Ruine der Burg Coraidelstein

Wanderung durch das Dortebachtal an der Mosel

Aus Holz geschnitzte Eidechsen weisen uns den Weg durch das enge Dortebachtal, während ihre lebenden Artgenossen vor uns über den Weg huschen. Im stetem Auf und Ab wandern wir durch ein wunderbares Naturschutzgebiet, welches an heißen Sommertagen Kühle und Erfrischung verspricht, nicht zuletzt durch einen plätschernden Wasserfall. Zudem bietet uns diese angenehme Wanderung auf den Moselhöhen eine tolle Aussicht in das Tal der Mosel.

Der folgende Text stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer „Wanderungen an der Mittelmosel“. Die Angaben können daher veraltet sein.

Wir beginnen unsere Wanderung vom Parkplatz in Klotten aus mit einem Spaziergang auf dem kombinierten Fuß- und Radweg an der Mosel. Dabei genießen wir nicht nur die Promenade entlang der schönen Häuser und passieren die Anlegestelle der Fähre von Klotten, sondern haben auch die Möglichkeit zur Einkehr in den Restaurants Hotel zur Linde, Moselterrasse oder Restaurant zur Post.

Moselfähre bei Klotten

Moselfähre bei Klotten

Schon im siebten Jahrhundert wurde der kleine Moselort Klotten erwähnt, welcher von steilen Schieferwänden umgeben ist. Auf einer der Kuppen thront oberhalb von Klotten die Ruine der Burg Coraidelstein, deren Bergfried noch deutlich zu erkennen ist.
Am Moselufer scheint die Fähre, die an der Promenade von Klotten ablegt und die Mosel überquert, unsinnig zu sein, denn auf der anderen Flussseite am bewaldeten Steilhang sehen wir nichts. Doch die kleine Motorfähre verbindet diesen idyllischen Ort mit einer Straße und dem Moselradweg, die sich im dichten Wald verstecken.

Wir wandern am Parkplatz des Bahnhofs vorbei und nehmen dabei die Wanderer, die mit der Bahn anreisten mit. Wir folgen weiterhin der Mosel flussabwärts und lassen den Ort hinter uns. Etwa 500 Meter begleitet uns nun die Bundesstraße 49. Doch schon ein Blick zurück entschädigt uns mit einer malerischen Ansicht des kleinen Ortes an der Mosel. Und wenn wir dann an einem schotterigen Parkstreifen nach links abgebogen sind und die Bahnstrecke unterquert haben, vergessen wir den Autolärm sofort wieder: Wir stehen am Beginn des herrlichen Naturschutzgebiets Dortebachtal.

Holzbrücke im Dortebachtal

Holzbrücke im Dortebachtal

Herzlich Willkommen im ältesten Naturschutzgebiet im Bereich der Mittelmosel. Das schmale Dortebachtal, entstanden in der letzten Eiszeit, ist Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere. So hat der Apollofalter hier seine Heimat genauso gefunden wie die sehr seltene und daher streng geschützte Heilpflanze Diptam. Sie ist auch als Brennender Busch bekannt. Denn sie bildet so viel ätherisches Öl, dass in der Sonnenhitze brennende Gase entstehen können. Der Seidelbast hingegen bringt das Tal mit seinen rot-violetten Blüten auch ohne Selbstentzündung zum Leuchten. Der Behaarte Ginster und Streifenfarne füllen die Spalten zwischen kleineren Felsen, die von Smaragdeidechsen und Hirschkäfern bewohnt werden. Während sich die Wasseramsel am rauschenden Dortebach auf Nahrungssuche begibt, können wir mit etwas Glück sogar dem farbenprächtigen Eisvogel beim Fischfang zusehen.

