Unsere Bundesländer neu sortiert

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  • Lasst uns bitte mal ein wenig spinnen und herumdoktern.


    Vorab zur Erklärung: Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets und mich nervt schon sehr lange dieses hiesige Kirchturmdenken. Das Ruhrgebiet könnte als eines der größten Ballungsgebiete Europas auftreten, doch man wohnt hier in Dortmund, Duisburg, Essen, Mülheim und Hattingen. Manche der über 50 Ortschaften im Ruhrgebiet kennt man schon außerhalb des Ruhrgebiets nicht. Doch viel schlimmer als den fehlenden Bekanntheitsgrad finde ich das teilweise komplizierte Leben hier. Ein Großteil der Ruhrgebietsbevölkerung arbeitet nicht in der Stadt, in der er lebt. Man lebt hier in Oberhausen, man arbeitet in Gelsenkirchen und auf dem Nachhauseweg geht man schnell in Bottrop einkaufen. Aber wehe, man möchte mit dem Bus von einer Stadt in die Nachbarstadt. Da stehen selbst Einheimische vor den Ticketautomaten und verzweifeln. Beinahe jede Stadt hat ja sein eigenes Verkehrsunternehmen. Nur um das mal als Beispiel zu nehmen.

    Diese ganz Situation wird sich noch in vielen Jahren nicht ändern, weil keiner der Entscheidungsträger gewillt sein wird, seinen dann nicht mehr notwendigen Posten aufzugeben.


    Ähnlich sehe ich zumindest letzteres auch bei den Bundesländern, um jetzt mal zum eigentlichen Thema zu kommen. Schon als Kind habe ich mich gefragt, warum es Städte gibt, die sich Bundesland nennen dürfen. Und spätestens seitdem wir mittlerweile alle paar Wochen von einer 16+1 Ministerpräsidentenkonferenz beglückt werden bin ich der Ansicht, dass "weniger mehr" wäre. Müssen wir uns in Deutschland wirklich 16 Bundesländer leisten? Geht es nicht eine Stufe kleiner?


    Wir haben ja auch nicht "Nordrhein" und "Westfalen", sondern "Nordrhein-Westfalen". Auch Baden-Württemberg ist auch nicht unterteilt in "Baden" und "Württemberg". Da muss doch mehr möglich sein, oder? Immerhin wurden in den 70er-Jahren die Gemeindegebiete auch neu reformiert. Warum dann nicht auch bei Bundesländern mal ein wenig zupacken?

    Wie seht ihr das? Seid ihr ähnlicher Ansicht oder spricht etwas gegen eine Bundesländer-Entschlackung?

    Und wenn ihr Bundesländer zusammenfassen würdet, wie würden die bei euch aussehen?

    Meine Vorschläge wären:


    1. Schleswig-Holstein mit Hamburg (HH als Hauptstadt)

    2. Niedersachsen mit Bremen (Bremen als Hauptstadt, weil es zentraler liegt als Hannover)

    3. Mecklenburg-Vorpommern

    4. Nordrhein-Westfalen

    5. Brandenburg und Berlin (mit Berlin als Hauptstadt)

    6. Sachsen-Anhalt und Sachsen (mit Leipzig als Hauptstadt). Alternativ: Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, ebenfalls mit Leipzig als Hauptstadt

    7. Rheinland-Pfalz mit dem Saarland (meinethalben weiter mit Mainz). Alternativ: Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland.

    8. Hessen und Thüringen (Hauptstadt wüsste ich hier nicht auf Anhieb, fände aber prima, dass ein West- und Ost-Bundesland zusammengefasst würde. Außerdem teilen die sich eh schon die Rhön.)

    9. Baden-Württemberg

    10. Bayern


    Vorstellen könnte ich mir auch noch folgende Varianten im Süden:

    Baden-Württemberg mit Rheinland-Pfalz und dem Saarland (Hauptstadt Karlsruhe)


    und im Norden eine Teilung von Schleswig-Holstein. Eine gedachte Linie entlang der A7 teilt das Bundesland in Ost und West auf. Der Westen fusioniert zusammen mit Niedersachsen und Bremen als Bundesland "Nordwestküste". Der Osten schließt sich mit Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern zusammen ("Nordost").


    Bei der ersten Idee hätten wir also zehn Bundesländer. Bei der ausschweifenderen Variante kämen wir auf acht:


    1. Nordwestküste (SH West, NI und HB)

    2. Nordost (SH Ost, MV, HH)

    3. NRW

    4. Brandenburg (BB und B)

    5. Sachsen-Anhalt (ST und SN)

    6. Rhönland (HE und TH)

    7. Bawü-Saarpfalz (BW, SL, RP)

    8. Bayern


    Also, was meint ihr? Einfach mal so gesponnen.

