Wanderung am See in Duisburg

Wanderung auf der Duisburger Seenplatte

Sechs Seen auf engstem Raum, doch jeder mit einem eigenen Charakter, so zeigt sich die Duisburger Seenplatte. Segler werden zu weißen Dreiecken auf dem einen Gewässer, auf Angler wiederum trifft man an einem anderen See. Sanfte Wellenbewegungen platschen gegen die Ufer und bewegen das Schilf, in dem zahlreiche Vögel brüten, während von weit her das Lachen der Kinder zu vernehmen ist, welche am feinen Sandstrand toben. Und mittendrin in all diesem Geschehen ein Aussichtsturm, der einen Blick von oben auf das Treiben an den vielen Ufern ermöglicht.

Der folgende Text stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer „20 Wanderungen in und um Essen“. Die Angaben können daher veraltet sein.

Unsere Route beginnt im Norden der Sechs-Seen-Platte an der Haltestelle Wolfssee.

Wandern am Seeufer

Wandern am Seeufer

Die Sechs-Seen-Platte westlich der S-Bahnlinie zwischen Ratingen und Duisburg besteht aus Wambachsee, Masurensee, Böllertsee, Wolfssee, Wildförstersee und Haubachsee; der östlich der Bahngleise befindliche See Entenfang gehört nicht dazu. Alle Seen der Duisburger Seenplatte sind miteinander verbunden, der Wildförster- und der Wolfssee gehen ineinander über, sodass man beim Blick auf die Karte zunächst nur fünf Seen zählen wird. Vor rund 100 Jahren war das Gebiet noch eine Sumpflandschaft. Durch Sand- und Kiesausgrabungen entstanden der Reihe nach die Seen. Ein ursprünglicher Plan, die Seen mit Industrieschutt aufzufüllen wurde zum Glück nicht umgesetzt. Vielmehr erwarb die Stadt Duisburg das Gelände vom damaligen Besitzer, dem Grafen von Spee, und schuf ein Naherholungsgebiet, welches zu zahlreichen sportlichen Aktivitäten einlädt.

Wanderung auf der Sechs-Seen-Platte

Zunächst orientieren wir uns am Wambachsee zu unserer Rechten und wandern an seinem Ufer, bis wir uns vor dem Eingang des Freibads am Wolfssee und der ersten Einkehrmöglichkeit, dem Restaurant Wolfssee, befinden.
Vor dem Freibad biegen wir nach rechts ab, den Wambachsee immer noch zur Rechten. Auf diesem bis zu zwölf Meter tiefen See werden Taucher weder durch Segler noch Surfer gestört. Unser Blick wird hier aber auf die Gnome, die am Wegesrand auftauchen oder in den Baumkronen versteckt sind, gerichtet sein. Dieses Kunstprojekt des Krefelder Künstlers Marian Richard Hess verteilt sich über die gesamte Strecke entlang des Wambachsees.

An einer leichten Erhöhung treffen wir auf einen überdachten Picknickplatz. Direkt dahinter biegen wir links und an der nächsten Möglichkeit wieder rechts ab. Vor uns erstreckt sich nun der Böllertsee, einer der kleineren Seen. Wir wandern zunächst an seinem Nord- und wenig später an seinem Westufer entlang. Dabei passieren wir einen Kinderspielplatz und erreichen nach kurzer Zeit einen neu angelegten überdachten Rastplatz, unübersehbar durch die leuchtend roten Steinstelen, die dort als weiteres Kunstprojekt aufgestellt wurden. Von hier aus ist in der Ferne auch schon der Aussichtsturm, den wir später besteigen werden, zu erkennen.

Aussichtsturm auf der Duisburger Seenplatte

Aussichtsturm auf der Duisburger Seenplatte

Rund um den Wolfsee

Wir wandern geradeaus weiter, dabei entfernt sich unser auf beiden Seiten von Bäumen flankierter Weg langsam vom Ufer. Zur Rechten können wir gerade noch die Gebäudekomplexe der Duisburger Unfallklinik ausmachen, während wir uns – immer dem Hauptweg folgend – erst halbrechts und sofort darauf halblinks halten.
Der kurvige Wanderweg schlängelt sich in nun in Ufernähe an Wolfs- und Wildförstersee entlang.

Der Wolfssee geht fast unbemerkt in den kleineren Wildförstersee über. In beiden Seen leben Barsche und Hechte. Letztere können es auf über 20 Pfund bringen, was vor allem Angler freut, die hier ihre Rute auswerfen dürfen. Als Wanderer kann man sich dem See aber nur an wenigen Stellen nähern, da die Uferzone mit Rohrkolben, Röhricht und Binsengras dicht bewachsen ist. Diese bieten jedoch den zahlreichen Wasservögeln nicht nur einen Sichtschutz, sondern auch ideale Brutmöglichkeiten. Auch Amphibien wie Kröten, Frösche und Molche finden hier einen optimalen Lebensraum.

