Coronavirus und die Reisefolgen

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  • Was für ein Tag. Also, hier mal eine Zusammenfassung:


    Heute Morgen radelten wir völlig entspannt auf dem Ruhrtalradweg. Hatten ja Zeit.

    Telefon klingelt. WDR Münster, würden gerne einen Beitrag bringen, weil die Umstände ja absurd seien. Da sagt man natürlich nicht nein. Verabredet für 14 Uhr. Müssen ja erstmal heim radeln und dann nach Noki fahren. Als wir zuhause ankamen, riefen wir Remondis an, um die in der letzten Woche bestellte Mülltonnenleerung wieder zu stornieren. Der Fahrer kommt ja nicht auf den Platz.


    Gerade, als wir die Wohnung verlassen wollten, klingelt das Telefon erneut. Dieses Mal der Bürgermeister von Nordkirchen. Er erklärte, dass er und die Verwaltung das gesamte Wochenende über mit Erlassen, Verfügungen etc. bombardiert wurden, durch die sie sich gekämpft haben. Dabei ist aufgefallen, dass in den Maßnahmen-Verlängerungen der Tourismus und drei, vier weitere Punkte gar nicht aufgeführt wurden. Also klärten sie das mit dem Landkreis und dem Ordnungsamt. Von allen Seiten gab es grünes Licht und das wollte er uns bloß mitteilen. Juhu...


    Schnell mussten wir noch unsere vorbereiteten "Bitte Abstand halten"-Zettel und dergleichen laminieren und dann ging es ruckzuck zum Stellplatz. Gleichzeitig bei Instagram und Facebook ein erstes Posting abgesetzt, dass wir öffnen dürfen. Kaum ins Auto eingestiegen, riefen die Ruhrnachrichten an. Hatten das Instagram-Posting gesehen und wollten kurz ein paar Infos.


    Unterwegs riefen wir Remondis an, um unsere Stornierung wieder rückgängig zu machen. Die haben sich richtig für uns gefreut, fand ich schön.


    Unser Mitarbeiter hatte sowieso schon den ganzen Vormittag die Rasenflächen gemäht und war daher auch vor Ort. Um 10 nach 2 kamen wir an, fünf Minuten später das Fernsehteam. Knapp zehn Minuten lang wurde gedreht und das war es dann auch schon.


    Anschließend noch schnell den Platz mit den laminierten Hinweiszetteln bestückt und dann ging es wieder nach Hause. Zwischendurch natürlich zahlreiche Anrufe und noch eben das restliche Social Media organisieren und die Website aktualisieren.

  • Es freut uns für Euch, daß der Platz wieder auf ist.


    Auch wir haben unser Wohnmobil wieder gesattelt.

    Allerdings sind uns die 220 Kilometer (eine Strecke) für Freitag nachmittag bis Sonntag nachmittag doch etwas zu weit.

    Aber bald ist Urlaub und dann kommen wir wahrscheinlich vorbei.


    8)

    Gruß
    Michael

    Nimm nur Erinnerungen mit, hinterlasse nichts außer Fußspuren. << Chief Seattle >>

  • Tja - während Ihr Eure Wohnmobile sattelt, denke ich immer konkreter darüber nach, mich mal wieder in einen Zug zu setzen. Entgegen der ursprünglichen Planung nicht ins Ausland, aber jetzt eben innerhalb Deutschlands. Die deutsche Bahn fährt ja nach normalem Fahrplan. Die Frage ist da für mich eher, wie es da mit dem Abstandsgebot etc. aussieht. Und da finde ich die Infos, die ich bei der Bahn gefunden habe, ehrlich gesagt nicht so prickelnd. Dort heißt es:

    Die Fahrgäste mögen doch bitte selbständig für ausreichenden Abstand voneinander sorgen. Da ja nicht so viele Leute unterwegs sind, sei das ja kein Problem. Jedenfalls kann man auf der Buchungsseite der Bahn nach wie vor sämtliche Sitzplätze im Zug reservieren, und die Bahn hat auch nicht vor, diese Möglichkeit irgendwie einzuschränken. Für den Fall, dass ein Zug doch mal voller wird, heißt es dann lapidar: Naja, wenn sich die Leute nicht gegenüber sitzen, ist das Ansteckungsrisiko ja nicht so groß. Und Fluglinien dürfen ihre Flieger wohl auch wieder voll besetzen, wenn alle eine Maske tragen...


    Na super...:| Dann werde ich die jetzt anstehenden langen Wochenenden als Reisetage erstmal großräumig umschiffen. Wie gut, dass ich den zu Jahresbeginn eingereichten Urlaub ohnehin nehmen muss.

