See im Nationalpark

Wohnmobilreise durch Ungarn – Balaton Nordufer

KESZTHELY – BALATON / PLATTENSEE NORDUFER – BALATONALMADI

Entfernung: Rund 95 Kilometer, ohne Abstecher.
Strecke: Straße 71 über Szigliget und Tihany bis Alsóörs – Nebenstraße bis nach Veszprém – Nebenstraße bis nach Balatonalmádi.
Abstecher nach Tapolca, ca. 10 km und Nagyvázsony ca. 15 km.
Reisedauer: mindestens zwei Tage.
Höhepunkte: Badeurlaub am Balaton * – Halbinsel Tihany ** – Rundgang durch Balatonfüred * – Burgviertel von Veszprém **.

Als ungarisches Meer wird er bezeichnet. Der Plattensee bzw. Balaton. Einer Sage nach steht in der Tiefe des Sees eine Kirche, in der ein Mädchen weint. Und nur solange dem Mädchen die Tränen fließen, die das Wasser seidenweich werden lassen, gibt es Wasser im Balaton. Doch wie klein muss die Kirche sein? Denn an der tiefsten Stelle des Sees werden gerade mal 12 m gemessen. Da passt eher die Legende von dem Hirten, der einst über eine Weide schritt und einen Stein aufhob. Dieser Stein verstopfte eine Quelle, aus der sich nun das Wasser über die Weide ergoss und sich nun zum Balaton ausbreitete.
Legende hin oder her, die Fakten besagen, dass der Plattensee rund 77 km lang ist und an der breitesten Stelle 14 km misst.

Auf Grund der seichten Wassertiefe gehört er trotz teilweise starker Winde nicht zu den gefährlichen aber dennoch zu den unberechenbaren Seen. Das macht ihn natürlich zu einem attraktiven Wassersportgebiet. Allerdings, wer schwimmen will muss sich zumindest an der Südseite teilweise weit rauswagen. Denn gerade in Ufernähe ist es nicht ungewöhnlich, dass man sich erst viele Meter vom Strand entfernen muss, bevor die Wasseroberfläche die Hüfte erreicht. Doch zu weit hinaus darf man auch nicht. Ohne Begleitung durch ein Wasserfahrzeug ist es verboten, sich weiter als 1.000 m vom Ufer zu entfernen. Auf den Gebieten der Komitate Veszprém und Zala darf man sich sogar nur 500 m von der Uferlinie entfernen.

Es gibt weitere Verbote, die allerdings Sinn machen und nicht nur der Sicherheit, sondern auch der Ruhe und Erholung dienen. So ist beispielsweise der private Schiffsverkehr mit Motoren untersagt. Segelboote dürfen die Hilfsmotoren nur innerhalb des Hafens oder natürlich im Notfall verwenden. Gerade der Segelsport ist am Balaton sehr beliebt. Zahlreiche gut ausgestattete Häfen und Jachtklubs stehen zur Verfügung.

Doch trotz alledem ist auch Vorsicht angesagt. Vor den Stürmen, die plötzlich und unerwartet auftreten können warnt am gesamten Ufer an gut sichtbaren Stellen ein Blinklicht. Es gibt Sturmwarnungen ersten Grades, bei denen alle zwei Sekunden das Licht aufblinkt. Dann weht der Wind mit 40 bis 60 km/h. Surfen darf man dann nur noch 500 m vom Ufer entfernt. Wenn das Licht im Sekundentakt aufleuchtet, ist das Baden verboten. Der Wind kann dann eine Geschwindigkeit von 120 km/h erreichen. Surfer dürfen sich in dem Fall nur noch 100 m von der Uferlinie entfernen.

Das seichte Wasser ist natürlich auch ein Grund für seine Attraktivität, denn durch diese Naturgegebenheit erwärmt sich das Wasser sehr schnell. So ist es nicht außergewöhnlich, wenn das Wasser bereits Ende Mai eine Temperatur von 18° C erreicht und in heißen Sommern nicht immer vom kühlen Nass gesprochen werden kann. Denn gerade in den Sommermonaten kann es vorkommen, dass die Wassertemperatur höher liegt als die der Luft. Innerhalb von zwei Jahren ist das Wasser des Sees komplett ausgetauscht. Frischwasser kommt vom Fluss Zala, der im Südwesten in den See mündet und fließt wieder ab durch den Sió-Kanal. Dieser wiederum trägt das Wasser bis zur Donau.

Diese Daten machen den Balaton damit zur beliebtesten Urlaubsregion der Ungarn. Doch auch Deutsche sind hier viel gesehene Gäste, nicht zuletzt auf Grund der Reisen der damaligen DDR-Bürger. Auch schon zu sozialistischen Zeiten galt in den damaligen Ostblockstaaten der Plattensee als eine herausragende Ferienregion. Diese Beliebtheit birgt natürlich auch Nachteile, insbesondere in der Hochsaison, wenn fast alle Hotels, Campingplätze und Strände geradezu übervölkert sind. Die Infrastruktur am See ist dementsprechend perfekt. Kein Ort, der nicht über Übernachtungsplätze oder Einkaufsmöglichkeiten verfügt und alle sind mit der Straße 71 auf der Nordseite und der Straße 7 im Süden miteinander verbunden.
Ein weiterer Störfaktor für den Ruhe suchenden Urlauber kann die Bahnstrecke sein, die teilweise nur wenige Meter vom Ufer entfernt ist und um den ganzen See führt. Die Gleise müssen in vielen Orten erst überquert werden, bevor man den See erreichen kann. In dieser Etappe wird eine Reise um den Balaton im Uhrzeigersinn beschrieben.

Erwähnenswert ist der sehr gut ausgebaute und beschilderte Fahrradweg, der seit 2003 ebenfalls einmal um den See führt. Bei der nun folgenden Routenbeschreibung um den Balaton sind nur einige Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten aufgezählt. Es kann nur eine kleine Auswahl bzw. ein kleiner Überblick der hiesigen Beherbergungsmöglichkeiten aufgeführt werden.

Praktische Hinweise – Balatonregion
– Balaton-Schifffahrt AG, Krúdy sétány 2, 8600 Siófok, Tel: 084-31 21 44, Fax: 08- 31 29 07, E-Mail: info@balatonihajozas.hu. Web: www.balatonihajozas.hu. Häfen der Weißen Flotte finden sich in Badacsony, Balatonboglár, Balatonföldvár, Balatonfüred, Balatonlelle, Balatonszemes, Fonyód, Siófok und Szigliget.

– Wasserrettungsdienst, Tel: 087-56 85 99 oder 087-56 81 68, E-Mail: info@vizimentok.hu, Web: www.vizimentok.hu.

