Rückblick: Vor 10 Jahren lebte ich im Wohnmobil

In diesem Monat jährt es sich zum zehnten Mal, dass ich in ein Wohnmobil gezogen bin und für einen unbestimmten Zeitraum im Wohnmobil leben wollte. Heute weiß ich: Es wurden immerhin drei Jahre. Drei Jahre, in denen ich kein festes Zuhause über dem Kopf hatte, sondern nur ein mobiles. Aber was heißt schon „nur“? Es war eine schöne und vor allen Dingen auch interessante Zeit.
Die Frage, warum ich das tat, ist schnell geklärt: Warum nicht? Die ausführlichere Variante lautet: Ungebunden, keine Kinder, keine Haustiere und ohnehin ständig unterwegs. Besonders der letzte Punkt brachte mich damals zu der Überlegung, warum ich Miete und Nebenkosten für etwas zahlen soll, was ich nur selten benutzen würde. Ich war gerade im Begriff mich als Reisebuchautor selbstständig zu machen und hatte bereits einige Buchaufträge, für die ich in den nächsten Monaten häufig verreist sein würde. Und ganz ausführlich wird es in meinem Tagebuch, dass ich damals schon im Netz veröffentlichte.

Meine wenigen Möbel stellte ich bei meinen Eltern unter, wo ich an manchen Tagen auch am PC arbeiten konnte. Mobiles Internet war damals ja noch nicht sehr weit verbreitet und wenn, dann kaum bezahlbar.
In der Zeit, in der ich nicht verreist war oder den PC meiner Eltern in Beschlag nahm, verbrachte ich auf heimelig gelegenen Wanderparkplätzen im Ruhrgebiet. In so mancher Nacht stand ich mit dem Wohnmobil direkt am Ufer des Baldeneysees und genoss die Stille, den Anblick des funkelnden Sternenhimmels und ärgerte mich, wenn meine Gasflasche mitten in der Nacht leer war.

Drei Mal überwinterte ich im Wohnmobil im kalten Deutschland. Im Blog schrieb ich bereits, wo man mit dem Wohnmobil übernachten kann. Beim ersten Mal, gleich am Anfang, wusste ich noch nicht, was mich erwarten würde. Mir war nicht klar, dass ich am Abwasserhahn Eiszapfen haben würde. Aber je kälter es wurde, umso gemütlicher machte ich es mir im Wohnmobil. Genau über meinem Bett hing eine Weltkarte, rechts und links befanden sich dicke Kissen und von unten wurde ich mit zahlreichen Decken gewärmt. Mein abendliches Entertainment bestand aus dem Radioprogramm sowie einigen Büchern. Und morgens nach dem Aufstehen war es nur ein Schritt nach draußen, um direkt wieder in der Natur zu stehen. Oder auf einem Parkplatz, je nachdem, wo ich übernachtete.

Nach drei Jahren setzte ich mich auf ein Frachtschiff und fuhr nach Südamerika. Von dem Wohnmobil nahm ich Abschied und verkaufte es. Nach der Rückkehr zog ich in eine kleine Wohnung, die seither als Ausgangsbasis für alle weiteren Reisen diente. Ja, es war eine schöne Zeit, im Wohnmobil gelebt zu haben. Fremd ist es mir ja auch heute nicht. Ich bin natürlich immer noch oft mit dem Wohnmobil unterwegs. Nur in meiner Heimatregion schlafe ich logischerweise nicht mehr im Wohnmobil. Aber wenn ich müsste, würde ich es wieder tun.

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