2025 – Im Womo von Senja zu den Lofoten

Nach dem nicht ganz so positiven Eindruck von der Stadt Tromsø erreichten wir bei unserer Wohnmobilreise durch den Norden Norwegens am frühen Abend die Fähre zwischen Brensholmen und Botnhamn. Wir befürchteten schon, dass wir gar nicht mehr mitgenommen würden, weil die Schlange am Kai doch länger war als erwartet. Aber auch wir passten noch drauf und kamen nach einer gemächlichen Fahrt auf der Insel Senja an.

Da die Zeit nun schon sehr vorgerückt war, suchten wir bloß noch eine Übernachtungsmöglichkeit und fanden diese auf dem sehr gut gefüllten Fjordbotn Camping. Beim Check-In gaben wir sofort zu verstehen, dass wir keinen Strom benötigen. Denn erfahrungsgemäß sind Parzellen mit Stromanschluss als erstes vergeben und daher meist voll bzw. eng. Und siehe da, so war es auch. Wir bekamen eine Parzelle ohne Strom, dafür etwas abseits und direkt am Wasser.

Über den Berggipfeln von Senja konnten wir bei endlich klarem Himmel dabei zusehen, wie die Sonne sich dem Horizont näherte. Dass sie untergehen würde, kann man nämlich nicht behaupten. Es war ja immer noch die Zeit der Mitternachtssonne und so wanderte die Sonne sehr langsam abwärts, alles andere als steil und ging dann irgendwann wieder nach oben. Letzteres haben wir nicht mehr beobachtet, denn es war ohnehin schon spät. Wir beobachten den Lauf der Mitternachtssonne noch bis halb zwei in der Nacht, als wir wussten, dass dies der niedrigste Stand der Sonne ist.

Es war einfach schön, so die Mitternachtssonne erleben zu können. Ein guter Einstand für die Insel Senja, mit deren Erkundung wir am nächsten Morgen begannen. Zunächst fuhren wir auf der kleinen Straße 861 nach Silsand, um ein paar Einkäufe zu besorgen. Danach ging es wieder zurück, um der Landschaftsroute Senja über die Insel folgen zu können.

Mit ihren kleinen und engen Tunneln war sie stellenweise recht anspruchsvoll und wir waren nicht traurig, als wir am frühen Nachmittag auf unserem anvisierten Stellplatz in Skaland ankamen. Wir hatten uns das sehr gewünscht, bei schönem Wetter hier einen freien Stellplatz zu bekommen. Und das hatte sogar geklappt, sehr erfreulich. Der Himmel strahlte über uns und auf dem Self-Service-Stellplatz gab es noch ausreichend freie Parzellen. Wir stellten uns bewusst in die letzte Reihe, um ein wenig Abstand zu haben, checkten unkompliziert über das Telefon ein und aßen erstmal eine Kleinigkeit.

Denn danach sollte endlich mal eine etwas anstrengendere Wanderung anstehen. Wir wollten auf den Gipfel des Husfjellet, dem übersetzten Namen nach also auf den Hausberg. Der Einstieg in den Wanderweg ist nur 100 Meter entfernt und so zogen wir ganz entspannt los. Etwas mehr als 600 Höhenmeter waren zu überwinden, aber das Wetter war ideal und außerdem war es rund um die Uhr hell. Wir konnten die Wanderung daher ganz gemächlich angehen.

Das mussten wir sowieso, denn schon vom ersten Meter an ging es beinahe nur bergauf. Die Tour auf den Husfjellet ist anfangs recht steil, wird später etwas flacher bis man die baumlose Region erreicht. Da wird es dann nochmal halbwegs steil, allerdings ist man da schon von so vielen tollen Aussichten umgeben, dass es ein Genuss ist, dort zu wandern.

Oben auf dem Gipfel waren wir fast ganz alleine und genossen den Rundumblick auf die Gipfel der Insel Senja und auf das Europäische Nordmeer. Einfach nur schön. Bei der Rast auf der Bergspitze ließen wir noch die Drohne ein paar Runden drehen und machten uns schließlich auf den Weg nach unten. Dort am Parkplatz befindet sich ein kleiner Supermarkt, den wir noch schnell aufsuchten und uns für die Tour mit einem leckeren Eis belohnten. Es war an dem Tag sehr heiß und wir hatten irgendwie das Bedürfnis nach Abkühlung. Wohlgemerkt: Die Insel Senja befindet sich nördlich des Polarkreises und damit in der arktischen Region.

