Outdoorausrüstung - zu viel oder zu wenig?

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    • Outdoorausrüstung - zu viel oder zu wenig?

      Gestern wurde in meinem Blog dieser Artikel kommentiert:

      dieweltenbummler.de/Blog/sicherheit-auf-wanderwegen/

      Der Kommentar von Erika, ziemlich weit unten, hat einen Gedanken angesprochen, der gar nicht so abwegig ist: Wie viel Outdoorausrüstung verträgt der Mensch bzw. benötigt der Reisende?

      Begonnen hat die Diskussion darüber aber eigentlich schon vorher, nämlich im Blog von Manuel Andrack (der Wanderer, der früher mit Harald Schmidt die Harald-Schmidt-Show moderierte).

      Also, ich starte einfach mal die Fragerunde: Was wird benötigt und was ist absoluter Ausrüstungs-Unsinn auf einer Wanderung/Reise etc.?
    • RE: Outdoorausrüstung - zu viel oder zu wenig?

      Dann starte ich mal,

      grundsätzlich nehme ich für "Touren" über eine Stunde Wasser mit. Das ist mir sehr wichtig. Wenn es länger wird und ich bin in unbekanntem Gebiet unterwegs dann gehört für mich eine kleine Notration essbares dazu, kann ein Apfel oder so sein oder meine beliebte SchoKaKola. Mein ErsteHilfeSet ist immer im Rucksack (Schmerzmittel, Tape, hab ja Achillesprobleme) und Taschenlampe und Messer ebenfalls. Eine Gebietskarte, falls vorhanden, mein Navi, Handy, eine zusätzliche Jacke auch wenn es wärmer ist. Vernünftige Schuhe, da handle ich auch nicht, die müssen was taugen.
      Bin ich in unbekannten und abgelegenen Orten unterwegs, informiere ich meinen Sohn über Wanderdauer und Gebiet. Im Geldbeutel befinden sich Telefonnummern für den Helfer, falls mir etwas geschieht.
      Das halte ich für richtige Wandertouren für unverzichtbar, aber weil ich mir das wert bin, nicht weil mir das jemand vorschreibt.
      Ich hatte schon Situationen, die auch mal riskanter waren. Mein Vorgehen ergibt sich aus gemachter Erfahrung.

      Was mir persönlich richtig gehend auf die Nerven geht sind Zeitgenossen, die mir weismachen wollen, dass nur die teuersten Gegenstände mir meine Sicherheit gewährleisten. Es ist in unseren Breitengraden für gewöhnlich absolut unnötig sich zu verkleiden wir in der Arktis

      Det war´s erstmal :rolleyes:
    • RE: Outdoorausrüstung - zu viel oder zu wenig?

      Und ich mache es mir einfach und kopiere mal den Text aus meinen Blog hier hinein. Der ist ja immer noch gültig :zwink:

      Die Erfahrung hat bei mir gezeigt, dass es ein paar grundsätzliche Dinge gibt, die ich persönlich unterwegs für wichtig halte:
      - Zum Beispiel habe ich immer ein bisschen Wasser dabei. Selbst auf kurzen Touren ohne Sonne. Mir ist es schon passiert, dass ich nur noch einen Kilometer vor dem Ziel ein Insekt verschluckte. Ich hätte beinahe alles gegeben für einen Schluck Wasser. Natürlich, es ging auch so. Aber schöner wäre es anders gewesen. Aber es gibt kaum etwas Schlimmeres als Durst.
      - Seitdem ich die Hanwags habe, will ich einfach mit nichts anderem wandern gehen. Weniger eigentlich wegen der Sicherheit, sondern auch wegen der Bequemlichkeit. Wie schön ist es, durch das Hohe Venn zu schlendern und sich nicht darum kümmern zu müssen, einer kleinen Pfütze auszuweichen ;) Außerdem schließe ich mich hier Elke an, die es so treffend formuliert hat: Die müssen was taugen. Hier wird nicht am falschen Ende gespart.