  • Selbst wenn ich überzeugter Bahnfahrer wäre, würde ich mir das auch nicht antun wollen. Ich meide seit Monaten Kontakte und würde mich ganz sicher nicht stundenlang in einem Waggon mit eventuell vielen Leuten aufhalten wollen. In deinem Fall würde ich mir wohl einen Mietwagen nehmen. Wäre das keine Option?

    Die nächste Frage, die ich mir dann aber stellen würde: Wohin eigentlich?

  • Selbst wenn ich überzeugter Bahnfahrer wäre, würde ich mir das auch nicht antun wollen. Ich meide seit Monaten Kontakte und würde mich ganz sicher nicht stundenlang in einem Waggon mit eventuell vielen Leuten aufhalten wollen. In deinem Fall würde ich mir wohl einen Mietwagen nehmen. Wäre das keine Option?

    Die nächste Frage, die ich mir dann aber stellen würde: Wohin eigentlich?

    Erstmal ein längst wieder fälliger Elternbesuch. Und das sind halt 600km Strecke, die ich nur äußerst ungern mit dem Auto fahre. Über die Option "Mietwagen" habe ich auch schon nachgedacht, aber die gefällt mir auch nicht wirklich.

  • Hm, und eine Kombination aus beiden Sachen mit Einweg-Miete ist auch blöd. Oder mit dem Wagen eine Zwischenübernachtung einlegen. Geht aber dann eben viel Zeit für den eigentlichen Besuch bei drauf. Aber sonst wüsste ich jetzt auch nicht, wie man da vorgehen könnte.

    Zwischenübernachtung? Wenn Du mir sagst, wo man jetzt im Mai ein Hotelzimmer findet. Hier in Bayern ist eine Freigabe der Hotels für Nicht-Geschäftsreisende erst für das Pfingstwochenende "angedacht" - längst noch nicht beschlossen.

  • Okay, ist zwar mehr als die Hälfte, weil du ja erst aus dem Freistaat raus musst, aber wie wäre es mit Seligenstadt? In Hessen sind Hotels ab heute wieder geöffnet und ich verweigere die Vorstellung, dass dort alles ausgebucht ist.


    Alternativ wüsste ich sonst nur, die Fahrt mit sehr großen Pausen anzugehen. Also eventuell drei Fahrstrecken und zwischendrin zwei Pausen mit jeweils zwei Stunden, anstatt der üblichen 20 Minuten. Ist man zwar den ganzen Tag unterwegs, aber vielleicht ist das nicht ganz so anstrengend?

    Oder du fährst mit einer sehr großen Pause bis Hessen und am nächsten Morgen dann den Rest.


    Ansonsten hätte ich auch keine Idee mehr. Echt blöde Situation.

  • Für die Presse braucht man starke Nerven, ich hatte da vor vielen Jahren eine sehr prägende Erfahrung*.


    Aber ich denke das Du an die Öffentlichkeit gewohnt bist, das meistert und drücke dir fest die Daumen!!








    * die Pressemeute wurde zwar zurückgepfiffen aber mein Image war beschädigt, meine Kinder auf dem Schulweg angegriffen. Und alles völlig grundlos! Eine Richtigstellung/Entschuldigung gab es nie.

  • Selbst wenn ich überzeugter Bahnfahrer wäre, würde ich mir das auch nicht antun wollen. Ich meide seit Monaten Kontakte und würde mich ganz sicher nicht stundenlang in einem Waggon mit eventuell vielen Leuten aufhalten wollen. In deinem Fall würde ich mir wohl einen Mietwagen nehmen. Wäre das keine Option? Die nächste Frage, die ich mir dann aber stellen würde: Wohin eigentlich?

    Als überzeugter Bahnfahrer habe ich derzeit kein Problem mit der Bahn zu fahren, weil die Züge sowieso nur 30% ausgelastet sind.

    Dazu ist MNS verpflichtend und Abstand halten, was bei den leeren Zügen auch leicht möglich ist.

    Die Frage ist natürlich wohin fahren? Aber ein Tagesausflug nach Salzburg oder Graz geht sich aus und seit heute ist auch wieder die Gastronomie mit diversen Einschränkungen geöffnet. Und meine Heimatstadt Salzburg ohne Touristen ist auf alle Fälle einen Tagesausflug wert.

    Der Fernverkehr wird wohl noch länger blockiert sein und im Nahverkehr herrscht in den Zügen auch noch Flaute, denn die Pendler fahren nun wieder Auto und in der Stadt wird nun mehr mit dem Fahrrad gefahren. Leider ist der Öffentliche Verkehr eindeutig Verlierer der Pandemie.

  • ich hatte da vor vielen Jahren eine sehr prägende Erfahrung*.

