Am 16. Juli 1945 explodierte auf der Trinity Site im Rahmen des Manhattan-Projektes die erste Atombombe der Welt und begründete damit ein neues Zeitalter der Menschheitsgeschichte. So steht es in den Geschichtsbüchern und ist es allgemein bekannt. Doch der eine oder andere Verschwörungstheoretiker hat eine etwas andere Sicht auf den Beginn des Atomzeitalters und vermutet die erste atomare Explosion der Welt an einem ruhigen, idyllischen Ort am Rande des Thüringer Waldes – im Jonastal.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Natürlich, die Bombe war nur ein Bömbchen. Den berühmten Atompilz hat es nicht gegeben, und die Sprengkraft reichte gerade einmal einen halben Kilometer weit. Im nahegelegenen Arnstadt und Ohrdruf hätte man selbstverständlich nichts merken dürfen – es war ja alles geheim. Dabei hätte die Atombombe aus dem Jonastal doch viel mehr Zerstörungskraft gehabt.
Auf den Spuren der Verschwörungstheoretiker
Deshalb sahen die Planungen am Ende des Zweiten Weltkrieges vor, in Kürze New York zu zerstören – so die Verschwörungstheoretiker. Doch die Amerikaner kamen den Deutschen zuvor und warfen ihre Atombombe drei Monate später in Japan ab.

Nun, dass es im Jonastal in den letzten Kriegsmonaten zu geheimen Bauvorhaben kam, steht außer Frage und ist auch heute noch sichtbar. Doch ob hier eine Atombombe gezündet oder das Bernsteinzimmer versteckt werden sollte, wird man wohl niemals sicher klären können. Letzteres hat übrigens die DDR-Regierung im Jonastal vermutet und gesucht.

Die aktuellste Vermutung über die Bautätigkeit im Jonastal dürfte die bisher wohl realistischste sein, nämlich, dass Hitler sich dort ein weiteres Führerhauptquartier bauen ließ. Übrigens: Auf einem acht Kilometer langen Rundwanderweg durch das Tal kommt man auch an einem militärischen Sicherheitsbereich vorbei, der immer noch nicht betreten werden darf. Welche Gründe das wohl haben mag?

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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