  • Uuuhh, ganz schwieriges Thema.

    Es gibt östlich von Hannover eine Stadt, die wird Peine Ost genannt.

    So etwas gibt es im Ruhrgebiet doch auch: Dortmund ist Lüdenscheid Nord und Schalke irgendwie Herne West.

    Also Gemeinsinn ist schon mal nicht überall gegeben.


    Und hier in Hannover Stadt und Hannover Region auch problematisch.

    Die umliegenden Gemeinden möchten gerne wieder ihre alten Kfz-Kennzeichen mit den 3 Buchstaben wieder haben, aber dann würde die Region ja "geschwächt". So lautet jedenfalls das Gegenargument. Ich denke, die Revierfürsten haben Angst um ihre Macht.


    Da ich kein ausgeprägtes Heimatgefühl habe, würde ich es so lassen, mir aber wünschen, wenn es etwas mehr einheitliche Reglungen aus der Bundesregierung gäbe.

    Und außerdem, in meinem Alter tut man sich mit Veränderungen sowieso schwer. ^^

    Gruß
    Michael

    Nimm nur Erinnerungen mit, hinterlasse nichts außer Fußspuren. << Chief Seattle >>

  • Mit einer Neustrukturierung der Bundesländer ist das Ruhrgebietsproblem (und andere absurde regionale Eigenheiten) aber auch nicht gelöst. Und die Schwächen des Föderalismus auch nicht (die sollten so oder so angegangen werden, mindestens in Sachen Schule/Bildung (das fand ich schon vor Corona) und Katastrophen-/Infektionsschutz.


    Ich fand die Nordstaat-Idee mit Hamburg als Hauptstadt früher schon interessant. Und Hamburg war Geberland (Länderfinanzausgleich), hatte von daher durchaus eine eigene Existenzberechtigung.
    Von mir aus könnte es auch nur noch 4 Bundesländer: Küste/Nord - Ost - West - Süd geben.


    Ich fürchte aber, dass es weder zu einer inhaltlichen noch zu einer regionalen Reform kommen wird.

    Blog: ombidombi.de


    Do not go gentle into that good night.

    Rage, rage against the dying of the light.

    (Dylan Thomas)

  • Dortmund ist Lüdenscheid Nord und Schalke irgendwie Herne West.

    Das ist nur Fußball. Klar, es gibt eine Gruppe an Menschen, die das ein wenig zu ernst nimmt. Aber wenn es auf etwas anderes ankommt, dann hält man trotzdem zusammen. Das beste Beispiel war die Kulturhauptstadt 2010. Und auch die jährliche Extraschicht ist eine städteübergreifende Veranstaltung, bei der es dem Dortmunder egal ist, ob er sich im Gelsenkirchener Nordsternpark befindet. Außer wahrscheinlich den Leuten im harten Rivalitätenkern.

    Rivalitäten oder wenigstens Sticheleien gibt es ja überall, auch im noch so kleinen Rahmen.

    Beispiel innerhalb Essens: Generell Nord gegen Süd; "Proletenverein" Rot Weiß Essen vs. Lackschuhverein Schwarz-Weiß Essen.

    Beispiel innerhalb der Gemeinde Nordkirchens: Ortsteil Nordkirchen vs. Ortsteil Südkirchen.


    Gemeinsinn

    Heimatgefühl

    Ruhrgebietsproblem (und andere absurde regionale Eigenheiten)

    Es geht mir bei der Sache aber auch gar um diese Dinge. Ist das so rübergekommen? Es geht mir eher darum, Kosten zu sparen und effizienter zu arbeiten. Ich hatte das Ruhrgebietsbeispiel nur gewählt, weil es ein wenig Deutschland in Miniatur widerspiegelt. Ein Oberbürgermeister von Bochum wird natürlich nie dafür sorgen, dass sein Posten verschwindet oder in kleinerer Form weiterexistieren wird. Und so ist es natürlich auch bei den Bundesländern.

    Wenn ich also aktuell sehe, dass 16 Präsidenten (+1 Kanzlerin) diskutieren, Problemlösungen suchen, Candy Crush spielen und nach der Sitzung ohnehin jeder wieder seine eigenen Ideen umsetzt, dann bin ich der Meinung, dass das mindestens sechs oder sieben Personen zu viel sind. Ganz nach dem Motto der zu vielen Köche, die den Brei verderben.

    Daher also die Frage, ob man sich das leisten muss, kombiniert mit der Überlegung, wie man das geografisch am besten wuppen würde.

