Geburtstagsrückblick 2004-2005: Gründerzeit

Mein erstes Buch ist erschienen. Zwei Wochen vor meinem 30. Geburtstag kam das kleine Paket mit meinen Freiexemplaren an und ich war furchtbar stolz auf meine Arbeit. Noch stolzer wurde ich, als es daraufhin Folgeaufträge hagelte. Und plötzlich hatte ich alle Hände voll zu tun.

Unter anderm lernte ich den Jakobsweg kennen. Nicht aus spirituellen Gründen, sondern weil man mich bat, ein Buch zu aktualisieren und ein weiteres darüber zu schreiben. Von einem anderen Verlag kam der Auftrag, einen Wohnmobilreiseführer zu erstellen. Sollte sich damit eine Zukunft anbahnen? Könnte ich meine Leidenschaft, das Reisen, mit einer sinnvollen Arbeit verknüpfen? Ich musste lange darüber nachdenken. In den Wintermonaten ging ich, wie in den Jahren zuvor, meiner herkömmlichen Arbeit nach, während ich im Sommer Länder und Landschaften erkundete.

Ich fuhr ins Baltikum und nach Ungarn, ich bereiste Polen von der Ostseeküste bis zur Tatra und ich fasste einen Entschluss: Ein größeres Wohnmobil muss her. Ein Wohnmobil, in dem ich wohnen kann. Schweren Herzens trennte ich mich vom VW-Bus und kaufte mir einen Ford Transit. Gleichzeitig stellte ich meine wenigen Möbel und Habseligkeiten im Keller meiner Eltern unter. Ab sofort wohnte ich in einem Wohnmobil.

Eine Tatsache, die ich zunächst zu verheimlichen versuchte, weil es unnormal war. Doch immer öfter stellte ich fest, dass die Menschen Interesse an dieser Lebensweise haben und ich verfasste neben meinen üblichen Reiseberichten auch einen Online-Erfahrungsbericht über das Leben im Wohnmobil. Allerdings mit einem Handicap. Damals gab es noch keine Smartphones und Tablets, geschweige denn mobiles Internet. So musste ich sämtliche Internettätigkeit auf Tage verschieben, an denen ich den Computer meiner Eltern nutzen konnte (danke für deine Geduld, Mama 😉 ). Bei schönem Wetter und vorhandener Stromleitung baute ich mangels Laptop auch manchmal meinen Computer vor dem Wohnmobil auf – so wie auf dem Foto, das auf einem bulgarischen Campingplatz entstand.

Im Folgejahr machte ich es dann offiziell: Ich meldete meine Selbständigkeit an und war ab sofort als Reisebuchautor freiberuflich tätig. Meine Webseite hatte nun nicht mehr nur Reiseberichte, die ich mittlerweile in Fahrradreisen und Wohnmobiltouren unterteilen konnte, sondern auch einen beruflichen Aspekt. Denn voller Stolz präsentierte ich meine publizierten Werke natürlich auch im Internet. Außerdem gab es auf den jetzigen Reisen etwas zu tun für mich. Ich saß nicht gelangweilt an einem Strand herum, sondern arbeitete: Ich schrieb Texte über das Ruhrgebiet, als ich in Portugal war. Ich recherchierte im Baltikum und schrieb die dazugehörigen Texte wenige Wochen später in Griechenland. Kurzum: Ich war unterwegs und glücklich.

Und nicht nur das: Seit dem Jahr 2004 begleitet mich ein Stoffpinguin, dem ich in völlig unkreativer Art und Weise den Namen Pingu gab. Dieser 60 cm hohe und 1,5 kg schwere Stoffpinguin ist seither immer dabei, wenn ich unterwegs bin und wird vor sämtlichen Sehenswürdigkeiten fotografiert.

 

04. 02. 2004 – Marc Zuckerberg startet Facebook als Plattform für Kommilitonen
01. 05. 2004 – Die EU erhält mit der sogenannten Osterweiterung Zuwachs.
04. 07. 2004 – Griechenland wird überraschend Fußball-Europameister in Portugal
26. 12. 2004 – Verheerender Tsunami im Indischen Ozean
02. 04. 2005 – Papst Johannes Paul II. stirbt
27. 04. 2005 – Der Airbus A380 tritt seinen Jungfernflug an.
18. 09. 2005 – Angela Merkel wird zur Bundeskanzlerin gewählt und löst damit Gerhard Schröder ab.

Morgen geht es weiter mit den Jahren 2006 und 2007. Kommentiert werden darf schon heute. Gerne hier im Blog oder im Reiseforum.

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