Zähringerbrunnen

Die Brunnen in der Altstadt von Bern

Vor einiger Zeit hatte ich bereits über die Marzili-Bahn in Bern geschrieben. Doch die Bundesstadt hat natürlich noch viel mehr zu bieten. Nicht umsonst steht die Altstadt von Bern auf der Liste der Weltkulturerbestätten der Unesco.
Bei einem Spaziergang durch die parallel verlaufenden Straßen und Gassen der Altstadt mit ihren Laubengängen wird man unweigerlich feststellen, dass Bern über zahlreiche Brunnen verfügt. Viele dieser Brunnen sind mit einer detailreich verzierten Figur versehen und haben entsprechende Bezeichnungen.
An dieser Stelle will ich einfach mal einige der, zum Teil aus dem Mittelalter stammenden Brunnen, vorstellen und natürlich auch die Koordinaten nennen, damit sie jeder leicht finden kann.

Beginnen wir unseren kleinen Rundgang mit dem Ryfflibrunnen (46.949673, 7.44243) in der Aarbergergasse. Dieser zeigt einen Armbrustschützen, der von einem Bären begleitet wird und den aus der Berner Geschichte bekannten Schützen Ryffli zeigen soll. Der Brunnen stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Ein Stückchen die Straße hindurch bis zum Waisenhausplatz und dann links, schon steht man vor dem Meret-Oppenheimer-Brunnen (46.949787, 7.444422). Dieser Brunnen fällt total aus der Art, weil er weder eine Figur zeigt noch aus dem Mittelalter stammt. Er wurde von der Berner Künstlerin im Jahr 1983 geschaffen und soll mit seinen sogenannten Lebensspiralen die Verbindung aus urbanem Leben und Natur präsentieren. Geschmackssache.

Durch die Nägeligasse gelangt man zum Kornhausplatz, wo sich der Kindlifresserbrunnen (46.948427, 7.447475) befindet. Dieser ist recht gewöhnungsbedürftig, denn der Name ist Programm. Dargestellt wird ein Oger – kennt man ja aus Shrek -, der gerade genüsslich ein Kind verspeist. Das soll selbigen Angst machen und dürfte wohl auch gelingen.

Weiter geht es durch die Rathausgasse, wo sich natürlich das Rathaus befindet. Gleich davor erhebt sich der Vennerbrunnen (46.948453, 7.452419), der im Jahr 1542 erschaffen wurde, allerdings seither mehrfach versetzt wurde. Seinen heutigen Platz hat er seit 1913.

Nur wenige Meter weiter steht mein Lieblingsbrunnen. Ich habe ihn Mollbrunnen getauft. Die Berner haben tatsächlich an einem Brunnen eine Treppe aufgestellt, auf der man selber zu einer Brunnenfigur (46.948622, 7.452954) werden kann. So etwas mache ich natürlich immer sofort mit. Hinter dem Mollbrunnen spaziert man durch die Postgasse bis zum Läuferbrunnen (46.949551,7.457677), der am Ufer der Aare steht und einen Ratsboten des 16. Jahrhunderts darstellt.

Die wichtigste Straße ist die Kramgasse. Dort steht nicht nur das Einsteinhaus, wo der Physiker eine Zeit gelebt hat, sondern auch gleich mehrere Brunnen. Dazu durchquert man vom Läuferbrunnen aus die Gerechtigkeitsgasse, wo sich der gleichnamige Gerechtigkeitsbrunnen (46.948166, 7.453392) mit Justitia und ihren verbundenen Augen befindet.

Von Ost nach West passiert man in der Kramgasse dann den Kreuzgassbrunnen (46.948047, 7.451986), der jedoch keine Figur zeigt, sowie den Simsonbrunnen (46.948022, 7.450417). Dieser zeigt Simson, der mit einem Löwen kämpft. Am Ende der Kramgasse folgt dann kurz vor der Zytglogge der Zähringerbrunnen (46.948008, 7.448408). Zu sehen ist jedoch nicht der Berner Stadtgründer Zähringer, sondern ein behelmter Bär als Fahnenträger.

Hinter dem Berner Wahrzeichen, der Zytglogge, folgt die Marktgasse mit dem Schützenbrunnen (46.947918, 7.446777). Der Schütze war bei meinem Besuch leider ausgeflogen, vermutlich wurde er restauriert. Daher gehen wir gleich mal weiter zum Anna-Seiler-Brunnen (46.948197, 7.444379). Dieser ist zwar auch Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet worden, doch nach Anna Seiler wurde er erst drei Jahrhunderte später benannt.

Über den Bärenplatz hinweg gelangt man schließlich in die Spitalgasse, wo noch der Pfeiferbrunnen (46.948041, 7.442239) zu sehen ist, der einen Dudelsackspieler zeigt, den ich eher in Schottland erwartet hätte.

Auf diesem beschriebenen Weg macht man vom Hauptbahnhof aus einen schönen Rundgang durch die Berner Altstadt. Allerdings sollte man noch einen Abstecher zum Münsterplatz machen. Unabhängig vom dortigen Berner Münster, das man sowieso besichtigen oder sogar besteigen sollte, steht da näämlich noch der Mosesbrunnen (46.947428, 7.450574). Und der Name lässt schon ganz richtig vermuten: Dort sieht man Moses, der die zwei Tafeln mit den zehn Geboten in der Hand hält.

Viel Spaß bei der Brunnentour durch Bern.

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