Landschaft, Literatur und Poesie

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  • Moin tosamen —


    vor zwei Wochen wurde das letzte Kalenderblatt für 2020 hier veröffentlicht, und das Jahr neigt sich seinem Ende zu. Ich selbst bin nun bis in die erste Januarwoche hinein off-line und verabschiede mich bis dahin aus dem Forum. Auch im nächsten Jahr wird es hier wieder allmonatlich ein ‘Kalenderblatt’ geben, dieses Mal mit Fotos aus Deutschland, Irland und von der Insel Mahé sowie dazu passenden Texten von bekannten und weniger bekannten Autoren. Als ‘Vorgeschmack’ hier das Titelblatt:




    Tschüüs, macht es gut bis dahin, und bleibt gesund in dieser konfusen Zeit.


    Jürgen

  • Landschaft, Literatur & Poesie

    Januar 2021




    Moin tosamen — und mit dem ersten Kalenderblatt für das Jahr 2021 melde ich mich nach mehr als zweiwöchiger Internetabstinenz im Forum zurück, passend zum Jahresbeginn mit einem Text aus der Bibel zur Erschaffung der Welt. Das Foto wurde im Jahr 2012 an der Renvyle Bay im Westen Irlands aufgenommen.


    Und da wir gerade bei Irland, der Jahreszählung und der Erschaffung der Welt sind: James Ussher (1581 – 1656), Erzbischof von Armagh und anglikanischer Primas von Irland, wollte es ganz genau wissen. Er forschte, rechnete und kam nach jahrelangen Studien im Jahr 1650 darauf, dass die Erschaffung der Welt am 23. Oktober 4004 v.Chr. stattgefunden hatte, womit wir jetzt im Jahr 6025 nach diesem weltbewegendem Ereignis leben. Nachzulesen und nachzurechnen ist dies in seinen Annalen, die die ehrwürdige Bibliothek des Trinity College zu Dublin in ihrem Archiv hat. Auch den Zeitpunkt des Sündenfalls und den der Sintflut berechnete der Erzbischof taggenau. Was soll man dazu sagen? Die Daten müssen wohl stimmen, denn 50 Jahre später wurden sie in die offiziellen Bibelausgaben übernommen ;).


    Mit einem Gruß ins neue Jahr

    Jürgen

  • Landschaft, Literatur & Poesie
    Februar 2021




    Ein paar Worte zu dem Foto, das das Biikebrennen an der Hafenausfahrt von Tönning im Februar 2020 zeigt, kurz bevor ein Virus namens Covid-19 im öffentlichen Leben die Regie übernahm. Am 21. Februar brennen in ‘normalen Jahren’ überall entlang der nordfriesischen Küste und auf den vorgelagerten Inseln die Biiken (dt.: Feuerzeichen) und treiben den Winter aus. Dann heißt es ins Hochdeutsche übersetzt:


    … Die Geister von gestern verjagen wir,

    Lasst uns die Geister vertreiben.


    In diesem Jahr bleiben Feuer aus. Die mitunter vertretene Meinung, sie gingen auf ein Abschiedsfest für friesische Walfänger zurück, weist der ehemalige Direktor des Nordfriisk Instituut Prof. Thomas Steensen als ‘baren Unsinn’ zurück. Eher gebe es gemeinsame Ursprünge mit Fastnachtsbräuchen anderer Regionen, meint er. Sucht man heidnische Ursprünge, so findet man im keltischen Jahr das Imbolc-Fest, mit dem am 1. Februar der Jahresmorgen (Frühling) beginnt. Imbolc bedeutet wörtlich etwa Schafsmilch, der Zeitpunkt, von dem an die Mutterschafe Milch produzieren.


    Und so wollen wir hoffen, dass bis zum Februar 2022 die Corona-Viren als ‘Geister von gestern’ vertrieben sind und die Biiken wieder entzündet werden.


    Jürgen

  • Landschaft, Literatur & Poesie

    März 2021




    Moin tosamen — und so melde ich mich heute nach zehn internetfreien Tagen mit dem Kalenderblatt für den Monat März im Forum zurück.


    Zum Foto muss ich nicht viel sagen, schließlich ist die Fußgängerbrücke aus dem Jahr 1816 eine der am meisten fotografierten Sehenswürdigkeiten der irischen Hauptstadt Dublin, wobei der inoffizielle Name Halfpenny Bridge, meist zu Ha’penny Bridge abgekürzt, nicht mit den Baukosten zusammenhängt, sondern damit, dass die Passanten einst einen Brückenzoll von einem halben Penny zu entrichten hatten.


