Ein Dreiländereck ist eigentlich nichts Besonderes. Viele Länder auf der Welt haben mindestens eines davon. Deutschland teilt mit seinen Nachbarstaaten sechs Dreiländerecke. Darüber hinaus bilden die 16 Bundesländer insgesamt 15 Dreiländerecke, wovon allein vier schon auf den Freistaat Thüringen fallen.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Aber darüber hinaus gibt es auch noch zahlreiche historische Dreiländerecke. Diese werden heute oft als Dreiherrenstein bezeichnet. Von den mindestens 40 Dreiherrensteinen, die noch heute in deutschen Waldböden eingegraben sind und an die einstige Kleinstaaterei erinnern, befindet sich eine Vielzahl nicht nur in Thüringen, sondern sogar im Thüringer Wald. Rennsteigwanderer passieren 13 Standorte von noch bestehenden oder verschollenen Dreiherrensteinen auf dem Fernwanderweg, und nur zwei davon befinden sich auf bayerischem Boden.
Erinnerung an die Kleinstaaterei
Dazu gehören zum Beispiel der in der Region bekannte Stein 16 bei Oberhof und der Dreistromstein bei Siegmundsburg. Stellvertretend für alle Dreiherrensteine im Thüringer Wald sollte man mindestens einen mal gesehen – und vielleicht auch umrundet haben. Dazu bietet sich der Große Dreiherrenstein zwischen Neustadt und Schmiedefeld an, da er noch nicht einmal eine Wanderung erfordert, sondern ganz unscheinbar neben einem Wanderparkplatz steht.

Erstmals erwähnt wurde der Stein Ende des 16. Jahrhunderts als das Fürstentum Schwarzberg-Arnstadt auf das Herzogtum Sachsen-Eisenach und die Grafschaft Henneberg traf. Im 19. Jahrhundert existierte die Grafschaft Henneberg nicht mehr, dafür aber das Königreich Preußen. Daher erkennt man auf einer der drei Seiten des Steins das Wappen der Grafschaft und das später eingemeißelte preußische Kürzel KP. Heute grenzen an den Stein die drei Gemeinden Schleusegrund, Stützerbach und Neustadt am Rennsteig.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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