Stacheldraht

Besuch in der Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen

Aus aktuellem Anlass zeige ich bis zum 27. Januar täglich Bilder aus den von mir besuchten Gedenkstätten ehemaliger Konzentrationslager. Jedes dieser einzelnen Lager hat mich erschüttert, traurig gemacht und ließ mich den Kopf darüber schütteln, was Menschen anderen Menschen antun können.

Nicht weit von Berlin entfernt, wurde im Jahr 1936 das Lager Sachsenhausen errichtet. Bauen mussten das Häftinge aus dem Emslandlager. So pervers die Konzentrationslager ohnehin schon waren, so konnte das KZ Sachsenhausen noch einen drauf setzen: Hier wurden die Lagerkommandanten und das Wachpersonal für die anderen Lager ausgebildet. Etwas am Rande des Lagers gelangt man als Besucher zu einer Art Vertiefung oder Rampe, auf der es hinab geht in eine mit Holz verkleidete Sackgasse. Dieses Gefühl, dort zu stehen, ist schon extrem unangenehm. Denn hier wurden bis zu 18.000 sowjetische Kriegsgefangene an die Wand gestellt und erschossen. Außerdem gab es auf dem Lagergelände ein Krematorium mit Genickschussanlage, Gaskammer und Öfen, um die getöteten Leichen zu verbrennen. Wie auch in anderen Lagern wurden die Gefangenen zum Ende hin auf Todesmärsche geschickt, bei denen mehrere tausend Menschen vor Entkräftung und Hunger starben oder erschossen wurden. Ende April 1945 wurde das Lager befreit, doch trotzdem starben anschließend noch viele Menschen an den Folgen der Gefangenschaft.
Schon zu DDR-Zeiten war das einstige Lager eine Mahn- und Gedenkstätte. Nach der politischen Wende und der deutschen Einheit haben Neonazis, die einfach nicht dazu lernen wollen, im Jahr 1992 eine der verbliebenen Baracken in Brand gesetzt und weitgehend zerstört.

An dieser Stelle will ich einfach nur Bilder sprechen lassen und hoffe, damit bewegen zu können, selber mal einen Ort dieses Schreckens aufzusuchen:


Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen –
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Straße der Nationen 22
16515 Oranienburg
Tel. +49-03301-200-0
Gedenkstätte KZ Sachsenhausen

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