Kreuzfahrtschiffe und die Umwelt

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    • Da wir ja jetzt hier über eine Transatlantikreise reden, beziehe ich das jetzt mal ein wenig auf mich. Zunächst will ich dann aber mal festhalten, dass wir dann nicht von Kreuzfahrt (Cruise) reden, sondern von einer Überfahrt (Crossing). Diesen Unterschied will ich ein wenig hervorheben, weil der einzige Transatlantikliner (Queen Mary 2) sich baulich von einem klassischen Kreuzfahrtschiff unterscheidet und extra für diese Überfahrten gebaut wurde. Es wird an Bord auch nicht verschwiegen, dass es sich eigentlich um eine Fähre handelt. Zwar ohne Fahrzeuge an Bord, aber eben ein Schiff, das überwiegend im Pendelverkehr unterwegs ist. Und daher sehe ich das als reines Transportmittel, so wie du ja auch klar stellst, hin und wieder mit einer Fähre unterwegs zu sein. Im umgekehrten Fall sehe ich persönlich übrigens auch eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn nicht als Erlebnis, sondern als Transportmittel, das mich nach Asien befördert.

      Globus schrieb:

      Stimmt, so wie auch Züge und Busse fahren, allerdings etwas umweltfreundlicher
      Nur komme ich mit einem Zug oder einem Bus nicht von Eurasien runter. Da bleiben also nur die Möglichkeiten Flugzeug oder Schiff.


      Globus schrieb:

      Kreuzfahrtschiff Hamburg-New York 2.700 kg CO² pro Kopf.
      Ich weiß nicht, wo du jetzt diese Zahl her hast. Aber wenn ich deinem obigen Link folge, dann komme ich auf 1.644 kg pro Person für eine Atlantiküberquerung. Sollten deine 1.300 kg für den Flug jedoch richtig sein, dann ist der Unterschied zwischen diesen beiden Transportmitteln nicht ansatzweise so hoch wie angegeben.
      Und was bei deiner Gegenüberstellung fehlt, ist der Faktor Zeit. Wenn wir von acht Stunden Flugzeit ausgehen und von einer sechstägigen Überfahrt mit dem Schiff, dann sollten wir fairnesshalber auch den Verbrauch pro Stunde ins Spiel bringen:

      Flugdauer: 8 Stunden (1.300 kg / 8 h = 162,5 kg pro Stunde)
      Schiffsreise: 144 Stunden (1.644 kg / 144 h = 11,4 kg pro Stunde)
      Und in der Schiffsreise ist eben nicht nur der reine Transport enthalten, sondern auch das Leben inkl. Verpflegung.

      Was ich damit sagen will, ist, dass man im Vergleich zum Schiff nach dem Flug noch weitere 5 Tage und 16 Stunden Emissionen produziert. Während also Person A sechs Tage auf dem Schiff hockt und nicht mehr als diese 1.644 kg CO² produziert, verursacht Person B nach dem Flug im gleichen Zeitraum weitere Emissionen. Innerhalb New Yorks, um mal bei dem Beispiel zu bleiben, wird das jetzt als Tourist nicht so dramatisch viel sein. Trotzdem muss auch hier etwas addiert werden. Aber nach drei Tagen Aufenthalt in der Stadt reist der Flugpassagier weiter. Eventuell mit dem Mietwagen, weil Züge und Busse in den USA jetzt nicht so der Brüller sind. Möglicherweise aber auch mit dem nächsten Flieger. Ein Inlandsflug nach Miami zum Beispiel und zwar am fünften Tag der gesamten Reise. Da sitzt der Schiffspassagier also immer noch an Deck und produziert seine 11,4 kg pro Stunde, während der Flugpassagier möglicherweise bereits zu seinem zweiten Flug aufgebrochen ist. Da stellt sich also dann die Frage: Was ist jetzt besser?