    Bei dem Text handelt es sich um die fast letzten Zeilen aus dem Roman Was zusammengehört des Spiegel-Mitarbeiters Markus Feldenkirchen. In seinem Roman aus dem Jahr 2010 wird ein deutscher Banker in der internationalen Finanzkrise nach Dublin geschickt, um dort in einer Niederlassung nach dem Rechten zu sehen. Dabei stößt er nicht nur auf einen Wust finanzieller Ungereimtheiten, sondern erfährt durch einen Brief, der ihn in das Jahr 1989 zurückführt, auch von den Folgen einer Klassenfahrt, an der er zwanzig Jahre zuvor als Schüler teilgenommen hatte.


    Mit einem schönen Gruß in den März

    Jürgen

  • Landschaft, Literatur & Poesie

    April 2021



    Keinen Aprilscherz habe ich zum 1. April auf Lager, sondern das Kalenderblatt für den neuen Monat. Zum Text muss ich nicht viel sagen. Es sind einige Zeilen aus dem Lied Die Moorsoldaten, entstanden 1933 im Konzentrationslager Börgermoor bei Papenburg, ein Klassiker nicht nur der deutschen sondern als The Peat Bog Soldiers auch den angelsächsischen Folkszene. Ich kann mich an keinen Irlandaufenthalt erinnern, in dem ich es nicht im Verlauf einer Folk-Session in einem Pub gehört habe.




    Bei dem vor 27 Jahren entstandenen Foto handelt es ich um den ersten Torfabstich, den ich je vor die Linse bekam, und es ist bis heute meine bestes Foto von einem Torfabstich geblieben. Aufgenommen wurde es unweit des Killary Fjords am Lough Fee im Westen Irlands.


    Und damit wünsche ich allen einen guten und gesunden Start in den neuen Monat.

    Jürgen

  • Dazu passend kann ich nur den Besuch in der Gedenkstätte Esterwegen empfehlen. Sie ist für mich besonders interessant, weil es die einzige Gedenkstätte ist, die ich besuchte, bevor es eben eine offizielle Gedenkstätte wurde. Damals gab es nur einen kleinen Erinnerungsraum im angrenzenden Kloster und eine sehr liebenswerte Nonne erklärte uns sowohl die Geschichte als auch die zukünftige Entwicklung der Gedenkstätte.

    Für dieses Jahr ist wieder ein Besuch unsererseits geplant und wir werden wahrscheinlich nichts mehr wiedererkennen. Ich habe allerdings nicht gewusst, dass das Lied auch im nichtdeutschen Sprachraum bekannt ist.

  • Landschaft, Literatur & Poesie

    Mai 2021




    Mit einem neuen Kalenderblatt und einem Gedicht von John Edward Masefield (1878 – 1967) aus dem Jahr 1902 geht es in den Monat Mai. Kurz vor seinem 13. Geburtstag floh der für seine realistische bis mystische Lyrik bekannte Sohn eines Rechtsanwalts aus einem traditionsreichen englischen Internat und heuerte kurz darauf auf dem Schulschiff HMS Conway der Royal Navy an, wo er als Junior Officer ausgebildet wurde. Anschließend fuhr er bis zu seinem 21. Lebensjahr auf Passagierschiffen über den Atlantik, ehe er 1897 wegen einer Krankheit nach England zurückkehren musste und mit seiner literarischen Tätigkeit begann.


    Das Foto entstand 2018 auf der Renvyle-Halbinsel an der irischen Westküste vor dem Eingang zum Killary Fjord, und mit diesem Foto wünsche ich allen einen guten Start in den Monat Mai.


    Jürgen

  • Landschaft, Literatur & Poesie

    Juni 2021




    Ein neues Kalenderblatt mit ein paar Zeilen aus einem Lied von Hannes Wader aus dem Jahr 1985, mit dem er, wie er bei einem Auftritt erzählte, die Stimmung aus der Erzählung Dshamilja des kirgisischen Dichters Tschingis Aitmatow wiedergeben wollte, die der französische Dichter Louis Aragon ‘die schönste Liebesgeschichte der Welt’ nannte.


    Was das Foto der Weiden am Fluss betrifft, mag ich nicht ausschließen, das Hannes Wader daselbst schon einmal gestanden hat. Ich entdeckte den verborgenen Winkel im Mai letzten Jahres am Ufer der Eider bei Reimersbude, gar nicht so weit entfernt vom damaligen Wohnsitz des Liedermachers in seiner Windmühle bei Struckum.


    Und damit einen guten Start in den Juni.

