Reisetipps Schweden mit WOMO

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  • Hallo zusammen,
    Ich bin noch ganz neu hier im Forum und hoffe etwas mehr über die WOMO Welt zu erfahren. Ich bin Vivi und studiere aktuell noch. Nächstes Jahr würde ich gerne mit meinem Freund das erste Mal einen WOMO Urlaub machen. Uns reizt besonders Schweden, da es dort ja das sogenannte "Jedermannsrecht" gibt. Habt ihr vielleicht Routenvorschläge oder Tipps für WOMO Einsteiger? Ich denke wir würden mit einer Tour, die etwa 10 Tage dauert, anfangen wollen.
    Vielen Dank schon mal! :)

  • Hallo Vivi,


    erst einmal Willkommen hier.

    In Schweden gibt es auf jeden Fall jede Menge zu sehen. Normalerweise bin ich eigentlich nicht so, doch in diesem Fall beginne ich mal etwas oberlehrerhaft mit einem "aaaber". Verzeih mir bitte.

    Aber da du von dir sagst, ihr seid Anfänger (was überhaupt nicht schlimm ist), hake ich mal beim Thema Jedermannsrecht nach. Du weißt, dass das Jedermannsrecht nichts mit dem Wohnmobiltourismus zu tun hat und sich auch überhaupt nicht an den motorisierten Camper richtet? Da wird von Nicht-Schweden nämlich oft etwas völlig falsch verstanden. Das Jedermannsrecht (Allemannsrätten) besagt lediglich, dass unter bestimmten Voraussetzungen Land betreten werden darf und das gilt ausdrücklich nicht für motorbetriebene Fahrzeuge.

    Natürlich gibt es die Möglichkeit, an einem Seeufer die Nacht zu verbringen. Das funktioniert auch heute noch. Doch meiner Meinung nach ist das nicht immer ganz soooo einfach, wie man das so schön auf Plakaten diverser Hersteller vorgegaukelt bekommt. Nicht, dass ihr da mit falschen Erwartungen hinauf fahren werdet.

  • Ich stimme Michael zu.


    Aber auch ohne Jedermannsrecht gibt es wunderschöne Stell-/Campingplätze an Seen, mit Aussicht etc. Ich hab zwei Lieblingsplätze: einmal den am Ristafallet (Campingplatz direkt an dem aus der Ronja-Räubertochter-Verfilmung bekannt Wasserfall, Wohnmobilstellplätze ganz nah am Fluss) und Tingsryd im südlichen Smaland (hat bei mir eher sentimentale Gründe, die Gegend ist aber wunderschön für Wanderungen, Rad- und Paddeltouren etc.).


    Bei "nur" 10 Tagen stellt sich die Frage, von wo - und wie - ihr anreisen werdet. Für uns Hamburger ist Südschweden um die Ecke (naja, fast). Aber für meine schwedische Lieblingsgegend (Jämtland) fahren wir auch entweder mit der Fähre nach Göteborg (mittelteuer) oder besser Oslo (teuer) oder übernachten unterwegs (günstigste der 3 Varianten).


    Welche Vorstellung, Erwartungen habt Ihr von Schweden?

    Pippi-Langstrumpf, Michel, Bullerbü - "dies" Schweden ist in Smaland. (Vimmerby, Eksjö, Mariannelung, Sevedstorp...) Smaland finde ich toll für Schweden-Einsteiger, gemütlich über Skane anreisen, südliches Smaland samt Glasreich anschauen, über die Lindgren-Drehorte Richtung Norden tuckern (Smalands Höglandet) und über Göteborg und die Westküste wieder zurück.

    Wallander-Schweden? Skane! Ystad. Tolle Ostseestrände, beschauliche Küstenorte, Ales Stenar (Schiffssetzung). Für uns (Ex-)Hamburger eher "Dänemark-Schweden", eher platt und nicht so interessant, da reicht die Durchreise mit (ausgedehnten) Zwischenstopps. Kalmar und das Schloss und Öland auf keinen Fall auslassen, wenn es dahingeht.