Route: Wir beginnen die Fahrt in der Balaton-Hauptstadt Keszthely. Dort verlassen wir die Stadt in östliche Richtung auf der Straße 71. Die ersten 14 Kilometer sind bereits aus Route 2 bekannt. In dem dort beschriebenen Balatonederics folgen wir weiter der Straße 71, überqueren die Bahngleise und erreichen nach vier Kilometern den Abzweig nach rechts in das kleine Örtchen Szigliget.

Bis zur später beschriebenen Halbinsel Tihany begleitet uns auf der linken Seite der 1997 gegründete Nationalpark Balaton-Oberland (Balaton Nemzeti Park). Mit seiner Fläche von rund 56.000 ha erstreckt er sich fast über die gesamte Nordseite des Plattensees. Hier befinden sich zahlreiche Geysirkegel, die als Hinterlassenschaft der einstigen vulkanischen Aktivität geologisch betrachtet sehr hoch geschätzt werden. In dem so genannten Becken von Tapolca sind die dortigen Berge mit Gebilden aus Fels und Kalkstein gespickt. Es handelt sich hierbei um ein Erbe des Pannonischen Meeres, das in versteinerter Form zurück blieb. Die Felsen umrahmen das Becken, so dass es im Volksmund auch Steinmeer genannt wird. Weitere Informationen über den Schutz der dortigen Flora und Fauna gibt die Direktion des Nationalparks (Balaton-felvidéki Nemzeti Park) in der Vár u. 31 in 8200 Veszprém.

Szigliget gilt als eines der schönsten Dörfer am Plattenseeufer. Zu sehen gibt es dort neben den Ruinen einer Kirche aus Basaltsteinen aus dem 12. Jahrhundert auch die Überreste der Burg Szigliget. Sie steht auf dem über 240 hohen Berg Vár-hegy und wurde durch eine Sprengung durch die Habsburger Anfang des 18. Jahrhunderts zerstört. Im Dorf selber stehen einige denkmalgeschützte sehenswerte Bauernhäuser, deren Dächer mit Schilf gedeckt sind.
Interessant zu sehen ist auch der Esterházy-Palast aus dem 19. Jahrhundert. Mehr als 150 verschiedene Nadelbaumarten wachsen in dem Park, der das Palais umgibt.

Praktische Hinweise – Szigliget
Feste und Folklore:
In der Burg wird in den Monaten Juni bis August der so genannte Szigligeter Sommer gefeiert.

Restaurant Eszterházy Pince, Kossuth Lajos útca 3, Tel: 087-46 10 44, Fax: 087-46 11 06.

– Várvendéglő, Kisfaludy Sándor útca 30, Tel: 087-46 10 40.

Hotel Haus Plattensee, Külshőhegyi útca 54, Tel: 087-46 18 86, Fax 079-36 33 23. Kleines Hotel mit nur 5 Doppelzimmern in unmittelbarer Nähe zum Schlosspark.

Jugendherberge:
Medosz Üdülőszálloda, Antalhegyi útca, Tel: 087-46 10 18.

Route: Zurück auf der Straße 71 fahren wir weiter Richtung Osten mit Blick auf den Berg Badacsony. Bereits nach einem Kilometer biegen wir links ab nach Tapolca, das wir nach rund 10 km erreicht haben.

Abstecher nach Tapolca

Die im Jahr 1272 erstmals erwähnte Stadt Tapolca hat nicht viel zu bieten. Sie gilt als Hauptstadt des Bauxit-Abbaus, was in der Zeit des Sozialismus ohne Rücksicht auf die Umwelt betrieben wurde. Doch die Industriestadt, die von Basaltbergen umgeben ist, beherbergt einen See, der sich in der 4 km langen Höhle Tavasbarlang befindet. Diese Höhle wiederum ist Teil eines weit verzweigten Karsthöhlensystems, das durch Vulkanismus entstand. Die Gänge und Räume der Höhle wurden durch das heiße Wasser in den Kalkstein gegraben. Im Sommer kann die Höhle mit einem Ruderboot besichtigt werden. Dabei kann man die heilende Wirkung der mit Mineralstoffen angereicherten Luft spüren, denn die Luft unter der Stadt ist staub- und pollenfrei.

Praktische Hinweise – Tapolca
Tourinform, Fő tér 17, Tel: 087-51 07 77, Fax: 087-51 07 78, E-Mail: tapolca@tourinform.hu, Web: www.tapolca.hu.

Feste und Folklore:
Tapolcaer Sommer von Juni bis einschließlich August mit zahlreichen Aufführungen auf der Wasserbühne.

Restaurants Lovász Pizzeria, Berzsenyi Dániel útca, Tel: 087-41 09 87.

– Hubertus Vendéglő, Juhász Gyula útca 78, Tel: 087-31 33 60.

Hunguest Hotel Pelion, Vörösmarty u. 91, Tel: 083-34 31 09, E-Mail: reserve@hotelpelion.hunguesthotels.hu, Web: www.hunguesthotels.hu. Das zur Hunguest-Kette gehörende Hotel liegt mitten im Herzen der Stadt, direkt über der Tavasbarlang-Höhle und wurde im Sommer 2003 eröffnet. Die vollklimatisierten Zimmer verfügen über Telefon, Minibar und sind zum Teil behindertengerecht. Neben einem Restaurant bietet das Hotel auch Squash- und Tennisplätze sowie eine Minigolfanlage. Angeboten werden weiterhin unter anderem Thermalbecken und eine Sauna, während die Kinder im hoteleigenen Kindergarten betreut werden können.

– Hotel Villám Lovaspanzió, Templom tér 4, Tel: 087-41 39 43. Kleines 2-Sterne-Hotel mit 6 Zimmern, abgeschlossenem Parkplatz, Garten, Safe und einem Massagesalon. Hier besteht die Möglichkeit zu einem Ausritt.

HAUPTROUTE

Route: Wir fahren auf dem gleichen Weg wieder aus der Stadt hinaus. Wenn wir auf die Straße 71 treffen, biegen wir links ab und folgen dieser weiter. Dort erreichen wir den bereits vorher erblickten Berg Badacsony.

An dem Berg Badacsony kann man die geologisch wertvollen Basaltorgeln betrachten. Hierbei handelt es sich um erstarrte Lavasäulen, die einem abermals in Erinnerung rufen, dass es sich hier um eine Region handelt, in der es einst zahlreiche vulkanische Tätigkeiten gab. Der 437 m hohe Badacsony ist der größte Berg, der zur Gemeinde Badacsonytomaj gehört. Weitere Erhebungen sind die Berge Gulács mit 339 Metern Höhe nördlich vom Badacsony sowie die zwischen Tapolca und Badacsonytomaj befindlichen Berge Szent György mit 415 m und dem Csobánc mit 376 Metern. Sie werden auch Zeugenberge genannt, da sie auf Grund ihres vulkanischen Ursprungs Aufschluss über die Höhe des einstigen Pannonischen Meeresspiegels geben.
Im Ort Badacsonytomaj selber ist die Kirche St. Emmerich interessant. Sie ist die älteste Basaltkirche in Mitteleuropa.

