Wildgehege im Dhrontal

Wanderung durch das Dhrontal zur Mosel

Das grün leuchtende und ruhige Dhrontal erwartet uns, wenn wir uns gemütlich vom Ortsteil Papiermühle auf den Weg zur Mosel machen. Wenn wir den Piloten auf dem Flugplatz Neumagen-Dhron bei ihrer Tätigkeit zuschauen, sehen wir das enge Dhrontal von oben. Und auf dem Rückweg durchwandern wir diese schöne Landschaft, begleitet vom sanften Rauschen des gleichnamigen Flusses.

Der folgende Text stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer „Wanderungen an der Mittelmosel“. Die Angaben können daher veraltet sein.

Weinbau an der Mosel

Weinbau an der Mosel

Den kleinen Schotterparkplatz am Ortseingang lassen wir hinter uns. Wir überqueren die Landstraße und werfen zunächst einen Blick auf die kleine Kirche mit ihrer schlichten Rosette über dem Portal. Wir gehen links an der Kirche vorbei in die Stefan-Andres-Tal-Straße und überqueren nach wenigen Augenblicken eine Brücke. Unter unseren Füßen rauscht die Kleine Dhron, die nur wenig später in die Dhron münden wird.

Sanft plätschert die Dhron auf ihrem 36 Kilometer langen Weg von ihrer Quelle bis zur Mündung in die Mosel dahin. Auf ihrem Weg leiht sie dem Weiler Bischofsdhron ihren Namen. Ebenso der Kleinen Dhron, die im Neumagener Ortsteil Papiermühle ihr wasserreichster Zufluss ist. Die Kleine Dhron schafft es ihrerseits auf 28 Kilometer und entspringt in der Nähe des höchsten Hunsrückgipfels, des Erbeskopfs. Sie durchfließt klangvolle Ortschaften wie Dhronecken und Dhrönchen, wo sie auch zur Dhrontalsperre gestaut wird.

Wildgehege im Dhrontal

Wildgehege im Dhrontal

Wanderung durch den Ort Papiermühle

Hinter der Brücke wenden wir uns nach rechts und wandern auf dem asphaltierten Weg leicht bergauf durch eine sanfte Linkskurve. Wir gewinnen an Höhe und blicken auf die letzten Häuser des Ortsteils Papiermühle hinab. An einer Gabelung entscheiden wir uns für den linken Weg. Schon nach wenigen Augenblicken windet sich die Asphaltstraße nach links. Wir hingegen wandern in der Kurve geradeaus auf dem schotterigen Feldweg weiter. Während wir zu unserer Linken einen bewaldeten Hang haben, überblicken wir rechter Hand das weite Dhrontal.

Der sanft ansteigende Weg führt uns an Feldern und Sträuchern vorbei. Sie bieten einen idealen Lebensraum für den hier vorkommenden Langstreckenzugvogel Neuntöter. Nach einer weiten Linkskurve erreichen wir eine Kreuzung, an der wir uns zunächst nach rechts wenden, aber sofort an einer Gabelung den linken, steil aufwärts führenden Weg wählen. Durch einen dichten Mischwald führt uns der schmale Pfad hinauf bis zu einem Hochsitz. Wir wandern an ihm vorbei und erreichen ein Hochplateau, auf dem wir nun die nächste Zeit ohne Steigungen gemütlich weiter wandern. Unser Blick streift zu unserer Linken über die weiten Felder des Hunsrücks. Währenddessen möchte sich zu unserer Rechten der kleine Flugplatz Neumagen-Dhron hinter Hecken verstecken.

