nicht immer ganz genau mit dem übereinstimmen, was auf einer Weltzeituhr angegeben wird. Hauptsache, im nächsten Hafen stimmt die Zeit wieder überein. So kann es sein, dass man drei Nächte hintereinander die Zeit um eine Stunde umstellt, dann aber wieder zwei Tage nicht, bevor man eventuell die Zeit zum vierten Mal umstellt.

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Die Deutsche Welle sendet nicht mehr in deutscher Sprache, trotz vieler Proteste.
    Damit können weder deutsche Nachrichten noch Bundesliga-Ergebnisse gehört werden.
    Einen kleinen Weltempfänger sollte man trotzdem mitnehmen: Unzählige Kurzwellensender der verschiedenen Länder, Mittelwellenempfang und in Küstennähe UKW-Sender der entsprechenden Länder laden zum „Wellenreiten“ ein.

    • Oh, das wusste ich nicht und habe es gerade mal gegoogelt. Das ist ja schon seit 2011 so. Finde ich auch nicht gut und sehr schade.
      Danke für die Info!

  2. Suche für meine Tante die Möglichkeit auf einem Frachtschiff als Haushaltshilfe ohne Entgelt mitzufahren (Alter 66)! Meisterbrief in der Hauswirtschaft ist vorhanden sowie Kindererziehung leidenschaftlich durchführbar!Freuen uns über alle Rückmeldungen!

  3. Hallo,

    hast du evtl. Tips wo ich anheuern könnte um von Europa nach Hawaii zu kommen?
    Da ich dort eine 2 jährige Ausbildung zum beruflichen Hubschrauberpiloten machen werde suche ich neben der Möglichkeit des Fluges eine Möglichkeit über Arbeit auf einem Schiff kostenneutral rüberzuschippern.
    Da kein Zeitdruck besteht wäre ich hier sehr flexibel und ich will definitiv keine Reise/Urlaub oder Relax Zeit auf dem Schiff verbringen, sondern auf einem Schiff sinnvollen Tätigkeiten nachgehen.

    Würde mich über Vorschläge freuen, wo man sich da melden könnte.
    Danke,
    BG, Rusty

  4. Lieber Michael Moll,
    vielen Dank für die ausführliche Beschreibung einer Frachtschiffreise. Ich habe eine Frage: kann ich als Alleinstehende Frau alleine auf einem Containerschiff reisen oder ist es doch irgendwie unangebracht, da nur Männer an Bord sind?
    Vielen Dank für Ihre kurze Einschätzung.
    herzliche Grüße
    Dina Albrecht

    • Hallo Dina,

      also ich kenne Reiseberichte von allein stehenden Frauen, die auf einem Frachtschiff gefahren sind und ganz begeistert waren. Und ich kenne zumindest eine weibliche Person, die regelmäßig als Offizierin auf Frachtschiffen unterwegs ist. Ist zwar sicherlich nicht der Regelfall, aber es kommt wohl durchaus vor, dass Frauen auch alleine an Bord sind.
      Viele Grüße
      Michael

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