Praktische Hinweise – Badacsonytomaj
Tourinform, Park u. 6, Tel: 087-53 10 13, Fax: 087-43 10 46, E-Mail: badacsonytomaj@tourinform.hu, Web: www.badacsonytomaj.hu.

Feste und Folklore:
Tage der offenen Weinkeller im Juni. Wenige Tage später finden der Fackelzug und das Fest des Weines und des Brotes statt. In der ersten Septemberwoche kann man an der Badacsonayer Weinlese teilnehmen, die mit einem Kostümumzug begangen wird.

Restaurant Halászkert, Park útca 5, Tel: 087-43 11 13, Fax: 087-43 10 54. Mit Empfehlung der Innung Ungarischer Gastgeber. Zahlreiche berühmte Fischgerichte.

– Il Capitano Pizzeria, Móló, Tel: 087-43 12 92.

– Kisfaludy Haus, Szegedy Róza útca 87, Tel: 087-43 10 16. Im ehemaligen Haus des gleichnamigen Dichters hat man von der Terrasse einen schönen Blick über den See. Spezialität des Hauses sind die Geflügelgerichte.

Club Hotel Badacsony, Balatoni útca 14, Tel: 087-47 10 40, Fax: 087-47 10 59, E-Mail: biro-manyai@axelero.hu, Web. www.hotels.hu/club_hotel_badacsony. 70 Doppelzimmer mit Farb-TV, Telefon und Terrasse oder Balkon. Das Hotel liegt inmitten eines großen Parks und bietet einen abgeschlossenen Parkplatz, Restaurant mit Terrasse und herrlichem Seeblick sowie Solarium und Kosmetiksalon.

– Harsona Panzió és Étterem, Római útca 190, Tel: 087-43 13 79, Fax: 094-32 39 86, E-Mail: harsona@mail.matav.hu, Web: www.hotels.hu/harsona. Eigener Garten, Reit- und Jagdmöglichkeiten, Restaurant auch mit vegetarischer Küche und neun zweckmäßig eingerichtete Zimmer.

Badacsony Camping, Tópart, 71-es út mellet, Tel: 087-43 10 91, Fax: 087-53 10 49, E-Mail: cbadacsony@balatontourist.hu, Web: www.balatontourist.hu. Direkt an der Straße 71 kurz vor dem Ort, 2 ha. Von Mitte Mai bis Anfang September kann man diesen gemütlichen Campingplatz besuchen. Bademöglichkeit, Kinderspielplatz, Waschmaschinenraum und gepflegte sanitäre Einrichtungen können hier erwartet werden; Komfortausstattung.

– Eldorado Camping, Tel: 087-43 23 69, E-Mail: balaton@balatoneldoradocamping.hu, Web: www.balatoneldoradocamping.hu. Das Gelände des Platzes liegt direkt am Wasser und ist rund 1 ha groß. Dort befinden sich Parzellen bis zu einer Größe von 100 qm. Angeboten werden auch Holzchalets, die mit Duschen ausgestattet sind sowie ein Pool, Verleih für Wassersportgeräte, Waschmaschinen, Entsorgungsmöglichkeiten für Porta Pottis und ein Restaurant mit Fernsehzimmer. Die sanitären Einrichtungen sind sauber, modern und gepflegt. Geöffnet ist der Platz von Mai bis einschließlich September, Komfortausstattung.

Route: Auf dem weiteren Weg nach Nordwesten treffen wir auf die eher unspektakulären Orte Ábrahámhegy, Balatonrendes, Révfülöp und Balatonszepezd bis wir nach rund 23 km auf Balatonakali treffen. Um nach Nagyvázsony zu gelangen, biegen wir gleich hinter dem Ortseingang nach links ab.

Praktische Hinweise – Balatonakali
Restaurant Pántlika Vendéglő, Kossuth Lajos útca 46, Tel: 087-44 42 24.

Hotel Gyermektábor, Dörgicsei útca 29, Tel: 087-44 45 33, Fax: 087-48 21 35. Die 22 Zimmer sind einfach eingerichtet. Zum Hotel gehören ein Restaurant, ein Billardraum, eine Kegelbahn sowie ein Parkplatz.

Holiday Camping, Sósi-földek, Tel: 087-44 40 93, Fax: 087-54 40 32, E-Mail: choliday@balatontourist.hu, Web: www.balatontourist.hu. Der ca. 4 ha große Campingplatz befindet sich kurz hinter Balatonakali auf der rechten Seite und verfügt über Boots- und Fahrradverleih sowie Entsorgungsmöglichkeiten für die Chemietoilette. Über 200 parzellierte Stellplätze befinden sich meist auf Rasen, teilweise unter schattigen Bäumen. Geöffnet ist der Platz von Juni bis Anfang September. Restaurant, Geschäft; Komfortausstattung.

– Strand Camping, Vasút sor, Tel: 087-54 40 21, Fax: 087-54 40 22, E-Mail: cstrand@balatontourist.hu, Web: www.balatontourist.hu. Ähnlich schön gelegen und mit dem gleichen Freizeitangebot wie der Holiday Campingplatz lockt auch dieser, der zwei Wochen früher öffnet. 3 ha, kurz vor dem Ort. Beide Campingplätze haben saubere und gepflegte Sanitäreinrichtungen; Komfortausstattung.

-weitere Campingplätze.

Abstecher nach Nagyvázsony

Route: Wir folgen der Beschilderung nach Dörgicse bzw. nach Nagyvázsony in das Balaton-Hinterland. Nach rund 15 Kilometern leicht hügeliger Strecke erreichen wir Nagyvázsony.

Wahrzeichen von Nagyvázsony ist die Burg Kinizsi aus dem Jahr 1469. Gelebt hat in dem 29 m hohen gotischen Wohnturm der Müllergeselle Pál Kinizsi, dem man märchenhafte Kräfte nachgesagt hat. Tatsächlich war er der beste Heerführer des großen Renaissancekönig Matthias. Der Sarkophag von Kinizsi ist in der Kapelle der Burg untergebracht. Neben der Aussicht von dem Turm kann man auch die Einrichtung betrachten und mehr zur Geschichte der Burg und seiner archäologischen Erschließung erfahren.

Öffnungszeiten Burgmuseum: April – Oktober Mo – Fr 8 – 17 Uhr, Sa und So 9 – 17 Uhr.

Weitere Sehenswürdigkeiten in dem Ort nördlich des Plattensees sind die Ruinen des Paulinenklosters, das ursprünglich im spätgotischen Stil erbaut wurde sowie die St. Stephankirche, die von Pál Kinizsi Ende des 15. Jahrhunderts umgebaut wurde. Der gotische Innenraum ist seitdem nahezu unverändert.
Interessant ist das Freilichtmuseum, das so genannte Schumacher-Hauses. Dort kann die komplett eingerichtete Wohnung eines ehemaligen Webmeisters betrachtet werden. In dem dazugehörigen Stall sind die Arbeitsmaterialien des früheren Kupferschmiedes ausgestellt. Das Museum zeigt das Leben der einstigen Schwaben, die im 19. Jahrhundert hier ansässig waren.

