In einer weit, weit entfernten Galaxis spielen sich möglicherweise Szenen ab, die wir hier unten auf unserer Erde manchmal nur ansatzweise erahnen können. Um die Ereignisse im Weltall besser verfolgen zu können, hat man schon in der Antike Observatorien errichtet, mit denen man unter anderem den Lauf der Sterne beobachtete. Ab dem 17. Jahrhundert entstanden die ersten Sternwarten, so wie wir sie heute kennen und nutzen. Der Grund war die Erfindung des Teleskops durch den italienischen Astronomen Galileo Galilei.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Um eine möglichst gute Sicht zu haben, wurden Sternwarten in der Regel auf hohen Gebäuden oder auf Bergen errichtet. So auch die Sternwarte Sonneberg, die im Winter 1925 feierlich eingeweiht wurde. In den ersten Jahren galt sie sogar als höchstgelegene Sternwarte Deutschlands. Errichtet wurde sie mit Unterstützung der Carl-Zeiss-Stiftung auf Veranlassung des Sonneberger Physikers und Astronomen Cuno Hoffmeister. Dieser erforschte die sogenannten veränderlichen Sterne, ein Fachgebiet, das sich mit den Helligkeitsschwankungen eines Himmelskörpers befasst.
Irgendwo da draußen …
Hoffmeister entdeckte die unglaubliche Anzahl von 10.000 Sternen dieser Art und machte damit die Sternwarte Sonneberg zum führenden Observatorium auf diesem Gebiet. In den klimatisierten Räumen der Sternwarte sind die wertvollen Fotoplatten, auf denen die Sternenbilder archiviert wurden, noch heute untergebracht. Dabei handelt es sich um 300.000 Aufnahmen mit mehreren hundert Millionen Sternen, was das astrofotografische Archiv zum zweitgrößten der Welt macht.

Von außen wirkt das Gelände der Sternwarte ein wenig in die Jahre gekommen, doch unter den Kuppeln der Dächer arbeiten sieben Teleskope mit einer Objektivgröße von bis zu 700 mm. Außerdem werden im Astronomiemuseum verschiedene Exponate, wie zum Beispiel Meteorite und Fernrohre, gezeigt sowie Führungen durch die Sternwarte angeboten.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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