      Es gibt aber eben Sachen, die für mich nicht zwingend sind, beispielsweise:

      - Würde mein GPS-Gerät unterwegs ausfallen: Schade um den Track, aber nicht schlimm. Geht auch so.
      - Regenjacke? Selten, weil ich sonst sowieso von innen nass werde.
      - Im letzten Jahr stand ich mit nacktem Oberkörper in 1.100 Metern Höhe bei 3 Grad und leichtem Regen in Norwegen auf einem Wanderweg und musste mein nassgeschwitztes T-Shirt wechseln. Funktionswäsche besitze ich daher auch nicht, es geht ja auch so.

      Ich kenne Leute, die reisen ohne Impfung und Krankenversicherung durch die Welt. Würde ich nicht machen und es geht in den meisten Fällen auch gut – aber eben nicht immer. Und andere wiederum können wahrscheinlich nicht ohne ihren mp3-Player durch die Natur ziehen.

      Zusammengefasst: Wasser und Schuhe! Alles andere vereinfacht und verschönert die Wanderung. Aber ich rede eben von mitteleuropäischen Tagestouren ohne Gipfelbesteigungen.
    • RE: Outdoorausrüstung - zu viel oder zu wenig?

      Michael, ich glaube das ändert sich, wenn man älter wird etwas.
      Früher hatte ich null Angst, heute mit 56 ist das schon anders.

      Obwohl ich als dauernd allein wandernde Frau in abgelegensten Gegenden (treffe manchmal den ganzen Tag höchstens 1-3 Leute) schon eine Ausnahme sein dürfte.

      Ich habe ein Leben, dass ich liebe und deshalb schütze ich es so gut ich kann :)
    • RE: Outdoorausrüstung - zu viel oder zu wenig?

      ElkeB schrieb:


      Ich habe ein Leben, dass ich liebe und deshalb schütze ich es so gut ich kann :)


      Dem schließe ich mich vollkommen an. Es geht nichts über Sicherheit. Daher habe ich Handy, ein bisschen Kleingeld, Pflaster nicht erwähnt. Ist für mich selbstverständlich.
      Aber ich habe auf dem Wanderführerlehrgang auch eine Unterrichtseinheit in Sachen "Ausrüstung" gehabt. Da wurden Gegenstände und Materialien vorgeführt, die ich aus persönlicher Erfahrung überhaupt nicht kannte. Fühlte sich alles schön an, sah nett aus, aber in meinem Fall hat es bisher auch immer ohne das alles gereicht.

      Wie gesagt, ich gehe immer von normalen Tagestouren in unseren Regionen aus.
    • Also auf größeren Wanderungen nehme ich auch Grundsätzlich eine Flasche Wasser mit. Mich stört auch das Zusätzliche Gewicht nicht so. Zudem nehme ich immer meinen großen Hut mit (siehe Profilbild). Darunter schwitzt man zwar fürchterlich, aber es knallt einem die Sonne nicht so ins Gesicht und wenn es mal regnet ist man eigentlich sehr gut geschützt, denn wenn der Regen den Kopf nicht wirklich berührt, ist der Regen nicht wirklich schlimm (bis zu einem gewissen Maße jedenfalls.
      In der Geldbörse habe ich immer ein "Notzettel" mit einem dicken Roten Kreuz drauf. Dort stehen nicht nur Notfallnummern, sondern auch meine ganzen Medikamente, die ich so nehmen muß.
      Für den Notfall des Regens habe ich auch noch einen einfachen Regenponcho dabei.
      Taschenmesser habe ich am Schlüssel. Ich wollte mir auch schon immer eine Signalpfeife zulegen, aber die Plastikdinger waren mir irgendwie zu "billig" und die Metal-Pfeifen wieder zu teuer :D
      Erste Hilfe Kasten habe ich nicht, aber ein kleines Notfallset. Für den Harzurlaub könnte ich mir vielleicht mal was vernünftiges zulegen.
      Eine Tüte habe ich auch immer dabei. Die ist vor allen Dafür gedacht, wenn man vielleicht mal etwas nasses transportieren muß oder so. Nimmt nicht viel Platz weg und kann vielleicht mal nützlich sein.
      Ein Handtuch ist auch mit dabei.
      "Schlimmer" ist bei mir eigentlich die Fotoausrüstung, die den meisten Platz wegnimmt :D
      Als GPS reicht mir mein Handy aus. Dazu noch eine Powerbank, damit mich der Akku nicht in Stich lässt. Allerdings bin ich bisher noch nie so "Outdoor" gewesen, dass ich nicht wieder hätte zurückgefunden. Ich habe da eigentlich ein ziemlich gutes Orientierungsgefühl, dass ich eigentlich immer ganz gut im Gewissen habe wo Norden ist und wo ich hin muß. Die Navigation mache ich eigentlich nur, weil es mir Spaß macht und man manchmal nicht so ganz sicher ist, ob es diese Abzweigung ist, oder doch erst die nächste :)
    • Ich bin offenbar schrecklich altmodisch, denn in meinem Rucksack steckt immer ein Kompaß und eine Wanderkarte, ganz analog ;)
      Wasser ist ein Muss, auch wenn ich weiss, dass es unterwegs trinkbares Wasser am Weg gibt, und ich hab das gerne reichlich dabei (auch für den Hund, falls es wirklich kein Wasser auf dem Weg gibt). Ich hab auch "nur" Wasser in meiner/n Wasserflasche/n, damit ich notfalls auch mal eine Verletzung ausspülen kann. Das geht mit Pfefferminztee oder Brause so schlecht :grin: .
      Machen wir mal ne Liste für eine Tageswanderung:

