Beiträge von Lin

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    Ich drück Euch allen die Daumen, dass sich die Versorgung bald normalisiert.


    Den Gipfel der Unvernunft hat für mich hier ausgerechnet eine kleine Gruppe von Lehrern demonstriert: verabreden sich zum Picknick am Kanal, werden mehrmals aufgefordert, dass sie Abstand halten und Masken tragen sollen, schließlich kommt die Polizei und löst die Versammlung auf. Zusatzknaller: einer der Lehrer bloggt auch noch darüber. Und hat inzwischen den Artikel umformuliert und entblödet sich nicht, über böse Bots herumzuphantasieren, weil er plötzlich mehr Zugriffe auf sein Blog hat. Ja, hat doch tatsächlich jemand den Artikel geteilt (ich übrigens auch, aber so doll ist meine Reichweite nicht). Meine Kinder lungern seit mittlerweile fast 2 Monaten in der Wohnung rum (wenn man eins der Kinder schon als Neugeborenen inhalieren musste, geht man eben nicht das geringste Risiko ein!) und dann liefern Lehrer so ein Vorbild? Ich bin echt sauer darüber.

    Oh Mann, das ist wirklich gruselig!


    Hab ich das hier schon geschrieben? Nachdem wochenlang heruntergespielt wurde: Deutschland ist gut aufgestellt! Alles nur Panikmache! Hört auf mit der Hysterie! - ist es da verwunderlich, dass der Ernst da Lage in vielen Hirnen noch nicht angekommen ist?


    Inzwischen schwappt deutsche Sorglosigkeit zurück nach Peking und macht mich komplett fassungslos: http://mitteninpeking.blogspot…0/03/keine-lust-mehr.html

    Treffen sich ein paar deutsche Lehrer in Peking zum Picknick, Picknick wird von der Polizei aufgelöst.

    In Deutschland wäre das schon blöd und schlechtes Vorbild genug, aber hier? Geldstrafen und bis zu 15 Tage Haft (oh nein, die bösen Chinesen, ich bin ein Märtyrer...) drohen - oder wie es einer Australierin passiert ist, die trotz Quarantäne in ihrem Wohnkomplex meinte ohne Maske joggen gehen zu müssen: Bayer hat sie gefeuert, Aufenthaltserlaubnis entzogen. Gute Reise.


    Achja, Corona und Reisen. Mal abgesehen davon, dass eigentlich "stay where you are" das Gebot der Stunde ist - Flüge von Peking nach Hamburg kosten derzeit knapp das Zehnfache im Vergleich zu normalen Zeiten. Ich bin gerade froh, dass ich für dies Jahr noch nichts gebucht hatte, weil es aktuell wohl wirklich das Schlauste für uns ist, in Peking zu bleiben.


    Aktuell fehlen mir nicht nur das Reisen selbst, sondern auch das Planen von Reisen. Träumen, das geht (Abschnitte der Seidenstraße zu Fuß? Freunde und Familie in Australien besuchen? Deutschlandtour? Jämtland und endlich "mein" Haus finden?) - aber das, was ich sonst so liebe, konkretes Planen von Touren und Ausflügen - fällt aus wegen ist nicht.


    Passt alle auf Euch auf und lasst Euch nicht unterkriegen!

    Eigentlich sind wir Deutschen ja mit dem Reisepass gesegnet, der weltweit am ehesten freies Reisen (kein Visum benötigt, Visa on arrival...) ermöglicht (ich glaube, nur Singapur ist noch "besser"). Uneigentlich erleben wir das jetzt zum ersten Mal (als Nicht-Ossis), dass Reisen beschränkt ist und wir nicht überall dahin reisen können, wohin wir wollen. Ich finde das beklemmend.

    Nach wochenlangem Ausnahmezustand sehe ich das nicht mehr so. Vor allem, weil in unserem Pekinger Umfeld niemand erkrankt ist, aber in Hamburg wurde jetzt jemand aus unserem Umfeld diagnostiziert. Und das wäre nicht nötig gewesen.


    Das lange Kopf-in-den-Sand stecken und "lass mal abwarten", bisschen China-Bashing noch dabei, sich dafür feiern, dass man gut vorbereitet ist und "Aussteigekarten" am Flughafen verteilt, hat dazu geführt, dass das Virus überhaupt erst in Deutschland Fuß fassen konnte. Und jeder Tag länger, der tatenlos abgewartet wurde, wird zusätzlich Menschen erkranken lassen, und zwar nicht 1-2, sondern Tausende mehr (das ist der Mist mit dem exponentiellen Wachstum). Ohne sehr einschränkende, sofortige Maßnahmen werden wir auch in Deutschland Zustände wie in Italien (und hoffentlich nicht wie in Wuhan) erleben, wo Ärzte vor der unmöglichen Aufgabe stehen zu entscheiden, welche Patienten an die wenigen Beatmungsgeräte kommen und wer sterben muss.


