Emerald Lake bei Carcross

Beschreibung des Klondike Highway

Ich habe ein wenig darüber nachgedacht, ob ich den Klondike Highway nur in einem einzigen Blog-Beitrag beschreibe oder ob ich ihn aufteile. Denn der Klondike Highway besteht eigentlich aus einem nördlichen und einem südlichen Abschnitt. Doch zusammen kommen wir auf gerade einmal knapp 440 Meilen, also auf etwas mehr als 700 Kilometer.

Daher habe ich mich dazu entschlossen, den Klondike Highway komplett in diesem einen Beitrag zu beschreiben. Befahren habe ich ihn komplett, streng genommen sogar zwei Mal. Denn zunächst fuhr ich von der Hauptstadt des Yukon, Whitehorse nach Norden bis Dawson City. Von dort reiste ich zurück und befuhr schließlich auch den südlichen Abschnitt zwischen Whitehorse und Skagway in Alaska hin und zurück.

Alaska im Nebel

Alaska im Nebel

Ich will die Straße der Einfachheit halber von Skagway in Alaska nordwärts nach Dawson City beschreiben. Diese Fahrtrichtung entspricht auch der Route, die im 19. Jahrhundert die Goldgräber unternahmen, um vom Hafen in Skagway zu den Goldminen am Klondike zu gelangen. Den Fluss Klondike selber werden wir dabei erst ganz zum Schluss kennenlernen.

Alaska ohne Nebel

Alaska ohne Nebel

Auf US-amerikanischer Seite ist der Klondike Highway als Highway 98 ausgeschildert. In Kanada trägt er die Bezeichnung Highway 2.

Kilometer 0 – Skagway (GPS: 59.454798, -135.319274)

Also, los geht es und zwar in Alaska. Das kleine Örtchen Skagway liegt am Ende eines Fjords und ist der Ausgangspunkt für den Klondike Highway. Einen Nullkilometer sucht man jedoch vergeblich. Da wir dort in der örtlichen Tourist Information aber fragten, ob es so etwas geben würde, kann es durchaus sein, dass wir dort jemanden auf die Idee brachten. Vielleicht wird ja so etwas mal aufgestellt. Am Ausgangspunkt vom Alaska Highway in Dawson Creek (nicht mit Dawson City verwechseln) befindet sich ja ein Nullpunkt.

Skagway hat uns mit seinen Holzhäusern und auch den aus Holzbohlen bestehenden Bürgersteigen sehr gut gefallen. Der Ort ist Anlaufpunkt zahlreicher Kreuzfahrtschiffe, deswegen muss man mit zahlreichen anderen Touristen rechnen. Das hat aber wiederum den Vorteil, dass eine entsprechende Infrastruktur an Souvenirläden und Restaurants besteht.

Skagway in Alaska

Skagway in Alaska

Zu sehen gibt es neben der eigentlichen Stadt, die für sich alleine schon eine Sehenswürdigkeit ist, noch den Friedhof der Goldsucher. Hier findet man zahlreiche Gräber aus dem 19. Jahrhundert. Meistens liegen hier Goldgräber oder solche, die es werden wollten, begraben.

Mit dem Friedhof der Goldsucher ist man auch schon direkt am nördlichen Ortsausgang angekommen. Da kann man ja auch gleich mal in das 700 Kilometer entfernte Dawson City weiter fahren.

Ein Squirrel schaut um die Ecke

Ein Squirrel schaut um die Ecke

Einreise nach Kanada

Kilometer 23 – White Pass bzw. Grenze nach Kanada (GPS: 59.628941, -135.164729)

Über den White Pass mussten die Goldsucher auf dem Weg nach Norden. Da führte kein Weg dran vorbei. Heute überquert man den Pass sehr einfach mit dem Auto oder man benutzt die Eisenbahn. Die Bahngesellschaft White Pass & Yukon Railway fährt regelmäßig über den Pass und verbindet die Städte Skagway und Whitehorse. Hierzu fehlen mir aktuell noch die Erfahrungen, da wir mit dem Mietwagen durch den Yukon reisten.

Grenze zwischen USA und Kanada

Grenze zwischen USA und Kanada

Aber im Yukon sind wir noch gar nicht. Denn der White Pass ist zwar gleichzeitig der Grenzübergang von der USA nach Kanada, doch man ist zunächst in der kanadischen Provinz British Columbia unterwegs.

