Begegnungen mit Menschen auf Reisen

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  • Situation: Drei Zinnen, Dolomiten. Am Ende des Wanderwegs, kurz bevor man wieder zum Parkplatz gelangt. Sonnig, blauer Himmel, gute Laune.


    Wir nähern uns einer dreiköpfigen Familie. Der Vater ist der Typ Prolet, der einen Raum komplett einnimmt, wenn er ihn betritt - sowohl körperlich als auch stimmlich. Folgender Dialog entstand beim Näherkommen:


    Vater zu seiner Familie: "Der Weg ist breit genug. Da kann nix passieren. Da kannste den Hund ruhig ma vonne Leine lassen. Der stürzt nich' ab. Und wenna abstürzt, dann issa halt wech. Is' dann auch egal. Jetzt nimm ihn vonne Leine."


    Wir: "Das würden wir nicht tun."


    Familie: "Warum?"


    Wir: "Das ist ein Naturschutzgebiet. Da lässt man keinen Hund von der Leine. Außerdem laufen weiter vorne Kühe frei herum. Ist nicht ganz ungefährlich mit einem freilaufenden Hund."


    Vater: "Ach, der ist schon alt. Der ist 15 und tut keinem mehr was."


    Wir: "Aber vielleicht tun Ihnen die Kühe was. Außerdem gibt es hier Murmeltiere. Könnte sein, dass ein frei laufender Hund Stress für die Tiere bedeutet."


    Frau: "Ah ja, danke"


    Vater bereits leicht aggressiv: "Stress für die Murmeltiere? Ach watt. Die ham doch keinen Stress."


    Wir: "Brauchen Sie nicht glauben, lesen Sie es einfach mal selber nach."


    Vater: "Lassen Sie sich mal nicht den Tag verderben."


    Wir: "Von Ihnen ganz sicher nicht. Wir sagen es ja nur."


    Frau genervt: "Ja ja..."


    Wir gehen weiter und hören noch, wie der Vater sagt: "Stress für die Murmeltier. So ein Quatsch. Jetzt nimm ma' datt Tier vonne Leine..."


    Nach ca. 70 Metern drehen wir uns nochmals um und können folgenden Satz vom Vater noch sehr gut verstehen: "Neiiin, was bist du für ein feiner Hund. Ja, Benny, so ein feiner Hund. Und pass mir schön auf die Murmeltiere auf..."




    Diese Ignoranz, Unkenntnis und Respektlosigkeit gegenüber der Natur haben mich allerdings doch verärgert. Und das, was ich mit dem Typen gerne gemacht hätte, will ich hier gar nicht schreiben. Es hätte mit "anschließender Sicherungsverwahrung" geendet.

    Im Nachhinein war uns aber klar, dass wir hier mit einem Appell an die Vernunft nicht weiterkommen konnten. Besser wäre es wohl gewesen, wenn wir einen Satz fallen gelassen hätten wie: "Machen Sie was Sie wollen. Da werden sich die Ranger schon drum kümmern, wird nicht ganz billig sein." Auch wenn es gar keine Ranger gibt. Aber wir vermuten, das hätte eher gewirkt.


    Wollte es nur mal erzählt haben. Was habt ihr für Begegnungen gehabt?

  • Der Vater ist der Typ Prolet, der einen Raum komplett einnimmt, wenn er ihn betritt - sowohl körperlich als auch stimmlich

    :cursing:X(

    Besser wäre es wohl gewesen, wenn wir einen Satz fallen gelassen hätten wie: "Machen Sie was Sie wollen. Da werden sich die Ranger schon drum kümmern, wird nicht ganz billig sein."

    Das ist 'ne echt gute Reaktion. ich könnt' ko...n bei solchen Typen und kann meine Klappe auch oft nicht halten. Das gibt dann immer Nervereien und Streß. Beim nächsten Mal probiere ich so einen Satz. Dann bin ich meinen Frust los und hoffentlich hilft es auch. ;)

    Gruß
    Michael

    Nimm nur Erinnerungen mit, hinterlasse nichts außer Fußspuren. << Chief Seattle >>

  • Ja, solche Idioten gibt es immer wieder. Mit Vernunft und Diskussion kommt man da meist nicht weit. Solche Leute lassen auch die Hinterlassenschaften ihrer Hunde einfach liegen "Ist doch Natur"...Das Hundekacke voller Parasiten ist und Kühe das Gras nicht mehr fressen, interessiert diese Volltrottel nicht.