    Ich bin sehr, sehr wütend darüber, dass niemand den Mut hatte, diese harten, aber notwendigen Entscheidungen rechtzeitig zu treffen.

    Meine Tochter in Deutschland hat mir auch Fotos leerer Supermarktregale geschickt, aber gestern sei bis auf Toilettenpapier wieder alles dagewesen. Ich hoffe, das normalisiert sich jetzt, denn die Regale sind ja leer, weil so viele Leute gleichzeitig Vorräte angelegt haben, doch es wird ja weiter produziert und auch geliefert, das sollte sich also innerhalb von ein paar Tagen normalisieren. (Masken und Desinfektionsmittel jetzt mal ausgenommen, aber beides braucht man als gesunde Privatperson in Deutschland auch nicht wirklich.)


    Ende Januar hatten wir hier ziemlich ausgesuchte Obst- und Gemüseregale - allerdings ist das eine normale Erscheinung gegen Ende der Chinesischen Neujahrsferien, diesmal hat es nur etwas länger gedauert, bis sich das normalisiert hat, da viele Lieferanten, Shop-owner, Marktleute... nicht nach Peking zurückkehren durften und teils zweimal Quarantäne (1. Heimatort, 2. Peking) absitzen mussten. Aber es gab nie nichts.


    In den großen chinesischen Supermärkten gibt es inzwischen alles, als ich zuletzt im Jingkelong war, war es dort normal voll (sehr krasses Erlebnis, wo man doch sonst derzeit kaum auf Leute trifft) - und die Regale auch alle gut gefüllt. Wie immer eine unglaubliche Auswahl an Reis und Mehl in 3, 5 und 10 kg Säcken. Klopapier kein Problem. Trockene (chinesische) Nudeln habe ich nicht nach geschaut, aber frische gab es reichlich im Kühlregal. In den internationalen Supermärkten (die Importwaren aus aller Welt zu hohen Preisen anbieten) sind ab und zu die Import-Konserven oder Müslis ausverkauft, aber nach kurzer Zeit wieder da. Ausverkauft waren zwischenzeitlich importierte Putzmittel (die wir meiner Meinung nach aber nur brauchen, weil wir nicht lesen können, ob das nun Zeug für die Küche oder fürs Klo ist. ;) )


    Wir - und die meisten unserer Nachbarn - versorgen uns überwiegend über den Compound-Shop. Der macht zwar das Geschäft seines Lebens (auch ohne die Preise zu erhöhen), wünscht sich aber auch Normalität zurück. Den Laden muss man sich wie einen kleinen Tante-Emma-Laden vorstellen. Die Regale reichen bei dem erhöhten Andrang nicht aus, also stapeln sich Getränke-, Obst und Gemüsekisten jetzt draußen vor der Tür. Und weil wir ja in China sind, gibt es eine WeChat-Gruppe, in der angekündigt wird, wenn frische Waren eingetroffen sind:



    Wenn man will, kann man auch bestellen und bekommt alles an die Wohnungstür geliefert (Vorteil, wenn der Shop innerhalb des Compounds ist - wenn ich Obst im Laden an der Straße kaufe, muss ich selber schleppen).


    Beim "Bodenseebäcker" ;) gibt es auch alles wie gewohnt.


    Ebenso sieht es im "German Food Centre" aus (vor allem Metzger, hat aber auch Käse, Brot, Kuchen und Importwaren wie Sauerkraut- und Gurkenkonserven und überhaupt ein paar Konserven, Kaffee,...) - auch hier keine Engpässe.


    Trinkwasser - das hier anders als in Deutschland nicht aus der Leitung kommt - war zwischenzeitlich ein Problem, weil es einen Mangel an Fahrern gab, die halt noch nicht nach Peking zurückgekehrt waren. Statt der üblichen 19 Liter Kübel mussten wir uns Anfang Februar tatsächlich mal mit 4-Liter-Flaschen behelfen, und selbst die waren irgendwann knapp - aber inzwischen hat sich das normalisiert.


    Versorgung ist also gesichert - und ich denke, auch in Deutschland wird sich das jetzt nach der Hamsterwelle bald normalisieren.


