Der Trusetaler Wasserfall an der Landstraße zwischen Trusetal und Brotterode ist der größte Wasserfall im Thüringer Wald. So wird es überall erklärt und so steht es überall geschrieben. Doch wenn man ehrlich ist, handelt es sich nur um einen überdimensionalen Wasserhahn. Denn das Wasser kann von Menschenhand einfach abgestellt werden, so wie es Jahr für Jahr im Winter getan wird. Und dann fließt nichts mehr. Der Trusetaler Wasserfall ist zwar beachtliche 50 Meter hoch, und es sieht auch beeindruckend aus, wenn das Wasser im Sommer über die Felsen hinweg in die Tiefe fällt, aber er ist nun einmal im Jahr 1865 künstlich angelegt worden.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Deutlich kleiner, dafür aber natürlichen Ursprungs, ist der Spitterfall. Das Wasser der Spitter fließt kaskadenartig 19 Meter tief und macht den Spitterfall damit zum eigentlich größten Wasserfall des Thüringer Waldes. Die beiden Katarakte siind weniger als neun Kilometer Luftlinie voneinander entfernt.
Kaskaden im Wald
Doch so leicht wie der Trusetaler Wasserfall, der mit seinem Besucherparkplatz direkt an der Landstraße liegt, macht es einem der Spitterfall zum Glück nicht. Um diesen zu erleben, muss man sich nämlich zunächst einmal nach Tambach-Dietharz begeben. Die dortige Spitterstraße gibt mit ihrem Namen schon einen ersten Hinweis auf das Gewässer. Die Spitter fließt gleich daneben.

Mit einer Wanderung durch das Naturschutzgebiet Spittergrund gelangt man immer tiefer in den Wald und erreicht nach einiger Zeit den plätschernden Wasserfall, der sich in mehreren schmalen Kaskaden durch das dichte Grün über einige Felsstufen ergießt. Vor dieser malerischen Kulisse lädt ein kleiner Picknickplatz zu einer Wanderpause ein, nach der man anschließend noch ein Stück in Richtung Ebertswiese weiter wandern kann, wo die Spitter ihren Anfang nimmt. Das Ende der Spitter erfolgt schon nach sechseinhalb Kilometern, indem sie, ganz natürlich, in die Apfelstädt mündet.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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