    Lappland? Großartig, aber für nur 10 Tage aufgrund der langen Anreise nicht empfehlenswert.

    Saltkrokan-Schweden? Finde ich persönlich für eine relativ kurze Womo-Tour nicht so geeignet.

    Meine Lieblingsecke, Jämtland/Härjedalen (Einsamkeit, Rentiere, Elche, Berge, Fjäll, Wasserfälle) - da muss man bei einer zehntägigen Tour am besten die Fähre nach Oslo nehmen und dann kann man da - kurz - touren, hat halt gut (je nach deutschem Ausgangsort) 1,5-2 Tage Anreise.


    Soweit erstmal. Frag gern konkreter nach.

  • hallo Vivi,

    ich schließe mich Michael und Lin ganz deutlich an, was das Jedermannsrecht betrifft - das gilt nicht für Urlauber mit Camping-Fahrzeugen. Schweden ist ein tolles Land. Wir sind schon mehrfach dort gewesen und fahren, sobald Corona sich beruhigt, auch gerne wieder dort hin. Wir sind auch schon in zwei Wochen bis zum Polarkreis und zurück gefahren- das geht alles, aber dann fährt man natürlich sehr viel und kann sich für viele schöne Stellen kaum Zeit nehmen. Da ist dann wirklich nur der Weg das Ziel.

    Auf meiner Homepage findest du auch ein paar Reiseberichte, auch im Internet gibt es unzählige Berichte und Videos. Fahrt hin, egal wie lange und genießt es.

    Aber ein Tipp an Wohnmobilneulinge: Wenn ihr mietet, nehmt das größte Fahrzeug, das für euch geht und testet erstmal ein langes Wochenende in Deutschland. Zu klein ist es meistens. Ein Kastenwagen ist besser zu fahren, ein größeres Mobil bietet mehr Platz...Nicht dass es euch garnicht gefällt, bei schlechtem Wetter 10 Tage auf doch sehr begrenztem Raum zusammen sein zu müssen... auch das haben wir schon durchgestanden: 14 Tage nur Regen in Skandinavien...das kann deprimierend sein.

    Aber wir fahren trotzdem immer wieder hoch :):thumbup::thumbup:

    Gruß
    Helmut und Ilona
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    Wenn du mal eine helfende Hand brauchst, beginne die Suche am Ende Deines eigenen Armes


    https://gonzi.hpage.com/

  • 10 Tage ist nicht viel, da würde ich eine Küstentour planen, zb. ein Stück die Ostküste hoch, vielleicht mit ein paar Tagen Öland. Falls die CP dort voll sind kann man auch gut in Marina`s stehen und für kleines Geld die sanitären Einrichtungen nutzen.


    Ich war 24 Jahre lang " Teilzeitschwedin" und habe mit dem Jedermannsrecht gute Erfahrungen gemacht. Man sollte sich aber immer fragen wie man sich selber als Anlieger fühlen würde. Soll heissen das man auf Abstand achtet und nicht auf privatem Grund steht , sofern man nicht ausdrücklich um Erlaubnis gefragt hat!

    Wir hatten in unserer Ferienhaussiedlung trotz Schildern " Privat" das Problem das sich Womo`s gerne direkt an den Strand, der auch "privat" war stellten. Das Problem lösten wir durch eine Seilabsperrung. Wer dann noch vor dem Seil stand wurde freundlich und bestimmt angesprochen und verschwand dann.

    Wir fahren, wie man dem Foto entnehmen kann, einen T 5. Bei schlechtem Wetter nervt das schon, daher suchen wir dann gerne Plätze auf die einen Aufenthaltsraum/Küche haben.

