Kunstwanderweg bei Kleinbreitenbach

Der Thüringer Wald ist bekanntermaßen eine bedeutende Wanderregion. Neben dem Rennsteig als Aushängeschild des Wanderwegenetzes gibt es eine Vielzahl an Themenwanderwegen. Da wären zum Beispiel der Lutherweg zwischen Schmalkalden und Tambach-Dietharz, der Pilzsteig und der Wanderweg, der an den deutschen Nationaldichter Goethe erinnert. Am Rande des Mittelgebirges befindet sich der Plauer Ortsteil Kleinbreitenbach, der einen ebenfalls interessanten Themenwanderweg bereithält.

Ins Leben gerufen wurde der dortige Kunstwanderweg im Jahr 1997. Er ist nur rund zwei Kilometer lang und daher weniger für Hardcore-Wanderer geeignet, sondern vielmehr für den Verdauungsspaziergänger an einem sonntäglichen Nachmittag. Ausgeschildert ist er mit dem Symbol eines Menschen, der seine Arme nach oben streckt. Doch zwingend notwendig ist die Ausschilderung nicht. Um sich auf dem Wanderweg verlaufen zu können, benötigt es schon einiges an Ignoranz. Denn in regelmäßigen Abständen ist der Wanderweg Ort eines internationalen Kunstsymposiums der Volkshochschule Arnstadt-Ilmenau, das unter dem Motto »Kleine Welt – große Welt« stattfindet.

Kunstausstellung an der frischen Luft

Hierbei haben Künstler aus dem In- und Ausland die Gelegenheit, ihre Werke im Rahmen wechselnder Themen zu kreieren und auf dem Wanderweg aufzustellen. Ein Rückbau erfolgt für gewöhnlich nicht. Das heißt, die Kunstwerke bleiben bestehen und summieren sich mittlerweile auf eine Anzahl von nicht weniger als 50 Ausstellungsstücken.

Die Bandbreite reicht dabei von einer Installation der deutschen Künstlerin Eva Bruszis, die aus zwei stilisierten Köpfen besteht und sich vor der Wehrkirche von Kleinbreitenbach befindet, bis zu den Südtirolern Renate und Max Bärmichl, die eine Haltestelle mit samt Metallskulptur errichteten, an der ein Mensch auf den Bus zu warten scheint. Dieser wird jedoch nie kommen, da sich die Installation am Rande eines Feldwegs außerhalb der Ortschaft befindet – eben nur bei einem Spaziergang auf dem Wanderweg zu erreichen.

Michael Moll

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.

Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.

Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.


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