Dänemark mit dem Wohnmobil

2007 – Mit einem Luxuscamper durch Dänemark

Mit einem Luxus-Wohnmobil ging es für einige Tage durch Dänemark. Ich holte das Fahrzeug bei der Fa. Bürstner in Kehl ab und fuhr dann erst einmal nach Essen zurück um es zu beladen. Es handelte sich um einen Drei-Achser auf Fiat Ducato-Basis mit 4,5 Tonnen Gesamtgewicht und 9 m Länge. Was ich erst am letzten Tag der Reise erfuhr, war die Tatsache, dass ich mit dem Fahrzeug nur 100 km/h auf deutschen Autobahnen fahren darf. Doch schon am ersten Tag habe ich herausgefunden, dass der Wagen mindestens 150 km/h fahren kann. Jaja, die Fahrschulzeit ist lange vorbei…

Anschließend ging es nach Dortmund, wo ich Moni abholte und wir dann weiter nach Norden fuhren. Schon unterwegs merkten wir, dass WIR die Sehenswürdigkeit sind. In Essen lief ein älterer Herr gegen eine Laterne, als er sich nach dem Wagen umschaute und auf dem Rastplatz wurde der Wagen von einer Busladung älterer Pärchen ausgiebig inspiziert.

Luxus pur

Aber auch für uns wurde der Wagen nicht sofort zur Normalität. Es dauerte, bis wir uns mit den Einrichtungen einigermaßen vertraut gemacht hatten. Die elektrisch ausfahrbare Satellitenschüssel sucht automatisch den Satelliten. Es darf aber kein Baum in Richtung Süden sein – aha. Die Heizung hat kein Gebläse, wird aber ziemlich warm im Wagen – soso. Die Rückfahrkamera funktioniert auch, wenn man vorwärts fährt – interessant. Das Piepen während der Fahrt bedeutet, dass die elektrisch ausfahrbare Trittstufe noch draußen ist – achso…

Aber alles in allem kommt man mit dem Handling des Wagens sehr schnell gut zurecht. Er hat lediglich einen riesigen Wendekreis, aber ansonsten war es nach kurzer Zeit kein Problem mehr, durch kleinste Straßen zu lenken oder rückwärts einzuparken. Lediglich auf Parkplätzen z.B. bei Lidl & Co war es praktisch, wenn zwei davon hintereinander frei waren, die von uns auch komplett genutzt wurden. Naja, wir waren ja auch zu zweit…

Erst fuhren wir auf die Insel Als und später über Haderslev nach Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks, die einfach nur gemütlich und schön war. Hier lohnt sich auf jeden Fall ein Rundgang durch die alten Gassen. Zum Pflichtprogramm in Dänemark gehört natürlich eine Fahrt auf die Insel Rømø, die mit dem Festland durch einen Damm verbunden ist. Dass man auf der Insel nicht frei stehen darf, wusste ich schon aus einer früheren Reise, wo mich die Nacht dann umgerechnet 75 Euro kostete. Doch diesmal sollte es nur ein Tagesausflug werden. Der kilometerweite Strand ist einfach faszinierend und verlockt zu weiten Fahrten mit dem Wohnmobil. Doch gerade bei diesem Wagen war Vorsicht geboten, denn auf Steckenbleiben im Sand hatten wir bei viereinhalb Tonnen keine große Lust.

Von Esbjerg bis Skagen

Weiter ging es nach Norden, wo in Esbjerg die Skulptur der sitzenden Männer auf uns wartete und wir später zum Ringkøbing Fjord fuhren. Ziemlich weit im Norden besuchten wir das Bunkermuseum bei Hanstholm und das Nordseemuseum von Hirtshals. Ein riesiges Aquarium und zahlreiche kleine und große Innen- sowie Außenbecken erklären die Nordsee. Wirklich gelungen, auch wenn ich sonst kein großer Zoo-Freund bin. Ich sehe die Tiere lieber in natura, was uns am Kap von Skagen auch gelang. Direkt am Zusammentreffen von Nord- und Ostsee lagen einige Seehunde herum. Da wir uns zu Fuß von der Ostsee-Seite her näherten, erkannten wir das erst sehr spät. Wir freuten uns schon auf ein paar gute Bilder, als wir sahen, dass von der Nordsee-Seite aus, der Touristentrekker mit einem Höllenlärm angetuckert kam. Leider war dieser eher am Kap als wir. Es muss nicht erwähnt werden, dass die Seehunde den Sprung in die Ostsee vorzogen.

Von dort fuhren wir wieder südwärts an der Ostsee entlang, besuchten Aalborg, Ebeltoft und die Inseln Fyn und Langeland. In Odense gab es einen kurzen Besuch im Hans Christian Andersen-Museum und anschließend passierten wir die 19 km lange und größte europäische Brücke, die Seeland mit Fyn verbindet, die Størebælt-Brücke. Ein bisschen feuchte Hände bekam ich bei der Überfahrt schon, das muss ich zugeben. Aber irgendwie ist es auch ein Erlebnis.

Auf dem weiteren Weg kamen natürlich noch die Städte Roskilde, Helsingør und selbstverständlich Kopenhagen. Selbst in der Hauptstadt hatten wir kein größeres Problem, mit diesem Wohnmobil einen Parkplatz zu finden. Anschließend folgte der Besuch von Møns Klint, bevor es über Falster und Lolland wieder nach Deutschland zurückging.

Auf dieser Reise entstanden übrigens große Teile des Wohnmobilreiseführers Dänemark.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar


Kleine Rechenaufgabe Die Zeit für die Eingabe ist abgelaufen. Bitte aktivieren Sie das Captcha erneut.

Mehr in Wohnmobiltouren
Concordia II auf der Harle
2006 – Womo-Wochenende in Ostfriesland

Ein Wochenende auf dem Stellplatz in Harlesiel und ein Blick in die Papenburger Werft. Weiterlesen

Schließen