      Ich war in den letzten paar Tagen in Polen unterwegs. Heute morgen habe ich Krakau verlassen und bin jetzt wieder zuhause. Ich bin heute morgen extra etwas früher losgefahren, weil ich auf der Autobahn zwischen Krakau und Katowice den Stau vermeiden wollte. Welchen Stau gibt es dort aktuell? Den zusätzlichen Stau der Delegierten, die an der UN-Klimakonferenz in Katowice teilnehmen. Ich beschreibe mal den Irrsinn: Da sind also Menschen, die an dieser Konferenz zur Umwelt teilnehmen, aber lieber im 80 km entfernten Krakau übernachten. Klar, das Abendprogramm ist in Krakau natürlich interessanter als in Katowice.
      Allerdings kriegst du in Krakau mittlerweile ohnehin schon keine Luft mehr. Nächster Irrsinn, gestern Abend an der Weichsel beobachtet: Da stehen an einer viel befahrenen Kreuzung aus Gründen der Sicherheit wegen der Klimakonferenz Polizeifahrzeuge. Es ist kalt und die Polizisten, die dort ihren Dienst tun müssen, lassen hin und wieder den Motor laufen. Wenn sie sich nicht im Auto aufwärmen, sondern draußen vor den Fahrzeugen stehen, tragen sie Smog-Masken, weil der Gestank an der Kreuzung nicht auszuhalten ist. Und gleichzeitig steht in 20 Metern Entfernung ein Mitarbeiter der Straßenreinigung und pustet mit einem benzinbetriebenen Laubpuster das Laub zusammen. Das alles ergab irgendwie ein sehr schiefes Bild.

      Unabhängig davon ist Krakau aber ohnehin stark belastet und ich habe mit einigen Menschen gesprochen, die alle das gleiche sagen: Es ist nicht auszuhalten. Den Unterschied zwischen deutscher Luft und polnischer Luft spürst du schon kurz nach dem Grenzübertritt. Du kannst in Polen quasi den Feinstaub sehen. Und das ist nur eines von vielen Ländern, das nicht ansatzweise den Standard hat, den wir aus Deutschland kennen.
      Die Kreuzfahrtschiffe blasen Dreck in die Luft, das ist gar keine Frage. Aber die 350-400 Kreuzfahrtschiffe weltweit sind sicherlich nicht das größte Umweltproblem auf diesem Planeten. Zudem die Reedereien ja auch mittlerweile an Verbesserungen arbeiten. Dass das nicht von heute auf morgen geht, dürfte klar sein. Die Umstellung im privaten Bereich (Pkw ohne Kat -> Pkw mit Kat) lief in den 80ern ja auch nicht von jetzt auf gleich.

      Ein weiterer aktueller Irrsinn, dieses Mal aus meiner Heimatstadt hier in Essen ist die aktuell und jährlich stattfindende Motor Show. Dabei handelt es sich um die größte Tuningmesse Europas. 365.000 Besucher kamen im letzten Jahr und verstopften mit ihren Autos die Straßen und Autobahnen der Stadt, um eine Messe zum völlig sinnfreien Kfz-Tuning zu besuchen. Ich erinnere nochmal daran: Es ist dieselbe Stadt, in der man im nächsten Jahr nicht mehr mit einem Diesel oder einem älteren Benziner fahren darf. Und genau hier wird Motortuning angepriesen.

      Ich sag's mal so:
      Solange
      • Menschen unsinnigerweise im Kreis fahren (Formel 1, DTM, Motocross, 24-Stunden-Rennen etc.)
      • und dafür auch noch jede Woche einen globalen Anreiseweg pro Team in Kauf nehmen,
      • befreundete Regierungschefs nicht gemeinsam zu einem G20-Treffen fliegen,
      • Privatpersonen auf dem Nürburgring ihre Runden drehen (Tipp: Youtube, Stichwort Touristikfahrten Nürburgring)
      • und dabei ihre funktionierenden Autos schrotten, sodass sie ein neues kaufen müssen (Tipp: Youtube, Stichwort Touristikfahrten Nürburgring Crashs)
      • fußfaule Menschen ihr Auto zum Brötchenholen benutzen,
      • Motorradfahrer zum bloßen Zeitvertreib durch Täler und auf Alpenpässe cruisen,
      • bei zukünftigen Fußballweltmeisterschaften ganze Stadien klimatisiert werden,
      • Menschen im Kollektiv am Ende des Jahres die frische Luft wegböllern,
      • unnötige kilometerlange Fahrten für eine einzelne Zeitung gemacht werden,
      werde ich alle Jubeljahre ein Schiff dafür benutzen, um neue Länder kennen zu lernen und zu erreichen, zu denen ich sonst schwimmen müsste.