      Rucksack mit integr. Regencover
      Fotozeug
      Kompaß
      Karte
      Schweizer Taschenmesser
      Mini-Stabtaschenlampe
      diese Reflektorfolie aus dem Autoverbandskasten
      Wasser
      kleiner Becher
      kleines Erste-Hilfe-Kit (Bandage, Pflaster, Mullbinde, Schmerztablette, bisschen Homöopathie)
      Signalpfeife
      kleiner Block und was zu schreiben
      Handy (aus 8) )
      normales Lunchpaket plus Extraration (Nüsse, Kendal mintcake, Flapjack o.ä.)
      Snack für Vierbeiner
      wind- und wasserdichte Jacke, ggf Pulli
      Schirmmütze
      Flachmann :floet:

      in England zusätzlich: Stirnband (oder warme Mütze) und im Herbst/Frühling auch schon mal Handschuhe, ggf Gaiters und früher auf den "harten" Wanderungen auch schon mal ein Biwaksack

      Noch ein Wort zu europäischen Mittelgebirgen: Mit den deutschen kenne ich mich ja nicht so gut aus. Ich hab aber schon England-Newbies in englische Berge mitgenommen und hab "unten" gesagt: "Handschuhe, Mütze, Windjacke, warmer Pulli, Thermoskanne Tee.." - "Ach was, ist doch ein toller Frühlingstag" - und oben auf nur fünf- oder sechshundert Metern saßen die dann schnatternd im Sturm hinter einem Felsen und haben sich den Allerwertesten abgefroren.
      Auf den von Alpenfans immer belächelten walisischen U1000 Gipfeln von Snowdonia trainieren nicht umsonst Himalaya-Expeditionen, die Wetterbedingungen auf den englischen Bergen sind tückisch und wechselhaft, die Baumgrenze liegt bereits auf etwa 500 Höhenmetern.
      Da sieht das dann schon auf 800, 900 Metern mal so aus (und fühlt sich auch so an):

      [img]http://majoky.de/wordpress/wp-content/uploads/2014/09/IMG_9411-960x300_c.jpg[/img]

      Ich geh da auch auf "nur" 400 Meter nicht ohne meinen wie oben beschrieben gepackten Rucksack :rucksack:
    • Ihr habt jetzt beide eine Pfeife erwähnt. Nicht, dass man auf ihren Verzicht nun groß an Gewicht sparen würde, aber meint ihr wirklich, dass sie heutzutage noch etwas bringen würde? Ich kann mir hier nur sehr extreme Bedingungen vorstellen, bei denen die Pfeife hilft. Im normalen Wanderalltag würden doch nur die allerwenigsten auf einen Trillerpfiff reagieren. Und bereits alarmierte Rettungsdienste orten einen sowieso via Handy. Daher frage ich: Was bringt mir die Pfeife?
    • Auch wenn ich selbst bisher noch so gut wie nie eine Pfeife dabei hatte, fallen mir doch ein paar Argumente ein:

      • Die Pfeife funktioniert auch dann noch, wenn der Akku im Handy längst leer ist.
      • Auch heute noch haben die Handynetze Funklöcher. Gerade in den etwas einsameren Berggegenden.
      • Selbst wenn man es geschafft hat, per Handy einen Notruf mit Ortungs-Information abzusetzen: Nach 6 Jahren Geocaching bin ich immer noch überrascht, wie ungenau in manchen Gegenden (und je nach Wetter) das GPS-Signal sein kann. Da kann ein Rettungstrupp schon mal leicht am Ziel vorbei schießen. Die reine Handynetz-Ortung ist - gerade in Gebieten mit dünner Netzabdeckung - noch viel ungenauer und liegt manchmal kilometerweit daneben. Da ist eine Pfeife sicher nicht das schlechteste Mittel, einen suchenden Rettungstrupp auf sich aufmerksam zu machen.
      Auf den mitteleuropäischen "Wander-Autobahnen" kommt man im Notfall sicher auch gut ohne Pfeife aus - allein deshalb, weil man dort ständig anderen Leuten begegnet. Aber wenn man die ausgetretenen Pfade verlässt kann es auch ziemlich schnell ziemlich einsam werden.
    • Über das Für und wider kann man sicherlich viel Diskutieren. Letztendlich nimmt sie nicht viel Platz weg. Und was ist, wenn du irgendwo einen kleinen Abhang heruntergestürzt bist, dir ein Bein gebrochen hast und das Handy ist aus der Tasche gefallen und unauffindbar und schlicht weg kaputt? Ich glaube, dann ist es angenehmer eine Pfeife zu benutzen, anstatt Stundenlang um Hilfe zu rufen.
      Und wenn ich mitten im Wald eine Trillerpfeife höre, die "irgendein Signal zu pfeifen scheint", dann würde ich vielleicht doch mal nachschauen, oder zumindestens eine Notrufnummer wählen und das was ich höre berichten.

      Aber prinzipiell stimme ich dir schon zu, dass die Leute in der Regel uninteressierter sind am Schicksal anderer. In der "Wildnis" kann ich mir aber vorstellen, dass die Leute aufmerksamer sind, als vielleicht in der Großstadt (ich glaube da würde wirklich niemand auf die Pfeife reagieren). :D

      Auch ein gutes Beispiel: Wenn du gar nicht mehr schreien kannst..Pusten kann man dann vielleicht noch. Und schreien braucht vielleicht auch mehr Energie als Pfeifen.
      Letztendlich kann man da viele Beispiele anbringen. Ist genauso die Frage, warum man im Auto einen Ersatzbenzinkanister mit sich führen sollte, wenn man doch sowieso vor hat immer Rechtzeitig zu tanken :)
    • In England gehört die (Triller)Pfeife immer noch und schon ewig zur "Outdoor-Grunderziehung". D.h. in England sind Retter und Bergwanderer auf das Pfeifensignal getrimmt - die Regel ist "Sechs Mal pfeifen, eine Minute Pause, sechs Mal pfeifen, eine Minute Pause usw" bis Hilfe kommt.

      http://www.mountain.rescue.org.uk/mountain-advice schrieb:


      • Take a whistle and learn the signal for rescue. Six good long blasts. Stop for one minute. Repeat. Carry on the whistle blasts until someone reaches you and don't stop because you've heard a reply – rescuers may be using your blasts as a direction finder.
      • A torch (plus spare batteries and bulbs) is a must. Use it for signalling in the same pattern as for whistle blasts.