Wir mussten ein wenig aufpassen und auf jeden Fall den Wecker stellen. Denn wir hatten ja durch die Mitternachtssonne am Vorabend nur wenig Schlaf, machten tagsüber die Wanderung und würden am nächsten Morgen sehr früh aufstehen müssen. Der Grund war die Fähre bei Gryllefjord, die wir auf keinen Umständen verpassen wollten. Diese fährt nämlich nur zwei Mal am Tag und wir hätten viele Stunden warten müssen, um die Fähre am Nachmittag zu erwischen. Dann wären wir am frühen Abend an unserem nächsten Ziel angekommen und damit hätten wir irgendwie einen ganzen Reisetag verbummelt, was natürlich zu vermeiden ist.

So planten wir also den Wecker und die Anfahrt über Senja bis Gryllefjord so ein, dass wir zwei bis zweieinhalb Stunden vor dem Ablegen der Fähre dort sein würden. Überraschenderweise war sogar das zu knapp bemessen. In aller Frühe verließen wir den Stellplatz als alle anderen noch schliefen, fuhren auf komplett leeren Straßen und gönnten uns nur noch ein einziges Foto unterwegs von einer Art Skywalk.

Pünktlich wie wir es wollten, kamen wir in Gryllefjord an und sahen plötzlich jede Menge Menschen. Es gab fünf Reihen für Fahrzeuge und wir standen bereits in Reihe 5 und das auch noch ziemlich an ihrem Ende. Das machte uns ein wenig nervös und wir fragten uns, ob wir wirklich noch mit auf das Schiff passen würden. Außerdem wunderten wir uns, dass so viele Fahrzeuge schon hier standen, obwohl auf den Straßen überhaupt nichts los war. Aber dann dämmerte es uns: Die Leute übernachteten direkt hier am Kai. Doch es waren nicht nur Wohnmobile, in denen ihre Besitzer schliefen, sondern es standen auch jede Menge Pkw in den fünf Warteschlangen. Dessen Besitzer kamen kurz vor dem Ablegen der Fähre aus den umliegenden Pensionen zu Fuß. Sie parkten also einfach ihr Auto am Vorabend in der Warteschlange.

Da konnten wir ja nur von Glück reden, dass wir noch einen Platz bekamen. Während der Wartezeit kamen hinter uns immer mehr potenzielle Passagiere und es war klar, dass die letzten von ihnen nicht mehr auf das Schiff kommen würden. Wir nutzten die Chance, um im Netz nach der Schiffsgröße zu schauen. Wie viele Autos passten auf die Fähre und wie viele Fahrzeuge standen bereits vor uns da? Mit diesen Angaben war abzusehen, dass es gerade so eben noch passen könnte. Außerdem spazierten wir ein wenig durch Gryllefjord und schauten uns um. Die Zeit dazu hatten wir ja.

Als endlich die Fähre kam und die Fahrzeuge auf die Insel Senja fuhren, setzte sich die Schlange in Bewegung und wir näherten uns dem Schiff. Glück gehabt. Wir passten noch mit drauf. Auch einige der Fahrzeuge hinter uns kamen noch mit an Bord, aber eben nicht mehr alle. Die letzte Person, die noch drauf durfte, war eine Pkw-Fahrerin, die gebeten wurde, rückwärts auf das Schiff zu fahren, damit sie sich ganz hinten ein wenig querstellen konnte, um noch mitfahren zu können.

Sogleich legte das Schiff namens Stetind ab und nahm Fahrt auf. Die Überfahrt dauerte rund eineinhalb Stunden und es sollte sich herausstellen, dass es eine ziemlich schaukelige Angelegenheit wurde. Das Meer wirkte gar nicht so unruhig, aber das Schiff bewegte sich trotzdem nicht nur nach vorne, sondern auch nach oben und unten. Es war nicht so, dass uns schlecht wurde. Aber wir machten uns echt Sorgen wegen der Fahrzeuge im Bauch der Fähre. Würde vielleicht ein hohes Wohnmobil umkippen können? Wir hatten selten eine Fährfahrt wie diese erlebt und wir sind ja nun schon oft ganz andere Strecken gefahren. Aber hier fühlten wir uns immer unwohler und waren schließlich froh, dass diese Überfahrt zu Ende ging.