      Und um nochmal hierauf zurückzukommen:

      Globus schrieb:

      Michael Moll schrieb:

      Ich habe seit 1994 kein Flugzeug mehr von innen gesehen. Das sind bald 25 Jahre und es wäre interessant zu wissen, wie wohl meine Ökobilanz aussehen würde, wenn ich jedes Jahr eine Flugreise gemacht hätte. Besonders in den letzten ca. 10-15 Jahren wäre das aber nicht nur bei einer Flugreise geblieben. Ich bin ja nicht blöd und sehe ja, wie ich mich durch mein Nicht-Fliegen selber ausbremse. Würde ich fliegen, wäre ich schon längst in Australien gewesen, ich hätte sicherlich auch Südamerika wieder einen Besuch abgestattet und Länder wie Namibia stehen bei mir auch hoch im Kurs. Und für das kommende Silvester hätte ich richtig Lust und Zeit, es in New York zu verbringen. Viele, viele tausende Flugkilometer habe ich in den letzten Jahren eingespart.
      Nun ja, aber die Flugzeuge sind deswegen trotzdem geflogen ;) Wir verzichten auf Autofahrten und fahren vorzugsweise öffentlich. Das ist eine echte Einsparung.
      Ich finde es eigentlich schade, dass du das meinen Verzicht so lapidar abtust. Von Umweltschützern wird immer gefordert, man solle verzichten. Verzichtet man nun (aus welchen Gründen auch immer), dann heißt es also, die Dinger wären sowieso geflogen. Das heiße ich so in der Form nicht gut.
    • Huch, dabei habe ich nur einen 6-Zeiler zum Thema "Kreuzfahrtschiffe und die Umwelt" verfasst ;)
      Aber ich habe den Beitrag vollständig gelesen und stimme auch etlichen Punkten zu.
      Diesbezügliche Antworten folgen ...
      Bin heute 4 Stunden mit der Bahn grenzüberschreitend unterwegs, wobei der CO²-Verbrauch pro Stunde unbekannt ist.
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    • Neu

      Michael Moll schrieb:

      Solange

      ...

      werde ich alle Jubeljahre ein Schiff dafür benutzen, um neue Länder kennen zu lernen und zu erreichen, zu denen ich sonst schwimmen müsste.
      Bei meiner Aufzählung habe ich übrigens noch etwas vergessen, was ganz passend ist, weil da auch Schiffe mit involviert sind:

      "Solange solche Manöver wie Trident Juncture 2018 und Wostok 2018 stattfinden..."

      Nicht nur, dass dieser Mist besorgniserregend ist, auch die Zahlen sind einfach nur immens:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Trident_Juncture_2018 schrieb:

      150 Luftfahrzeuge, 70 Wasserfahrzeuge und 10.000 Bodenfahrzeuge [...]
      Parallel dazu fand das Seemanöver „Northern Coasts 2018“ in der Ostsee vor Finnland statt, an dem mehr als 40 Schiffe und Boote ...

      https://de.wikipedia.org/wiki/Wostok-2018 schrieb:

      mehr als 1000 Luftfahrzeugen, bis zu 36.000 Fahrzeugen (Panzern, gepanzerten Fahrzeugen und sonstigen Fahrzeugen) sowie bis zu 80 Schiffen geplant. Unabhängige Beobachter hielten diese Zahlen für übertrieben
      Der CO2-Ausstoß ist bei diesen "Spielchen" wahrscheinlich das geringste Problem, aber interessant wäre der sicherlich auch mal.
    • Neu