    Vor einigen Jahren. Parkplatz McDonalds. Familie kommt raus, Kinder mit verpacktem Eis. Papier abgemacht- fallengelassen und weitergegangen. Ich frage den Vater: "Finden Sie das jetzt in Ordnung" "Natürlich nicht" - blafft sein Kind an, es soll gefälligst den Müll wegräumen...Warum erst nach Aufforderung. Es geschah direkt vor seinen Füßen...So werden Kinder sehr gut erzogen...Bei uns gehen die Mitarbeiter von Mc Donalds mehrmals täglich über den eigenen und einen Kaufhaus-Parkplatz nebenan und räumen den Müll weg.

    Wenn es nach mir ginge, würde ich für die Verpackung 10 Euro Pfand verlangen...zumindest am Autoschalter, den man Drive-In nennt.

    Die Leute können doch reingehen oder die Waren mit nach Hause nehmen. Aber nein, man fährt bis zum nächsten Parkplatz und wirft den Müll dort einfach raus. Ihr kennt ja meine Haltung: Die Strafen sollten immer oben anfangen, mit dem Höchstmöglichen Bußgeld, nicht unten. Also Jeden ertappten Umweltsünder beim ersten Mal mit 1000 Euro belasten und für 40 Stunden unbezahlt zur Müllabfuhr schicken...


    Andere Geschichte: Feuerwerk zu Silvester am Ortsrand. Raketen werden in die Wiesen geschossen. Der Abfall bleibt dort liegen...der Bauer hat Spaß im Sommer...

    Genauso wie die Unbelehrbaren, die gegen die Fahrtrichtung parken und sich dann rausreden wollen, sie hätten die Parkverbotsschilder nicht gesehen, weil die ja falsch herum montiert seien...Beispiele gibt es wohl noch zur Genüge.

    Gruß
    Helmut und Ilona
    .........................................................................................................................................
    Wenn du mal eine helfende Hand brauchst, beginne die Suche am Ende Deines eigenen Armes

    https://gonzi.hpage.com/

  • Typ Prolet sagt schon alles- mit solchen Menschen mag ich mich nicht abgeben, regt mich zu sehr auf. Solche Menschen fühlen sich gemassregelt, hängt oft mit geringem Selbstwertgefühl zusammen......

    Es ist sicher nicht der richtige Weg solchen unangenehmen Menschen zu begegnen aber was zwecklos ist lasse ich.

    Vor allem alles was mit Hunden zusammenhängt ist heikel......

    Ich machte mal eine miese Erfahrung auf einem einsamen Parkplatz im Gebirge: mein Sohn, damals gerade dabei sauber zu werden musste ganz dringend, kein Klo und kein Busch in der Nähe, also Plastiktüte ( war damals noch nicht verpönt) , auf den Boden, Sohnemann abgehalten und wurde prompt von Leuten angemeckert was das für eine Sauerei wäre.... ich habe äusserlich gelassen reagiert, das Häufchen in der Plastiktüte im nächsten Abfalleimer entsorgt.


    Aber auch gutgemeinte Tipps kommen niocht immer so an: neulich in der Metro einen unbeaufsichtigten Einkaufswagen mit offener Handtasche und gut sichtbarem Geldbeutel gesehen...... eine Frau darauf angesprochen .....sie wurde gleich pampig :( und ist meist sinnlos.

  • Ich konfrontiere auch niemanden mehr, das Risiko, dass man angegriffen wird, ist zu hoch. Das ist meiner Schwester letztes Jahr in Hamburg passiert, hat in einem engen Fahrstuhl drum gebeten, dass jemand die Maske aufsetzt - und ist zum Dank vermöbelt worden; Täter konnte nicht ermittelt werden, Pech gehabt.


    Mir ist zum Glück auch lange nichts derartiges mir passiert.

    Rotes Tuch waren früher Hunde(besitzer): "Ach, der macht doch nix!" - Da saß mein Kind aber schon heulend und dreckig auf der Erde.

    Blog: ombidombi.de


    Do not go gentle into that good night.

    Rage, rage against the dying of the light.

    (Dylan Thomas)

  • Tja die Geschichte von Michael ist schon ein ziemlicher Aufreger, würde mich auch sehr ärgern, aber ich hab mir abgewöhnt, in solchen Situationen groß was zu sagen. Ich rege mich dann nur ewig drüber auf und verderbe mir selbst meinen Tag. Daher denke ich mir in solchen Situation meist: das Universum wird für jemanden schon eine gerechte Strafe bereithalten. Z.B. ein juckendes Ekzem am Po oder so. Das lässt mich dann wieder schmunzeln.

