Kleiner See im Krupp-Park

Wandern in Essen

Ich wandere gerne und oft, wenn ich irgendwo auf Reisen bin. Aufmerksame Leser meiner Seite dürften das wissen. Ich bin aber oft auch in meiner Heimatstadt Essen sehr oft zu Fuß unterwegs. Die öffentlichen Verkehrsmittel liegen mir nicht und mit dem Auto eine kurze Strecke zu fahren ist völliger Unsinn. So gehe ich selbstverständlich zu Fuß einkaufen und Besorgungen in der Essener Innenstadt erledige ich auch meistens per pedes. Ausnahmen sind natürlich mehrere Anlaufstellen, die sich über den gesamten Stadtbereich verteilen und die ich dann miteinander kombiniere.
Umso weniger kann ich es verstehen, wenn jemand für wenige hundert Meter seinen Wagen anschmeißt. Letztens hatte ich eine Diskussion mit einem Freund, bei der ich den Eindruck gewann, er würde es mir nicht glauben, dass ich 90% meiner Besorgungen zu Fuß erledige. Das fand ich ein wenig irritierend, weil er weiß, dass ich nur 1.000 Meter gehen muss, um gleich an drei Supermärkten vorbei zu kommen. Der nächstgelegene ist dabei sogar nur 600 Meter entfernt. Bei diesem siebenminütigen Fußweg habe ich unterwegs außerdem gleichzeitig noch die Möglichkeit Altglas und Altpapier zu entsorgen. Kann man es denn einkaufstechnisch noch besser haben?

Ähnlich ist es mit den Besuchen in der Innenstadt. Gerade einmal 2 Kilometer sind es bis zu den ersten Shoppingmalls im Essener Zentrum. Wenn es mit den Ampeln gut läuft bin ich in etwas über 20 Minuten dort. Warum also mit dem Auto fahren? Und nur der Vollständigkeit halber: In der gleichen Zeit habe ich durch eine herrliche Grünanlage das Ruhrufer mit seinen Rad- und Wandermöglichkeiten erreicht. Ein Spaziergang, den ich mehrmals die Woche vornehme.

Neuer Niederfeldsee in Essen

Neuer Niederfeldsee in Essen

Angesicht dieser wunderbaren Möglichkeiten und der Tatsache, dass ich zertifizierter Wanderführer bin, wundert es mich logischerweise, dass jemand meine Aktivitäten anzweifelt. Insbesondere, da ich schon zahlreiche Wanderführer geschrieben habe, unter anderem auch einen Wanderführer für die Stadt Essen.

Und um nur mal ein Beispiel einer typischen Besorgung zu nennen, will ich den gestrigen Tag nehmen: Mein Wohnmobil stand für eine kleine Reparatur am anderen Ende der Stadt und ich hatte mich darauf eingestellt, den Wagen erst am Nachmittag abzuholen. Doch schon um 10 Uhr kam der Anruf, dass mein Wagen aus der Werkstatt abgeholt werden möchte. Da sich das für meine restliche Tagesplanung als ideal erwies, fasste ich spontan den Gedanken, dass ich jetzt doch mal eben eben zu Fuß dort hin gehen könnte. Ein Blick auf Googlemaps verriet mir, dass der Fußweg rund sieben Kilometer lang sein würde. Klasse, für einen Wanderer ist das nämlich nichts. Ich bin ja erst vor einigen Wochen an einem verlängertem Wochenende 80 Kilometer durch den Harz gewandert. Da schrecken sieben Kilometer nicht ab. Gut, die Steeler Straße in Essen ist ganz sicher nicht mit dem Harzer Hexenstieg zu vergleichen, aber warum nicht?

Pyramiden in Essen

Pyramiden in Essen

Ich will nicht so sehr ins Detail gehen, aber ich startete den Spaziergang am Schwanenbusch. so wird die Kreuzung Huttropstraße und Steeler Straße genannt. Letzterer folgte ich dann westwärts, bis ich nach gut 20 Minuten an der Alten Synagoge stand. Dort beginnt das eigentliche Zentrum mit seinen zahlreichen Geschäften. Ich bin noch kurz zur Mayerschen rein, weil ich mir dort schon seit längerer Zeit zwei Bücher kaufen wollte. Danach ging es durch die Fußgängerzone bis zum Limbecker Platz, einem modernen Einkaufszentrum. Da ich eine Micro-SD-Speicherkarte benötigte, hielt ich noch schnell bei Saturn an, kaufte sie mir und ging weiter.

Ein echter Wanderweg durchs Grün

Ein echter Wanderweg durchs Grün

An dieser Stelle hatte ich die Hälfte meines Weges bereits hinter mich gebracht. Und da ich öfter mal zu Fuß bis hierhin und zurück gehe, war es für mich keine Anstrengung den zweiten Teil der kleinen Wanderung durchzuführen. Es war lediglich optisch neu, denn in diese Richtung gehe ich halt seltener.

Google Maps

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An der Arbeitsagentur vorbei erreichte ich das relativ neue Quartier der Thyssen-Hauptverwaltung mit ihrem futuristischen Bürogebäude. Gleich dahinter folgt der neu angelegte Krupp-Park inklusive Trimm-Dich-Elementen, gepflegten Wiesen und einem See, auf dem Modellbauer ihre Boote kurven lassen. Hier hat man sich in den letzten Jahren wirklich viel Mühe gegeben, ein altes Brachland neu und vor allem ansprechend zu gestalten. Gleich daneben verläuft der neue und breite Radweg auf der einstigen Trasse der Rheinischen Bahn. Kurz nach der Einweihung des Radwegs war ich bereits beim Bahntrassenradeln auch hier unterwegs und hatte die Strecke für sehr gut befunden. Nun war ich aber ohne Rad und folgte der Trasse bis zum ebenfalls noch sehr jungen Niederfeldsee, wo ich die erstaunliche Ruhe genoss. Immerhin war ich in einer verkehrsreichen Region in einer der größten Metropolen Europas unterwegs und dennoch konnte ich mich über das Krähen eines Hahns in einer nahe gelegenen Kleingartenanlage genauso freuen wie über ein Eichhörnchen, das mir über den Weg lief. Es folgte der Borbecker Mühlenbach als letztes grünes Kleinod auf meiner Wanderung, bis ich den Stadtteil Bochold erreichte, wo im Gewerbegebiet Wolfsbankring mein Spaziergang endete.

Trimm-Dich-Geräte

Trimm-Dich-Geräte

Exakt acht Kilometer wurden es dann, für die ich gerade einmal 1 Stunde und 35 Minuten benötigte. 15 Minuten gingen aber insgesamt schon für die beiden Stopps in den Geschäften drauf, bei denen ich gleichzeitig etwas erledigen konnte, was ich sowieso getan hätte.

Kleiner See im Krupp-Park

Kleiner See im Krupp-Park

Auf dieser kleinen Wanderung habe ich also nicht nur neue Seiten in meiner Stadt kennen gelernt, sondern auch gleich etwas für mein Wohlbefinden getan. Aber das wusste ich ja vorher, denn ich bin ja oft und gerne zu Fuß unterwegs.

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