Erleben Sie alten Schweinkram im dünnen Darm – so wirbt das erste Deutsche Bratwurstmuseum in Holzhausen um Besucher. Klingt vielleicht nicht ganz so appetitlich, aber mit jedem Schritt, mit dem man sich dem Museum nähert, strömt leckerer Bratwurstgeruch in die Nase. Und dieses Museum ist keine gewöhnliche oder gar langweilige Ausstellung über ein Nahrungsmittel. Vielmehr wird dem Besucher etwas geboten, was schon beinahe Event-Charakter besitzt. Aber vorab sollte man wohl erwähnen, dass man als Besucher unweigerlich in den Genuss einer frisch gegrillten Bratwurst vom Holzkohlerost kommen wird. Wenn nicht, dann hat man etwas falsch gemacht.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Im Jahr 2006 öffnete das Bratwurstmuseum seine Pforten, drei Monate nachdem der Verein Freunde der Thüringer Bratwurst e.V. gegründet wurde, der das Museum betreibt. Das Museum besteht im Wesentlichen aus zwei Bereichen. In der eigentlichen Ausstellung zeigt es die Geschichte der Bratwurst, die bis ins 7. Jahrhundert vor Christus zurückreicht. Außerdem gibt es viel Kunst, Kitsch und Kurioses um die Wurst.
Guten Appetit
Im Außenbereich – dort, wo man automatisch am duftenden Grill vorbeikommt – geht es zu einer Bratwurstschaukel, einem Bratwurstbaum und zu einem kleinen Skulpturenpark. Dieser zeigt natürlich, wer hätte es gedacht, Wurstkunst. Auf dem terrassenförmigen Gelände gelangt man auch zum Thüringer Festmahl, einem Gemälde, das an das legendäre Abendmahl erinnert.

Nur mit dem Unterschied, dass die gemalte Prominenz auf dem Bild mit dem Verzehr einer Bratwurst beschäftigt ist. Gleich dahinter kann man übrigens die größte begehbare Bratwurst Thüringens betreten. Wem das alles noch nicht reicht, der kann auch an Wettkämpfen der Bratwurstiade teilnehmen oder sich mir wurstigen Souvenirs im Shop eindecken. Empfehlenswert ist in jedem Fall der Genuss einer Bratwurst in der angrenzenden Bratwurstscheune.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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