Rennsteigschild

Zu den Klassikern im Thüringer Wald gehört ganz ohne Zweifel der Rennsteig. Dieser rund 170 Kilometer lange Fernwanderweg prägt das Mittelgebirge zwischen Eisenach und Blankenstein so sehr, dass man auch außerhalb Thüringens sofort ein Bild vor Augen hat, wenn man nur den Namen erwähnt. Orte, die man am Rennsteig gesehen haben sollte, gibt es viele.

Doch der vielleicht wichtigste Ort des Wanderwegs, sozusagen das Aushängeschild des Rennsteigs, ist sogar vielen Einheimischen unbekannt. Vielleicht deshalb weil sich gerade dieser nicht direkt am Rennsteig befindet. Denn Hand aufs Herz: Wussten Sie, wo die charakteristischen Holzschilder hergestellt werden, die dem Wanderer den Weg weisen?

Die Wegweiser für den Fernwanderweg

Dies geschieht in einem Ort, der den Wanderweg natürlich auch in seinem Namen trägt – in Schmiedefeld am Rennsteig. Dort begann Arno Walther in den 1960er Jahren damit, die heute noch bekannten Holzschilder zu schnitzen. Von diesen handgeschnitzten Originalen stehen bis heute sogar noch drei Schilder am Rennsteig. Wunderlicherweise, denn die Schilder waren heiß begehrt und wurden oft gestohlen. Heute ist das nicht mehr notwendig, denn Ronny Weiß produziert in seiner Werkstatt weiterhin die beliebten Schilder und bietet sie dort nicht nur zum Verkauf an, sondern erfüllt auch gerne Kundenwünsche und exportiert die Rennsteigschilder sogar ins Ausland.

Im Jahr 2014 schickte er sogar eines seiner Schilder selbst auf Wanderschaft. Beginnend beim Schmiedefelder Bürgermeister wanderte das Schild zu vielen Sportlern und Persönlichkeiten des Thüringer Waldes, um von diesen signiert zu werden. Anschließend wurde das hölzerne Rennsteigschild für einen guten Zweck versteigert. Wer seinen eigenen Namen am Rennsteig sehen möchte, der kann übrigens auch als Sponsor auftreten und sich sein eigenes Rennsteigschild schnitzen lassen. Dieses wird anschließend am Wegesrand aufgestellt. Und wer weiß, vielleicht ist es eines Tages sogar eines von 111 Orten im Thüringer Wald, die man gesehen haben muss.

Michael Moll

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.

Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.

Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.


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