2001 – Tagesausflug nach Paris

(Die Bilder sind leider sehr klein eingescannt.)

Paris, Stadt der Liebe. Ich entschloss mich mit meiner damaligen Freundin noch einmal eine kleine Tour zu machen, bevor wir nach der ersten großen Radtour durch Europa wieder mit der Arbeit beginnen. So fuhren wir frühmorgens um fünf los, um Bianca Paris ein wenig zu zeigen. Sie kannte es bisher nur aus Reiseführern.

Nach knapp fünf Stunden Fahrt und 70 Franc Mautgebühr weniger erreichten wir die Metropole. Wie in jeder Stadt versucht man natürlich erst mal zum Zentrum zu kommen. Und das bedeutet, durch weniger schöne Vororte und dichtem Verkehr. Der Verkehr in Paris ist eigentlich gar nicht so schlimm, wie allgemein angenommen. Ist zumindest meine Meinung. Man darf sich nur nicht wundern und sollte sich am besten anpassen. Anpassen bedeutet, nicht unbedingt immer nur nach hinten Ausschau halten, ob die Spur frei ist, wenn denn eine vorhanden ist, sondern lieber darauf achten, was der Vordermann macht und dem am besten hinterher fahren. Die hinter einem sehen einen schon. Wir hatten nach kurzer Zeit sogar so die Ruhe weg, dass wir einfach mitten auf dem Place de la Bastille stehenblieben und ein Foto schossen. Allerdings hat es auch keinen gestört, dass wir mitten im Weg standen. Zumindest hat es keiner in Form von Schimpfworten oder Hupen ausgedrückt.

 

Parken in Paris

Nun, wir steuerten eigentlich direkt auf die Champs Elysee zu, weil ich aus früheren Parisreisen wusste, dass dort eine ziemlich saubere und für den Standort eine relativ preisgünstige Tiefgarage unter dem Boulevard verläuft. So weit, so gut. Der Wagen parkte und wir standen nun zwischen Millionen Menschen auf der teuersten Straße Frankreichs, wenn nicht sogar Europas.

 

Unser erster Weg ging, wie es sich für anständige Deutsche gehört, zu McDonalds. Frühstücken war angesagt. Dabei wunderten wir uns, warum diese Filiale zwei Etagen hat und eigentlich so groß ist. Wir saßen fast alleine in der oberen Etage (während sich unten alles drängelte) und bestaunten durch die Fensterfront das rege Treiben draußen. Wer sich jetzt wundert, weil er auch schon mal bei McDonalds auf der Champs-Elysee Eiffelturmwar und seines eigentlich nur in den Keller führt. Ja, auch das gibt es. Ca. 100 Meter weiter Richtung Osten. Gestärkt begaben wir uns nun auf den Weg wenigstens die wesentlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu bestaunen.

Als erstes steht direkt vor unseren Füßen der Triumphbogen, zu erreichen über Tunnelgewölbe. Leider auch hier die schlechte deutsche Vergangenheit. Eingemeißelt in die Wände Namen von europäischen Städten, in denen zu Zeiten der Weltkriege Schlachten stattfanden sowie Gedenksteine direkt unter dem Bogen.

Was uns schon auf Weg nach Paris klar war, wir werden nicht stundenlang vor den Sehenswürdigkeiten stehen und darauf warten, dass wir irgendwo gegen viel Geld rein- oder raufdürfen. So auch hier nicht. Wir sparten uns die 14,00 DM pro Person, nur um einmal von oben die Sicht genießen zu dürfen. Dafür stapften wir fleißig die gesamte Champs-Elysee runter bis zum Place de la Concorde. Irgendwo habe ich mal gehört, dies sei der größte innerstädtische Platz in Europa? Keine Ahnung, aber kann schon sein. Ganz nett der Obelisk, der von Ägypten hierher gebracht wurde. Auch die Sicht von diesem Punkt aus bis zum ca. 3 km entfernten Triumphbogen hat was.

 

Besuch bei der Mona Lisa

Nun standen wir aber auch gleichzeitig vor dem Garten des Louvre, dem Aufenthaltsort der Mona Lisa. Wahrscheinlich muß man schon nur für die Besichtigung dieses gigantischen Museums einen ganzen Tag einplanen. Wobei ich mich frage, ob die 200 m lange Menschenschlange vor dem Ticketverkauf anschließend gleich auch nur vor Mona Lisa steht oder sich im Gebäude verteilt? Im Übrigen, von früher weiß ich, dass die Frau mit dem Lächeln hinter dickem Glas hängt und von einer Menschentraube umgeben ist. Wer wirklich nur sie sehen will, wird womöglich sehr enttäuscht sein. Im Park vor dem Louvre versuchten dunkelhäutige Unterschriften zu sammeln um gegen das Sterben in Afrika zu demonstrieren. Was sie mit den Unterschriften allerdings bezwecken wollten ist es uns nicht ganz klar geworden. Leider fielen auch hier wieder Deutsche, zumindest in unseren Ohren, unangenehm auf, denn in tiefstem sächsischem Dialekt schallte lachend eine männliche Stimme zu uns herüber: „Ich bin doch froh, wenn die alle abkratzen.“ Leider konnten wir in dem Menschengewusel nicht ausmachen, wer das war, sonst hätte er das Passende zu hören bekommen.