Wildtiere gibt es auf dem gesamten Highway

Wildtiere gibt es auf dem gesamten Highway

Die Grenzstationen der beiden Staaten befinden sich jedoch nicht direkt auf dem Pass, sondern jeweils davor bzw. dahinter. Und zwar ist das eine ziemliche Entfernung. Der US-amerikanische Grenzposten befindet sich knapp 13 Kilometer vor der Passüberquerung, also gerade einmal knapp zehn Kilometer hinter Skagway und damit sogar näher an der Ortschaft als an der eigentlichen Grenze.

Auch an der Grenze

Auch an der Grenze

Die kanadische Grenzkontrolle findet 12 Kilometer hinter dem Pass statt. Somit sind beide Grenzstationen immerhin 25 Kilometer voneinander entfernt. Den Reisepass benötigt man jedoch trotzdem nur ein einziges Mal und zwar natürlich bei der Einreise. Bei beiden Ausreisen, zunächst in die USA und später nach Kanada, konnten wir völlig unbehelligt an der Grenzstation vorbeifahren.

Kilometer 78 – Grenze zum Yukon (GPS: 60.000173, -134.663369)

Nachdem man einige Zeit am Ufer des Tutshi Lakes entlang gefahren ist, erreicht man das kanadische Territorium Yukon. An einem kleinen Parkplatz auf der rechten Seite steht entsprechend auch das große Holzschild „Yukon – Larger than Life“.

Grenze zwischen Yukon und British Columbia

Grenze zwischen Yukon und British Columbia

Kilometer 93 – Aussicht (GPS: 60.113668, -134.557684)

Auch hier sollte man kurz anhalten. Es gibt einen kleinen Parkplatz am Straßenrand, von dem aus man einen tollen Blick auf das weit verzweigte Seensystem genießen kann. Inmitten des weiter unten liegenden Sees befindet sich auch noch Bove Island. Sehr schön und einfach sehenswert.

Bove Island

Bove Island

Die kleinste Düne der Welt

Kilometer 105 – Carcross (GPS: 60.169923, -134.704834)

Mit Carcoss erreicht man die erste kleine Ortschaft nach Skagway, die man auch als solche bezeichnen kann. Aber klein, sehr klein ist sie trotzdem. Carcross ist jedoch auch ein wichtiger Abzweig. Denn hier kann man auf die Tagish Road (auch Highway 8) in östliche Richtung abbiegen und später den Alaska Highway erreichen.

Roadtrip auf dem Klondike Highway

Roadtrip auf dem Klondike Highway

Doch auf der weiteren Strecke nach Norden werden wir mit dem Klondike Highway auf den Alaska Highway stoßen. Nur ein paar hundert Meter hinter dem Abzweig nach rechts lohnt sich auf jeden Fall ein Stopp an der sogenannten kleinsten Wüste der Welt.

Die Wüste von Carcross

Die Wüste von Carcross

Carcross Desert ist eine riesige Sanddüne inmitten der kanadischen Bergkulisse. Einfach nur schön und auf jeden Fall einen Halt wert.

Kilometer 116 – Emerald Lake (GPS: 60.264502, -134.747429)

Man kommt aus den Zwischenstopps nicht mehr raus. Auch der Ausblick auf das smaragdgrüne Wasser des Emerald Lakes ist natürlich traumhaft schön.

Emerald Lake bei Carcross

Emerald Lake bei Carcross

Kilometer 156 – Alaska Highway (GPS: 60.599468, -134.877914)

Nun ist es soweit, der südliche Teil des Klondike Highways liegt hinter uns. Man trifft auf den Alaska Highway, der nach rechts in Richtung Watson Lake führt und nach links bis in die Hauptstadt des Yukon – nach Whitehorse.

Willkommen auf dem South Klondike Highway

Willkommen auf dem South Klondike Highway

Whitehorse und der weitere Weg nach Norden

Kilometer 168 – Whitehorse (GPS: 60.659075, -135.039336)

Das ist nicht der offizielle Abzweig in die Stadt Whitehorse, aber er lohnt sich. Über die Miles Canyon Road gelangt man zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen schönen Ausblick auf den gleichnamigen Canyon und auf den Fluss Yukon hat. Die Schlucht befindet sich am Südrand der Stadt, die aber von hier aus nur stellenweise zu sehen ist.

Die SS Klondike in Whitehorse

Die SS Klondike in Whitehorse

Wenn man der Miles Canyon Road folgt, gelangt man automatisch in das Zentrum von Whitehorse und zur dortigen Sehenswürdigkeit, dem Schaufelraddampfer SS Klondike. Alternativ bleibt man auf dem Klondike Highway, der im Bereich der Hauptstadt mit dem Alaska Highway identisch ist.