  • Einen ernsthaften Versuch hat es ja schon gegeben - die Idee, Brandenburg und Berlin zu fusionieren, wurde 1996 mehrheitlich in einer Volksabstimmung zurückgewiesen. (Ich denke, bei einem neuerlichen Versuch wäre die Ablehnung aus Brandenburg noch deutlicher angesichts so einiger Zustände und Zumutungen in Berlin). Man wird den Versuch wohl weder dort noch anderswo so schnell wieder wagen, und schon gar nicht mit dem Mittel einer Volksabstimmung, wie ich befürchte, hat es sich doch heute anscheinend "eingebürgert" (ein Widerspruch in sich), die Regierten schlicht vor vollendete Tatsachen zu stellen. Aber das ist ein anderes Thema...

  • interessantes Thema.

    Ich wohne in Nordhessen. Eine Fusion mit Thüringen und Hauptstadt dann Kassel wäre sicher organisatorisch machbar. Aber Sinnvoll?

    Ich lebe im Nordhessischen "Landkreis Waldeck-Frankenberg" Auch ein Kunstwerk, das einfach entschieden wurde, ohne jeden Sinn.

    Hessen selbst ist ja schon ein Konstrukt aus "Vielvölkern", die in der Geschichte zusammengepackt wurden. Wenn ich dann immer höre, dass es einen "hessischen Dialekt" gibt, könnte ich schon an die Decke gehen. Wer den Film gesehen hat" Der Winter, der ein Sommer war", kann vielleicht verstehen, was ich meine. Der Inhalt ist Nebensache, kann man alles googlen. Aber mich hat damals schon aufgeregt, dass der Film mit "hessischem" Dialekt gedreht wurde. Fakt: Es war Frankfurterisch. Es ging aber um die Menschen aus dem Vogelsberg und aus Nordhessen. Da redet man aber ganz anders. Wenn ich hier im Edertal, in dem ich aufgewachsen bin, Leute im Dialekt reden höre, kann ich oft genau sagen, aus welchem Dorf der Mensch stammt. In Frankfurt würde das kein Mensch verstehen können, so anders ist der Dialekt. In Willingen, was auch zu unserem Landkreis gehört, haben die Leute eigentlich einen viel stärkeren Bezug zum Nachbarland NRW (Hochsauerland) als zu Hessen. Dann der gesamte Altkreis "Waldeck" - dessen Dialekt erinnert eher an Holländisch und die Menschen haben zu dem anderen Altkreisteil "Frankenberg" kaum einen Draht. Der Altkreis Frankenberg hängt eher mit den Mountbattens, die ja aus Battenberg stammen zusammen... Das ist ähnlich wie Frankfurt und Offenbach, Schalke und Dortmund, Kölsch und Alt oder so ähnlich. :) Aber wir können bei unseren KFZ jetzt wählen ob wir WA für Waldeck, FKB für Frankenberg oder KB für Landkreis Waldeck-Frankenberg am Nummernschild haben...


    Ich bin kein Freund von Zentralisierungen.

    In Zeiten einer globalen Krise, wie wir sie im Moment erleben, ist das vielleicht anders zu bewerten, aber ich halte generell nicht viel von zu viel Staat.

    Ich bin eher für Eigenverantwortung ohne zu viel Bevormundung. Ich schreie aber auch nicht nach dem Staat, wenn mal die Straßen nicht sofort vom Schnee geräumt sind und ich Stunden im Stau stehe und mir das Benzin ausgeht, wie kürzlich im Fernsehen gezeigt. Da regen sich die Leute auf, weil ihnen Keiner warmen Teee und was zu essen bringt im Riesenstau. ICH fahre immer mit vollem Tank, wenn ich Strecke machen will, habe immer eine Wolldecke im Auto und auch was zu Trinken und zum Knabbern dabei. Werde also nicht so schnell verdursten..

    Wenn die Zentrale Stromversorgung zusammenbricht, gibt es keinen Plan B. Wenn die Wasserversorgung zusammenbricht, gibt es keinen Plan B.

    Früher gab es überall noch kleine Wasserwerke und Brunnen, heute sind die alle vernetzt. Genauso beim Strom. Der Staat verbietet mir, meinen eigenen Strom herzustellen und zu verbrauchen, ohne etwas ins Netz einzuspeisen... Ich darf aus Regenwasser kein Trinkwasser herstellen...es gibt noch mehr Beispiele...

    Warum wohl...man macht uns abhängig von zentraler Versorgung um Geld einzunehmen und die "Kontrolle" zu behalten.

    Aber zurück zum eigentlichen Thema:

    Selbst in den USA haben die einzelnen Staaten sehr viel Souveränität. Und ich finde das gut so. Sollte auch in Deutschland so werden bzw. bleiben. Zentralisierung ist für mich ein rotes Tuch. Hat so was von Sozialismus in meinem Kopf...und der ist ja schon mehrfach gescheitert... :)

    Gruß
    Helmut und Ilona
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    Wenn du mal eine helfende Hand brauchst, beginne die Suche am Ende Deines eigenen Armes

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