Karl Günther von Schwarzberg-Sonderhausen war der volle Name des letzten Herrschers über das Fürstentum Schwarzberg-Sonderhausen. Der Fürst wurde im Jahr 1830 in Arnstadt geboren und übernahm im Alter von 49 Jahren die Regierungsgeschäfte seines Vaters. Der leidenschaftliche Jäger starb im Jahr 1909, nachdem er seine drei letzten Lebensjahre im Krankenbett verbracht hatte – verursacht ausgerechnet durch einen Jagdunfall.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Seine Witwe ließ ihm zu Ehren wenige Jahre später ein Denkmal errichten. Dieses entstand auf dem 808 Meter hohen Langen Berg, der zu Karl Günthers Lebzeiten noch Burzel genannt wurde. Es war drei Meter hoch und zeigte den Fürsten in Jägeruniform und mit Gewehr. Dabei wirkte das bronzene Standbild verhältnismäßig bescheiden im Gegensatz zum steinernen Unterbau. Dieser besteht aus einer imposanten Freitreppe, auf der man das eigentliche Denkmal erst über 30 Stufen erreichte. Hinter Karl Günther erhebt sich schließlich noch ein Torbogen.
Fürstendenkmal am Pilzsteig
Während der Nazi-Herrschaft wurde das Fürsten-Denkmal demontiert, um für Kriegsgerät eingeschmolzen zu werden. Zwar überstand die Figur den Zweiten Weltkrieg, doch kam sie nicht zurück auf ihren ursprünglichen Platz, sondern wurde schließlich in den 1970er Jahren durch die DDR-Führung doch noch eingeschmolzen. Erst im Jahr 2010 wurde durch einen Förderverein das heutige Denkmal restauriert und eine neue Skulptur von Karl Günther erstellt. Wie schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts schaut sie vom Langen Berg hinab in Richtung Nordwesten und scheint dabei den gesamten Thüringer Wald zu überblicken. Bei guter Sicht kann man sogar den Kyffhäuser und einige Gipfel des Harz’ erkennen.

Zu Karl Günthers Füßen befinden sich mehrere Aussichtspunkte, Picknickplätze und der Pilzsteig. Dieser verläuft auf einer Strecke von 21 Kilometern von Neustadt über den Langen Berg nach Gehren.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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