Ich finde das immer schön, wenn Städte sich mit einem Schriftzug darstellen. Es besteht natürlich keine Notwendigkeit hierfür, denn in der Regel weiß man ja, in welcher Stadt man sich befindet. Doch diese Schriftzüge werden üblicherweise immer dort präsentiert, wo sie sich als Fotomotiv eignen oder einfach nur zentral zu sehen sind.

Der wohl berühmteste Schriftzug dürfte das Hollywood-Sign sein. In den Hollywood Hills oberhalb von Los Angeles wurden diese riesigen Buchstaben eigentlich aufgestellt, um Werbung für den Grundstücksverkauf zu machen. Damals lautete der Schriftzug sogar Hollywoodland. Die letzten vier Buchstaben wurden mittlerweile bekanntlich entfernt.


Gleich in der Nähe gibt es einen weiteren Schriftzug mit etwas größeren Buchstaben. Er markiert den Beginn von Beverly Hills. Allerdings steht dieser Schriftzug nicht für die Buchstabenreihen, die ich eigentlich meine. Das gilt auch für das berühmte Schild von Las Vegas. Sehr bekannt und ein äußerst beliebtes Fotomotiv, aber eben nicht die Art von Schriftzug, die heutzutage aus touristischen Gründen aufgestellt werden.

Da kommen die beiden Ziffern 6 der Sache doch schon deutlich näher. Sie stehen für die Route 66. Doch die Route 66, auch Mother Road genannt, ist natürlich keine Ortschaft. Dennoch passt es hier ganz gut rein, weil sie eben diese noch immer touristisch interessante Straße in gewisser Weise bewerben. Das gezeigte Foto entstand in Joliet, Illinois. Doch diese Sechser sieht man auch in anderen Ortschaften entlang der Route 66.
Schriftzüge in europäischen Städten

Was ich aber meine, sind Schriftzüge, die mitten in einer Stadt stehen und sich meist vor ohnehin schon beliebten Fotomotiven ausbreiten. Eine der ersten Städte, die solche Schriftzüge aufstellen ließ, war Amsterdam und zwar gleichzeitig mit einem Werbespruch bzw. Wortspiel: „I amsterdam“. Diesen Schriftzug gibt es meines Wissens nicht mehr, weil sich Amsterdam heute touristisch anders ausrichtet (und bekannt dafür ist, mittlerweile auch lieber wieder weniger Touristen haben zu wollen).



Andere Städte haben seither nachgelegt und sich ihren Städtenamen als Schriftzug aufstellen lassen. Besonders häufig aufgefallen ist mir das bei meiner Reise mit dem Wohnmobil durch Polen. Danzig ist nur eines der Beispiele, die ich zeigen will. Gleich neben der Ostseestadt erstreckt sich Gdynia. Sozusagen die kleine Schwester von Danzig, die jedoch auch einen Schriftzug besitzt.

Etwas weiter landeinwärts wartet schließlich Malbork, wo sich im Ortskern ebenfalls ein Schrifzug befindet. Dieser wird zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel an Ostern, auch noch entsprechend geschmückt.


Und dann gibt es in Polen noch kleinere Ortschaften bzw. Dörfer, die kaum jemand kennt. Und dennoch sieht man hier die großen Buchstaben, die voller Stolz als Schriftzug den Namen des Dorfes verkünden. Rewa und Gąski sind ein schönes Beispiel hierfür. Auffällig ist hier übrigens, dass nicht nur die Ortsnamen aufgestellt wurden, sondern diese auch noch mit einem „I love“ in Form eines Herzchens erweitert wurden.
Schriftzug mit Sonderzeichen

Einen weiteren Schriftzug mit Herzchen und ebenfalls an der Ostsee gelegen, befindet sich in Grömitz.

Doch es sind nicht immer Herzchen, mit denen die Schriftzüge ergänzt werden. In der nordfranzösischen Stadt Cherbourg hat man ein Hashtag-Symbol vor die Buchstaben gesetzt. Klar, so wird direkt gezeigt, dass man auch im Netz zu finden ist.


Anderswo sind die Schriftzüge gar nicht mal so eben zu erreichen. In Kastelruth in Südtirol hat man beispielsweise den Schriftzug auf einem Kreisverkehr angebracht. Ein Selfie davor ist daher etwas schwierig. Dafür gibt es den Schriftzug dann gleich zweisprachig, nämlich auf Deutsch und auf Italienisch.
Schriftzüge als Heckenschnitt

Bleiben wir doch noch in Italien und schauen uns an, wie die Ortschaft Peschieral del Garda ihren Schriftzug erstellt hat. Da, wo es sich ja anbieten würde, Buchstaben vor der Kulisse des Gardasees aufzustellen, entschied man sich, lieber eine Hecke in Buchstaben zu schneiden.

Diese Variante ist gar nicht so unüblich, wie man auch an den drei Buchstaben PEI sehen kann. Sie stehen für die Prince Edward Island in Kanada und sind zu sehen, wenn man direkt nach der Überfahrt auf der Brücke rechts ranfährt und eine kurze Pause einlegt.

Damit bleiben wir auch in Kanada und sind, wie eingangs, wieder zurück in Nordamerika. Anstatt eines Hollywood Signs treffen wir aber in Québec auf ganz klassische Buchstaben, die den Städtenamen als Schriftzug präsentieren, so wie es eben in zahlreichen Städten zu finden. Interessanterweise befindet sich dieser Name nicht im Stadtkern, sondern etwas außerhalb am Ufer des Sankt Lorenz-Stroms. So oder so mag ich diese Schriftzüge und werde irgendwann einen zweiten Beitrag starten, in dem ich weitere Städtenamen auf diese Weise präsentieren werde. Ich muss sie nur erst besuchen.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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