Einen kompletten Stadtrundgang durch Danzig zu beschreiben, wäre wohl zu viel des Guten. Dafür ist die Stadt an der Ostsee mit ihren Sehenswürdigkeiten zu groß und zu umfangreich. Aber einen kleinen Einblick möchte ich gerne geben und einige wenige Bilder aus der polnischen Hafenstadt zeigen. Einfach mal für alle die, die nur einen Tag oder sogar nur wenige Stunden Zeit haben, um die Stadt zu besichtigen.

Wir waren in Danzig, um für einen Wohnmobilreiseführer zu recherchieren. Daher übernachteten wir auf einem Campingplatz etwas weiter außerhalb. Von dort hat man jedoch gute Möglichkeiten, mit dem ÖPNV in die Altstadt zu gelangen. Wer will, kann auch den sehr zentral gelegenen Wohnmobilstellplatz aufsuchen. Dieser hatte zum Zeitpunkt unserer Recherchereise jedoch noch geschlossen. Für alle anderen, die nicht mit dem Wohnmobil unterwegs sind, gilt natürlich, dass es auch jede Menge Hotels in der Stadt gibt. Und dann gibt es ja noch jene, die mit einem Kreuzfahrtschiff nach Danzig fahren und gar nicht dort übernachten wollen, sondern am Nachmittag wieder zurück an Bord gehen.

Meiner Meinung nach gibt es zwei wesentliche Elemente, die man sich in der polnischen Stadt anschauen wird oder möchte. Zum einen wäre da natürlich die Altstadt, zum anderen aber auch die berühmte Westerplatte, die zum Hafen gehört und weit außerhalb des Stadtkerns liegt. Der Gedenkort an der Weichselmündung ist ein Muss, nicht nur für jene, die geschichtsinteressiert sind. Immerhin fiel hier der erste Schuss des Zweiten Weltkriegs.

Das Weltkriegsmuseum erfordert viel Zeit
Nicht nur deswegen gibt es in der Altstadt das Weltkriegsmuseum. Dieses ist sehr zentral gelegen und befindet sich in einem modernen Neubau, der schon von außen interessant wirkt. Zum Museum werde ich noch einen eigenen Blog-Artikel verfassen, denn die Ausstellung ist sehr umfangreich. Wer glaubt, er sei in einer Stunde durch sämtliche Räume des Museums durch, irrt sich gewaltig.

Das Weltkriegsmuseum befindet sich nur wenige Schritte vom Ufer der Motława entfernt. Dieser kleine Fluss mündet nördlich der Altstadt in die Weichsel. Doch zuvor passiert sie den Kern Danzigs und lädt an beiden Ufern zu zahlreichen Einkehrmöglichkeiten ein und bietet jede Menge Sehenswertes.





Unmittelbar in der Nähe des Weltkriegsmuseums überspannt beispielsweise eine Fußgängerbrücke den Fluss und wird jede halbe Stunde für fünf Minuten angehoben. In dieser kurzen Zeitspanne wird man als wartender Fußgänger Augenzeuge, wie Schiffe die Brücke passieren. Gleich hier erhebt sich außerdem ein Riesenrad, ähnlich wie das viel berühmtere London Eye in der britischen Hauptstadt. Und einen klassischen Schriftzug der Stadt Danzig, auf polnisch natürlich Gdańsk, gibt es an dieser Stelle auch noch.
Auf dem Weg durch die Altstadt von Danzig
Spaziert man ein wenig am Ufer entlang, gelangt man automatisch zum Nationalen Maritimen Museum inklusive Museumsschiff. Gleich gegenüber erblickt man zudem das Krantor. Dieses gilt vielen als Wahrzeichen der Stadt und ist ein beliebtes Fotomotiv. Mit einer Fähre kann man hier das Ufer wechseln oder man geht zur Fußgängerbrücke zurück. Alternativ legt man einen kleinen Umweg ein, um weiter südlich über die nächste Brücke in den Hauptteil der Altstadt zu gelangen.

Dort ist man ohnehin nicht verkehrt, weil man hier das Zielona Brama (Grünes Tor) durchquert und sich gleich dahinter auf dem Długi Targ (Langer Markt) befindet. Dieser wird von schönen Bürgerhäusern flankiert, führt zum Neptunbrunnen und zum Rathaus mit seinem hohen Glockenturm.



Bis hierher hat man schon jede Menge gesehen. Doch die Straße führt noch weiter durch die Altstadt Danzigs bis hin zum nächsten Stadttor, dem Brama Złota. Dabei hat man hier noch gar keine Abstecher in die vielen abzweigenden Straßen und Gassen der Danziger Altstadt unternommen. Diese führen zum Beispiel zur Marienbasilika oder auch weiter nördlich zur Brigittenkirche. Letztere besticht nicht nur durch einen Bernsteinaltar, sondern auch mit bedeutender Geschichte zur Solidarność sowie mit einem Beinhaus mit zahlreichen Schädeln.

Ein Besuch in Danzig lohnt sich allemal
Wie schon eingangs erwähnt, war dies nun ein sehr schneller und kurzer Stadtrundgang durch Danzig. Aber er bietet einen kleinen Einblick in die Vielfalt der Stadt und kann für ein wenig Orientierung am ersten Tag des Aufenthalts sorgen. Viel Spaß in Danzig und viele Grüße an den Danziger Löwen!


Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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