Was macht man eigentlich so den ganzen Tag, wenn man zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt wurde und als mächtigster Mensch der Welt gilt? Um diese Frage beispielhaft zu beantworten, sollten wir einen Blick in die Geschichte werfen und uns den 14. Mai 1998 anschauen. Es war ein sonniger Tag in Thüringen, und während in seiner Heimat über Sexualpraktiken mit einer gewissen Monica Lewinsky diskutiert wurde, besuchte Staatspräsident Bill Clinton den Thüringer Wald.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Nachdem er tags zuvor das Potsdamer Schloss Sanssouci besichtigt und am Morgen noch eine Rede zur Luftbrücke am Berliner Tempelhof gehalten hatte, besuchte er zusammen mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl das Opel-Werk Eisenach, das wenige Jahre zuvor errichtet worden war. Wenig später fuhren die beiden, natürlich mit einem Tross an Begleitfahrzeugen, zum Eisenacher Marktplatz, um dort vor rund 30.000 Eisenachern zu sprechen.
Bill Clinton war in Eisenach
»Herr Präsident, lieber Bill Clinton, herzlichen Dank für Ihren Besuch in Eisenach, für Ihre Rede und für den freundschaftlichen Geist, der aus Ihren Worten sprach.« Mit diesen Worten wurde der 42. Präsident der USA von Helmut Kohl offiziell begrüßt. Dieser antwortete: »Thank you. Chancellor Kohl, President Vogel, Mayor Brodhun, to the people of Eisenach, especially to all of the young people who are here, thank you for making us feel so welcome.« Der damalige Oberbürgermeister von Eisenach, Hans-Peter Brodhun, lud anschließend dazu ein, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen, bevor Bill Clinton einem Konzert im Bachhaus beiwohnte.

Zu guter Letzt folgten noch ein kurzer Stadtbummel durch die Einkaufsstraßen Eisenachs und natürlich der Besuch auf der Wartburg. Heute erinnert an diesen Tag eine Gedenktafel, die gleich neben einer Gedenktafel anlässlich des Besuchs von Willy Brandt im Januar 1990, hängt.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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