Wanderung durch das Dortebachtal

Hinter den Bahngleisen wenden wir uns nach links und wandern auf einem schmalen Schotterpfad an einer Sitzbank vorbei ins Dortebachtal hinein. Während wir schon die ersten Höhenmeter überwinden, plätschert der kleine Bach neben uns leise vor sich hin. Wir werden ihn im Laufe unserer Wanderung mehrfach überqueren. An der zweiten Holzbrücke folgen wir dem Schild mit der kleinen Eidechse nach rechts und gewinnen nun deutlich an Höhe. In mehreren Serpentinen wandern wir bergauf, bis wir auf einen querverlaufenden grasigen Weg stoßen.

Schifffahrt auf der Mosel

Schifffahrt auf der Mosel

Nach rechts würden wir in wenigen Momenten den Aussichtspunkt Kasteschkopp erreichen. Dieser ermöglicht einen fantastischen Ausblick über das Mittelmoseltal. Wir aber halten uns links, überqueren eine kleine Lichtung und wandern am Waldrand entlang abermals nach links. Geradeaus queren wir ein Waldstück und verlassen vorläufig das Naturschutzgebiet Dortebachtal. Doch wenn wir über eine weitere Lichtung gehen, erkennen wir, dass die Landschaft hier oben auf dem Plateau nicht minder schön ist. Am Waldrand wandern wir abermals links, nun zwischen leuchtenden Feldern. Der Weg führt uns schon bald bis zu einem asphaltierten Wegstück.

Nach einer sanften Steigung haben wir bereits den Bauernhof Annischer Hof im Blickfeld. Hinter einer Streuobstwiese schwenken wir links in die Zufahrt, wandern quer über den Bauernhof und dann geradeaus auf einen Wald zu. Am Waldrand wenden wir uns nach rechts und genießen die Frische, die aus dem Wald zu uns zieht. Der Weg gabelt sich und wir entscheiden uns für den linken Weg. Dieser führt uns mit einem Gefälle schon bald auf einem großen Linksbogen durch den Wald. Wir verlassen den kleinen Forst geradeaus und biegen an der ersten Kreuzung nach links ab. Der asphaltierte Landwirtschaftsweg bringt uns für kurze Zeit wieder in das Naturschutzgebiet.

Wegbeschilderung im Dortebachtal

Wegbeschilderung im Dortebachtal

Ausblick auf die Burg Coraidelstein

Eichen und Buchen schützen uns mit ihrem Blattwerk vor der Sonne, während wir uns an der ersten Gabelung links halten. Wenig später wandern wir an einem Zaun links vorbei, und eine Sitzbank lädt uns zu einer Pause ein. Ein schmaler Schotterpfad führt uns serpentinenartig in das tief eingeschnittene Tal hinab. Das immer deutlichere Plätschern des Dortebachs und eine kühle Frische signalisieren uns, dass wir fast die Talsohle erreicht haben. Und plötzlich taucht eine rund 5 Meter hohe Schieferwand vor uns auf, über den der Bach als zarter Wasserfall hinab fällt.

Unser Weg führt uns nun direkt am Bach entlang, zunächst mit einer Seilsicherung, da der Weg nass und glitschig sein kann. Wir überqueren kleine Brücken, ziehen unsere Köpfe unter umgestürzten Bäumen ein, steigen einige Treppen hinab und genießen die Kühle des Waldes und das Rauschen des Baches. Mit stetem Gefälle erreichen wir wieder die Brücke, wo uns die kleine hölzerne Eidechse nach rechts den Weg zum Hochplateau wies. Wir aber wandern jetzt – ohne den Bach zu überqueren – geradeaus weiter, unterqueren die Bahnlinie und verlassen das Naturschutzgebiet.

Ruine der Burg Coraidelstein

Ruine der Burg Coraidelstein

Wir queren die Bundestraße und wandern auf dem Fuß- und Radweg nach rechts – zur Linken grüßt uns die Mosel. Auf einer Bergkuppe oberhalb der Ortschaft erkennen wir nun auch die Ruine der in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts erbauten Burg Coraidelstein, die bis zum Jahr 1830 bewohnt war. Wir kommen am Bahnhof vorbei und erreichen über die Promenade wieder unseren Ausgangspunkt.

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