Hotel in Whitehorse

Hotel in Whitehorse

In Whitehorse mangelt es einem an nichts. Es gibt Tankstellen, Supermärkte (sogar einen großen Walmart) und Hotels. Vorteilhaft ist eine vorherige Reservierung, weil es eben die größte Stadt im sehr weiten Umkreis ist, genauer gesagt, die größte Stadt im gesamten Yukon.

Kilometer 188 – Klondike Highway Nord (GPS: 60.810385, -135.204976)

Nördlich von Whitehorse trennt sich der Alaska Highway wieder vom Klondike Highway. Man biegt scharf nach rechts ab und man ist jetzt auf dem nördlichen Teil des Klondike Highway so richtig auf dem Weg nach Dawson City. Nachdem man die letzten versprenkelten Häuser hinter sich gelassen hat, folgt ein sehr langes gerade Stück Straße.

See im Yukon

See im Yukon

Neben der Straße sind Schilder mit Kilometerangaben aufgestellt. Hier kann man seinen Tacho auf seine Richtigkeit prüfen. Nett. Von nun an wird es deutlich einsamer. Häuser gibt es keine mehr und man ist ausschließlich von Natur umgeben.

Aber es wird eigentlich nie so einsam, dass man komplett alleine unterwegs ist. Irgendein Auto kommt einem immer mal alle paar Minuten entgegen oder man wird irgendwann mal von einem anderen Auto überholt. Möglicherweise überholt man selber mal einen langsameren Verkehrsteilnehmer. Wir hatten also nie das Gefühl, alleine auf der Welt zu sein. Aber es war auf jeden Fall trotzdem sehr leer.

Landschaftlich gibt es auch immer etwas zu sehen. Zahlreiche Seen befinden sich rechts und links des Weges, oftmals auch mit Anhaltemöglichkeiten. Mal direkt an der Straße, mal mit etwas Entfernung.

Kleine Ortschaft am Wegesrand

Kilometer 352 – Carmacks (GPS: 62.089342, -136.280452)

Damit macht man dann auch direkt einen deutlichen Sprung mit den Kilometern. Carmacks ist eine kleine Siedlung am Ufer des Yukon River. Diesen überquert man hier zum ersten Mal auf dem Klondike Highway. In Carmacks gibt es das so ziemlich einzige Hotel zwischen Whitehorse und Dawson City. Wir hatten es nicht genutzt, weil wir in Whitehorse übernachteten und die Hauptstadt des Yukon eigentlich nicht weit entfernt ist – für kanadische Verhältnisse.

Yukon River

Yukon River

Außerdem gibt es in Carmacks eine Tankstelle und ein Restaurant. Und wenn man den Yukon überquert hat, wird man wenig später auf der rechten Seite noch einen sehr einfachen kleinen Campingplatz sehen.

Kilometer 375 – Five Finger Rapids (GPS: 62.273053, -136.342575)

Die Fahrt verläuft nun lange Zeit fast ausschließlich am Yukon River entlang. Man sieht ihn natürlich nicht immer. Aber hin und wieder gibt es eben auch Aussichtspunkte und Möglichkeiten zum Anhalten. Der bekannteste Punkt ist der Parkplatz an den Five Finger Rapids.

Five Finger Rapids

Five Finger Rapids

Hierbei handelt es sich um größere Felsen bzw. kleinere Inseln, die wie Finger im Fluss Yukon aneinandergereiht sind. Über eine Holztreppe kann man hinab in das Tal steigen und anschließend durch den Wald bis zum Ufer gehen. Wir hatten zwar den Ansatz gestartet und waren auch schon unten im Wald. Doch dann überkamen uns im dichten Dickicht Bedenken, was wir denn tun würden, wenn uns nun ein Schwarzbär über den Weg laufen würde.

Treppe hinab zu den Five Finger Rapids

Treppe hinab zu den Five Finger Rapids

Immerhin hatten wir auf dem Alaska Highway schon jede Menge Bären gesehen und so abwegig war der Gedanke daher nicht. Und da wir so ziemlich alleine und ohne Bärenschutz unterwegs waren, zogen wir es vor, den Rückweg anzutreten. Uns reichte eigentlich der Anblick der Felsen aus der Ferne bzw. von oben.

Gemütliche Fahrt auf dem Klondike Highway

Kilometer 423 – Minto Resort (GPS: 62.583292, -136.836388)

Auf der linken Seite befindet sich ein Abzweig zu diesem Campingplatz. Hier fehlen mir aber die Erfahrungen, denn auch diesen mussten wir nicht nutzen. Gleich darauf verlässt man den Yukon River vorläufig.