Wenigstens hatten wir unterwegs das sehr kurze Vergnügen, einen Wal gesehen zu haben. Das freute uns, ging aber so schnell, dass wir noch nicht mal einen Schnappschuss machen konnten, obwohl wir die Kamera im Anschlag hatten. Unter dichten, tief hängenden Wolken kamen wir in Andenes an und machten uns sofort daran, der Landschaftsroute Andøya zu folgen. Sie ist die deutlich kleinere Straße im Westen der langgestreckten Insel und sollte uns mal wieder an mehreren interessanten Parkplätzen und Aussichtspunkten vorbeiführen.

Unser Hauptanliegen war aber der Besuch des Forschungszentrums Andøya Space. Von hier aus starten für Forschungszwecke immer wieder mal europäische Raketen in den Himmel und nur wenige Monate vor unserem Besuch wurde auch eine Rakete unter deutscher Führung gestartet. Eigentlich war unser Plan, dass wir in Andenes übernachten und vom Campingplatz aus zu Fuß dorthin gehen würden. Aber das Wetter konnte uns nicht wirklich begeistern, den Tag dort verbringen zu wollen.

Daher beließen wir es dabei, die Ausstellung zu besichtigen und uns in einem Vorführraum (Kino konnte man kaum dazu sagen) einen Film über die Geschichte dieser Raketenstation und über Polarlichter anzuschauen. Das war schon ganz interessant. Und witzig war noch zusätzlich die Beschilderung an den Toiletten, die offenbar nur für Außerirdische zugänglich waren.

Nach dem doch recht kurzen Besuch waren wir uns einig, dass es sich nicht gelohnt hätte, dafür in Andenes übernachtet zu haben und den Rest des Tages bei trostlosem Nieselwetter auf einem Campingplatz zu verbringen. Für Fotos von unterwegs war das Wetter zwar auch nicht ideal, aber wir wollten lieber etwas sehen und uns vorwärts bewegen. Also folgten wir weiter der Landschaftsroute Andøya und durchquerten die gleichnamige Insel von Nord nach Süd.

Da die Insel nicht sonderlich groß ist, machten wir schnell viele Kilometer und landeten noch am selben Tag auf den Vesterålen, die wir allerdings schon von früheren Aufenthalten kannten. Wir machten Station in Stokmarknes, wo wir einen Wohnmobilstellplatz ansteuerten. Dieser wirkte zwar, als sei er der Hinterhof eines Unternehmens, bot aber alles, was wir brauchten und war vor allen Dingen schön ruhig. Natürlich konnten wir es nicht sein lassen und gingen am Abend noch bis in den Ort hinein. Es war zwar überhaupt nichts los, aber wir wollten uns umschauen und vielleicht noch das ein oder andere Bild machen.

Dabei kamen wir bis zum Hurtigrutenmuseum, das an dem Tag zwar schon geschlossen hatte, aber allein schon wegen der Optik alle Blicke auf sich zog. Für uns war klar, dass wir am nächsten Morgen als Erstes zum Museum gehen würden, um es uns in aller Ruhe anzuschauen. Es war ein ruhiger Sonntagvormittag, als wir unseren Plan in die Tat umsetzten und bei deutlich schönerem Wetter Bilder von dem sehenswerten Museum machten. Innen wurden wir außerdem sehr freundlich empfangen, bekamen den Rundgang erklärt und konnten uns aufmachen, das ausgestellte Schiff Finnmarken auf eigene Faust zu erkunden.

Das hatte uns sehr gut gefallen, schon alleine, weil wir ja mittlerweile auch viele Schiffe von diversen Reisen kennengelernt hatten. Aber dass man hier durch die original erhaltenen Räumlichkeiten des Schiffes schlendern konnte, war schon klasse. Insbesondere, weil man hier nicht einem Rundweg folgt, sondern man sich wirklich frei von Deck zu Deck bewegen kann. Nach dem ausgiebigen Besuch setzten wir unsere Reise fort und genossen die kurze Fahrt bis Melbu, wo wir schon wieder auf die nächste Fähre rollten.

Ganz gemächlich brachte sie uns von den Vesterålen zu den Lofoten. Hier war unser Plan, der E10 bis zu ihrem Ende nach Å i Lofoten zu fahren – aber auch wieder zurück. Denn die Wettervorhersage für die nächsten Tage sah nicht gerade rosig aus. Neben viel Regen sollte auch ein Sturm kommen. Und nach der Fähre ab Gryllefjord hatten wir wenig Lust, die dreistündige Fähre von Moskenes nach Bodø im starken Wind oder gar im Sturm zu nutzen. Daher stand für uns fest, dass wir die wesentlich kürzere Verbindung von Lødingen nach Bognes nutzen würden und dort auf der uns bekannten E6 lieber einen Umweg fahren.