  • Erstmal vielen Dank für eure hilfreichen Antworten!
    Es ist mir etwas peinlich, dass ich das Jedermannsrecht so falsch verstanden habe. Also vielen Dank für diese Infos! Ich hatte tatsächlich gedacht, dass es dadurch möglich wäre, auch mal eine Nacht an einem See o.ä. zu übernachten. Nun weiß ich es aber besser und kann es bei der Planung beachten. :)
    Wir kommen beide aus der Bremerhavener Umgebung und haben daher ebenfalls eine relativ kurze Anreise (im Vergleich zum Süden Deutschlands). Die 10 Tage waren eine grobe Orientierung von mir, je nach finanzieller Situation, kann man es bestimmt auch auf 14 Tage erweitern.
    Den Tipp, zunächst ein größeres Wohnmobil auszuleihen, finde ich auch sehr spannend und hatte ich so vorher noch nicht in Betracht gezogen. Vielleicht ist es wirklich eine gute Idee, das vorher schon einmal in Deutschland zu testen. (Zumal man ja eh die Corona Situation verfolgen muss.)
    Ihr könnt mir auch gerne noch weitere Tipps bezüglich der Wohnmobil Ausleihe schreiben. Wir sind beide Mitte 20 und haben an einen Kastenwagen gedacht, um für den Notfall Toilette und Dusche an Bord zu haben. Passt das, wenn ich ungefähr 1.000€ für die Ausleihe von etwa 10 Tagen einplane?

    Bezüglich der Reiseziele haben wir gedacht eher im Süden anzufangen, um Kosten für eine Fähre zu sparen und "klein" anzufangen. Vielen Dank Lin für die ausführlichen Beschreibungen deiner Lieblingsziele! Ich möchte auch auf jeden Fall einmal das Smaland sehen, da ich mit Astrid Lindgrens Geschichten aufgewachsen bin :). Daher finde ich deinen Vorschlag für Einsteiger sehr spannend, zumal wir auch schon an Göteborg und die Westküste gedacht haben. Das ließe sich dann ja super kombinieren. Den Norden Schwedens, Lappland & Co. würden wir dann eher später mit mehr Erfahrung in Betracht ziehen.

  • Hallo Vivi,


    die Preise für das Mieten eines WoMos schwanken natürlich von Anbieter zu Anbieter, aber grob würde ich sagen, dass das mit den 1000,- für 10 Tage hinhaut. Aaaaaaber. :-) Dann habt ihr erstmal nur die Miete bezahlt. Da ist noch kein Schluck Diesel im Auto, keine Übergabepauschale bezahlt usw.

    Am besten schaut ihr euch mal in eurer Umgebung um, welche Anbieter es gibt und schaut euch dann die Autos genau an.

    Wir haben etliche Jahre lang Womos gemietet und hatten den Händler unseres Vertrauens. Der hat ausschließlich Neu- bzw Jahreswagen in der Vermietung gehabt, sprich solche, die nach einem, maximal zwei Jahren dann in den Verkauf gehen sollten. Und es waren sehr hochwertige Womos, denn billig kann (muss nicht) schiefgehen.

    Dann schaut euch die Preisliste an und ebenso die Ausstattung des Womos. Ist ein Campingtisch dabei? Wenn nicht, müsst ihr den ggf. selbst mitbringen und vorher noch anschaffen. Das gleiche gilt für Campingstühle, Geschirr, Bettzeug, usw.


    Und bei se wei ....:-) der liebe Michael Moll hat ganz wunderbare Bücher rund um den Womo-Urlaub geschrieben. Mit Tipps, die bares Geld wert sind. ;-)


    VG, Dorit

  • Hi Dorit,
    Ja da hast du Recht, da kommen natürlich noch viele weitere Kosten dazu. :) Daher wird die erste Reise auch leider noch etwas warten müssen ;).
    Wir haben schon mit Bekannten gesprochen, die bereits mit gemieteten Wohnmobilen unterwegs waren. Sie haben uns einen Anbieter in unserer Umgebung empfohlen, der ebenfalls nur Neu- oder Jahreswagen vermietet, die kurz darauf verkauft werden. Ich kann mir auch gut vorstellen, das man lieber ein wenig mehr Geld in die Hand nimmt, um eine bessere Ausstattung zu haben. Vielen Dank für die Tipps!
    Ah ok das ist auch gut zu wissen, dann werde ich mir auch die Bücher mal anschauen. :)

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