Kirche in Senheim

Wanderung bei Senheim an der Mosel

Eine schöne Wanderung mit wenigen Anstiegen führt uns zu einem Naturschutzgebiet bei Senheim. Reiher, Ammern und Eidechsen bevölkern unseren Weg am Moselufer und beobachten uns dabei, wie wir auf einen Skulpturenpfad einschwenken. Mit Aussichten auf Senheim wandern wir oberhalb der Mosel wieder zurück, erfreuen uns am Duft der Weinberge und werfen einen Blick auf die andere Flusseite, wo der Römerberg sanft ansteigt.

Der folgende Text stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer „Wanderungen an der Mittelmosel“. Die Angaben können daher veraltet sein.

Bevor wir unsere Wanderung am zentral gelegenen Parkplatz beginnen, blicken wir in die Brunnenstraße hinein. Dort liebäugeln wir mit dem Restaurant Schinkenkeller, wo wir uns mit einer Stärkung auf die Wanderung vorbereiten. Anschließend informieren wir uns an einer Hinweistafel über die Geschichte und Architektur von Senheim.

Wanderung oberhalb von Senheim

Wanderung oberhalb von Senheim

Wandertour bei Senheim

Sanft fließt das Wasser der Mosel durch eine weite Linkskurve. Auf der linken Seite steigt sanft der Römerberg mit seinen Weinbergen ab. Auf der rechten Seite ragen die überwiegend bewaldeten Hänge etwas steiler in die Höhe. An den beiden Ufern erheben sich die hübschen Häuser der Ortschaft Senheim. Um genau zu sein liegt rechts, am südlichen Moselufer Senheim. Gegenüber befindet sich am Nordufer Senhals, ein Teil Senheims. Senhals ist zwar kleiner und nur ein Ortsteil, auf dem Papier jedoch über 70 Jahre älter als der Hauptort Senheim. Er wurde bereits 1067 durch die Kölner Kirche namentlich festgehalten. Das ist aber nicht der Grund, warum die pittoresken und denkmalgeschützten Wohnhäuser von Senhals deutlich älter als die in Senheim sind. Im August 1839 fiel der Hauptort nämlich einer Brandkatastrophe zum Opfer, welche nur wenige Häuser verschonte. Heute gehören beide Orte nicht nur zusammen, sondern sind auch durch eine Brücke miteinander verbunden.

Auf der Straße Am Gestade folgen wir der Beschilderung zum Weinmuseum. Wir erfreuen uns an den Weinpflanzen, die sich an so mancher Hauswand ranken. Andere Hauswände wiederum sind mit liebevollen Abbildungen von Schmetterlingen oder Weintrauben verziert. An einer Gabelung halten wir uns links in die Zeller Straße, wo schon nach wenigen Minuten das Weinmuseum zu einer interessanten Besichtigung einlädt.

Besuch im Weinmuseum

Es ist kühl und schummerig. Die kleinen Flammen mehrerer Kerzen kämpfen gegen die Dunkelheit an. Große Fässer liegen an einer Wand, an der historische Schneidewerkzeuge und Äxte befestigt sind. Eine Inschrift auf einem Weinfass verkündet In Vino Veritas: Im Wein liegt die Wahrheit. Und in diesem Weinmuseum liegt die Geschichte. 10.000 Objekte umfasst die Sammlung im 400 Jahre alten Unternehmen der Familie Schlagkamp-Desoye. Es wird bereits in der elften Generation geführt. Das Museum ist in dem 1923 neu errichteten Weingut in drei Bereiche unterteilt. Neben dem Weinkeller wird der Besucher durch das Kelterhaus geführt und erhält im ehemaligen Festsaal des Hauses ein Gläschen Wein zur Verköstigung.

Unterwegs auf dem Skulpturenpfad

Unterwegs auf dem Skulpturenpfad

Nach dieser informativen Pause wandern wir durch die ruhige Straße weiter bis wir uns an einer Gabelung rechts halten und kurz darauf an einem Kindergarten links in die Straße Im Kalmet einbiegen. Wir wandern an den letzten Wohnhäusern Senheims vorbei und haben zu unserer Linken einen steilen Hang, auf dem in kleineren Weinlagen Trauben reifen. Unser asphaltierter Weg führt uns eben durch die grüne Landschaft und wir stellen fest, dass sich auf der rechten Seite einige Obstbäume erheben.