Doch soweit waren wir noch nicht. Erstmal kamen wir ja auf den Lofoten an. Weil wir diese schon gut kannten, fiel uns die Fahrt recht leicht und wir arbeiteten unsere Liste von Dingen ab, die wir abfotografieren wollten bzw. besichtigen wollten. Dazu zählten mal wieder mehrere Rastplätze, wobei der Rastplatz am Austnesfjord wohl der bekannteste ist und wirklich tolle Motive bietet.

Auch in der Stadt Svolvær schauten wir uns mal wieder um und hatten Glück, dass wir dort an dem Sonntag eine geöffnete Bäckerei fanden. So konnten wir uns mit ein paar Backwaren eindecken, da ja alle anderen Geschäfte geschlossen hatten. Außerdem gehört es zu unserer Pflicht, auch den städtischen Wohnmobilstellplatz zu besichtigen, aber da waren eben auch viele andere Dinge, die wir ansteuerten.

Später fuhren wir zur Ruine bei Eggum, wo wir an einem sehr schönen Stellplatz auch hätten übernachten können. Doch dafür hatten wir schon ein anderes Ziel ins Auge gefasst. Daher beließen wir es bei einem schönen Küstenspaziergang durch die dortige Kulturlandschaft und einer einsam gelegenen Skulptur.

Die folgende Nacht verbrachten wir auf dem ungewöhnlich angelegten Wohnmobilstellplatz Reineholmen. Er war zu dem Zeitpunkt erst ein Jahr alt und bestand aus einer künstlichen Insel, die vorher einem anderen Zweck diente. Nun hat man diesen Campingbereich daraus gemacht und wir entschieden uns, wirklich dort zu bleiben. Allerdings haderten wir auch ein wenig mit dieser Entscheidung. Denn die Übernachtung kostete rund 50 Euro und wurde damit die teuerste Übernachtung, die wir jemals mit einem Wohnmobil hatten. Aber das war es uns wegen der Optik ausnahmsweise mal wert.

Gleichzeitig sahen wir einige Camper, die sich lieber dafür entschieden, draußen zu übernachten, also wirklich direkt vor dem Stellplatz. Sie sparten sich das Geld, kamen aber am nächsten Morgen zu Ver- und Entsorgungsstation, um Wasser zu tanken und ihren Dreck zu hinterlassen. Dabei hatte der Stellplatz über Nacht noch etliche Parzellen frei. Ich hatte es ja bereits in einem früheren Reisebericht erwähnt, dass uns dieses respektlose und rücksichtslose Verhalten nun schon einige Male aufgefallen ist und ich werde dazu nochmal einen eigenen Blog-Artikel verfassen.

Am nächsten Tag ging unsere Fahrt weiter nach Å i Lofoten. Wir stoppten immer wieder mal, um Bilder zu machen und die Aussichten zu genießen. Im Ort selbst parkt man für gewöhnlich auf einem abseits gelegenen Parkplatz, den man nach Durchquerung eines kurzen Tunnels erreicht. Danach kommt sonst nichts mehr. Wir kannten diesen Parkplatz als ruhigen Parkraum, doch an diesem Tag stellten wir erneut fest, dass das Thema Overtourismus auch in Norwegen ein Problem ist.

Es war übermäßig voll und wir wollten eigentlich nach einer ersten Runde über den Parkplatz aufgeben. Doch bei dem Gewusel bzw. Kommen und Gehen der anderen Touristen, gaben wir dem Parkplatz eine zweite Chance. Mit Erfolg. Es wurde gerade eine Fläche frei, die witzigerweise auch noch die am besten gelegene war. Aber das war uns eigentlich egal. Wir freuten uns einfach, dass wir überhaupt einen Parkplatz bekamen.

So schlenderten wir durch die kleine Ortschaft, die für ihre rot angestrichenen Pfahlbauten bekannt ist. Später am heimischen Rechner stellten wir fest, dass unsere Bilder von den Reisen in den Jahren 2012 und 2017 fast von den selben Stellen gemacht wurden. Es schien so, als würden wir die Stadt immer aus derselben Perspektive fotografieren.