Öffnungszeiten Freilichtmuseum: Di – So 10 – 18 Uhr.

Praktische Hinweise – Nagyvázsony
Restaurant Ányos Étterem, Sörház útca 2, Tel: 088-36 43 44, Fax: 088- 36 41 48.

– Vázsony Vendéglő, Kinizsi Pál útca 84, Tel: 088-36 41 52, Fax: 088-36 43 28.

Nagyvázsonyi Kastélyszálló és Ménes Hotel, Kossuth Lajos útca 10-14, Tel: 088-26 41 09, Web: www.ibuszhotels.hu. Dieses Schlosshotel hat 29 Zimmer, die schön eingerichtet sind und über Sat-TV, Telefon und Mini-Bar verfügen. Des Weiteren kann der Gast Billard spielen oder reiten.

Reiterhof Leányfalui Lovas Klub, Leányfalui útca 10, Tel: 088-26 47 05, Fax: 088-26 41 65. Jagdreiten, Kutschfahrten und ein- oder mehrtägige Reittouren werden mit Lipizzanern und Englischen Vollblütern angeboten.

HAUPTROUTE

Route: 4 km hinter Balatonakali erreichen wir Balatonudvari und gleich dahinter Örvényes.

In Balatonudvari kann man auf dem alten denkmalgeschützten Gemeindefriedhof Grabsteine sehen, die aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen. Das Besondere an den 50 Grabsteinen ist die Gestaltung, denn nicht wie sonst üblich ist die Form ein Kreuz oder ein herkömmlicher Stein mit Gravur: In Balatonudvari haben die Grabsteine die Form eines Herzens.
In Örvényes steht an einer Brücke eine Getreidemühle die über den Pécsely-Bach (beschildert mit ‚Vízmalon’) angetrieben wurde. Gemahlen wurde an dieser Stelle bereits schon im 13. Jahrhundert. Wenige Meter weiter oberhalb sind die Ruinen einer romanischen Kirche zu finden.

Praktische Hinweise – Balatonudvari
Restaurant Fövenyes Étterem, Tel: 087-44 92 44.

Hotel Express Rt. Balaton Üdülőfalu, Fövenyes, Tel: 087-44 93 75, Fax: 087-44 92 44. Nur bis Ende September hat das Haus mit 160 zweckmäßig eingerichteten Zimmern geöffnet. Im Erdgeschoss befindet sich ein Casino.

Route: Hinter Örvényes erreichen wir Aszófő. Dort folgen wir weiter der Straße 71, die hier abknickt, überqueren die Bahngleise und erreichen nach rund 2 km den Abzweig nach Tihany.

Praktische Hinweise – Aszófő
Hotel Aszófő Vendégház, Árpád útca 8, Tel: 087-44 52 61. 9 Zimmer beherbergt dieses kleine Hotel mit eigenem Garten. Geöffnet hat es allerdings nur in der Zeit von Mitte April bis Ende September.

– Katica Panzió és Vendéglő, Köbölkúti útca 16, Tel: 087-44 50 47. Nur 6 Zimmer aber 2 Sterne hat das Haus. Die Zimmer verfügen über Mini-Bar, TV und Zimmerservice. Haustiere sind hier willkommen. Zum Hotel gehört auch ein gemütliches Restaurant.

Diana Camping, Tel: 087-44 50 13, E-Mail: dianacamping@freemail.hu, Web: www.balatontourist.hu. Einer der wenigen Campingplätze am Plattensee, der auch in der Hochsaison Ruhe ausstrahlt, da er sich direkt im Wald befindet. Die rund 150 Stellplätze auf ca. 2 ha sind parzelliert und zumeist unter schattigen Bäumen. Aber auch hier gibt es Sportplatz, Tennisplatz, Fahrradverleih und Animationsprogramm. Die Sanitäranlagen sind durchschnittlich. Restaurant, Supermarkt; Komfortausstattung.

Auch die Halbinsel Tihany ist vulkanischen Ursprungs. Sie reicht rund 5 km in den See hinein. Von der Fähranlegestelle bei Tihany-rév ist es nicht weit bis zur Südseite des Balaton. Allerdings kostet die 1,5 km lange Fährfahrt inklusive einem Wohnmobil und zwei Personen umgerechnet rund EUR 20. Da lohnt es sich eher, weiter um den See zu fahren, um zur Südseite zu gelangen.

Die Halbinsel Tihany gilt seit 1952 als Landschaftsschutzgebiet. Es war das erste dieser Art in Ungarn. Die seit eintausend Jahren bewohnte Halbinsel ist Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Die Südwestseite ist stark bewaldet und die dortige Uferzone besteht fast nur aus Schilf. Der Plattensee hat hier vor dem Ufer die tiefste Stelle und auf der Halbinsel gibt es sogar noch zwei kleinere Seen, der so genannte Innere See und der Äußere See. Der letztere besteht fast nur aus Schilf und ist daher für die beheimateten Vögel als Brutplatz ein idealer Standort. Der Innere See hingegen ist ein wahres Angelparadies. Die schönste Aussicht auf den Inneren See hat man von dem so genannten Geysirfeld. Die beste Möglichkeit die Halbinsel zu erkunden, ist per pedes. Doch auf Grund der Beliebtheit ist es mitunter nicht einfach, sein Fahrzeug abzustellen. Daher kann es ratsam sein, das Wohnmobil in dem bereits erwähnten Ort Aszófő zu parken und die 2 km zu laufen.

2.000 Einwohner zählt der Fischerort Tihany. Doch in den Sommermonaten sieht man hier das Vielfache an Menschen, denn Tihany ist der meistbesuchteste Ort am Plattensee. Man kann den Ort von fast überall sehen, denn die Halbinsel ragt weit in den See hinein. Und als ob die Halbinsel selbst nicht schon unübersehbar wäre, erhebt sich mitten im Ort die markante Benediktinerabtei. Diese mit ihren zwei barocken Zwiebeltürmen auffällige Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurde auf Überresten der ursprünglich aus dem Jahr 1055 stammenden Abteikirche errichtet, von der nur die Krypta übrig blieb. Hier befindet sich das Grab von König Andreas I.. Im Inneren der Kirche kann man zahlreiche kostbare Holzschnitzereien betrachten. Zur Geschichte der Kirche informiert das Abteimuseum. Dort findet man auch das Gedenkzimmer für Karl IV., dem letzten König Ungarns, sowie ein römisches und ein mittelalterliches Lapidarium.

Öffnungszeiten Abteimuseum: Di – So 10 – 18 Uhr, (Mai – August) sonst 10 – 15 Uhr.

