Marktbrunnen in Ohrdruf

Geocacher werden in Ohrdruf ihre Freude haben. Geocacher – das sind Menschen, die mit einem GPS-Gerät oder einer App auf ihrem Smartphone ausgestattet sind und anhand von Koordinaten kleine Schätze suchen, die andere Geocacher vor ihnen dort versteckt haben. In Ohrdruf hat sich einer von ihnen die Mühe gemacht, einen sogenannten Multi zu gestalten. Dieser Schatz besteht aus mehreren Teilen und führt zu den sechs Brunnen der Stadt, unter anderem auch zum sehenswerten Marktbrunnen gegenüber vom Rathaus.

Der Marktbrunnen wurde Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet und stand zunächst an einer etwas anderen Stelle des Marktes. Schon wenige Jahre nach seiner Errichtung wurde die Säule inmitten des Brunnens mit einer Figur des Erzengels Michael bestückt.

Es plätschert leise am Brunnen

Michael, der hier mit Pausbäckchen und lockigem Haar dargestellt wird, hält in der rechten Hand ein Schwert, mit dem er auszuholen scheint. Interessant ist jedoch die Waage in seiner linken Hand. In einer der beiden Waagschalen steht der Teufel mit einem Mühlrad, denn dieser wollte der Legende nach beweisen, dass er schwerer wiegen würde als die menschliche Seele. In der anderen Waagschale ist auf den ersten Blick nichts zu erkennen. Auf den zweiten Blick aber auch nicht, denn dargestellt ist die menschliche Seele, die bekanntermaßen unsichtbar ist. Doch hat sie das Wiegen für sich entscheiden können, denn die Waagschale mit der menschlichen Seele hebt den Teufel deutlich in die Lüfte.

Hinter dem Erzengel befindet sich eine weitere Skulptur, die laut Tourismusverband einen Delphin darstellen soll. Doch die Wasser speiende Figur ähnelt eher einem schuppigen Lindwurm, der sich selbst verknotet hat. Bleiben wir also lieber beim Geocaching und lösen das Rätsel am Brunnen, das schließlich auch zu den anderen fünf Brunnen der Stadt führt. Sie sind die letzten von einstmals 28 Springbrunnen in Ohrdruf.

Michael Moll

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.

Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.

Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.


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