Mit Å i Lofoten war die Reise auf den Lofoten zumindest in südliche Richtung für uns erledigt. Weiter geht es hier einfach nicht. Entweder würden wir also hier mit der Fähre nach Bodø übersetzen oder wir fahren die gesamte Strecke und noch ein Stück weiter wieder zurück. Wie schon eingangs erwähnt, entschieden wir uns für Letzteres. Aber das machten wir natürlich nicht ohne Zwischenstopp. Die Lofoten sind einfach zu schön, um sie so schnell wieder zu verlassen. Daher steuerten wir einen anderen Stellplatz an, den wir bereits von früher kannten.

Auch an Reine bzw. Reinebringen kamen wir logischerweise vorbei. Eine Wanderung auf den Reinebringen hatten wir ja schon mal vor einigen Jahren gemacht und es wäre schön gewesen, das wiederholen zu können. Aber einerseits war das Wetter nicht ideal dafür und andererseits war der Parkplatz hierfür trotzdem vollkommen überlaufen. Wir sahen aber einen neuen Wohnmobilstellplatz in Reine, der für diese Wanderung eventuell gut gelegen sein könnte, was wir uns auf jeden Fall für das nächste Mal merken wollten.

Nach der Nacht auf dem Wohnmobilstellplatz fuhren wir langsam auf der E10 in nördliche Richtung und ließen dabei die Lofoten hinter uns. Immer wieder schade, wenn man die Inselkette verlässt, aber wir haben ja noch andere Ziele vor Augen und die Lofoten kennen wir ja nun schon ziemlich gut. Da die E10 stellenweise neu gebaut wurde, wurden wir ein wenig durch Baustellen ausgebremst und wir nahmen an, dass wir die Fähre in Lødingen nicht mehr mitkriegen würden. Daher stellten wir uns schon darauf ein, dass wir ein bis zwei Stunden warten müssten.

Kurz vor dem Ort sahen wir die Fähre noch am Kai liegen und sogar die Heckklappe war noch geöffnet. Aber alle anderen Fahrzeuge waren schon drauf und wir befürchteten, dass das Schiff jeden Moment ablegen würde, so dass wir dann die ersten in der Reihe wären, um auf die nächste Fähre zu warten. Doch der junge Mann im Hafen sah uns kommen, scannte schnell unser Kennzeichen ab und gab uns Zeichen, dass wir schnell fahren sollte. Das ließen wir uns nicht zwei Mal sagen und ich gab Gas, ohne auch nur eine Fahrbahnmarkierung zu beachten. Einmal im großen Bogen quer über alle Spuren und schon konnten wir noch auf die Fähre fahren. Gleich hinter uns wurde dann alles geschlossen. Glück gehabt.

Die Überfahrt nach Bognes war ganz entspannt und so waren wir beim Verlassen des Schiffs wieder auf der E6. Hier in Bognes nutzten wir ja bereits bei der Anreise die Fähre, allerdings die, die als Teil der E6 nach Skarberget verkehrt. Da mussten wir dieses Mal nicht mehr hin, ab jetzt würden wir ja wieder gen Süden reisen. Bei dem schlechten Wetter machte es wenig Spaß, der E6 zu folgen. Aber zum Glück war sie nicht ganz so voll. Wir kamen an Innhavet vorbei, wo wir auf der Anreise auf dem schönen Wohnmobilstellplatz übernachteten und fuhren weiter bis Fauske.

Dort verließen wir die E6, um in Richtung Bodø zu fahren. So hatten wir also die gesamte Fährfahrt nach Bodø umgegangen. Schneller war das natürlich nicht, aber irgendwie angenehm. Östlich der Stadt wechselten wir auf die Straße 17, die als Landschaftsroute Helgelandskysten bekannt und beliebt ist. Die lange Straße ist eine Alternative zur E6 und war für unsere Recherche an dem nächsten Wohnmobilreiseführer noch wichtig. Doch dieser Abschnitt sollte dann ein Thema für den nächsten Reisebericht werden. Wir stellten unser Wohnmobil auf einen Campingplatz nahe von Saltstraumen ab, spazierten noch ein wenig zur Brücke, um uns von oben die berühmten Wasserstrudel anzuschauen und ließen dann den Tag ausklingen. Am nächsten Morgen begann die Reise auf der Straße 17 und der anschließenden Wohnmobilreise im Süden Norwegens.

Michael Moll

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.

Ich bin Autor von mehr als 120 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.

Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.


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