Man muss nicht alles schön finden, was unter Denkmalschutz steht. Bei einer Fahrt durch die Republik kommt man oft an Gebäuden vorbei, bei denen man sich klammheimlich die Abrissbirne herbeiwünscht. Möglicherweise ergeht es dem einen oder anderen Spaziergänger so, der auf der Wartburgallee in Eisenach wandelt und am dortigen Kunstpavillon vorbeischlendert.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Zwei gelbe Stelen ragen in den Himmel und kündigen den Kunstpavillon an. Sie wirken ein wenig in die Jahre gekommen, und man fragt sich unweigerlich, ob ein neuer Anstrich hier genügen würde. Vor der Kulisse von heimeligen Wohnhäusern erstreckt sich ein Flachbau mit einer breiten Fensterfront. Zwei Freitreppen führen zum Eingang des Baus, der mehr wie ein Autohaus wirkt als eine Ausstellungshalle.
Perle der Architektur auf den zweiten Blick
Kein Wunder, das Gebäude wurde 1967 errichtet und diente als Museumsgebäude für Fahrzeuge, die in Eisenach hergestellt wurden. Dazu zählten selbstverständlich die Marken Wartburg, Dixi, aber auch BMW. Die als Wartburgpavillon bekannt gewordene Ausstellungsfläche feierte nach gerade einmal zehn Jahren bereits eine Million Besucher. Ein Ende dieses Erfolgs folgte mit dem Untergang der DDR. Es stand zur Diskussion, das Gebäude abzureißen und durch ein Parkhaus zu ersetzen. Diese Planung wurde zwar nicht umgesetzt, doch stand die Halle mehr als ein Jahrzehnt leer und war dem Verfall ausgesetzt. Erst im Jahr 2013 wurde die Halle unter Denkmalschutz gestellt, mit der Begründung, dass es sich um ein Bauwerk der DDR-Architektur handele.

Lohnenswert ist auf jeden Fall ein Blick ins Innere. Fahrzeuge werden zwar keine mehr ausgestellt, doch beherbergt der Kunstpavillon heute eine Dauerausstellung und ist Veranstaltungsort für wechselnde Kunstausstellungen, Konzerte und Workshops. Daher ist es gut, dass die Abrissbirne nie zugeschlagen hat.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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