Sicherheit beim Reisen

Gelegentlich werde ich gefragt, ob es denn irgendwann mal einen unschönen Moment während einer Reise gab. Da muss ich den erwartungsvollen Fragesteller meist enttäuschen, denn etwas wirklich Schlimmes ist mir unterwegs zum Glück noch nicht passiert. Vielleicht, weil ich Vorsicht walten lasse? Doch was kann man tun, damit man unterwegs nicht vom Reisenden zum Opfer wird?

Um ehrlich zu sein kann ich auch nicht mehr Tipps geben, als die, die man woanders liest. Der erste Hinweis meinerseits geht natürlich zum Auswärtigen Amt mit seinen Sicherheitshinweisen. Der nächste ist: Augen und Ohren offen halten. Das ältere Ehepaar im Doppeldeckerbus in Dublin hat es genauso getan und richtig gehandelt. Sie haben andere auf sich aufmerksam gemacht, so dass der Taschendieb, der gerade eben deren Geldbörse stahl, festgehalten werden konnte, bis die Polizei eintraf.

Weniger Glück hatte wohl jemand in einer McDonald’s-Filiale in Buenos Aires. Ich stand in einiger Entfernung und hörte lautes Rufen. Erst spät sah ich, dass da jemand wegrannte und in der Menschenmenge verschwand. Das war wohl ebenfalls ein Taschendieb, der zwar ertappt wurde, aber noch rechtzeitig entwischt war. In Buenos Aires wurde ich aber auch Opfer. Wenn es denn überhaupt Absicht war und man das so nennen kann. Nach einer Taxifahrt erhielt ich nämlich vom Fahrer Geldscheine als Wechselgeld zurück, die ich für echt hielt. Dass es sich um Falschgeld handelte, erfuhr ich erst am nächsten Tag, als ich damit in einem Supermarkt bezahlen wollte. Man nahm das Geld einfach nicht an.

Diese Reaktion hätte ich auch gerne in Bosnien gehabt, als ich in den Anfängen meiner Reisezeit über den Tisch gezogen wurde. Ein junger Mann bot sich für eine Führung durch die Stadt Mostar an und brachte mich zu einer Moschee, ein wenig durch die Stadt und meinte nach einer guten Stunde, dass er jetzt bezahlt werden müsse. 50 Euro hielt er für angemessen. Das war Lehrgeld. Solche Dinge passieren mir heute nicht mehr.

Wovor man aber nie gefeit sein kann, sind Autoaufbrüche. So ist es mir im italienischen Verona geschehen. Als ich zum Parkplatz zurückkam, lag die Seitenscheibe des Wohnmobils in Splittern verteilt auf dem Boden. Ärgerlich, aber ein wenig Schadenfreude blieb trotzdem – denn ich hatte sämtliche Wertsachen bei mir und die Schränke waren leer, da ich aus beruflichen Gründen nur einen kleinen Koffer bei mir hatte. In diesem wurde der Dieb fündig und nahm sich ein paar Turnschuhe im Wert von 10 Euro. Der wird doof geguckt haben, als er sämtliche Schränke im Wohnmobil leer vorfand.

Also, passieren kann immer und überall etwas. Und ich bin froh, dass ich aus meinem Repertoire nur diese Dinge zu erzählen habe. Aber ich denke, mit solchen Sachen lässt es sich leben und es gibt deutlich Schlimmeres. Wie gesagt: Augen und Ohren geöffnet halten und keine wichtigen Sachen unbeaufsichtigt lassen. Passt unterwegs auf euch auf! Übrigens: Letztens habe ich noch auf der Westminster Bridge in London Hütchenspieler gesehen. Wer fällt eigentlich da noch drauf rein?

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. hallo, deinem artikel kann ich nur in allen punkten zustimmen. auch uns ist noch nie etwas passiert. viele jahre mit wohnwagen, jetzt mit unserer selbstgebauten travelbox unterwegs, wir lassen nie wertgegenstände im handschuhfach und lassen es auch geöffnet, um gleich zu zeigen – hey du, da is nix zum holen. und wie du sagst, augen auf, ohren auf und den gesunden menschenverstand einschalten. lg aus wien u+e wagner

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