Suhler Auenstadion

Es war schon fast ein denkwürdiges, wenn nicht sogar ein historisches Fußballspiel. Damals, am 9. März 1985 im Auenstadion von Suhl, das für seinen Zuschauerschnitt völlig überdimensioniert erschien. 15.000 Zuschauer fasste das ovale Rund damals. Steht man heute hinter dem hohen Zaun des Stadions mag man sich das gar nicht vorstellen, wo die vielen Zuschauer einen Platz gehabt haben sollen.

Über ein paar Stehränge hinweg sieht man hinter der Westkurve, streng genommen ist es die Südwestkurve, die sanften, bewaldeten Kuppen des Thüringer Waldes. Auf der anderen Seite, hinter der Nordostkurve erhebt sich ein dreizehnstöckiges Hochhaus mit dem klangvollen Namen Begegnungsstätte der Volkssolidarität, in dem Seniorenanlagen für betreutes Wohnen untergebracht sind. Parallel zur Auenstraße plätschert beinahe unauffällig die kleine Lauter, die zuvor das Stadtzentrum durchquert hat und noch in Stadionnähe in die Hasel mündet.

La Ola in Suhl

Unauffällig war auch die Betriebssportgruppe Suhl, die im Jahr 1906 als 1. Suhler SV 06 gegründet wurde. Trotz des verhältnismäßig großen Stadions hat es die Mannschaft zu kaum nennenswerten Ergebnissen gebracht. Bis auf den erwähnten Samstag im ausklingenden Winter 1985. Es war die erste Saison, in der der Verein in der obersten Spielklasse der DDR um Punkte kämpfte. Mannschaften, die noch heute namhaft sind, wie zum Beispiel Hansa Rostock, Dynamo Dresden oder Rot-Weiß Erfurt gastierten an der Suhler Auenstraße und nutzten Suhl als Schießbude.

Lediglich Wismut Aue, heute als FC Erzgebirge Aue bekannt, kam als Favorit nach Suhl und musste nach Toren der Suhler Spieler Seyfarth und Schellhase mit einer 3:1-Niederlage wieder nach Hause fahren. Es war der einzige Sieg Suhls in der gesamten Saison, weshalb die Mannschaft im Sommer direkt wieder abstieg und nie wieder so hochklassig spielte. Heute heißt der Verein wieder 1. Suhler SV und ist in der siebten Liga aktiv. Doch mit der Kapazität des Auenstadions könnte man durchaus höherklassiger spielen.

Michael Moll

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.

Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.

Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.


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