Hinter der Kirche hat man einen schönen Blick auf den nordwestlichen Uferabschnitt des Balaton. Dort gibt es einen kleinen Park mit Aussichtspromenade und kostenpflichtigen Ferngläsern. In den Sommermonaten reihen sich zahlreichen Souvenirhändler an die Mauer der so genannten Pisky-Promenade. Gehen wir die Promenade entlang, dann erreichen wir den Visszhang-Hügel, wo sich die gleichnamige Straße anschließt. Sie bringt uns wieder hinab in den eigentlichen Ortskern. Kurz vor der Árpád útca befindet sich auf der rechten Seite das Puppenmuseum (Babá-Múzeum). Es zeigt keine herkömmlichen Spielwaren, sondern Puppenhäuser und kostbare Porzellanpuppen vom Ende des 19. bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.

Öffnungszeiten Puppenmuseum: täglich 10 – 19 Uhr (Juni bis August), 10 – 17 Uhr (September und Oktober).

Der gesamte hiesige Ortsteil Ófalu steht unter Denkmalschutz. Biegen wir am Puppenmuseum zweimal links ab, so stehen wir vor einem Freilichtmuseum mit Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert. Dargestellt werden die Lebensbedingungen zu der Zeit als die Einwohner noch überwiegend von der Fischerei lebten. Man kann Werkstätten der Handwerker besichtigen genauso wie die damaligen Gerätschaften der hier ansässigen Bauern. Zudem wird auch über die Geschichte des Ortes informiert.

Öffnungszeiten Freilichtmuseum: Di – So 10 – 18 Uhr.

Gehen wir zurück zur Árpád útca, überqueren wir diese und gehen an der Touristeninformation vorbei um auf die Kossuth útca zu gelangen. Dort noch einmal links und wir sehen schon das Haus mit seinen unzähligen Paprikaschoten an der Außenwand. Das so genannte Paprika-Haus bietet natürlich die Schoten auch zum Kauf an, doch auch mit Wein oder Salami kann man sich hier eindecken. Links neben dem Paprika-Haus führt eine steile Treppe wieder hinauf zur Abtei und wir beenden unseren kleinen Rundgang durch Tihany.
Wer dem ganzen touristischen Rummel in dem Fischerort entgehen möchte, der sollte die Kossuth útca überqueren und der Straße weiter folgen. Auf der rechten Seite erscheint eine kleine Treppe die in die ruhigeren Wohnviertel führt. Man gelangt hier mit wenigen Schritten zu den beiden Seen, wo kurze Rundwanderwege angelegt wurden. Diese führen um die Seen herum und durch die oben beschriebenen Geysirfelder. Der größte Felsen befindet sich weiter im Süden und wird als das goldene Haus bezeichnet. Den Namen hat der Felsen durch die goldgelb schimmernde Moosbepflanzung erhalten. Weiter führen die Wanderwege zwischen den Seen hindurch oder einmal an der Uferküste des Plattensees vorbei, bis man an den Weinreben auf der Westseite der Halbinsel vorbei geht und man den kleinen Fischerort Sajkod erreicht. Dort sind es nur wenige Meter bis zur Straße 71, wo man, wie eingangs beschrieben besser parken kann.

Praktische Hinweise – Tihany
Tourinform, Kossuth útca 20, Tel: 087-43 80 16, Fax: 087-44 88 04, E-Mail: tihany@tourinform.hu, Web: www.tihany.hu.

Restaurant Kakas Csárda, Batthány útca 1, Tel: 087-44 85 41, Fax: 087-44 85 09.

– Yacht Borozó & Grillkert, Halász útca 11, Tel: 087-34 86 66.

Club Tihany Üdülőközpont, Rév útca 3, Tel: 087-44 80 88, Fax: 087- 44 80 83, E-Mail: clubtihany@mail.matav.hu, Web: www.clubtihany.hu. Groß und ungemütlich, aber alles vorrätig, was der Tourist benötigt oder auch nicht. Die 330 Zimmer haben ein Telefon, eine Internetanschlussmöglichkeit, Sat-TV, Radio und Mini-Bar. Im Haus befinden sich ein Fitnessraum, Schwimmbad, Massagesalon, Kegelbahn, Squash-Halle, Zahnarzt, chemische Reinigung und ein Shop. Angeboten werden der Verleih von Ruderbooten und Surfausrüstung sowie die Möglichkeit zum Reiten oder Segeln. Für den Abend existiert in dem 4-Sterne-Hotel eine Disco, ein Restaurant, eine Bar und ein Nachtclub.

– Hotel Adler Fogadó, Felsőkopaszhegyi útca 1a, Tel: 087-44 87 55, E-Mail: adler500@matavnet.hu, Web: www.hotels.hu/adler_tihany. Etwas gemütlicher hingegen geht es in dem 11-Zimmerhotel zu, das ebenfalls ein Restaurant und eine Garage zu bieten hat. Die Zimmer haben einen normalen Standard.

Route: Zurück auf die Straße 71 geht es nordwärts weiter bis nach Balatonfüred.

Die glanzvollen Zeiten von Balatonfüred sind leider vorbei, aber traditionsreich ist die 14.000 Einwohner zählende Stadt trotzdem. Mitte des 19. Jahrhunderts startete hier das erste Dampfschiff über den Plattensee und auch der erste Segelverein Ungarns wurde hier gegründet. Wenige Jahre zuvor begann die ungarische Prominenz, sich hier Villen errichten zu lassen, nachdem man Balatonfüred auf Grund der gesundheitsfördernden Quellen zum Heilbad erklärte. Der berühmteste Bewohner des Ortes ist Mór Jókaj gewesen. Der Romancier verbrachte viele Sommer an diesem Ort. In seiner Villa kann man die Originaleinrichtung und persönliche Gegenstände des Schriftstellers sehen. Es befindet sich in der Honvéd útca Nummer 1.

Öffnungszeiten Jókai-Museum: Mai bis Oktober Di – So 10 – 18 Uhr.

In dem bedeutendsten Ferienort auf der Nordseite des Balaton geht es in den Sommermonaten sehr laut und hektisch zu. Kein Wunder, in der Hochsaison übernachten hier mitunter dreimal so viele Menschen wie die Stadt Einwohner hat.
Wenn wir die Villa von Jókaj verlassen, und uns nach links wenden, gelangen wir nach wenigen Metern zur Blaha Lujza útca, der Hauptverbindungsstraße der Stadt, die zugleich die interessanteste Straße der Stadt ist. Die meisten Häuser auf der Blaha Lujza útca stehen unter Denkmalschutz und sind im klassizistischen Stil errichtet. Auffällig ist die Rundkirche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die an einen Tempel aus der Römerzeit erinnert.
Die Straße verdankt ihren Namen der Schauspielerin, die im Haus Nummer 4 gelebt hat. Sie starb 1926 und ist in Ungarn, besonders beim älteren Publikum sehr populär.