    Das klingt nicht wirklich lustig. Und ja, ich habe da auch schon die Erfahrung gemacht, dass ich mich hinterher gewundert habe, was ich denn wohl gesagt haben soll.

    Die Erfahrung hat mich auf jeden Fall gelehrt, dass ich sehr vorsichtig bin, was ich sage. Denn jede Bemerkung wird als Teil des Interviews verstanden und könnte nachher abgedruckt werden.




    Aber zurück zum Thema. Der folgende Artikel war am vergangenen Dienstag zu lesen und entstand aus dem kurzen Telefonat, als wir spontan den Platz aufmachten. Das obere Bild ist natürlich aus deren Archiv. Das WDR2-Video werde ich noch hochladen.



  • Aber zurück zum Thema. Der folgende Artikel war am vergangenen Dienstag zu lesen und entstand aus dem kurzen Telefonat, als wir spontan den Platz aufmachten. Das obere Bild ist natürlich aus deren Archiv. Das WDR2-Video werde ich noch hochladen.

    Na also. Dann gab es als Entschädigung für den Stress nochmal etwas Publicity in der Zeitung. Was will man mehr?


    Und auf das Video bin ich schon mal gespannt.

  • Das sehe ich ganz genauso. Bad news are good news - hauptsache nicht selbst verschuldet.


    Das Video ist sehr kurz. Zwei Fragen, zwei Schwenks, ein Zoom und einmal zeigen, wie ich das Flatterband zerschneide. Aber tatsächlich erhielt ich Rückmeldung von Wohnmobilisten aus dem Münsterland, die daraufhin kommen wollten. Ganz interessant fand ich den Anruf eines Wohnmobilhändlers aus Münster, der mich anrief, ob er aktuell einen seiner Kunden zu mir schicken könne. Also, ob wir noch Platz hätten. Dabei hat Münster selber einen Campingplatz. Fand ich kurios, aber war vielleicht auch die Auswirkung des TV-Beitrags. Wer weiß.

  • Corona ist zu Ende!


    Diesen Eindruck bekommt man ja immer öfter, aus welchen Gründen auch immer. Grenzen werden geöffnet, Reisewarnungen werden aufgehoben und man versucht den Übergang in eine halbwegs normale Welt.

    Ich bekomme das sogar relativ deutlich zu spüren. Da wäre ja zum einen der wieder geöffnete Stellplatz, zum anderen erhielt ich heute die Nachricht, dass mein Oberitalien-Buch in den Druck gegangen ist. Mitte Juni werde ich meine Exemplare in der Hand halten dürfen. Muss zugeben, dass mich das doch ein wenig überrascht hat.


    Außerdem hatte ich heute Morgen ein längeres Telefonat mit der Bezirksregierung. Inhalt war die Corona-Soforthilfe und meine berufliche Situation, da ich ja mal wieder so eine Art "Sonderfall" bin. Ich erhielt sogar aus meinem Familienkreis die (eventuell neidische?) Nachfrage, ob ich zwei Mal 9000 Euro erhalten würde.

    Denn als Schreiberling übe ich eine freiberufliche künstlerische Tätigkeit aus, während der Stellplatz ein Gewerbe ist. Für beides habe ich die jeweils entsprechende Anmeldung und für beides zahle ich gesondert Steuern. Beides sind, rechtlich betrachtet, zwar zwei komplett unabhängige Unternehmungen, aber sie werden eben nur von einer Rechtspersönlichkeit geführt - von mir. Und deswegen gab es eine Auszahlung und nicht zwei.


    Es hieß ja schon von vornherein, dass die Antragstellung nur bis zum 31. Mai möglich sein würde. Die Soforthilfe sei in der Steuererklärung für 2020 als Betriebseinnahme für drei Monate zu versteuern. Zwischenzeitlich wurde aber erläutert, dass die Soforthilfe "nur" für die Betriebskosten dieser drei Monate gelte.


    Und nun ist aber auch bei den Behörden, die für die Soforthilfe zuständig sind, offenbar das Corona-Ende eingeläutet worden. Denn die nicht genutzten Beträge sollen bereits in den nächsten Wochen eingefordert werden, so sagte man mir heute am Telefon. Alle Antragsteller werden nach dem 31. Mai Post von den entsprechenden Bezirksregierungen erhalten. Mit dieser würde man dann aufgefordert, Nachweise zu erbringen, wofür die Soforthilfe genutzt wurde. Der Überschuss müsse dann umgehend erstattet werden. Ich lasse mich mal überraschen, was überhaupt noch als Betriebskosten angesehen wird. Ein eigenes Gehalt gilt zum Beispiel nicht in diesem Sinne.