      Schaut man sich die Nachrichten über Bergungen und Unfälle auf der Seite der Mountain Rescue an, dann sieht man, dass das keine ganz nutzlose Erfindung ist. Wir gehen im September wieder in den Lake District zum Wandern und ein Handy ist da auf weiten Flächen schlicht für den Eimer. Es sollen 18 zusätzliche Sendemasten installiert werden, aber in einem Gully hat man auch dann keinen Empfang - die Pfeife trägt...
    • In diesen Thread passt auch ein aktueller Artikel aus Schottland (aus irgendwelchen Gründen kann ich keine Links erstellen: pressandjournal.co.uk/fp/news/…s-due-to-poor-navigation/) , in dem die Mountain Rescue ausdrücklich davor warnt, sich nur auf elektronische Geräte zu verlassen: "Many of the rescue mission have been launched because walkers have made potentially fatal navigational errors by relying on GPS and maps contained in smartphones."
    • Versteht mich bitte nicht miss. Es geht mir nicht um den Vergleich zwischen Pfeife und elekronische Hilfsmittel. Die Erfahrung einer fehlenden Netzabdeckung habe ich ja in den letzten Wochen selber erst wieder gemacht.
      Mir geht es eher darum, dass der Otto-Normal-Tourist doch gar nicht reagieren würde, wenn er irgendwo eine Pfeife trillern hört. Und dass es dann auch noch ein Pfeifensignal gibt, dürfte wohl auch den meisten Menschen eher unbekannt sein.
      Meiner Meinung nach ist eine Pfeife daher in Deutschland und auf den üblichen Wanderwegen eher unnütz. In abgelegenen Regionen kann die Pfeife sicherlich nützlich sein, aber nur wenn die Retter bereits verständigt wurden und man dadurch seine Position mitteilen möchte. Ist die Region aber zu abgelegen, wird man mit dem Pfiff auch niemanden erreichen.
    • Klar, wenn du da bist, wo sonst niemand ist, nützt dir auch keine Pfeife :D

      Deine Behauptung, dass im Wald niemand auf ein Pfeifen reagieren würde halte ich aber für "Diskussionswert".. Letztendlich würden hier nur ein paar "Feldversuche" ein ernsthafteS Ergebnis erzielen, aber wäre dann schon etwas peinlich, wenn der Rettungshubschrauber neben dir landet und du ihm mitteilst, dass das nur ein Versuch war :D

      Aber das ganze ist vielleicht auch Regionsbedingt. Wie schon gesagt, wenn du in der Nähe eines Ortes bist, wo vielleicht Kinder mit der Pfeife Schabernack treiben wird wohl kaum jemand reagieren. Sehe ich hier in meiner "Unmittelbaren Umgebung" ja auch so, wenn die Blagen mal wieder ein neues "Lautspielzeug" gefunden haben.
      Im Alpenbereich hingegen würde ich behaupten, dass die Leute dort viel Aufmerksamer auf solche Signale reagieren würden. Oder glaubst du, wenn jemand in den Bergen ein klares Signal(!) Pfeift, dass die sagen "Ja, wird scho nix soan" :D
    • Wieder mal eine Frage, wo man sich gerade bewegt. Ich würde sagen: Je mehr Leute unterwegs sind, desto eher sind auch welche dabei, die Schabernack treiben, und desto weniger wird ein Signal ernst genommen. In weniger frequentierten Gegenden, oder auch dort, wo jeder sieht, dass es eher mal gefährlich wird, sind die Menschen deutlich sensibler.

      Die Signalfolge, die Jerome beschreibt, ist übrigens auch als alpines Notsignal bekannt. Jeder, der sich in (hoch)alpinem Gelände bewegt, sollte es kennen, und in jeder Berghütte (wenn sie nicht gerade ein Rummelplatz an einer Seilbahnstation ist) wird mit Aushängen darauf hingewiesen. Ebenso in etlichen Alpin-Reiseführern, auf Landkarten und auf "Beipackzetteln" von Ausrüstungsgegenständen. In den deutschen Mittelgebirgen dürften es hingegen die wenigsten kennen. Andererseits: Wenn jemand über längere Zeit im 10-Sekunden-Takt mit einminütigen Pausen dazwischen (Pfeif-)Signale von sich gibt, dürften auch die meisten "unbeleckten" Passanten merken, dass das nicht einfach ein Dummerjungenstreich ist.
    • Ich meinte ja nichts anderes, als ich sagte "extreme Bedingungen". Denn die Mittelgebirge sind ja durchaus gut besucht und dürften weniger Möglichkeiten bieten, die eine Pfeife nötig machen. Außerdem gibt es neben dem von euch erwähnten Schabernack auch noch die berühmte Wegschau-Mentalität ("wird sich schon jemand drum kümmern") und die Tatsache, dass manche Menschen wandern und wirklich nichts von ihrer Umgebung mitkriegen (Kopfhörer, intensive Unterhaltung usw.). Also bleibt der alpine Bereich. Ist es aber dort nicht so, dass die meiste Rettung aus der Luft erfolgt und daher ein optisches Signal zielführender ist?

