Grimaldi-Frachtschiff

10 Dinge als Freizeitaktivität auf einem Frachtschiff

Immer wieder wird mir die Frage gestellt, wie man eigentlich seine Zeit als Passagier auf einem Frachtschiff rumbringt und ob es einem nicht langweilig sei. Daher gibt es heute die Liste mit 10 Dingen, die man auf einem Frachtschiff machen kann.

Puzzle

Puzzle

1. Puzzeln
Endlich kommt man mal wieder dazu, seine eigene Bestzeit für das 32.000-Teile-Puzzle zu unterbieten. Vorausgesetzt, die Kabine ist lang genug. Ansonsten muss man auf das Oberdeck als Unterlage zugreifen. In insgesamt sechs Wochen Frachtschiffreise habe ich drei Puzzle à 1.500 Teile zusammengesetzt. Ist ja nun nicht so viel. Puzzle, Bücher und dergleichen lässt man übrigens auch gerne auf dem Schiff zurück, damit spätere Passagiere ebenfalls etwas davon haben (als Anreiz könnte man ja einen Zettel mit der Bestzeit hineinlegen 😉 )

 

Erholung an Deck

Erholung an Deck

2. Entspannen
Hat genug vom Puzzeln, lesen und Musik hören, dann entspannt man eben. Dafür gibt es ja das Sonnendeck mit freiem Blick auf den Horizont. Ansonsten betätigt man sich sportlich im Fitnessraum oder geht schwimmen. Nein, nicht im Atlantik – damit beschäftigt man nur unnötig die Besatzung (eventuell). Aber im Bild ist zum Beispiel links der Swimmingpool zu sehen, den man mit Glück ganz für sich alleine hat.

 

Rettungsweste

Rettungsweste

3. Rumblödeln
Ich könnte natürlich auch behaupten, ich hätte die Sicherheitsbestimmungen gelernt. Aber nein, auf dem Bild habe ich schlicht herumgeblödelt. Ich gebe es zu. Das gehörte zum Programm, das Schiff kennen zu lernen. So ein Schiff ist groß und man kann sich lange – sehr lange – damit beschäftigen, alles mal in Ruhe anzuschauen, Schwimmwesten anzuprobieren und irgendwelche Knöpfchen zu drücken.

 

Michael Moll als Kapitän

Michael Moll als Kapitän

4. Das Schiff selber steuern
Apropos Knöpfchen drücken: Wenn der Kapitän mal nicht auf der Brücke ist, dann gibt man halt selber Gas. Und ich kann euch sagen, der Kapitän war selten auf der Brücke. Meistens habe ich immer nur den 2. Offizier angetroffen. Der hat sich aber oft mit Nachrichten lesen und Karten sortieren im Hinterzimmer beschäftigt. Na ja, und bevor wir dann führerlos über die sieben Weltmeere schippern, greife ich lieber selber ein, denn die Brücke darf man im Regelfall jederzeit betreten, außer in den Häfen.

 

Michael Moll am Strand

Michael Moll am Strand

5. Landgang
Häfen ist ein gutes Stichwort für den Landgang. Denn schon lange bevor man in den Hafen einfährt, schreit man natürlich laut „Land in Sicht“ über den Ozean und erfreut sich an dem Anblick der immer näher kommenden Landfläche. Man beobachtet den Vorgang, wenn das Schiff anlegt und hüpft dann freudestrahlend über die Gangway oder klettert die Strickleiter hinab, um mal wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

 

Am Bug

Am Bug

6. Einen Oscar gewinnen
Ist schon schön, wenn man ganz alleine vorne am Bug eines tonnenschweren Schiffes steht und dem Atlantik lauthals entgegenschreit, dass man der König der Welt sei. Es ist nämlich verdammt ruhig dort vorne und so kann man einfach mal die Fahrt genießen und entweder darauf warten, Land zu erblicken oder man winkt freundlich den Delfinen zu. Dummerweise hat das aber auch einen entscheidenden Nachteil, wenn man ganz alleine da steht: Keiner sieht es. Also mal wieder keinen Oscar gewonnen.

 

Badezimmer auf dem Frachtschiff

Badezimmer auf dem Frachtschiff

7. Kotzen
Sorry, aber das ist nun mal so.

Mir ist es zum Glück nicht passiert. Aber meine Freundin musste feststellen, dass sie schnell seekrank wird. Da kann es schon mal zu langen Bettzeiten und zur Toilettenschüssel-Innenbesichtigung kommen. Das legt sich zwar nach einigen Stunden, aber dummerweise geht es nach jedem Landgang wieder von vorne los. Das Posten des entsprechenden Fotos wurde mir verboten, daher gibt es nur das Bild vom ungenutzten Klo.

 

Bar des Frachtschiffs

Bar des Frachtschiffs

8. Barbecue
Und wenn man dann abends gemütlich in der Kabine sitzt und sich einer DVD widmen möchte, kann es passieren, dass das kabineneigene Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung erfolgt die Frage, wo man denn bleibe. Immerhin hätte doch eines der Besatzungsmitglieder Geburtstag und es wird gegrillt. Und man wisse ja, wo das Partydeck sei. Ja, nach ein paar Tagen hat man die Sache mit dem Partydeck verstanden. Gefühlt gibt es morgens, mittags und abends eine Grillparty – manchmal auch durchgehend. Gute Stimmung herrscht immer. Nur dummerweise habe ich es jedes Mal versäumt, bei diesen Anlässen Bilder zu machen. Deswegen nur eine Aufnahme von der gemütlichen Bordbar.

 

Offiziersmesse

Offiziersmesse

9. Essen
Natürlich wird nicht drei Mal am Tag gegrillt. Drei Mal am Tag gegessen aber schon. Das Frühstück gibt es zwar zu „unseriösen“ Zeiten. Besonders dann, wenn man erst wenige Stunden zuvor das Partydeck verlassen hat. Aber ansonsten muss man nicht befürchten, zu verhungern. Als der Koch merkte, dass uns seine Apfelpfannkuchen sehr gut schmeckten, gab es zwei Tage später extra für uns nochmal welche – doppelt so viel.

 

Frachtschifffahrt

Frachtschifffahrt

10. Erholung
Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass man sich auf so einem Schiff herrlich erholen kann? Oder ist das schon durch die Punkte 1 bis 9 bemerkbar gewesen? Das ist das, was man als Passagier auf einem Frachter halt so macht: Urlaub! Während andere also am Strand in der Sonne liegen (was mich total langweilen würde), genieße ich die freie Zeit und erhole mich auf einem Containerschiff. Langeweile hat es keine Minute gegeben.

Auf meiner Webseite gibt es natürlich auch den Bericht von meiner ersten Frachtschiffreise in der kompletten Fassung.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Michael,

    ich habe mich schlapp gelacht bei deiner Beschreibung. Ja, ganz genau so geht es an Bord zu, nur wir dürfen nicht grillen, da wir ja auf der Gasflasche sitzen, sozusagen. Aber dafür ist unser Schiff auch immer „führerlos“, wenn ich mal wieder Schiffsberichte lesen , Karten korrigieren oder Reisepläne erstellen muss. Vielleicht solltest du noch eine Aktivität hinzufügen: Ballsttank-Inspektion: aber bitte mit Gummistiefeln.
    LG,
    Karin

    • Hallo Karin,

      schön, von dir zu lesen. Ja, ich hoffe, du hast mir meine etwas überspitzten Beschreibungen nicht übel genommen 😉 Wie lang bist du noch unterwegs?

      Liebe Grüße
      Michael

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