      Michael Moll schrieb:

      Da wir ja jetzt hier über eine Transatlantikreise reden, beziehe ich das jetzt mal ein wenig auf mich. Zunächst will ich dann aber mal festhalten, dass wir dann nicht von Kreuzfahrt (Cruise) reden, sondern von einer Überfahrt (Crossing). Diesen Unterschied will ich ein wenig hervorheben, weil der einzige Transatlantikliner (Queen Mary 2) sich baulich von einem klassischen Kreuzfahrtschiff unterscheidet und extra für diese Überfahrten gebaut wurde. Es wird an Bord auch nicht verschwiegen, dass es sich eigentlich um eine Fähre handelt. Zwar ohne Fahrzeuge an Bord, aber eben ein Schiff, das überwiegend im Pendelverkehr unterwegs ist. Und daher sehe ich das als reines Transportmittel, so wie du ja auch klar stellst, hin und wieder mit einer Fähre unterwegs zu sein. Im umgekehrten Fall sehe ich persönlich übrigens auch eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn nicht als Erlebnis, sondern als Transportmittel, das mich nach Asien befördert.
      Stimmt und daher sind die von mir genannten Werte auch andere, weil ich von einer Kreuzfahrtschiffreise ausgegangen bin, also die schwimmenden Plattenbauten mit einem Energiebedarf einer Kleinstadt um Shopping Malls, Theater, Kinos, Casinos, Restaurants, Galadinner, Ballsäle, Fitness Center, Schwimmbäder, ... betreiben zu können. Habe den Reisebericht "Mit der Queen Mary nach New York" erst mal kurz überflogen, aber ist sicher eine interessante Alternative. Mein einziges Problem wäre der DRESS-CODE, denn ich bin gerne salopp unterwegs :)
      Sicherlich ist auch die Transsib ein Verkehrsmittel um von A nach B zu kommen und steht auch noch auf meiner To-Do-Liste.
      Glaube aber trotzdem, dass diese Reise auch ein interessantes Erlebnis ist.
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      Michael Moll schrieb:

      Ich weiß nicht, wo du jetzt diese Zahl her hast. Aber wenn ich deinem obigen Link folge, dann komme ich auf 1.644 kg pro Person für eine Atlantiküberquerung. Sollten deine 1.300 kg für den Flug jedoch richtig sein, dann ist der Unterschied zwischen diesen beiden Transportmitteln nicht ansatzweise so hoch wie angegeben.
      Und was bei deiner Gegenüberstellung fehlt, ist der Faktor Zeit. Wenn wir von acht Stunden Flugzeit ausgehen und von einer sechstägigen Überfahrt mit dem Schiff, dann sollten wir fairnesshalber auch den Verbrauch pro Stunde ins Spiel bringen:

      Flugdauer: 8 Stunden (1.300 kg / 8 h = 162,5 kg pro Stunde)
      Schiffsreise: 144 Stunden (1.644 kg / 144 h = 11,4 kg pro Stunde)
      Und in der Schiffsreise ist eben nicht nur der reine Transport enthalten, sondern auch das Leben inkl. Verpflegung.
      Wie schon erwähnt bin ich von einer Kreuzfahrtschiffreise "Hamburg-New York" ausgegangen und diesbezügliche Daten (Tage gesamt, Tage auf See, ...) habe ich einem Reisekatalog entnommen. Beim direkten Flug mit Austrian Wien-New York sind es übrigens 1.222 kg.
      Den Faktor bzw das Argument "Zeit" halte ich für wenig überzeugend. Die Flugzeit von Wien nach New York beträgt übrigens 10 Stunden und von Hamburg sind es auch mehr als 8 Stunden, wobei es nur eine begrenzte Anzahl direkter Flüge ab Hamburg gibt.
      Und nun müsste ich auch weit ausholen um die genannten Kg pro Stunde zu relativieren. So kommt bei der Schifffahrt auch noch die Anreise zum Hafen dazu (ab Wien Flug oder zusätzlich 2 Tage Reise) und natürlich der Transportaufwand für Anlieferung und Bereitstellung der Verpflegung. Weiters werden die Kreuzfahrten immer Schiff/Flug angeboten, weil sonst für viele Reisende der Urlaub nicht reichen würde.