    Eigentlich ist China ja eine "eating out"-Kultur. Peking hat ja nun schon vor über einem Jahr die Streetfoodwagen verbannt, aber die wenigen, die es bis vor Chinesisch Neujahr noch gab, sind nun auch weg. Die meisten Restaurants sind geschlossen und wo geöffnet ist, gelten strenge Regeln: Auslastung bis maximal 50%, nur jeder 2. Tisch darf besetzt werden und es dürfen höchstens 3 Leute zusammen an einem Tisch sitzen.


    Tatsächlich dürfte in China/Peking derzeit so viel privat selbst gekocht werden wie noch nie. Man kann sich über diverse Apps auch Lebensmittel liefern lassen, wenn man nicht vor die Tür will oder kann - Lieferungen muss man allerdings an den Compound/Community-Toren abholen, da es strikte Zugangskontrollen gibt und nur Bewohner hineindürfen.


    Das ist hier tatsächlich der größte Unterschied zu "vorher" (auch für uns): nicht Essen gehen, kein Essen liefern lassen.

    Erstmal tut es mir leid für alle, die jetzt finanzielle Einbussen haben.


    Auch wenn die Zahlen in China jetzt allmählich besser werden, die Restriktionen werden nicht aufgehoben, ganz im Gegenteil.


    Ein ehemaliger Nachbar von mir war in einem der Flugzeuge aus Moskau, wo 2 kranke Iraner mit an Bord waren. 2 Tage war er in einem netten Hotelzimmer in Quarantäne, dann wurde er mit einem Krankenwagen in ein flughafennahes Gebäude transportiert, so sein Einzelzimmer jetzt mehr einer Zelle gleicht - 12 Tage muss er da nur durchhalten und hoffen, sich nicht angesteckt zu haben.


    Die Angst, die Krankheit jetzt zu Re-Importieren ist überall spürbar. Die Zugangskontrolle in den Compounds wurde noch einmal verschärft. Überall wird darauf geachtet, dass bloß nicht zuviele Menschen aufeinander treffen. Langstreckenbusse fahren weiterhin nicht.


    Was bei den (Schnell-)Zügen hier ja anders ist als in Deutschland: es gibt nur Personen-Platz-gebundene Fahrkarten, es ist also wie im Flugzeug nachvollziehbar, wer wann wo gesessen hat - Nachverfolgung im Fall von Infizierten also möglich. Mit Taxis und Fahrdiensten wie Didi kommt man weiterhin nicht nach Peking hinein. Mittlerweile gibt es auch Zugangsbeschränkungen für Parks, sobald sich mehr als eine Handvoll Leute sammeln, werden sie von Wächtern auseinanander gescheucht. In Restaurants dürfen weiterhin nicht mehr als 3 Personen an einem Tisch sitzen, jeder 2. Tisch muss freibleiben (Abstand!), maximal 50% Auslastung gestattet. Sommerpalast ist weiterhin geöffnet (allerdings bleiben die Gebäude geschlossen) und es dürfen maximal 20.000 Leute/Tag hinein - und die Karten müssen mindestens einen Tag im voraus online gekauft werden.


    Aus meiner Deutsche-in-China-Sicht bin ich besorgt wegen der Untätigkeit der deutschen Behörden und ärgerlich darüber, dass viele Konsequenzen (zB Schutzausrüstungen für medizinisches Personal beschaffen) erst jetzt in Erwägung gezogen werden... Dass Großveranstaltungen wie die ITB, die Buchmesse etc. abgesagt wurden, finde ich richtig. Aber dass die Schulen nicht geschlossen werden, finde ich leichtsinnig, insbesondere in den beiden Fällen (Stade und - gerade entfallen), wo bereits Lehrer diagnostiziert wurden. Ich hoffe sehr, dass ich (und die anderen Pessimisten in dieser Hinsicht) mich irre, aber wenn ich sehe, dass sich die deutschen Zahlen von gestern auf heute mehr als verdoppelt haben, dann sehe ich in Heinsberg ein deutsches Wuhan und die deutschen Behörden scheinen die gleiche Fehler zu machen wie im Dezember/Januar die Chinesen.