Wenn wir der Straße weiter folgen so erreichen wir die empfehlenswerte Lajos-Kossuth-Quelle. Über ihr wurde im 19. Jahrhundert das Trinkhaus im klassizistischen Stil errichtet. Es befindet sich am Gyógy tér, dem Kurplatz. Dort findet sich auch das prächtigste Gebäude der Stadt, das Horváth-Haus. Im spätbarocken Zopfstil am Ende des 18. Jahrhunderts errichtet, war es Treffpunkt der Prominenz für rauschende Feste und andere Feierlichkeiten. Im Theatersaal des Gebäudes findet an jedem letzten Wochenende im Juli seit über 180 Jahren der Anna-Ball statt. Namensgeber für diesen Ball war die Tochter der Familie Horváth, die am 26. Juli im Jahr 1825 zum ersten Mal den Namenstag feierte. Heute ist das Horváth-Haus auch Teil des Sanatoriums.
Im dazugehörenden Sanatorium wird das Heilwasser verabreicht, das Linderung bei Zuckererkrankungen und Verdauungsstörungen verspricht. Bereits seit drei Jahrhunderten werden auch Herzpatienten in der Spezialklinik behandelt.

Praktische Hinweise – Balatonfüred
Tourinform, Petőfi útca 68, Tel: 087-58 04 80, Fax: 087-58 04 81, E-Mail: balatonfured@tourinform.hu, Web: www.balatonfured.hu.

Feste und Folklore:
Im Mai findet alljährlich zum Saisonbeginn das „Segelsetzen“ statt. Dieses gilt als die Begrüßung der ersten Schiffe, denn die erste Einheit der Schifffahrtsflotte, die ihren Winterhafen verlässt, legt zum Gedenken an die Balaton-Dampfschifffahrt in Balatonfüred zuerst an.
Im Juli wird wie bereits beschrieben der Anna-Ball gefeiert. Gleichzeitig findet im Juli die Segelregatta um das blaue Band statt.
Einen Monat später werden die Weinwochen veranstaltet.

Restaurant Aranykorona Vendéglő és Gösser Söröző, Kossuth Lajos útca 11, Tel: 087-34 39 16.

– Baricska Csárda, Baricska Dőlő, Tel: 087-34 00 76, Fax: 087-34 31 05.

– Cimbora Grillkert, Széchenyi útca 9, Tel: 087-34 32 63.

– Pinocchio Pizzeria, Zákonyi útca 8, Tel: 087-48 14 31.

Hotel Füred, Széchenyi útca 20, Tel: 087-58 12 60, Fax: 087-48 34 44, E-Mail: hotel.fured@axeler.hu, Web: www.hotelfured.hu. 172 Zimmer mit Standardausstattung, eigenem Rasenstrand, Sportplatz sowie Kegelbahn, Restaurant, Bierstube und Café.

– Hotel Ikarus, Germering útca 101, Tel: 087-34 34 88, Fax: 087-34 38 87, Web: www.hotels.hu/ikarus. Ein für Balatonfüred durchschnittliches Haus mit 62 Zimmern, die über TV, Radio und Mini-Bar verfügen. Im Erdgeschoss befindet sich ein Restaurant und eine Bar.
– Annabella Hotel, Deák Ferenc útca 25, Tel: 087-34 22 22, Fax: 087-34 30 84, E-Mail: annabella@mail.matavnet.hu, Web: www.danubiusgroup.com/annabella. Eines der größten Komplexe in Balatonfüred. Die fast 400 Zimmer sind mit Sat-TV, Mini-Bar und Telefon ausgestattet. Das Haus bietet Solarium, Sauna, Frisör, Kosmetik, Massage und einen eigenen Strand, hat aber nur in der Saison von Ende April bis Ende Oktober geöffnet.

– zahlreiche weitere Hotels in allen Preisklassen oder Ausstattungen.

Camping Füred, Széchenyi tér útca 24, Tel: 087-58 02 41, Fax: 087-58 02 42, E-Mail: cfured@balatontourist.hu, Web: www.balatontourist.hu. Der wohl größte Campingplatz am Balaton mit fast 1000 Stellplätzen auf 24 ha hat dementsprechend einiges zu bieten. Er liegt an der Straße 71 zwischen Kilometer 40 und 41. Neben modernen und sauberen Sanitäreinrichtungen findet man hier ein Freibad, Fahrradverleih, einen Sportplatz, Kinderspielplatz, Bungalowvermietung, Wasch- und Trockenräume, Ver- und Entsorgung für Reisemobile, Supermarkt, Imbiss, Pizzeria, Restaurant und eine Austauschmöglichkeit für Gasflaschen. Für Kinder ist dieser Platz natürlich ideal, wer jedoch lieber Ruhe und Erholung sucht, sollte einen anderen Platz in einem anderen Ort am Plattensee aufsuchen. Geöffnet hat dieser von Mitte April bis Mitte Oktober; Komfortausstattung.

Route: Balatonfüred verlassen wir in nördlicher Richtung über die Straße 71. Rund 7 km hinter dem Jókai-Museum liegt Alsóörs. Dort befindet sich in der Petőfi köz. 7 das älteste Herrenhaus Ungarns, das so genannte Türkenhaus. An dieser Stelle verlassen wir für wenige Kilometer die Straße 71 und das Balatonufer. Hinter dem Ortseingang von Alsóörs biegen wir in die vierte Straße nach links ab in Richtung Lovas. In dem nach 2 km erscheinenden Lovas fahren wir vor der Kirche nach rechts in Richtung Felsőörs, das wir nach weiteren drei Kilometern erreichen.

Die wohl schönste Propsteikirche im romanischen Stil befindet sich in Felsőörs. Sie wurde im 13. Jahrhundert errichtet und erhielt im Jahr 1745 die heutige Orgel mit fünf Registern. Alljährlich kann man hier den Orgelkonzerten während der Sommerfestspiele lauschen.

Praktische Hinweise – Felsőörs
Restaurant Patkó Csárda, Csárda útca 6, Tel: 087-47 78 13.

Hotel Hamuház Fogadó & Étterem, Alsóörsi útca 13, Tel: 087-47 74 54, Fax: 087-47 73 38, E-Mail: gyorffys@matavnet.hu, Web: www.hotels.hu/hamuhaz. Die 10 Zimmer sind einfach aber mit Fernsehen und Mini-Bar ausgestattet. Zum Hotel gehört auch ein Restaurant und eine Bar.

Route: In Felsőörs fahren wir an der Kirche vorbei und treffen nach fünf Kilometern auf die Straße 73. Dort biegen wir nordwärts nach rechts ab, um wenige Kilometer später Veszprém zu erreichen.

