Beilstein ist ein malerischer Moselort

Der Rundwanderweg Moselkrampen

Das romantische Beilstein lassen wir zunächst hinter uns, bevor wir uns an Bord einer Seilfähre auf den Weg machen, den Klettersteig Moselkrampen kennen zu lernen, der auch für Einsteiger gut geeignet ist. Tolle Ausblicke auf Bruttig-Fankel machen Appetit auf mehr. Ebenfalls werden wir diesen hübschen Moselort mit seinen Schwebegiebelhäusern besuchen. Auch auf dem Rückweg wandern wir auf einem schmalen Pfad oberhalb der Mosel. Dabei genießen wir das prächtige Panorama, bevor wir in den verwinkelten Gassen des kleinen Städtchens Beilstein unsere Tour beschließen.

Der folgende Text stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer „Wanderungen an der Mittelmosel“. Daher können die Angaben veraltet sein.

Ausblick vom Moselkrampen

Ausblick vom Moselkrampen

Wir beginnen unsere Wanderung auf dem Moselkrampen an der Anlegestelle der Moselfähre. Eine Seilfähre bringt uns von Beilstein nach Ellenz und bietet uns einen schönen Blick auf das romantische Beilstein zurück.

Als Dornröschen der Mosel wird Beilstein gerne bezeichnet. Der kleine Marktplatz, umgeben von gepflegten Fachwerkhäusern, befindet sich unterhalb der mächtigen Burgruine Metternich. Im 13. Jahrhundert wurde sie erstmalig erwähnt und gelangte 1637 in den Besitz des Adelsgeschlechts Metternich. Rund 50 Jahre später wurde sie im Pfälzer Erbfolgekrieg zerstört und nicht mehr aufgebaut. Schließlich ist sie als Ruine mit ihrem 25 Meter hohen Bergfried imposant und prägend für das Bild von Beilstein. Nicht minder sehenswert ist die barocke Klosterkirche St. Joseph. Sie beherbergt die „Wunderbare Schwarze Madonna“, eine Statue spanischen Ursprungs aus dem 12. Jahrhundert. Folglich wundert es beim Anblick des pittoresken Ortes nicht, dass er Kulisse für mehrere Heimatfilme war. Zum Beispiel mit Curd Jürgens und Heinz Rühmann.

Nach nur drei Minuten Schifffahrt legen wir am gegenüberliegenden Ufer an. Zunächst gehen wir langsam zur Bundesstraße 49 hinauf. Schon nach wenigen Metern überqueren wir die Straße und wandern auf dem Fußweg zwischen Weinbergen aufwärts. An der ersten Kreuzung biegen wir nach rechts ab und genießen die Ausblicke auf das Städtchen Beilstein mit der imposanten Burg Metternich. Es dauert nicht lange, bis wir die ersten Häuser von Ellenz erreichen. Nach der mächtigen Kirche von Ellenz, führt uns die Hauptstraße vorbei an einem leise plätschernden Brunnen und den schönen Fachwerkhäusern, an denen Hinweisschilder ihre Geschichte erläutern.

Aussichtsplatz mit Moselblick

Aussichtsplatz mit Moselblick

Wandertour auf dem Rundwanderweg Moselkrampen

Am Ende der Hauptstraße wenden wir uns nach links und biegen nach einem kurzen Aufstieg an einem Birnbaum nach rechts ab. Mit den letzten Häusern von Ellenz verlassen wir auch den asphaltierten Weg und wandern in einen kühlen Wald hinein. Wir folgen dem Hinweisschild Klettersteig Moselkrampen. Zunächst steigt unser Weg sanft an. Dabei wird er deutlich schmaler und führt uns nach kurzer Zeit in ein schmales Tal hinunter. Wir überqueren ein Rinnsal und wandern in Serpentinen wieder steil hinauf.

Weinbergpfirsiche begleiten unseren Aufstieg, und oben werden wir mit einer tollen Aussicht auf die Moselstaustufe aus dem Jahr 1965 und auf Bruttig-Fankel am andern Moselufer belohnt. Einerseits folgen wir dem ausgetretenen Pfad wieder in den Wald und genießen die Wanderung unter dem dichten Blattwerk. Andererseits lädt uns immer wieder die schöne Aussicht am Wegesrand des Moselkrampen zu einer Rast ein.