Unser nächster Anlaufpunkt war natürlich die Sehenswürdigkeit überhaupt: Der Eiffelturm. Auf dem Weg dorthin überquerten wir aber erst die Seine und spazierten am Invalidendom vorbei. Witzigerweise haben wir vom Louvre bzw. vom Place de la Concorde aus den Eiffelturm das letzte Mal gesehen und wussten nur ungefähr die Richtung. In den Häuserzeilen südlich der SeinNotre Damee, war er absolut nicht mehr zu sehen. Und auf einmal, als wir um die Ecke kommen, da steht er imposant vor uns. Und natürlich auch hier Menschenmassen an den Aufzügen. Allerdings nur an den Aufzügen. Die Treppen war leer. Wir entschlossen uns auch hier nicht rauf zu gehen. Das lag aber hier auch daran, dass ich Aufzüge nicht betrete und die Treppen nur bis zur zweiten Etage reichen. Wenn man noch höher möchte, geht das nicht mehr mit Muskelkraft. So beobachteten wir auch hier das rege Treiben, wie asiatisch aussehende Menschen versuchten, den Touristen Eiffeltürme in allen Formen, Farben und Größen als Schlüsselanhänger oder Vitrinenzierde anzubieten. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass sich an all diesen Orten eigentlich immer Straßenverkäufer aufhalten und einem versuchen, alles Mögliche anzubieten. So machte ein junger Mann vor dem Louvre auf kumpelhaft und sprach uns in vier Sprachen an, bis er merkte, dass wir Deutsche sin. Daraufhin sprach er sogar gebrochen Deutsch mit uns und wollte ein Porträt von uns mal. Aber trotz seines ganzen Geschicks und seiner Sprachgewandheit konnte er bei uns nicht landen.

Vom Eiffelturm aus spazierten wir wieder gemütlich in Richtung Triumphbogen um dort unseren Kreis zu schließen. Wir besuchten auf eine Cola nochmals das McDonalds von morgens und wussten auch nun, warum es so groß ist. Es war proppevoll. Auch in der oberen Etage. Wir nahmen uns vor, am heutigen Tag wenigstens noch mal zur Notre Dame zu fahren und dann zum Schluß die Aussicht über Paris vom Montmartre zu genießen.

 

Pariser Sehenswürdigkeiten im Schnelldurchlauf

Am Montmartre, zugegebenermaßen war es nicht einfach einen Parkplatz zu bekommen. Also schwupp- schnell ins Parkhaus und dann ab auf den Vorplatz. Links vor der weltberühmten Kirche war mal wieder eine riesige Schlange. Wobei wir vorhatten, doch wenigstens dieses Bauwerk von innen zu besichtigen. Aber dann stellte sich heraus, diese Menschen standen gar nicht vor Notre Dame an, sonder warteten auf den Bus mit den Stadtführungen. Der Eingang in die Kirche war leer und – man höre und staune – kostenlos.

Ja, und dann wollte ich Bianca die Aussicht von der Sacre Coeur zeigen. Sie wusste nicht, was sie dort erwartete. Noch eine Kirche, ein Hügelchen und ein kurzer Blick über Paris? Aber als wir nach einigen kurzen Irrwegen dorthin fanden, war sie doch beeindruckt. Wir beschlossen, beim nächsten Parisbesuch, der auf jeden Fall mal wieder kommen wird, uns abends bei Sonnenuntergang auf die Stufen vor Sacre Coeur zu setzen und diese herrliche Aussicht zu genießen. Wie gesagt, an Landschaft kann ich mich nicht satt sehen. Und auch dieses kann man als Landschaft bezeichnen.

 

Per Anhalter nach Paris

Doch so langsam wurde es auch Zeit wieder abzureisen. Es gibt natürlich in Paris sehr viel mehr zu sehen, als nur diese bekannten Sachen. Das ist uns selbstverständlich klar, aber wie gesagt, es war nur ein Tag geplant und dabei haben wir schon eine ganze Menge mitbekommen. Und das alles ohne uns abzuhetzen.

Auf dem Weg zur Autobahn in nördliche Richtung, passierte dann etwas völlig unerwartetes. Kurz vor der Auffahrt stand ein junger Mann, der Rucksack mit Isomatte neben ihm und ein Schild in der Hand: „Deutschland, München“. Wer mitten in Paris den Daumen raushält und München mit Ü schreibt, kann nur ein Deutscher sein. Es war uns schnell klar, den nehmen wir mit. Aber er stand so ungünstig, dass wir nicht mehr anhalten konnten. Also nächste Ausfahrt raus, wenden und wieder zurück. Dabei reden wir aber nicht über die A 3 zwischen Würzburg und Regensburg, sondern von der Stadtautobahn rund um Paris mitten im Feierabendverkehr. Doch auch das gelang uns perfekt. Nach kurzem Hupen und der Frage, ob er auch mit dem Ruhrgebiet fürs Erste einverstanden wäre, stieg er dann zu uns ein.

Marco, so hieß er, kam gerade aus Portugal, wollte weiter nach Österreich und hat es per Anhalter zum ersten Mal versucht und war glücklich, dass es auf Anhieb klappte. Wir fuhren gemeinsam bis ins Ruhrgebiet und brachten ihn spätabends zur Autobahntankstelle auf der A40 in Bochum. Wir sahen keine bessere Möglichkeit, da Rastplätze im Ruhrgebiet etwas spärlich gesät sind. Brauchen wir ja auch nicht, wenn man abfährt ist man eh in der Stadt. So erlebten wir unser eigenes kleines Roadmovie und waren nachher etwas stolz jemandem helfen zu können. Es plagten uns aber doch etwas Gewissensbisse, ob er denn auch wirklich noch rechtzeitig München erreichen wird. Doch wie wir später erfuhren, wurde er noch ein paar Mal mitgenommen und war sogar viel zu früh in Bayerns Hauptstadt.

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