Der Thüringer Wald besteht aus Bergen, Tälern und Seen. Letztere sind in der Regel jedoch nicht natürlichen Ursprungs. Die meisten, vor allem die größeren und bekannten Seen in Thüringen wurden von Menschenhand geschaffen. Dazu zählen zum Beispiel die Ohra-Talsperre in Luisenthal, die Schmalwasser-Talsperre und die Talsperre Tambach-Dietharz im gleichnamigen Ort und auch die Heyda-Talsperre sowie die Talsperre Schönbrunn und einige andere. Die höchste Talsperre im Thüringer Wald ist jedoch die Staumauer von Leibis-Lichte, die man unbedingt mal vom Talboden aus gesehen haben sollte, um die Ausmaße zu erahnen.
Die Staumauer ist 102 Meter hoch und sollte in der ursprünglichen Planung sogar noch einige Meter größer werden. Damit hätte sie Deutschlands höchste Staumauer, die der Rappbode-Talsperre im Harz, noch übertroffen. Die Breite der Mauer befindet sich jedoch mit 369 Metern im bundesdeutschen Vergleich eher im Mittelfeld. Auch beim Volumen und bei der Fläche des dadurch gebildeten Sees ist die Talsperre weit von Rekorden entfernt.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Fertiggestellt wurde die Staumauer nach dreijähriger Bauzeit im Jahr 2005 und staut seither den eigentlich kleinen Fluss Lichte, der gerade einmal 17 Kilometer lang ist und bei Unterweißbach in die Schwarza mündet. Zu der Gemeinde gehört auch der Ortsteil Neu-Leibis, der durch Umsiedlungsmaßnahmen in den 1990er Jahren entstanden ist.
Keine Talsperre ist höher
Das alte Leibis wurde komplett abgetragen und durch den Bau der Staumauer geflutet. In Unterweißbach entstand daraufhin der Ortsteil Neu-Leibis. Lediglich ein Kriegerdenkmal ist unter Wasser verblieben.

Doch der Anblick der Staumauer ist nicht nur von unten bemerkenswert – und vielleicht auch ein wenig furchteinflößend, wenn man bedenkt, dass hinter der Betonmauer Millionen Liter Wasser aufgestaut werden –, sondern auch von oben. Mit der touristischen Lichtetalbahn kann man sich ab Unterweißbach sogar über die Staumauer fahren lassen und den Ausblick in das Tal genießen.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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