      Und die angenommenen Werte beim Schiff waren die einfachste Kategorie, die im Flugzeug "Economy" entspricht.
      Bei anderen Kategorien steigen die Werte erheblich und wie ist das Verhältnis der Kabinen Kategorien der Kreuzfahrtschiffe?
      Beim Flug mit Austrian nach New York sind von 167 Sitzen (nicht Kabinen ;) ) 112 Economy Sitze mit 76 cm Abstand.
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      Michael Moll schrieb:

      Was ich damit sagen will, ist, dass man im Vergleich zum Schiff nach dem Flug noch weitere 5 Tage und 16 Stunden Emissionen produziert. Während also Person A sechs Tage auf dem Schiff hockt und nicht mehr als diese 1.644 kg CO² produziert, verursacht Person B nach dem Flug im gleichen Zeitraum weitere Emissionen. Innerhalb New Yorks, um mal bei dem Beispiel zu bleiben, wird das jetzt als Tourist nicht so dramatisch viel sein. Trotzdem muss auch hier etwas addiert werden. Aber nach drei Tagen Aufenthalt in der Stadt reist der Flugpassagier weiter. Eventuell mit dem Mietwagen, weil Züge und Busse in den USA jetzt nicht so der Brüller sind. Möglicherweise aber auch mit dem nächsten Flieger. Ein Inlandsflug nach Miami zum Beispiel und zwar am fünften Tag der gesamten Reise. Da sitzt der Schiffspassagier also immer noch an Deck und produziert seine 11,4 kg pro Stunde, während der Flugpassagier möglicherweise bereits zu seinem zweiten Flug aufgebrochen ist. Da stellt sich also dann die Frage: Was ist jetzt besser?
      Und der Schiffsreidende steigt in New York aus, noch schnell eine Stadtrundfahrt und ab geht's Richtung Airport zum Flug nach Hause.
      Also von New York kann man wunderbar Abstecher per Bahn machen! zB Niagara Fälle, Boston, ...
      Und ob der Schiffsreisende mit zunehmender Reisedauer nicht zusätzlich Emissionen produziert, weil er nicht an Deck sitzt sondern sich zunehmend dem energiereichen Entertainment widmet?
      Wobei der Anteil CO² gar nicht das Hauptproblem ist, sondern die weiteren Schadstoffe wie beispielsweise Schwefeldioxyd und Feinstaub, die alle anderen Verkehrsmittel (und auch Autos) bei weiten übertreffen!
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      Michael Moll schrieb:

      Ich war in den letzten paar Tagen in Polen unterwegs. Heute morgen habe ich Krakau verlassen und bin jetzt wieder zuhause. Ich bin heute morgen extra etwas früher losgefahren, weil ich auf der Autobahn zwischen Krakau und Katowice den Stau vermeiden wollte. Welchen Stau gibt es dort aktuell? Den zusätzlichen Stau der Delegierten, die an der UN-Klimakonferenz in Katowice teilnehmen. Ich beschreibe mal den Irrsinn: Da sind also Menschen, die an dieser Konferenz zur Umwelt teilnehmen, aber lieber im 80 km entfernten Krakau übernachten. Klar, das Abendprogramm ist in Krakau natürlich interessanter als in Katowice.
      Allerdings kriegst du in Krakau mittlerweile ohnehin schon keine Luft mehr. Nächster Irrsinn, gestern Abend an der Weichsel beobachtet: Da stehen an einer viel befahrenen Kreuzung aus Gründen der Sicherheit wegen der Klimakonferenz Polizeifahrzeuge. Es ist kalt und die Polizisten, die dort ihren Dienst tun müssen, lassen hin und wieder den Motor laufen. Wenn sie sich nicht im Auto aufwärmen, sondern draußen vor den Fahrzeugen stehen, tragen sie Smog-Masken, weil der Gestank an der Kreuzung nicht auszuhalten ist. Und gleichzeitig steht in 20 Metern Entfernung ein Mitarbeiter der Straßenreinigung und pustet mit einem benzinbetriebenen Laubpuster das Laub zusammen. Das alles ergab irgendwie ein sehr schiefes Bild.
      Unabhängig davon ist Krakau aber ohnehin stark belastet und ich habe mit einigen Menschen gesprochen, die alle das gleiche sagen: Es ist nicht auszuhalten. Den Unterschied zwischen deutscher Luft und polnischer Luft spürst du schon kurz nach dem Grenzübertritt. Du kannst in Polen quasi den Feinstaub sehen. Und das ist nur eines von vielen Ländern, das nicht ansatzweise den Standard hat, den wir aus Deutschland kennen.
      Die österreichische Delegation inklusive Bundespräsident ist übrigens mit der Bahn angereist.
      Schon klar, dass es Stau gibt, wenn irgendwo eine internationale Großveranstaltung stattfindet. Egal ob in Katowice oder in Berlin.
      Aber trotzdem ein gut gewählter Tagungsort, weil die Probleme vor Ort sichtbar sind. Die Region Katowice/Gliwice ist durch Bergbau und Schwerindustrie sicher belastet. Nun, die Leute fahren auch deshalb die 80 km mit Bussen auf der Autobahn nach Krakau, weil Katowice gar nicht die Kapazität für so viele Teilnehmer hätte. Also ich kenne Krakau auch und war 2 mal je 4 Tage im Mai in der Stadt. Natürlich mit der Bahn angereist. ^^ Und im Mai ist es wunderbar in Krakau. Vom "Grünen Hügel" gibt es eine klare Fernsicht auf das Tatra-Gebirge, die Stadt und die Umgebung. Aber im November gibt es auch dort Inversionswetterlagen, die schlechte Luft verbreiten. Wobei es in Krakau schon lange keine Schwerindustrie mehr gibt und die Kohleheizungen in den Häusern auch stetig abnimmt. Dazu ein umweltfreundliches und gut ausgebautes Öffi-Netz mit Straßenbahnen. Der Gründe Gürtel innerhalb des Stadtzentrums, usw. Ich habe jedenfalls bei meinen vier Reisen durch Polen nichts von der schlechten Luft in Polen vernommen. Wobei wir mit der Bahn und viel zu Fuß unterwegs sind.
      Der Weg ist das Ziel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Globus ()

    • Neu

      Michael Moll schrieb:

      Ein weiterer aktueller Irrsinn, dieses Mal aus meiner Heimatstadt hier in Essen ist die aktuell und jährlich stattfindende Motor Show. Dabei handelt es sich um die größte Tuningmesse Europas. 365.000 Besucher kamen im letzten Jahr und verstopften mit ihren Autos die Straßen und Autobahnen der Stadt, um eine Messe zum völlig sinnfreien Kfz-Tuning zu besuchen. Ich erinnere nochmal daran: Es ist dieselbe Stadt, in der man im nächsten Jahr nicht mehr mit einem Diesel oder einem älteren Benziner fahren darf. Und genau hier wird Motortuning angepriesen.

      Ich sag's mal so: Solange ...
      D'accord und es gibt noch viele, viele andere Dinge, die wesentlich problematischer sind als der Öko Footprint meiner Reisen.
      Wie schon erwähnt kompensieren wir, indem wir schon seit vielen Jahren auf Autos und Individualverkehr verzichten.
      Wirt sind mit Öffis unterwegs und erledigen auch vieles zu Fuß oder Rad. Und selbstverständlich sind wir auch zum Airport mit der Bahn unterwegs. Da können wir uns dann auch erlauben, dass wir gelegentlich im Urlaub ein Auto mieten :)
      Und ja, wie schon erwähnt, Flugzeug, Zug, Bus oder Fähre würden auch ohne uns unterwegs sein. Aber wir versuchen trotzdem immer das kleinere Übel zu buchen.
      Der Weg ist das Ziel
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      Um wieder zum Thema "Kreuzfahrtschiffe und die Umweltbelastung" zurückzukommen ...