Beilstein ist ein malerischer Moselort

Beilstein ist ein malerischer Moselort

Nach einem metallenen Tor bringt uns ein breiter Landwirtschaftsweg durch die Bruttiger Weinlage Götterlay. Hierdurch folgen wir dem Schotterweg durch eine Linkskurve und stoßen auf ein asphaltiertes Sträßchen, das uns nach rechts deutlich bergab führt. In diesen Lagen wird der Elbing angepflanzt. Informationstafeln bringen uns Wissenwertes über diese älteste Rebsorte an der Mosel näher. An der dritten Kreuzung – deutlich sind schon die ersten Häuser des Moselortes Ernst vor uns zu sehen – wenden wir uns nach rechts, wandern an einem Hof vorbei und erreichen nach einer weiten Rechtskurve eine Landstraße, der wir nach rechts folgen. Unterwegs werden wir vom Geräusch des Straßenverkehrs begleitet. Wenig später schauen wir von der Moselbrücke auf den sanft dahinziehenden Fluss hinab, der diese steil aufragenden Moselberge geschaffen hat.

Besuch in Bruttig-Fankel

Am Ende der Brücke wenden wir uns nach rechts. Wir folgen der Straße jedoch nicht bis zum Moselufer hinab, sondern gehen in einer Rechtskurve geradeaus in die Hauptstraße. Zu unserer Linken erhebt sich eine hohe steinerne Wand. Sie ist Teil der einstmals geplanten Kanonenbahn und begleitet uns bis zur Mühlenbachstraße, der wir nach rechts folgen. In die Straße Am Moselufer schwenken wir nach links und flanieren über die Moselpromenade von Bruttig-Fankel, welches uns mit seiner vielfältigen Gastronomie wie dem Weinlokal Alte Winzerschenke oder dem Gasthaus Zum Moselhut zu einer Pause einlädt.

Fähre über die Mosel

Fähre über die Mosel

Schon zu Zeiten der Kelten war das heutige Stadtgebiet von Bruttig-Fankel bewohnt. Erstmalige Erwähnung als Pruteca im Mayengau erlangte die Ortschaft im Sommer des Jahres 898 in einer Schenkungsurkunde. Heute präsentiert sich der hübsche Ort mit sehenswerten, historischen Bauten, wie zum Beispiel dem Christophorushaus oder den alten Rathäusern der Doppelgemeinde, sowie dem ältesten zusammenhängenden Fachwerkensemble im gesamten Moselraum. Viele der Häuser sind mit einem Schwebegiebel konstruiert, einer architektonischen Bauform, die überwiegend im Mittelalter in Fachwerkhäusern angewandt wurde.

Entlang der historischen Häuser wandern wir bis zu einem Campingplatz und wir biegen dann nach links in die Straße Fausenburg ein. Ein liebevoll erstelltes Fausenburgmodell im Vorgarten zu unserer Rechten vermittelt einen ungefähren Eindruck der mittelalterlichen dreiflügelige Hofanlage. Von ihr sind heute nur noch die Fundamente erhalten.

Wanderung mit Seilsicherung

Wir setzen unsere Wanderung fort, unterqueren die Kanonenbahn und wenden uns am Ende der Straße nach rechts. An hübschen Wohnhäusern mit ihren gepflegten Gärten spazieren wir vorbei und queren eine Landstraße. Wir bleiben geradeaus und erreichen über die Schulstraße den malerischen Rathausplatz.

Staustufe an der Mosel

Staustufe an der Mosel

Dabei wenden wir uns nach links und folgen der kopfsteingepflasterten Rathausstraße an weiteren geschichtsträchtigen Häusern vorbei und biegen am alten Spritzenhaus links in einen asphaltierten Landwirtschaftsweg ab. Er führt uns zwischen den Weinbergen, die Lust auf ein späteres Glas Wein machen, bergauf. Wir folgen der guten Beschilderung des mittlerweile schotterigen Moselkrampen-Wegs, der uns an mehreren Aussichtspunkte zu einer kleinen Rast verführt. An einer T-Kreuzung wenden wir uns nach rechts und werden wieder auf den Klettersteig hingewiesen. Ein schmaler Pfad führt uns entlang einer Trockenmauer, durch ein Metalltor und in einen Niederwald, den Höllenkaul. Beispielsweise über steinerne Stufen und an einem Metallgeländer entlang wandern wir zwischen Rebstöcken an spektakulären Felsformationen vorbei.

Seilsicherungen unterstützen uns ein kurzes Stück des Wegs, und am Ende des Klettersteigs erwartet uns ein schöner Blick auf das romantische Beilstein und die Burg Metternich.
Eine weite S-Kurve bringt uns hinab ins Tal, und wir biegen an einer T-Kreuzung scharf rechts ab. Schon bald queren wir eine Landstraße und folgen geradeaus der Klosterstraße zum Kloster. Treppen bringen uns in das malerische Städtchen, wo wir uns in einem der Gasthäuser wie dem Klosterrestaurant, dem Wirtshaus Alte Stadtmauer oder dem Café Klapperburg niederlassen und das verdiente Glas Wein genießen.

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