Veszprém trägt den Beinamen „Stadt der Königinnen“. Diese Bezeichnung rührt von der Tatsache her, dass hier zahlreiche Königinnen lebten. Im 11. Jahrhundert erhob König Stephan I. die Stadt zum Bischofssitz. Die Bischöfe wiederum krönten an dieser Stelle im Laufe der Jahre die Königinnen. Die erste Königin, die hier residierte war Königin Gisela, die Gemahlin von König Stephan I. Heute beherbergt das 70.000 Einwohner zählende Veszprém eine „Stadt in der Stadt“. Denn inmitten des Stadtkerns befindet sich ein rund 500 langer Felsrücken. Auf diesem kleinen Dolomitfelsen südlich des Flusses Séd befindet sich das Burgviertel. Man betritt das Viertel durch das Heldentor (Hősög kapuja). Dieses Bauwerk ist 1936 entstanden, als es zu Ehren der Toten des Ersten Weltkrieges errichtet wurde. Einen ersten Überblick über die Stadt und das Viertel erhält man vom so genannten Feuerturm, der sich nur wenige Meter entfernt vom Heldentor befindet.

Öffnungszeiten Feuerturm: März bis Oktober 9 – 18 Uhr.

Der Weg durch das Burgviertel führt weiter auf der Vár útca. Sie ist die einzige Straße auf dem Felsen und nur für Fußgänger zugelassen. Auf der rechten Seite erscheinen das Piaristengymnasium und die klassizistische Piaristenkirche aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Inneren kann man eine Sammlung volkstümlicher sakraler Gegenstände, wie z.B. Kreuze, Kelche und religiöse Skulpturen besichtigen.

Nach Plänen von Jakob Fellner wurde das Bischofspalais in den Jahren 1775/76 errichtet. Er befindet sich zwischen der Piaristenkirche und der Gisela-Kapelle aus dem 13. Jahrhundert. Ursprünglich stand an dieser Stelle der Königinnenpalast, deren Bau König Gisela selbst in Auftrag gab. Die nach der Königin benannte frühgotische Kapelle beherbergt sehenswerte Fresken, die die Apostel darstellen. Auf dem weitläufigen Platz vor dem Bischofspalais richtet sich das Hauptaugenmerk aber automatisch auf die älteste Bischofskathedrale Ungarns, dem St.-Michaels-Dom. Im Jahre 1001 ordnete die bayrische Herzogstochter Gisela den Bau an. Der neoromanische Baustil allerdings stammt aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts. In der über 1000-jährigen Geschichte des Bauwerkes wurde es mehrfach umgebaut. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde nebenan die Ruine der Georgskapelle ausgegraben. Man vermutet, dass es sich bei der Kapelle um die älteste Kirche des Landes handelt.

Öffnungszeiten St. Michaels-Dom und Georgskapelle: Di – So 9 – 17 Uhr.

Erwähnenswert sei noch die Franziskanerkirche auf der Südseite der Vár útca. In ihrem Altarbild ist König Stephan I. dargestellt. Häufiger besichtigt wird jedoch die Abbildung des Königs auf der angrenzenden Aussichtsterrasse. Dort wurden zum 900. Todestag von Stephan dem Heiligen die Statuen von König Stephan und Gisela errichtet. Von der Terrasse kann man abermals einen Blick auf die Stadt und den Fluss Séd werfen.

Praktische Hinweise – Veszprém
Tourinform, Vár útca 4, Tel: 088-40 45 48, E-Mail: tourinform@veszprem.hu.

Feste und Folklore:
Ein traditioneller Straßenumzug zu Ehren der einstigen Königsgemahlin Gisela findet in der ersten Maiwoche statt. Die Teilnehmer tragen hierbei sehenswerte historische Kostüme.

Restaurant Betekints Étterem, Veszprémvölgyi útca 4, Tel: 088-40 66 28, fax: 088-40 66 30, E-Mail: Betekints@informax.hu, Web: www.informax.hu/betekints.

– Aranykanna Teázó, Kossuth Lajos útca 5, Tel: 088-42 16 80.

Villa Medici Hotel, Kittenberger K. útca 11, Tel: 088-59 00 70, Fax: 088-40 66 85, E-Mail: villamedici@sednet.hu, Web: www.villamedici.hu. 24 vollklimatisierte Doppelzimmer befinden sich im besten Haus am Platze. Sie verfügen über Sat-TV, Telefon, Mini-Bar, Zimmerservice, Safe. Im Hotel existieren ein Massagesalon, ein Solarium und eine Sauna. In dem Restaurant lässt es sich gut speisen.

– Hotel Veszprém, Budapest útca 6, Tel: 088-42 46 77, Fax: 088-42 40 76, E-Mail: hotelves@informax.hu. Das von außen unansehnliche Hotel wurde mit 3 Sternen ausgezeichnet. Die Zimmer sind zweckmäßig mit TV und Telefon ausgestattet. Im Erdgeschoss hat man die Wahl zwischen Restaurant und Bierlokal.

Reiterhof Állatkerti Lovasiskola, Kittenberger útca 17, Tel: 088-40 47 24, Fax: 088-32 10 02. Die Reitschule bietet Ausritte mit rund 20 Tieren an. Daneben gibt es in regelmäßigen Abständen verschiedenste Veranstaltungen wie zum Beispiel ein Schafsgulasch-Kochwettbewerb oder Jägertag. Ebenso werden auch Kutschfahrten für Familien angeboten.

ABSTECHER NACH HEREND

Route: In Veszprém benutzen wir die Straße 8 westwärts um in die kleine Stadt Herend zu gelangen.

Herend ist bekannt für sein Porzellan, das in der Manufaktur hergestellt wird. Bereits mehrfach ausgezeichnet und mit zahlreichen Preisen versehen sind die handbemalten Tassen und Vasen weltberühmt geworden. Die Porzellanmanufaktur wurde 1826 gegründet und die Herstellung und Verarbeitung des edlen Geschirrs wurde von Generation zu Generation weiter gegeben. Heute ist an die Fabrik auch ein Museum angeschlossen. Das so genannte „Porcellanium“ zeigt zum einen den Herstellungsprozess und zum anderen kann man zahlreiche Exponate, wie zum Beispiel Aschenbecher oder ganze Service aus der Herstellung betrachten. Natürlich gibt es hier auch einen Werksverkauf und Freunde der mit zahlreichen Ornamenten verzierten Edelkeramik haben die Möglichkeit, sich ein schönes Souvenir mit nach Hause zu nehmen.

Öffnungszeiten „Porcellanium“: täglich 9 – 17.30 Uhr (April bis Oktober), sonst Mo – Sa 9 – 16 Uhr.

ABSTECHER NACH ZIRC

Route: Im Osten von Veszprém verläuft die Straße 82, die uns nordwärts nach Zirc führt.