    Wer also meint, ich hätte 9.000 Euro (oder gar 18.000 Euro) erhalten und lasse es mir damit gut gehen, der liegt vollkommen daneben. Sorry, wenn ich das jetzt hier so schreibe, aber ich muss das einfach auch mal nach außen kommunizieren. Ich wurde ja auch schon auf dem Platz darauf angesprochen und meine, einen gewissen neidischen Unterton gespürt zu haben. Als nächstes kommt vermutlich die Frage, ob ich nicht mal mit dem Preis nach unten gehen sollte....


    Wie gesagt, Corona ist zu Ende....

  • Neid :evil:


    Eine der 7 Todsünden!


    Neulich erzählte ich im Familienkreis, daß ich im Lotto gewonnen habe.

    Erste Reaktion war: Kannst ja mal was rüberwachsen lassen!

    Meine Antwort war: Ich habe eine Zahl im Spiel 77 richtig gehabt, hat 5 Euro gebracht.

    Enttäuschung auf der Gegenseite!


    Daher kann ich so gut nachempfinden, was in Dir, lieber Michael, vorgeht.

    Versuch' es so gut wie möglich zu ignorieren, die Menschheit ist schlecht, jedenfalls sehr viele davon.

    Freu Dich über die guten, netten, angenehmen Menschen, die Dir begegnet sind und die Dir noch begegnen werden.


    :thumbup::)

    Gruß
    Michael

    Nimm nur Erinnerungen mit, hinterlasse nichts außer Fußspuren. << Chief Seattle >>

  • Enttäuschung auf der Gegenseite!

    Wieso? Eine Schachtel Zigaretten hättest du doch wenigstens spendieren können. Boah, wie geizig die Leute werden, wenn sie im Lotto gewinnen ;)


    Aber im Ernst, ich sehe das grundsätzlich recht locker. Aber momentan habe ich doch das Bedürfnis, Außenstehenden mitzuteilen, dass die "Scholz-Bazooka" doch nur eine Wasserpistole war. Nicht, dass man mich falsch versteht: Ich bin weiterhin dankbar für das, was ich erhalten habe (und hoffentlich behalten darf). Aber was eben bei vielen aus der Presse hängengeblieben ist: "Jeder kriegt mindestens 9.000 €". Und das ist nachvollziehbarerweise eben nicht so.


    Es gibt ja auch noch genug Leute, die glauben, dass die 10 Euro Übernachtungskosten unser Gewinn sind. Da kannst du mit Spiel 77 nicht mithalten :D;)

  • Oh Mann... Was Fremde denken, kann man ja noch an sich abperlen lassen, aber wenn's aus dem Familienkreis kommt, nervt es gleich noch mehr.


    Das hat auch mit nachvollziehbarem Neid (oh toll, hätte ich auch gern) nichts mehr zu tun, das ist unangenehme Missgunst...


    Wenn ich in deutsche Medien gucke, denke ich auch: Corona ist vorbei. Besonders wunder Punkt für mich ist tatsächlich das Reisen. Solange Ausländer (selbst mit residence permit!) nicht nach China einreisen dürfen, reisen wir nicht aus. Und selbst wenn das wieder erlaubt wird: wir haben im Nordosten (Jilin, Heilongjiang) gesehen, wie schnell wieder abgeriegelt wird. Zum Vergnügen reist man da nicht. Ich hoffe nur, ich "muss" nicht reisen (möge meine alte Mutter und auch alle anderen noch lange gesund bleiben!). D.h., vermutlich werden wir erst wieder außerhalb Chinas reisen, wenn Covid-19 wirklich vorbei ist, d.h. wundersames Verschwinden (nicht so wahrscheinlich), wirksames Medikament oder Impfung vorhanden. Solange wie aktuell war ich noch nie aus Deutschland weg - und meine beiden Jüngsten auch nicht. Das ist dann noch mal was anderes als das - absolut nachvollziehbare - normale Reisebedürfnis, was ich ebenfalls habe ( mal sehen, ob evtl. innerhalb Chinas etwas möglich wird ohne irgendwelche Risiken einzugehen).


    Wir empfangen hier u.a. einige asiatische Spielfilm-Sender (z.B. den Taiwanesischen "Höllywood" ;) Movie Channel, Fox Asia, HBO Asia etc.). Was denen gemeinsam ist: Da laufen immer noch regelmässig Infobänder: "Important! Stay at home to stop the spread of Covid-19". Als Desastermovie-Junkie weiß ich natürlich schon lange, dass bei Pandemien "stay where you are" das Gebot der Stunde ist. Ist trotzdem ein krasser Gegensatz zu den Nachrichten aus der Heimat.

    Blog: ombidombi.de


    Do not go gentle into that good night.

    Rage, rage against the dying of the light.

    (Dylan Thomas)

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