Das Wahrzeichen von Eisenach ist ganz klar die Wartburg. Weithin sichtbar thront sie oberhalb der Stadt und lockt als Weltkulturerbe jährlich über 300.000 Besucher an. Von der Terrasse der Wartburg aus blicken diese dann gen Osten und sehen in rund eineinhalb Kilometern Entfernung ein weiteres interessant anmutendes Bauwerk – das Burschenschaftsdenkmal.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Wie die Wartburg steht auch das Burschenschaftsdenkmal auf einem Berg am Südrand von Eisenach, der 350 Meter hohen Göpelskuppe. Das Denkmal wurde zu Beginn des letzten Jahrhunderts errichtet und erinnert an die Deutsche Reichsgründung des Jahres 1871. Eigentlich sollte das Burschenschaftsdenkmal auf dem im Norden der Stadt gelegenen Wartberg errichtet werden, und es kam im Jahr 1897 sogar zur Grundsteinlegung. Doch als im Jahr darauf Fürst Otto von Bismarck starb, wurde der Standort für einen heute nicht mehr vorhandenen Bismarckturm genutzt, und das geplante Burschenschaftsdenkmal musste ausweichen.
Mit weiten Blicken übers Land
Im Zweiten Weltkrieg gab es kaum Schäden am 33 Meter hohen Denkmal, doch der DDR-Führung war das Denkmal ein Dorn im Auge, weswegen es Pläne gab, das Bauwerk zu sprengen oder es durch seine Form eines Rundtempels als Sternwarte zu nutzen. Nach der Wiedervereinigung wurde das Denkmal restauriert und kann heute wieder besichtigt werden. Im Inneren präsentiert es sich mit einem sehenswerten Deckengemälde und einigen Wandtafeln, auf denen die Namen der Gründer der Burschenschaft eingeschlagen sind, während von außen die in Stein gehauenen Köpfe von Goethe, Beethoven, Dürer, Luther, Karl dem Großen und Arminius, dem Cheruskerfürsten, zu sehen sind.

Unterhalb des Portales breitet sich noch ein Ehrenmal aus, das an die in den beiden Weltkriegen gefallenen Burschenschaftler erinnert. Und natürlich hat man von der Terrasse vor dem Denkmal eine wunderbare Aussicht nach Westen, genauer gesagt, auf die breite Fassade der Wartburg.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
Die Weltenbummler – ältester deutschsprachiger Reiseblog (seit 2000)