Kulturinteressierte sollten diese kleinen Abstecher nach Zirc auf jeden Fall in Kauf nehmen. In der 8.000 Einwohnerstadt befindet sich eine hübsche zweitürmige Kirche im Barockstil. Sie ist der Nachfolgebau einer kleineren Kirche, die bereits 1182 erwähnt wurde und zur Zisterzienserabtei gehörte. Gegründet wurde die Abtei ursprünglich von König Béla III zusammen mit Mönchen aus Frankreich. Während der Türkenbesatzung wurde sie jedoch zerstört und man begann erst wieder im 18. Jahrhundert mit dem Wiederaufbau.
Doch die eigentliche Sehenswürdigkeit in dem Gotteshaus ist neben den von F.A. Maulbertsch gefertigten Fresken die Bibliothek. Sie ist ebenfalls in der Abtei untergebracht und beherbergt 15.000 Zeitschriften und rund 65.000 Buchbände, die in schönen holzgeschnitzten Regalen aufbewahrt werden. Dort wo der Erzabt einst gewohnt hat ist heute zudem das naturwissenschaftlichte Museum des umliegenden Bakony-Gebirges ausgestellt. Das Bakony-Gebirge befindet sich rund um Zirc, gilt heute als Naturschutzgebiet und ist mit zahlreichen Buchenwäldern bewachsen. Es gilt als Paradies für Höhlenforscher und Kletterer, da die vielen Bäche hier im Laufe der Jahrtausende unzählige Schluchten und Höhlen ausgewaschen haben. In dem Museum wird dem Besucher die Vielfältigkeit der im Gebirge lebenden Fauna näher gebracht.

Öffnungszeiten Bibliothek: Di – So 12 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr.

Öffnungszeiten Bakony-Museum: Di – So 9 – 17 Uhr.

Außerhalb der Abtei kann man in Zirc das Arboretum besuchen, durch den sich der kleine Bach Cuha schlängelt. Im Arboretum 600 verschiedene Baum- und Straucharten. Doch die Hauptattraktion ist eine Eiche, die es bereits auf 400 Lebensjahre bringt.
Des Weiteren gibt es in Zirc noch das Antal-Reguly-Museum, das über den gleichnamigen Ungarnforscher informiert. Es ist in seinem Geburtshaus untergebracht und zeigt Informatives über sein Leben und seine Forschungsarbeiten. Nach ihm ist übrigens auch die Bibliothek in der Abtei benannt.

Öffnungszeiten des Antal-Reguly-Museum: Di – So 10 – 16 Uhr.

HAUPTROUTE

Route: Wir überqueren in Veszprém die Ringstraße 8 in südöstlicher Richtung und erreichen nach rund 10 km die bereits bekannte Straße 71 und unser Etappenziel Balatonalmádi.

Im Jahr 1082 erstmals als Almádi urkundlich erwähnt und seit 1877 offiziell als Badeort bezeichnet, wohnen in Balatonalmádi heute fast 9.000 Einwohner. Der rund 7 km lange Badestrand lädt zum Wassersport und zur Erholung ein. Doch auch für Kulturinteressierte lohnt hier ein Aufenthalt. In der römisch-katholischen Kirche, die wie die meisten Gebäude hier im Ort aus rotem Sandstein errichtet wurde, befand sich einstmals die „Heilige Rechte“. Genauer gesagt, in der mit venezianischen Goldmosaiken verzierten Kapelle. Sie stand einst in der heutigen Hauptstadt in der Budaer Burg und war Aufbewahrungsort für die mumifizierte rechte Hand von König Stephan I.
Der bereits erwähnte rote Sandstein war ursprünglich verantwortlich dafür, dass der Ort große Bedeutung durch seinen Weinanbau erlangte, der hier gut gedeihen konnte.

Praktische Hinweise – Balatonalmádi
Tourinform, Baross Gábor u. 2, Tel: 088-59 40 81, Fax: 088-59 40 80, E-Mail: balatonalmadi@tourinform.hu, Web: www.balatonalmadi.hu.

Feste und Folklore:
Johannisfeuer am 24. Juni jeden Jahres. Im September kann man am Marathon-Wettangeln teilnehmen. Wer innerhalb von drei Tagen die meisten Fische ab einer bestimmten Größe aus dem See holt, hat gewonnen.

Restaurant Captain´s Irish Pub, Baross Gábor útca 2-4, Tel: 088-43 29 91.

– Eldorádó Salátabár, Baross Gábor útca 10, Tel: 088-43 82 91

– Glóbusz Csárda, Glóbusz útca 1, Tel: 088-43 20 77.

Nereus Hotel, Lóczy tér 3, Tel: 088-59 44 44, E-Mail: nereus@infornax.hu, Web: www.hotels.hu/nereus. 66 Zimmer mit Telefon und Sat-TV. Einen Ruderbootverleih, Segel- oder Surfmöglichkeit und ein hoteleigenen Strand bietet das Zwei-Sterne-Hotel.

– Auróra Hotel, Bajcsy-Zs. útca 14, Tel: 088-43 88 10, Fax: 088-43 88 11. Ebenfalls einen eigenen Strand besitzt dieses Zwei-Sterne-Haus. Hinzu kommen eine Sauna, ein Solarium und ein Massagesalon sowie eine Kegelbahn. Der Hotelkomplex verfügt über 240 Zimmer mit Mini-Bar und Telefon. Im Erdgeschoss befinden sich ein Restaurant, ein Kosmetiksalon und eine Bar sowie eine Bierstube.

Jugendherbergen:
– Slalom Ifjúsági Tábor, Tábor útca 2, Tel: 088-43 87 12.

– Siki Ifjúsági Hostel, Alsóörsi határút 16, Tel: 088-43 82 41.

Yacht Camping, József Attila útca 16, Tel: 088-43 89 06, Fax: 088-58 41 02, E-Mail: cyacht@balatontourist.hu, Web: www.balatontourist.hu. Dieser 3-Sterne-Campingplatz bietet freien Zugang zum Plattensee und verfügt über einen Fahrradverleih sowie Ver- und Entsorgung für Reisemobile. Rund 150 Stellplätze befinden sich zwischen altem Baumbestand, 3 ha, zwischen Kilometer 25 und 26 der Straße 71, Supermarkt, Gasflaschentausch, Restaurant; Komfortausstattung.

– Kristóf Camping, Véghely útca 8, Tel: 088-43 89 02, Fax: 088-58 42 02, E-Mail: ckristof@balatontourist.hu, Web: www.balatontourist.hu. Dieser 1,3 ha kleine Campingplatz ist sauber und liebevoll gepflegt. Er verfügt über ein kleines Kinderschwimmbecken und einen Spielplatz. Rund 30 parzellierte Stellplätze und 15 Bungalows können zwischen Ende April und Ende September genutzt werden, Restaurant, Imbiss. Chemieentsorgung; Komfortausstattung.

Der Text stammt aus meinem Wohnmobilreiseführer „Ungarn“, der mittlerweile nicht mehr im Handel erhältlich ist. Daher können die Angaben veraltet sein.

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