    LG

    Volker

  • Über solche Situation könnten wir mittlerweile Bände schreiben. Solche Leute sind unbelehrbar. Aber vielleicht würde es mir helfen , solch ein Buch zu schreiben ;)

    Worüber ich aber nicht hinwegkomme und auch nicht hinwegschauen kann sind die unmöglichen Verhaltensweisen einiger Wohnmobilfahrer, vor allem im Bezug auf die Entsorgung der Chemietoilette. Da gab es schon einige böse Beschimpfungen, wenn wir uns das eine oder andere verbeten haben. Leider sind das überwiegend nicht die "Neulinge" sonder die erfahrenen "Alten" die sich manchmal als richtige Dr.....schw...entpuppen. Entgehen kann man kaum, außer man entsagt dem Wohnmobilfahren, was ich mir aber nicht vermiesen lassen möchte.

    Ich bin..
    Teilzeit-Engel
    Gelegenheits-Hexe
    Gleitzeit-Teufel
    Vollzeit-Verrückte
    ....aber glücklich!

  • Mir ist zum Glück auch lange nichts derartiges mir passiert.

    Rotes Tuch waren früher Hunde(besitzer): "Ach, der macht doch nix!" - Da saß mein Kind aber schon heulend und dreckig auf der Erde.

    Für mich sind manche Hundebesitzer mit deren Listenhunden noch immer ein rotes Tuch und hatte im Frühjahr wieder mal ein unangenehmes Erlebnis. Diese Idioten begreifen es einfach nicht, dass sie ihre Hunde außerhalb der Hundezonen an der Leine führen müssen.
    Und schon stand der Köter vor mir und kläffte mich an. Die Hundebesitzerin war nicht in der Lage den Köter zurückzurufen und sie brauchte einige Zeit bis sie ihn an die Leine nehmen konnte. Ich habe dann mit dem Handy Fotos gemacht und ihr mit einer Anzeige gedroht, sollte ich sie nochmals außerhalb der Hundezone ohne Leine antreffen. Sie ist dann ohne sich zu entschuldigen wortlos in die Hundezone verschwunden.
    Habe den Vorfall jedenfalls beim Magistrat gemeldet und um vermehrte Überwachung ersucht.


    Und man kann es immer wieder beobachten wie Hundebesitzer über bewirtschaftete Almen wandern und trotz Hinweisschilder ihre Hunde frei laufen lassen. Wenn es dann zu Unfällen mit Kühen kommt müssen sich die Landwirte rechtfertigen und werden bestraft.
    Kein Wunder, wenn manche Landwirte die Almwirtschaft aufgeben oder die Wanderwege über die Alm verbarrikadieren.

  • Ich konfrontiere auch niemanden mehr, das Risiko, dass man angegriffen wird, ist zu hoch.

    Ja, das denke ich mir auch immer öfter. Aber in diesem Fall konnte ich mir das nicht verkneifen. Oftmals ist es aber mittlerweile so, dass ich immer öfter denke: "Macht doch, was ihr wollt." Eigentlich traurig, aber ich glaube, man wird sonst irre, wenn man versucht, jeden einzelnen Menschen zu "erziehen".



    Aber auch gutgemeinte Tipps kommen niocht immer so an:

    Genau dazu wollte ich auch noch etwas schreiben. Denn just am selben Tag hatte ich einen zweiten Vorfall: Wir sind von den Drei Zinnen hinab gefahren und fuhren nach Innsbruck, wo ich mich für die Wiedereinreise nach Deutschland testen lassen wollte. Die Teststation bestand aus einem Container mit zwei Fenstern. Eines der beiden Fenster war frei und ich wollte dem jungen Mann vor mir nur mitteilen, dass er doch da hingehen könne. Was ich tatsächlich nicht erkennen konnte: Im ersten Fenster zeigte man seine Registrierung vor und im zweiten Fenster wurde schnell der Abstrich gemacht. Das heißt, ich habe dem jungen Mann in der Tat etwas falsches gesagt. Das war natürlich nicht beabsichtigt und kann passieren. Ich finde aber, es ist kein Grund, mich sehr aggressiv und laut anzugehen: "Ey, quatsch mich nicht an. Das ist nicht frei, kapierst du das nicht?"

    Inhaltlich hatte er ja zum Teil recht. Es war nicht frei und offensichtlich hatte ich es auch nicht kapiert. Aber in diesem Moment war er es, der sich mit seiner Art disqualifizierte. Ich hatte es nur gut gemeint.


    Na ja, an diesem Tag muss wohl etwas in der Luft gewesen sein.

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