OuterRuhrChallenge – 100 Kilometer mit dem Fahrrad

100 Kilometer mit dem Fahrrad – so lautete die Aufgabe an einem Sonntag im April, die als Vorbereitungsstrecke für etwas noch größeres gilt. Die Ruhr2Northsea-Challenge ist eine Herausforderung, die Nordsee vom Ruhrgebiet aus zu erreichen.Mit dem Fahrrad – an einem Tag – 300 Kilometer. Leider habe ich an diesem Tag keine Zeit, doch die beiden Vorbereitungstouren lasse ich mir deswegen noch lange nicht entgehen.

Sie bestehen aus besagter OuterRuhrChallenge mit ihren 100 Kilometern und der RuhrAroundChallenge mit 200 Kilometern. Während ich mich in einem Anflug von Größenwahn für beide Touren angemeldet habe, wagte sich Moni an die 100 Kilometer lange OuterRuhrChallenge. Mein bisheriger Streckenrekord liegt bei 170 Kilometern. Doch dieser liegt viele Jahre zurück und fand während einer meiner Radreisen im Jahr 2001 oder 2002 statt. Dafür allerdings mit einem Reiserad mit 30 Kilogramm Gepäck.

Verzehrkarte

Verzehrkarte

Die Strecke der OuterRuhrChallenge begann an der Arena in DuisburgWedau und führte auf den ersten Kilometern aus der Stadt hinaus. Nach Überquerung der Ruhr und Emscher gelangt man nach Dinslaken, Schermbeck und Raesfeld, wo es im dortigen Schloss genau zur Hälfte der Strecke ein ausgiebiges und reichhaltiges Frühstück gab. Tolle Location, die von den Veranstaltern sehr gut gewählt wurde. Anschließend ging es auf derselben Strecke wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Morgens um acht Uhr fiel der Startschuss und rund 80 Teilnehmer traten munter in die Pedale. Die ersten im Feld waren natürlich schnell weg und von uns auch nicht mehr wirklich gesehen. Moni und ich standen ohnehin hinten im Feld, was aber nicht schlimm war, da wir es überhaupt nicht eilig hatten. Für uns stand das Ankommen im Vordergrund. Damit waren wir augenscheinlich nicht die Einzigen, denn lange Zeit hielten wir uns gut im letzten Drittel der Teilnehmer, das zügig aber irgendwie doch gemütlich durch die Landschaft zog.

Noch grinse ich

Noch grinse ich

Stellenweise wollten wir in dieser Gruppe sogar die Führung übernehmen und versuchen, an die anderen nicht sichtbaren Teilnehmer aufzuschließen. Doch noch auf Duisburger Stadtgebiet endete die Anzeige der Route auf unserem GPS-Gerät. Diese wurde vom Veranstalter vorab zum Download bereitgestellt, war aber kein klassischer gpx-Track, sondern wurde im Gerät anders dargestellt. Bis sie eben weg war. Mit dieser Erfahrung weiß ich, dass ich für die 200 Kilometer-Tour die Strecke als gpx-Track nachzeichnen werde. So mussten wir also hinter den anderen bleiben, damit wir uns nicht verfahren.

Die Führung innerhalb unseres Feldes hätten wir ohnehin bald abgeben müssen, denn nach rund 40 Kilometern begann Monis alte Verletzung im linken Bein sich bemerkbar zu machen. Sie fiel immer weiter zurück und musste zwischenzeitlich kurz pausieren. Zähne zusammenbeißend schaffte sie es aber noch bis zum Schloss Raesfeld, wo wir zusammen mit einem Vater mit seinem elfjährigen Sohn gegen 20 vor elf ankamen.

Start

Start

Auf den letzten 400 Metern vor dem Schloss kam uns schon der erste Teilnehmer wieder entgegen. Er sah dabei ziemlich verbissen aus, grüßte nicht und schien es eilig zu haben, als Erster ins Ziel zu kommen. Wir hingehen versorgten uns erst einmal mit Energie bei einem ausgiebigen Frühstück, dass in den Räumen des Schlosses angeboten wurde.

Frühstück

Frühstück

Nach einer guten Dreiviertelstunde machten wir uns ebenfalls wieder auf den Weg. Die meisten anderen Radler waren schon weg, doch einige blieben noch entspannt sitzen. Anfänglich ging es wieder ganz gut und die ersten zehn Kilometer spulten wir fast mühelos ab. Aber dadurch, dass jeder zu unterschiedlichen Zeiten in Raesfeld den Rückweg antrat, hat man andere Teilnehmer nur noch ganz selten gesehen. Die Strecke kannten wir ja und auf unserem GPS-Gerät war ja nun auch der Track von der Hinfahrt gut zu sehen.

Schloss Raesfeld von innen

Schloss Raesfeld von innen

Bei Kilometer 65 schlug dann aber das angekündigte April-Wetter erbarmungslos zu. Kalt und windig war es ohnehin schon die gesamte Zeit. Doch nun kam auch noch Graupelschauer und wenig später sogar kurzzeitig Schneefall hinzu. Das war lästig. Viel schlimmer jedoch war die Tatsache, dass Moni mit ihrem Bein wieder Probleme bekam. Um mal eine andere Bewegung machen zu können, entschied sie sich dafür, einige hundert Meter zu Fuß zu gehen. Derweil wurden wir von anderen Radlern überholt, die sich netterweise erkundigten, ob alles in Ordnung sei.

Michael Moll bei Kilometer 70

Michael Moll bei Kilometer 70

Beim Wiederaufsteigen und Anfahren passierte es dann: Moni hat sich irgendwie am rechten Knie gezerrt und konnte anfangs vor Schmerzen kaum auftreten. Volltreffer. Am linken Bein eine alte Verletzung und am rechten Bein eine neue. Allerdings ließ sie sich nicht davon abhalten, weiter zu radeln. Unter Schmerzen, die man ihr deutlich ansah, kämpfte sie sich die letzten 30 Kilometer ins Ziel, wo wir zwar spät, aber glücklich ankamen. Kurios an der Sache ist, dass ich eigentlich mit meinem angeknacksten Meniskus das Ausfallrisiko war. Aber erstaunlicherweise machte mein Knie keinerlei Problem. Auf dem gesamten letzten Abschnitt nahmen wir durch die Verletzungspause an, die letzten gewesen zu sein. Aber dem war nicht so. Einige weitere Teilnehmer kamen sogar noch eine Stunde nach uns ins Ziel. Aber es ging ja sowieso nicht um die Zeit, sondern nur ums Ankommen.

Grundsätzlich hat es viel Spaß gemacht. Moni kuriert nun ihre Zerrung aus und bewegt sich seither nur langsam und leicht humpelnd durch die Gegend. Das einzige Manko, was mir persönlich nicht ganz so gut gefiel, war die Lage des Zielortes. Ich fand es zum Schluss doch recht ermüdend, nach über 90 Kilometern durch den Stadtverkehr von Duisburg zu radeln. Zahlreiche Ampeln, zugeparkte Radwege und natürlich ein besonderes Augenmerk auf den Verkehr fand ich nach so einer langen Fahrt dann teilweise anstrengender als den Rest der Tour. Im Gesamten betrachtet fühlten wir uns, abgesehen von der Verletzung, ganz wohl und konditioniert genug, um auch eine längere Tour fahren zu können.

Ziel

Ziel

In der Teilnahmegebühr waren unter anderem Snacks und Getränke zum Start, das Frühstück, ein Pizzabuffet, ein Getränk und ein Zertifikat enthalten. Hat Spaß gemacht, Danke!

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