    Jürgen

  • Landschaft, Literatur & Poesie

    Juli 2021



    Mit etwas Verspätung hier nun das Kalenderblatt für den Monat Juli. Der Text stammt aus dem letzten Kapitel von Haldor Laxness’ Roman Auf der Hauswiese (isländisch I túninu heima). Er nannte das Buch einen Roman, doch sind es im Wesentlichen autobiografische Erinnerungen an seine Kindheit.


    Das Foto zum Text stammt zwar aus Irland, passt aber, so finde ich, dennoch zu diesem Text. Ich nahm es im Juni 2019 an der Westküste auf und war mir damals sicher, auch den Juni 2020 und 2021 wieder in Irland verbringen zu können. Doch es kam anders.


    Soviel für heute und alles Gute

    Jürgen

  • Landschaft, Literatur & Poesie
    August 2021




    Moin tosamen —


    und hier mit ein wenig Verspätung das Kalenderblatt für den August 2021. Der Text aus dem Jahr 1953 stammt vom Schriftsteller A.E. Johann (1901 – 1996), der insbesondere durch seine Reiseberichte und historischen Romane populär wurde. Und in diesem Fall zeigt das Foto in der Tat das, was im Text beschrieben wird — wenngleich ein halbes Jahrhundert später.


    Zur Geschichte von Kylemore Castle und zum Schicksal der Familie des Erbauers habe ich vor zwei Jahren unter dem Thema Von Häusern und Menschen etwas geschrieben; ich will das hier jetzt nicht wiederholen. Nachdem das Schloss im 20. Jahrhundert von den Nonnen des Benediktinerordens übernommen wurde, wurde der von einer hohen Mauer umgebene viktorianische Garten aufgegeben; es fehlten die Mittel für seine Pflege. Er fiel der Vergessenheit anheim, bis man ihn gegen Ende der 1990er Jahre mit Hilfe von EU-Mitteln aus seinem Dornröschenschlaf erweckte und mit der Restaurierung begann. Heute ist er eine Touristenattraktion. Das Foto aus dem Jahr 2003 entstand in der Frühphase der Restaurierung; wir hatten damals einen der an dem Projekt beteiligten Landschaftsgärtner kennengelernt, der uns durch die im Wiederaufbau begriffene Anlage führte.


    Soviel für heute und alles Gute
    Jürgen

  • Ich liebe die Bücher von A. E. Johann - hab seine Reiseberichte (speziell über Kanada) als junger Mensch verschlungen...

    Gruß
    Helmut und Ilona
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    https://gonzi.hpage.com/

  • Ich liebe die Bücher von A. E. Johann - hab seine Reiseberichte (speziell über Kanada) als junger Mensch verschlungen...

    Moin Helmut —


    das Zitat stammt aus dem ersten Kapitel von seinem Buch Irland — Heimat der Regenbögen aus dem Jahr 1953. Möglicherweise sind es sogar die ersten Zeilen, doch steht meine Ausgabe momentan 480 km entfernt von mir im Regal, so dass ich nicht nachschauen kann. Als er die Zeilen schrieb, saß er im ehemaligen Gärtnerhaus von Kylemore Abbey, das die Nonnen zu Beginn der 1950er Jahre als B&B offerierten. Ich habe auch noch Fotos von diesem Gärtnerhaus, doch auch die befinden sich momentan 480 km von mir entfernt, so dass ich zur Zeit keines posten kann.


    Jürgen

  • Landschaft, Literatur & Poesie

    September 2021



    Seine letzten Lebensjahre verbrachte der Schotte Robert Louis Stevenson, sich Linderung von seinem Lungenheilen erhoffend, mit seiner Frau Fanny und seinem Stiefsohn Lloyd Osbourne auf der Samoa-Insel Upolu, wo er eine Farm mit einem einem Wohnhaus erwarb. Im Dezember 1894 starb er dort mit nur 44 Jahren, nicht an seinem Lungenleiden, sondern an einem Hirnschlag.


    In seinem Reisebericht In the South Seas, von dem der erste von fünf Teilen nur wenige Monate vor seinem Tod erschien, berichtet er über eine Rundreise mit Frau und Stiefsohn auf einem gecharterten Segelschoner durch fünf Inselgruppen. Die obigen Zeilen stammen aus der deutschen Übersetzung von Richard Mummendey, die 1976 im Züricher Manesse Verlag erschien. Das Foto dazu, muss ich zugeben, wurde nicht in der Südsee aufgenommen, sondern 1991 am Anse Royal auf der Hauptinsel der Seychellen Mahé. Dennoch denke ich, dass es zum Text passt.


    Mit einem schönen Gruß

    Jürgen

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