Aussicht über die Sechs-Seen-Platte

Aussicht über die Sechs-Seen-Platte

Wir umrunden den südlichsten Punkt des Wildförstersees und gelangen zu einem kleinen Landvorsprung. Eine Informationstafel erläutert uns ausführlich die Entstehung und Gestaltung des Sees. Wir bleiben auf dem Hauptweg, halten uns links und biegen erst an einer Kreuzung an der sich ein Transformatorhäuschen befindet, rechts ab. Damit verlassen wir den Wildförstersee und umwandern als nächstes den Haubachsee. Allerdings bekommen wir diesen vorläufig nicht zu Gesicht, da der Wanderweg zu weit vom Ufer entfernt liegt und zunächst durch ein flaches Waldgebiet verläuft. Wir gelangen zu einer T-Kreuzung, an der wir links abzweigen und dem fast schnurgeraden Weg folgen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir von hier aus Richtung Süden ausschließlich durch Wälder bis zum Düsseldorfer Flughafen wandern könnten. Ebenso könnten wir, ohne einer häusliche Bebauung zu begegnen, bis zum Essener Stadtteil Kettwig gelangen.

Aus Industrie wird eine Seenlandschaft

Doch wir bleiben bei unserer Seenroute, queren daher den Haubach und halten uns an einer Weggabelung links, wobei wir für ein kurzes Stück einem Rautensymbol folgen. Nach kurzer Zeit entdecken wir linker Hand einen Zugang zum Haubachsee sowie einen Gedenkstein zur Rekultivierung des Gewässers.

Der Haubachsee dürfte der schönste und natürlichste See der Region sein, obwohl auch er von Menschenhand geschaffen wurde. Seine Ausbaggerung begann im Jahr 1994 und endete erst 2001. Bei der Auskiesung dachte man jedoch schon an die spätere Nutzung. So wurden Mutterboden, Wurzelstöcke und Grobkies während der Arbeiten getrennt gelagert und sofort nach dem Abbau der Kiesförderanlagen für die Renaturierung verwendet. Man gestaltete sowohl flache als auch steile Uferböschungen.

Sogar ein kleines Delta entstand, welches als Biotop Blindschleichen, Kröten und Eidechsen einen idealen Lebensraum bietet. Im angrenzenden Wald wurden Kiefern, Erlen und Wildkirschen gepflanzt sowie Totholzhaufen angelegt, und eine Insel im Haubachsee bietet Vögeln Schutz und Brutmöglichkeit. Zur Vogelbeobachtung wurde hier am nördlichsten Punkt eine überdachte Plattform errichtet.

Kunst im Baum

Kunst im Baum

Wir bleiben auf dem Hauptweg, biegen daher in der Folge dreimal links ab. Der Weg steigt leicht an und bringt uns auf den Wolfsberg. Dieser liegt genau zwischen Wolfssee und Haubachsee und ist, genau wie die Gewässer, künstlichen Ursprungs. Wenn man es ganz genau nimmt, wandern wir in diesem Augenblick nämlich auf einer Schutthalde. Mit dem Schutt, das einst als Material für die Verfüllung der Seen gedacht war, schuf man hier den Wolfsberg.

Rechter Hand sehen wir eine Parkbank auf einem etwas weiter oberhalb gelegenen Weg. Über einen Trampelpfad gehen wir an der Bank vorbei die Böschung hinauf und folgen dem dortigen Wanderweg weiter bergauf. Der steile Schotterweg bringt uns hinauf bis zum Gipfel und zum Aussichtsturm.

Aussichtspunkt an der Duisburger Seenplatte

Im August 1994 errichtete man auf dem Wolfsberg einen 21 Meter hohen Aussichtsturm, der einen wunderbaren Panoramablick bot, bis im Juli 2002 der Turm jedoch Opfer einer Brandstiftung wurde. Der Turm brannte bis auf zwei Stümpfe nieder. Mit Hilfe der Unternehmen ThyssenKrupp und der Hüttenwerke Krupp Mannesmann, die glücklicherweise als zusätzliche Sponsoren einsprangen, wurde der Turm wiederaufgebaut – nicht mehr aus Holz, sondern aus Stahl. Seit dem Frühjahr 2006 kann man vom neuen, ebenfalls 21 Meter hohen Aussichtsturm wieder das Panorama genießen. 102 Stufen gilt es dabei zu überwinden, doch der Ausblick weit in das westliche Ruhrgebiet bis nach Düsseldorf und der Überblick über die Seenlandschaft entschädigt für die Mühen.

Nach der Turmbesteigung wandern wir geradeaus weiter und folgen dem Hauptweg, der uns in einer Rechtskurve vom Wolfsberg hinab führt. An der nächsten Kreuzung biegen wir links ab und gelangen so wieder zum Wolfssee. An dem gepflasterten Uferweg halten wir uns rechts, steigen eine kleine Treppe hinauf und bleiben am Ufer. Über eine kleine Holzbrücke verlassen wir den Wolfssee, überqueren den Wambach und gehen halbrechts an der Gaststätte Haus Seeblick vorbei. Linker Hand sehen wir die steile Fußgängerbrücke aus dem Jahr 1976 die die Verbindung vom Wolfssee zum Masurensee überspannt.

Wanderung am See in Duisburg

Wanderung am See in Duisburg

Wir aber wenden uns hinter dem Parkplatz der Gaststätte nach links ab und wandern auf dem Uferweg um diesen „ältesten“ der sechs Seen. Dieser trug nach seiner Entstehung übrigens zunächst den Namen Fixsee, dann Wambachsee; seine jetzige Bezeichnung Masurensee erhielt er erst später.

Heute sind an seinem Ufer verschiedene Wassersport-Vereine beheimatet. In der Sportheim ETuS Wedau-Gaststätte können wir uns eine letzte Rast gönnen.
Am Nordufer biegen wir nach links in die Straße Am See, passieren die dortige Schule und die Kirche und erreichen schon bald den Kalkweg, der uns nach links zu unserem Ausgangspunkt zurückführt.

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