      Ich sehe ja ein, dass die Mitnahme einer Pfeife nicht schadet und wenn sie letztendlich Leben rettet, ist das ja auch klasse. Aber wie oft kommt das wirklich vor? Ich weiß nicht, ob das jetzt ein guter Vergleich ist, aber für mich ist das in etwa so, als würde ich im Auto ein Nothämmerchen mit mir führen, weil ich theoretisch mal ins Wasser fahren könnte und weder Scheiben noch Türen öffnen kann.

      Vielleicht kommt meine Umbekümmertheit in dieser Sache aber auch daher, dass wir in der Regel zu zweit unterwegs sind und ich hier die Notwendigkeit einer Trillerpfeife als noch geringer ansehe. Wie gesagt, mir geht es nur um die Wahrscheinlichkeit des Einsatzes einer Trillerpfeife.
    • Michael Moll schrieb:


      Vielleicht kommt meine Umbekümmertheit in dieser Sache aber auch daher, dass wir in der Regel zu zweit unterwegs sind und ich hier die Notwendigkeit einer Trillerpfeife als noch geringer ansehe. Wie gesagt, mir geht es nur um die Wahrscheinlichkeit des Einsatzes einer Trillerpfeife.

      (Vorsicht Satire)

      Achso.. Deswegen sind im Flugzeug auch immer zwei Piloten.. Falls der eine Abstürzt.... :freu: :floet:
    • Andreas Preuss schrieb:

      Achso.. Deswegen sind im Flugzeug auch immer zwei Piloten.. Falls der eine Abstürzt....
      Mit dem Unterschied, dass sie sich beide im selben Fortbewegungsmittel befinden. Wenn wir zu zweit wandern, benutzen wir ja jeder unsere eigenen Fortbewegungsmittel (Beine). Es dürfte deutlich unwahrscheinlicher sein, dass gleich zwei Personen dermaßen verunglücken, dass nur noch die Trillerpfeife als Kommunikationsmittel hilft.

      Aber, auch wenn du es nicht ernst meintest und es nicht ganz so hierhin passt, aber es fällt mir dabei eben ein: Du weißt, dass auf einem Schiff der Kapitän und der Erste Offizier niemals gleichzeitig den selben Fahrstuhl benutzen dürfen?
    • Michael Moll schrieb:

      Also bleibt der alpine Bereich. Ist es aber dort nicht so, dass die meiste Rettung aus der Luft erfolgt und daher ein optisches Signal zielführender ist?

      Jein. Man muss den Rettungsdienst ja erstmal kontaktieren können, und zwar im Notfall auch im Funkloch bzw. bei kaputtem Handy. Da trägt ein akustisches Signal doch deutlich weiter als ein optisches. Im alpinen Bereich ist jedenfalls nicht vorgeschrieben, womit man ein Notsignal gibt. Optische und akustische Signale sind beide geeignet, und am besten ist immer noch die Kombination von beiden. Als akustisches Signal ist auch Schreien oder Trommeln prinzipiell geeignet. Für die Kommunikation mit einem herannahenden Rettungshubschrauber gibt es übrigens nochmal eine andere Konvention für Wink-Signale (beide Arme hoch = brauche Hilfe, ein Arm hoch = alles OK).

      Michael Moll schrieb:

      Vielleicht kommt meine Umbekümmertheit in dieser Sache aber auch daher, dass wir in der Regel zu zweit unterwegs sind und ich hier die Notwendigkeit einer Trillerpfeife als noch geringer ansehe. Wie gesagt, mir geht es nur um die Wahrscheinlichkeit des Einsatzes einer Trillerpfeife.

      Ich vermute jetzt mal eher, dass sich Deine Erfahrung mit hochalpinen Touren außerhalb der ausgetretenen Pfade in Grenzen hält. In Gegenden, in denen bestenfalls alle paar Stunden mal jemand vorbekommt, sollte man sich halt anders rüsten als dort, wo man ständig anderen begegnet. Und dann sollte man dort mindestens zu zweit, besser eigentlich zu dritt sein: Im Notfall bleibt einer beim Verletzten, während der dritte Hilfe holt.