Baustelle auf dem Klondike Highway

Baustelle auf dem Klondike Highway

Kilometer 457 – Pelly Crossing (GPS: 62.825226, -136.579167)

Wie es der Name schon andeutet, überquert man hier den Pelly River. Die dazugehörige Ortschaft befindet sich in einer Flussschleife. Es gibt eine Tankstelle und ein paar Wohnhäuser, aber keinen Anlass, länger zu bleiben. Vielmehr sollte man lieber den Fluss überqueren und direkt hinter der gleich folgenden Kurve auf dem Parkplatz anhalten. Denn dieser liegt deutlich erhöht und bietet einen tollen Ausblick auf den Fluss, die Ortschaft und auf die Weite Yukons.

Blick auf Pelly Crossing

Blick auf Pelly Crossing

In unserem Fall hatten wir wenige Kilometer hinter Pelly Crossing die ersten dicken Rauchwolken in der Ferne gesehen. Einige Teile des Yukons fielen den Waldbränden zum Opfer. Von nun hatten wir rauchigen Geschmack auf der Zunge und eine etwas verqualmte Sicht.

Abzweig zu einem weiteren interessanten Zwischenziel

Kilometer 528 – Stewart Crossing (GPS: 63.382213, -136.681410)

Wieder überquert man einen Fluss und zwar dieses Mal den Stewart River. Stewart Crossing ist noch kleiner als Pelly Crossing. Eigentlich besteht dieser Weiler nur aus einer Tankstelle und überraschenderweise aus einem Informationshäuschen.

In dem kleinen Holzhaus erfährt man so einiges über die Geschichte der Region und über den Bau der Straßen im Yukon. Ein wichtiges Thema ist hierbei der Silver Trail, der ostwärts nach Mayo abzweigt. Die Straße nach Mayo ist noch asphaltiert, aber danach geht es dann auf Schotter weiter bis Keno City. Dieses sehr kleine Dorf ist Ausgangspunkt für eine weitere Fahrt hinauf auf den Keno Hill.

Wohnmobil auf dem Klondike Highway

Wohnmobil auf dem Klondike Highway

Doch die Fahrt nach Mayo bzw. Keno City ist nur ein Abstecher. Wer dort hin fährt, verlässt den Klondike Highway, denn dieser verläuft nach Überquerung des Stewart River nach links.

Kilometer 552 – Moose Creek Lodge (GPS: 63.506238, -137.016971)

Nach kurzer Fahrt hinter Stewart Crossing kann man hier in einer abseits gelegenen Lodge übernachten.

Rauch von den Waldbränden

Rauch von den Waldbränden

Kilometer 658 – Klondike River (GPS: 63.945579, -138.635532)

Da ist er endlich, der namensgebende Fluss, an dem schon ein gewisser Dagobert Duck sein erstes Gold gefunden hat. Auf der rechten Seite fließt nun der Klondike River direkt neben der Straße.

Mündung des Klondike in den Yukon

Mündung des Klondike in den Yukon

Endspurt nach Dawson City

Kilometer 667 – Dempster Highway (GPS: 63.990532, -138.751350)

Ein weiterer spannender Highway, der noch auf meiner To-Do-Liste steht, ist der Dempster Highway. Dieser ist noch einmal eine besondere Herausforderung. Als Schotterpiste verläuft er über weitere 700 Kilometer bis Inuvik. Von dort kann man seit 2017 ganzjährig bis Tuktoyaktuk fahren. Das wären dann nochmal weitere 140 Kilometer. Zwischendurch überquert man mit einer Fähre den breiten Mackenzie River.

Ausgangspunkt vom Dempster Highway

Ausgangspunkt vom Dempster Highway

Abzweig nach Inuvik am Dempster Highway

Abzweig nach Inuvik am Dempster Highway

Kilometer 694 – Dawson City (GPS: 64.032896, -139.208121)

Im Vergleich zum Dempster Highway ist der Rest nur noch ein Kinderspiel. An Kilometer 694 steht man vor dem Ortseingangsschild von Dawson City. Kurz zuvor passierte man schon den Flughafen der Stadt und einen der hiesigen Campingplätze.

Ortseingang von Dawson City

Ortseingang von Dawson City

Kilometer 707 – Top of the World Highway (GPS: 64.068182, -139.428076)

In Dawson City endet der Klondike Highway. Man fährt noch durch den Ort und passiert dabei die Mündung des Klondike in den Yukon. Kurz darauf trifft man auf den Schaufelraddampfer SS Keno und schon steht man an der Fähre über den Yukon River. Auf der anderen Flussseite geht es dann mit dem Top of the World Highway weiter.

Fähre über den Yukon River

Fähre über den Yukon River

Beginn des Top of the World Highways

Beginn des Top of the World Highways

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