Äpfel und Birnen, aber auch Walnüsse wachsen zu unserer Rechten in die Höhe. Wir bleiben an einer Gabelung auf dem asphaltierten Weg und beobachten die vorüber ziehenden Schiffe, welche sanft an das Ufer schlagende Wellen verursachen. Gänse schnattern aufgeregt im hohen Gras und mit jedem Schritt scheinen wir mehr in die Natur einzutauchen. Hinter einer Linkskurve erreichen wir einen Abzweig in das Naturschutzgebiet Taubengrün.

Wanderung durch das Naturschutzgebiet

Die Teichralle watet durch das seichte Wasser, umgeben vom hohen Schilfgras. Schmetterlinge flattern von Pflanze zu Pflanze. Zippammern beobachten das Geschehen von einem Holzpflock aus und wir erkennen mit etwas Glück das bunte Federkleid des seltenen Eisvogels. Das Naturschutzgebiet Taubengrün umfasst die schmale Insel und den rechtsseitigen Uferbereich der Mosel gegenüber dem Campingplatz von Nehren. Es bietet einen idealen Lebensraum für verschiedene Vogelarten. Das war jedoch nicht immer so. In früheren Jahrhunderten diente die Insel der Landwirtschaft, doch nachdem immer mehr Landwirte ihren Betrieb aufgaben wurde die Insel zunächst sich selbst überlassen. Teichhuhn und Schwarzmilan fanden einen ungestörten Lebensraum, in dem sich Schilf frei ausbreiten konnte. Erst Ende des 20. Jahrhunderts wurde dieser Moselabschnitt unter Schutz gestellt.

Kirche in Senheim

Kirche in Senheim

In der Hoffnung, mit etwas Glück einen Eisvogel zu erhaschen, lauschen wir dem Singen von Zippammern und Drosseln und wandern auf dem schotterigen Weg am Abzweig zum Naturschutzgebiet vorbei. An Haselnussbäumen vorbei wandern wir geradewegs in einen Wald hinein und gewinnen auf dem Weg sanft an Höhe. Das Rauschen der Blätter über unseren Köpfen vermengt sich mit dem leisen Knacken der Äste, während die Vögel auf ihren Ästen sitzen und die Sinfonie musikalisch untermalen. Dabei genießen wir immer wieder die Ausblicke auf die Mosel und auf das vor uns liegende Moselörtchen Senheim, welches von seinem gelb leuchtenden Kirchturm überragt wird.

An einem Asphaltweg biegen wir rechts ab und wenden uns sofort wieder nach links. Oberhalb der Rebstöcke auf der rechten Seite erkennen wir farbenfrohe Stelen, welche uns den Beginn eines Skulpturenpfads markieren. Überwiegend Künstler der Region haben Werke geschaffen, die am Rande unseres Wanderwegs installiert wurden. Basaltsäulen und Skulpturen aus Eichenholz wechseln sich ab, wenn man diesem Weg folgt. Leider ist die Beschilderung des Skulpturenpfades in Vergessenheit geraten, weshalb wir weiter geradeaus wandern.

Unterwegs auf einem Skulpturenpfad

Während der Hang zu unserer Rechten immer steiler in die Höhe ragt, genießen wir die Ausblicke auf die Ortschaft und auf den Römerberg auf der gegenüberliegenden Seite der Mosel. Ein von rechts heran nahender Bach wird von uns überquert und an einer hohen Trockenmauer entlang erreichen wir nach kurzer Zeit die Skulptur eines Kopfes (GPS: 50.08485, 7.212932) mit dem Namen „Ich sehe“. Und sie sieht tatsächlich, nämlich genau auf Senheim hinab und erinnert ein wenig an die berühmten Moai genannten Skulpturen auf den fernen Osterinseln.

Skulptur wie auf den Osterinseln

Skulptur wie auf den Osterinseln

Wir wenden unseren Blick wieder auf den Weg und wandern bis zu einer wenig befahrenen Landstraße hinab. Dort wenden wir uns nach links, durchqueren eine Kurve und erreichen kurz darauf den Ortseingang von Senheim. Nach wenigen Metern erhebt sich auf der rechten Seite die gelb leuchtende katholische Pfarrkirche (GPS: 50.08664, 7.212881). Zwischen Kirche und dem gegenüber stehenden Pfarrhaus im Bruchsteingebäude wandern wir auf der abwärts führenden Marktstraße hinab. Weinranken schlingen sich an Abflussrohren hoch, Stockrosen verzieren die Hauswände und wir erreichen nach kurzer Zeit die Straße Am Gestade an der wir links abbiegen. Einen letzten Blick werfen wir auf einen Spindelkelter, bevor uns an unserem Ausgangspunkt wiederfinden.

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