Römische Spuren bei Mehring

Moselwanderung bei Mehring

Mit einer Reise in die Vergangenheit beginnt unsere Wanderung am südlichen Ufer der Mosel bei Mehring. Wir besichtigen zunächst einen rekonstruierten römischen Hof und machen uns anschließend auf den Weg, unsere Gesundheit in einem Wassertretbecken zu fördern. Spektakulär wird es schließlich in einem dichten Wald. In dem durchqueren wir einen seilgesicherten Hang und genießen dabei einen tollen Ausblick auf die Mosel.

Der folgende Text stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer „Wanderungen an der Mittelmosel“. Die Angaben können daher veraltet sein.

In dem südlich der Mosel gelegenen Teil von Mehring beginnen wir unsere Wanderung zunächst mit der Besichtigung der römischen Villa Rustica (GPS: 49.793995, 6.834434).

Villa rustica

Villa rustica

Die Villa Rustica in Mariniacum galt als eine der größten in der Region von Augusta Treverorum. Und jetzt auf Deutsch: Der römische Gutshof von Mehring galt als einer der größten in der Trierer Region. Er wurde zu Beginn des zweiten Jahrhunderts erbaut und besaß nach späteren An- und Umbauten 34 Räume. Die römischen Besitzer wandelten auf mehrfarbigen Mosaikboden, der durch eine Fußbodenheizung erwärmt wurde. Zwar waren die Überreste der Villa Rustica bereits im 19. Jahrhundert schon bekannt, doch freigelegt wurde die erst in den 1980er-Jahren. Heute gilt das restaurierte Bauwerk als Bodendenkmal und ist frei zugänglich.

Wir lassen die Villa der Römer und das kleine Toilettenhäuschen hinter uns und begeben uns in die Straße Am Hostert. Dort können wir uns im Gasthof Zur Römervilla eine kleine Stärkung für die Wanderung gönnen. Am Ende der Straße wenden wir uns nach rechts und biegen nach wenigen Metern vor dem Weinberg links ab, um auf den Campingplatz zuzusteuern (GPS: 49.793241, 6.838291). Doch vor dem Zugang führt unser Weg nach rechts, sodass wir die liebevoll angelegten Parzellen der Camper nur von außen betrachten können.

Römische Spuren bei Mehring

Römische Spuren bei Mehring

Wanderung bei Mehring am südlichen Ufer der Mosel

Hinter dem Campingplatz wandern wir mit Blick auf die Mosel über eine Kreuzung hinweg. Wir genießen den Anblick der Trauben, die an ungezählten Rebstöcken reifen. Außerdem beobachten wir die Arbeit der Winzer und erreichen an einer Sitzbank einen Pflaumenbaum, der seine leckeren Früchte herunter hält. Direkt hinter dem Baum biegen wir rechts ab und wandern auf dem asphaltierten Weg leicht bergauf. Sitzbänke, von denen man bereits eine schöne Aussicht auf das Moseltal hat, laden uns zu Pausen ein. Doch wir wandern auf dem kurvigen Weg weiter bergauf, bis wir das 1985 erbaute und 2003 renovierte Wassertretbecken erreichen (GPS: 49.785504, 6.842786). Flugs die Wanderstiefel ausgezogen und die Hose umgekrempelt, steigen wir durch das Wasser und regen unseren Kreislauf an.

Vor dem Wassertretbecken wenden wir uns nach links und wandern nun auf dem breiten Weg in den dichten Mischwald hinein. Stets sanft bergauf genießen wir das grüne Blattwerk über unseren Köpfen und lauschen den Vogelstimmen, die aus allen Richtungen ertönen. An einer Gabelung entscheiden wir uns für den rechten Weg und durchwandern eine Linkskurve. Nach wenigen Metern machen die Bäume ein wenig Platz. Sie gewähren uns einen Blick auf Mehring, wo wir den Campingplatz bereits nur noch als kleine Fläche wahrnehmen. Farne überwachsen kniehohe Mauern am Wegesrand, während wir ein Sicherungsseil erreichen.

Durch diese Felswand muss man wandern

Durch diese Felswand muss man wandern

Seilgesichert durch einen Steinbruch

Für die nächsten Meter ist Trittsicherheit gefragt, wenn wir durch den schotterigen Hang eines ehemaligen Steinbruchs steigen und uns dabei gut an dem Seil festhalten. Dünne Bäume begleiten unseren schmalen Pfad, auf dem wir nach kurzer Zeit an einer Metalltreppe hinabsteigen. Sorgsam klettern wir die Sprossen hinab und wenden uns nach links. An dem Stahlseil steigen wir vorsichtig und am besten im Rückwärtsgang hinab. Schon haben wir einen großen Abschnitt des Klettersteigs überwunden.

Doch unser Weg führt immer noch als schmaler Pfad weiter durch den ehemaligen Steinbruch, wo loses Gestein von Farnen überdeckt wird und die dünnen Bäume den Blick auf die Mosel freimachen (GPS: 49.790695, 6.853038). Mitten in der Steilwand stehen wir nun und genießen den Ausblick auf den Yachthafen und Campingplatz von Pölich am anderen Ufer des Flusses, wo sich ein Weinberg nur sanft erhebt.

Abermals halten wir uns an einem Stahlseil fest, überklettern kleinere Felsbrocken, die sich uns in den Weg gelegt haben. Dabei genießen wir die Wanderung auf dem schmalen Waldpfad, der schon nach kurzer Zeit an einem landwirtschaftlichen Weg endet. Mit tollen Ausblicken auf den Fluss wenden wir uns nach rechts und gehen den sanft ansteigenden Weg hinauf. Begleitet von Weinreben und einer hohen Mauer zu unserer Linken durchschreiten wir drei Serpentinenkurven. Der landwirtschaftliche Asphaltweg mündet in einen Wald und wird von einem wurzeligen, aber breiten Weg abgelöst.

Ausblick auf das Moseltal

Die Mosel bei Mehring

Die Mosel bei Mehring

Federnden Schrittes genießen wir die Wanderung unter dünnen Buchen und werfen unsere Blicke in das Unterholz, aus dem der ein oder andere Pilz hervorschaut. An einer kleinen Lichtung treffen wir auf eine Sitzbank, von der wir abermals eine herrliche Aussicht auf Mehring genießen können. Gleich dahinter teilt sich der Weg. Wir entscheiden uns für die rechte Möglichkeit und beobachten auf dem weichen Waldweg, wie Eichhörnchen aufgeregt an Rinden von Eichen und Buchen herumkraxeln. Zu unserer Linken steigt der Berg steil an, während unser Weg kurvig durch den dichten Wald führt.

Doch ohne Vorankündigung wird der Wald zu unserer Rechten wieder von Weinbergen abgelöst, sodass wir unseren Blick beim Wandern über das weite Moseltal streifen lassen können. Mit Schwung wandern wir nun auf einem asphaltierten Landwirtschaftsweg hinab, und haben die Ortschaft Mehring fest vor uns im Blick. Eine Schutzhütte (GPS: 49.788434, 6.834642) zu unserer Rechten lässt uns noch einmal innehalten und gibt uns Gelegenheit, unseren Proviant zu verspeisen.

Während die Winzer mit ihren kleinen Traktoren durch die Weinberge fahren und sich um die Lese kümmern, steigen wir weiterhin sanft hinab und erreichen nach kurzer Zeit die ersten Häuser von Mehring. In der Straße In der Kirchheck wenden wir uns nach rechts. Wir betrachten die hübschen Vorgärten und erkennen schon nach wenigen Metern die römische Villa Rustica wieder, an der unsere Wanderung ihren Ausgang nahm.

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