Opel in Eisenach

Am Nordhang des Thüringer Waldes, im Westen von Eisenach, befindet sich eine Fabrik, die wie kaum eine andere in der Region für Tradition steht. Schon 1896 wurden die ersten Fabrikhallen in Betrieb genommen, und wenig später rollten die ersten Autos vom Band – der sogenannten Wartburg-Motorwagen. Wonach er benannt wurde, ist natürlich offensichtlich. Satte 5 PS beschleunigten den Wagen auf eine Spitzengeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern. 250 dieser Fahrzeuge wurden gebaut, bevor man die nächste Fahrzeuggeneration auf den Namen Dixi taufte.

Die Dixi-Wagen waren schon eine deutliche Spur größer und galten als repräsentativ. Man würde sie heute wohl im oberen Mittelklassesegment ansiedeln. Nur unterbrochen vom Ersten Weltkrieg baute man Dixis bis zur Weltwirtschaftskrise, dann übernahmen die Bayerischen Motorenwerke das Unternehmen und ließen bis zum Zweiten Weltkrieg einen BMW nach dem nächsten bauen. Im Jahr 1955 folgte schließlich der erste Wartburg der DDR, Typ 311. Über 1,8 Millionen Fahrzeuge verließen das Eisenacher Werk von seiner Gründung bis zum Ende der DDR.

Weit über die Hälfte davon waren das Wartburg-Modell 353 beziehungsweise 353 W, das von 1966 bis 1988 hier gebaut wurde. Zwei Tage nach der deutschen Wiedervereinigung wurde im einstigen Automobilwerk eine Fertigungsstraße des Autobauers Opel feierlich eröffnet. Rund 1.900 Mitarbeiter, übrigens fast genauso viele wie fast ein Jahrhundert zuvor, fertigten im damals modernsten Automobilwerk Europas den Opel Astra und Corsa. Seit 2013 entsteht in Eisenach der kleine Stadtflitzer Adam, benannt nach Adam Opel. Über die Werksgeschichte informiert die »automobile welt eisenach« am alten Standort des Werks, doch auch das moderne Opelwerk lässt sich im Rahmen einer sehenswerten Führung besichtigen.

Michael Moll

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.

Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.

Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.


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