    Moin,


    hier in Peking leben wir seit gut einem Monat in einer Art Ausnahmezustand. Obwohl in Peking die Zahl der Erkrankten deutlich zurückgegangen ist (aktuell noch 161 diagnostizierte Erkrankte von insgesamt 400 Fällen, 4 davon verstorben, Rest wieder gesund), ist kein Ende absehbar, stattdessen gibt es fast tägliche neue Verhaltensregeln, z.B. für den Besuch von Supermärkten: https://www.thebeijinger.com/b…ets-beijing-safe-shopping

    Auch für die Schulen wurden bereits Regeln erlassen und veröffentlicht (Desinfektion, Zugangskontrolle inkl. Temperaturmessung plus Berichtspflicht, Masken, Abstandsregeln, Hygiene in den Mensen...) - allerdings ist noch offen, wann die Schulen wieder eröffnen. Unsere Schule rechnet nicht damit, dass es vor dem 16. März passiert - und ob es dann soweit ist, ist weiterhin offen. Hatte ich bislang gehofft, mit der Wiedereröffnung der Schulen könnte sich das Leben normalisieren, sind nach Lektüre der Regeln diese Hoffnungen erstmal dahin.


    Mit der Prepperszene will ich auch nichts zu tun haben, aber ich glaube, dass es aktuell nicht schaden wird, ein paar mehr Vorräte als üblich zu haben. Riesenvorteil für Deutschland: Trinkwasser aus der Leitung. Vielleicht ist das übervorsichtig, aber im Fall der Fälle - Krankheitsfälle in der unmittelbaren Umgebung - ist es gut, wenn man nicht raus muss, insbesondere wenn man schon älter ist und/oder Vorerkrankungen hat. Die Extravorräte wird man hoffentlich nicht brauchen, aber diese lassen sich ja nach und nach verbrauchen.


    Jetzt aber zum Thema Reisen:

    Wir hatten zum Chinesischen Neujahr Besuch von unserem Mittleren und seiner Freundin. Da war Wuhan noch frisch und weit weg, was sich dann aber schnell geändert hat. Anstatt nach einer Woche Familienbesuch bei uns weiter nach Changsha zu fliegen und dort 3 Wochen zu wandern, sind sie am Ende nach 2 Wochen Peking wieder zurück nach Deutschland geflogen. Dem gingen unzählige Telefonate mit dem Reiseportal, über das sie gebucht hatten und verschiedenen Airlines voraus, da inzwischen ja viele Airlines ihren China-Betrieb eingestellt hatten. Die beiden haben sich übrigens freiwillig selbst für 2 Wochen zuhause eingebunkert.


    Ich selbst wäre dieses Jahr normalerweise bestimmt schon mindestens einmal nach Shanghai gereist - ausgefallen. Die für die Osterferien geplante Reise nach Guizhou in Chinas Südwesten: fällt aus. Eigentlich wollte ich mit meinen beiden Teenagersöhnen die kompletten Sommerferien in Deutschland, Schweden und Finnland verbringen, uneigentlich warten wir jetzt erstmal ab. Bis zu den Weihnachtsferien ist es noch lange hin, eigentlich würde ich dies Jahr wieder gerne nach Australien - aktuell lassen die mich aber gar nicht einreisen. Für mich als Deutsche mal eine ganz ungewohnte und unangenehme Erfahrung, dass meine Reisefreiheit begrenzt ist.


    Für uns als Reisende ist das schade, wenn wir nicht so reisen können, wie wir das wollen. Aber für die Leute in der Reisebranche, für die es zum Teil schon jetzt an die Existenz geht, ist das richtig übel.

    Ich hatte so ein Erlebnis schon mehrfach, wobei ich mich nicht an so starke Schiffsbewegungen unmittelbar vorm Anleger erinnern könnte, in den Hafenbecken ist es ja doch meist ruhiger. In dem obigen Fall hätte ich vermutlich doch ein wenig Puls und wäre aufgeregt, ob ich mein Fahrzeug anständig auf die Fähre kriege (das ist ja schon bei spiegelglatter See immer etwas aufregend, finde ich zumindest).


    Zuletzt bin ich vor ein paar Jahren mit meinem beiden Jüngsten von Helgoland über Cuxhaven während eines Orkanausläufers zurück nach Hamburg gefahren. Der Katamaran konnte aufgrund des Seegangs nicht fahren, also olles Motorschiff. Meine Jungs hatten Spaß, für die war das tatsächlich interessanter - bei ruhiger See fanden sie das fast so öde wie Busfahren. Allerdings fand der Spaß ein Ende, als eine ältere Dame umgeworfen wurde und zunächst nicht mehr aufstand (sie hat sich zum Glück erholt). Wir werden jedenfalls nicht seekrank und können das Abenteuer genießen - solange es nicht zu solchen Zwischenfällen kommt oder zuviele Kotztüten in Gebrauch sind und sich dieser spezielle Mief ausbreitet... Ich geh aber auch davon aus, dass Fähren schlicht und einfach nicht fahren, wenn es wirklich riskant ist.