In Limbach verläuft die Bundesstraße 281 in einer weiten Kurve durch den Ort. Wer aus Neuhaus am Rennweg kommt, wird kurz vor der Ortseinfahrt auf der rechten Seite eine weite Wiese sehen. Sie ist deutlich abschüssig und wird im Winter von Skifahrern besucht. Daneben erhebt sich der dazugehörige Skilift. Und nur wenige Meter daneben, verläuft parallel zum Lift der Rennsteig. Kein Wunder also, dass sich in der Kurve ein großer Parkplatz und eine sehr gut ausgestattete Touristeninformation mit zahlreichen Andenken befinden. Man könnte also meinen, alles wäre so, wie man es von einem kleinen Ort mit touristischen Angeboten erwarte.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Doch bei genauem Hinsehen fällt etwas mit der Landschaft auf. Denn auf besagter Wiese, auf der im Winter die Skifahrer hinabwedeln, erhebt sich unter zwei Linden ein kleines, steinernes Gebäude. Davor steht eine Sitzbank, von der man einen schönen Ausblick auf das unterhalb gelegene Limbach hat. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es sich bei dem Bauwerk um eine Gruft handelt. Bestattet wurde dort Gotthelf Greiner, weshalb das Bauwerk als Greiner-Gruft bekannt wurde.
Grab mit Aussicht
Er war der Gründer der einstigen Porzellanmanufaktur im Ort und wurde dort ebenso begraben wie seine Familie, die nach seinem Tod die Fabrik übernahm. Seine Söhne errichteten gegen Ende des 18. Jahrhunderts zunächst einen Obelisken, der an Gotthelf Greiner erinnern sollte. Später folgte dann die Gruft, die eigentlich aus zwei Etagen besteht. Im Untergeschoss befinden sich die Gebeine der Greiner-Familie, während sich im oberen Bereich ein Raum befindet, der heute Wanderer zum Verweilen einlädt. Das war nicht immer so, denn im letzten Jahrhundert verfiel die Gruft immer mehr, bis in den letzten Jahren eine Restaurierung finanziert wurde.

Heute erstrahlt die Gruft als eines der ältesten neogotischen Bauwerke im gesamten Bundesland.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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