Wanderung im Dhrontal

Wanderung im Dhrontal

Der Luftsportverein Neumagen-Dhron ist am gleichnamigen Flugplatz ansässig und auf den Segelflug spezialisiert. Der Verein wurde in den 1970er Jahren gegründet und erhielt die Genehmigung für diesen kleinen Flugplatz. Er unterhält zwei Motorflugzeuge, in dem bis zu drei Passagiere mitfliegen können, sowie vier Segelflugzeuge, welche lautlos durch die Lüfte gleiten. Gestartet wird auf einer rund 750 Meter langen grasigen Piste. Und schon geht es hoch hinaus auf die Suche nach der geeigneten Thermik, damit das Segelflugzeug lange genug seine Runden drehen kann. Zwischen Ostern und Oktober ist an den Wochenenden meist jemand anzutreffen. Warum also nicht einfach mal anklopfen und nach einem Rundflug fragen?

Das Dhrontal von oben?

Wir wandern ein langes Stück parallel zur grasigen Start- und Landebahn, auf der manchmal ein Segelflieger abhebt. Unser Weg bringt uns an einem Wegekreuz vorbei zu einer einzelner Linde. In ihrem Schatten lädt eine Sitzbank zu einer Pause ein. Einem asphaltierten Weg folgen wir zunächst nach rechts, verlassen ihn aber bereits nach 50 Metern ebenfalls nach rechts. Wir kreuzen die Einflugschneise und genießen wir die Stille dieses Hochplateaus, während sich wenig später Weizen und Roggen im Wind wiegen. Der Weg führt uns auf einen Wald, doch in einer Linkskurve verlassen wir ihn nach links und wandern auf einem grasigen Pfad am Waldrand neben einem Feld entlang.

Heuballen kündigen den Herbst an

Heuballen kündigen den Herbst an

Wenn der Wald zu unserer Rechten zurückweicht, stehen wir an einem Aussichtspunkt und blicken hinunter in das mittlerweile enger gewordenen Dhrontal. Wir setzen unseren Weg fort, wandern an einem Walnussbaum vorbei, halten uns an den Weinbergen rechts und folgen nun dem ausgetretenen Pfad, der uns fortan steil bergab führt. An den Rebstöcken mit ihren vielen Rieslingtrauben vorbei kommen wir zu einer Treppe, die uns durch die Weinlage Roterd führt. Am Treppenende gehen wir nach rechts und genießen die Aussicht über Neumagen-Dhron hinweg auf das Moseltal.

Wildgehege im Dhrontal

Nach einer Linkskurve wandern wir erneut bergab bis zu einer T-Kreuzung, biegen abermals nach rechts und spazieren unter Baumkronen hindurch. An einer asphaltierten Straße erreichen wir die ersten Häuser und wenden uns nach links, schwenken aber wenig später in den Enschenmühlerweg nach rechts. Unser Weg führt an der Dhrontal-Halle vorbei bis zu einer Kelter. Hier veranschaulicht uns eine Hochwassermarkierung, dass auch die kleine Dhron gefährlich über ihre Ufer treten kann. Während sie aber heute sanft in ihrem schmalen Bett dahinzieht, wandern wir an den letzten Häusern der Ortschaft mit einer sanften Rechtskurve zur Sägemühle und queren das Firmengelände.

Ausblick in das Dhrontal

Ausblick in das Dhrontal

Ein Schotterweg führt uns anschließend durch das ruhige Tal der Dhron. Felder und Baumreihen entlang unseres Wegs wechseln sich immer wieder ab. Es sind einige hundert Meter durch die herrliche Landschaft, bis wir zu unserer Rechten ein Wildgehege erkennen. Die vielen Rehe bleiben scheu in der Ferne, während wir an Kirschbäumen vorbei weiter wandern. Wir genießen die ruhige Wanderung in dem immer enger werdenden Tal und staunen über die sanft wirkende Dhron, wenn wir an den Hochwassermarkierungen vorüberkommen.

Wein über Wein

Wein über Wein

Der bis dahin ebene Weg steigt kurz an und mündet bald darauf in den uns vom Hinweg bekannten Asphaltweg. Wir folgen ihm jetzt abwärts, halten uns links, um von der Brücke ein letztes Mal dem Wasser der Kleinen Dhron hinterher zu schauen. An der kleinen Kirche wenden wir uns nach links und erkennen auf der anderen Straßenseite unseren Ausgangspunkt.

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