Fachwerkkirche bei Eisenach

Wartha ist ein Stadtteil der größten Stadt des Thüringer Waldes, Eisenach, und liegt malerisch am linken Ufer der Werra. Der Name hat sich wegen des Grenzübergangs Wartha/Herleshausen zwischen dem einstigen Westen und dem früheren Osten im Gedächtnis der Deutschen eingeprägt. Wartha selbst kann aber auf noch viel ältere Geschichte zurückblicken. Eines der historischen Schmuckstücke steht inmitten des hübschen Orts, das mit kleinen Fachwerkhäusern und blumenreichen Vorgärten glänzt. Es handelt sich dabei um ein wahres Kleinod – um die kleinste Fachwerkkirche Thüringens.

Das evangelische Gotteshaus, dessen Grundfläche rund 60 Quadratmeter beträgt – also nicht viel mehr als eine durchschnittliche Wohnung – wurde wahrscheinlich 1568 erbaut und steht seit 1979 unter Denkmalschutz. Es ist ein Beispiel der Ständerbauweise, was nichts weiter bedeutet, als dass die senkrecht stehenden Balken – die Ständer – die tragende Konstruktion eines Gebäudes sind.

Viel kleiner geht es nicht mehr

Der Innenraum der Kirche ist mit seinen Emporen schlicht eingerichtet. Viel Platz hätte es für ausschweifende Architektur und Ausschmückungen auch nicht gegeben. An der Nordseite des Bauwerks befindet sich eine überdachte Treppe, von der aus die Emporen zu erreichen sind. Diese werden wie die Decke von einem im Innenraum mittig stehenden Holzpfeiler gestützt. Die Ostseite wird von einem Dachturm, in dem sich noch eine alte Glocke befindet, gekrönt. Zu der historischen Ausstattung der Kirche gehört ein altes, achteckiges Taufbecken, das vermutlich aus dem Jahr 1587 stammt und ein etwas jüngeres Kruzifix sowie die Orgel aus dem 19. Jahrhundert. Charakteristisch sind die zwei Spitzbogenfenster aus Buntglas, die sich hinter dem Altar befinden.

Die Fachwerkkirche, die von einer üppigen Kletterrose geschmückt ist, und die Ortschaft selbst verleihen der Gegend eine unvergessliche idyllische Atmosphäre.

Michael Moll

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.

Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.

Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.


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