Johann Wolfgang von Goethe war überall. Zumindest könnte man das meinen, wenn man in Thüringen unterwegs ist. Und nicht nur hier, sondern auch im Harz, in Bayern und natürlich in Italien, wohin es den deutschen Dichter auch verschlug. Und man könnte meinen, Goethe hätte eine ganze Kutsche voll mit Schildern bei sich gehabt, auf denen geschrieben stand, dass er in diesem oder jenem Gasthaus übernachtet habe.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Goethe schrieb hier, Goethe wohnte dort und Goethe übernachtete in diesem Bett. Jeder Ort, den er auf seinen Reisen durchquert hat, brüstet sich heute mit seiner Anwesenheit. Weil Goethe aber nicht nur Dichter und Reisender war, sondern auch Geologe, existieren sowohl im Harz als auch in Thüringen mehrere Felsen, die nach ihm benannt wurden.
Der Klassiker
Der in Frankfurt geborene und in Weimar gestorbene Dichter kam nun mal viel rum. Auch in Ilmenau verbrachte er eine Zeit seines Lebens. Wenigstens war er hier nicht nur kurz auf der Durchreise, sondern widmete sich unter anderem als Staatsbediensteter dem Finanzwesen der Stadt. In dieser Position dürfte es fraglich sein, ob er damals so beliebt war wie heute. Außerdem betrieb er Vandalismus – streng genommen. Denn weit oberhalb von Ilmenau befand sich ein Jägerhäuschen, an dessen Holzwand er am 6. September 1780 mit Bleistift ein Gedicht notierte.

Heute würde man ihn wohl zur Reinigung heranziehen, doch das Gedicht wurde berühmt, genau wie die Hütte, die man später in Goethehäuschen umtaufte. 26 Besuche von Goethe zählt das Ilmenauer Stadtarchiv, und weil sein Name untrennbar mit der Stadt verbunden ist, schuf man ihm zu Ehren ein Denkmal, das ihn vor dem Rathaus ganz entspannt sitzend zeigt.
So kann sich ein jeder zu ihm gesellen und mit ihm zusammen den Blick über den Marktplatz schweifen lassen. Und wem das nicht genügt, der gehe auch noch zur Lindenstraße, wo am Haus Nummer 1 ein Hinweisschild verrät, dass Goethe dort wohnte und seinen letzten Geburtstag verbrachte. Über all diese Ereignisse informiert natürlich auch das Goethe-Stadtmuseum, das in den einstigen Büroräumen Goethes untergebracht ist.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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