      Und hoffentlich werden künftig diese Vorfälle vermehrt mit hohen Strafen geahndet werden ...
      spiegel.de/wirtschaft/unterneh…verurteilt-a-1240465.html

      Leider gibt es für Kreuzfahrtschiffe noch keine Verpflichtungen! Auch nicht in den Häfen, die vorhandenen Landstromanschlüsse, zu nützen.
      Der eigene Schweröl Generator ist billiger. Gilt auch für die Flussschifffahrt! Auch in Wien sind Landstromanschlüsse vorhanden, werden aber kaum genützt.

      Bleibt die Hoffnung, dass auch Kreuzfahrtschiffe künftig umweltschonender unterwegs sein werden bzw müssen.
      Positives Beispiel sicherlich die Hurtigruten
      cruisetricks.de/hurtigruten-ko…as-als-schiffstreibstoff/
      cruisetricks.de/details-zum-hy…er-hurtigruten-neubauten/

      Aber auch im Flugverkehr wird weiter optimiert und über Verbesserungen nachgedacht.
      So das Thema "Luftstraßen und die Umwege"
      nachrichten-aktuell.eu/artikel…-fur-luftstrassen/1933396

      Und dann kann man nur noch hoffen, dass der vorläufige Stopp der Rodung des Hambacher Forsts zwecks Kohleabbau noch verbindlich wird ... "ich habe fertig ^^ "
      Der Weg ist das Ziel
    • Neu

      Grundsätzlich frage ich mich bei dem Vergleich Kreuzfahrtschiff vs. Flugzeug halt immer, ob man da auch berücksichtigt, wie viele Schiffe sind im Zeitraum X unterwegs, mit wie vielen Passagieren, und dem gegenüber im gleichen (!) Zeitraum wie viele Flugzeuge? Ich bin kein Mathematiker, aber mir schwant, dass es nicht immer ganz so einfach ist, wie man es sich gern machen würde. Normalerweise braucht ein Schiff etwa 6 Tage über den Atlantik. Die durchschnittliche Passagierzahl kann man sicher irgendwo bei 1500 Personen pro Schiff annehmen. Wie viele Schiffe fahren über den Atlantik? Diese Transreisen finden ja hauptsächlich im Frühling und im Herbst statt, Cunard mal ausgenommen. Trotzdem würde ich sagen, dass pro Woche keineswegs mehr als 10 Schiffe unterwegs sind, in den besagten Monaten. Bleiben wir bei den 10 Schiffen pro Woche, mal 1500 Passagiere, macht 15.000 Menschen, die in einer Woche übern großen Teich fahren.
      Weiß jemand, wie viele Transatlantikflüge es pro Woche gibt? Pro Tag? Wie viele Passagiere sind an Bord?

      Eine kleine Krümelkackerei noch am Rande für Globus: Du sprichst weiter ob bei den Kreuzfahrtschiffen über ".. Shopping Malls, Theater, Kinos, Casinos, Restaurants, Galadinner, Ballsäle, Fitness Center, Schwimmbäder".
      Das Theater auf einem Schiff ist immer gleichzeitig auch das Kino. Ballsäle, also nochmal extra Räumlichkeiten kenne ich wirklich von keinem einzigen Schiff. Ich vermute mal, hier hat dich deine Vorstellungskraft bzw. das Klischee aus Film und Fernsehen in die Irre geleitet. Inwiefern sich jetzt ein Galadinner, das ja ebenfalls in den vorhandenen Restaurants stattfindet, auswirken soll, verstehe ich nicht. Ebenso wenig das Fitnesscenter.

      Insgesamt finde ich, dass es beim Thema Umweltschutz, wie so oft im Leben, immer zu schnell darum geht, einen - den EINEN Schuldigen zu finden, auf den man alles schieben kann. Ich glaube aber fest daran, wenn jeder einfach mal vor seiner eigenen Haustür anfangen würde, dann wären wir schon viel weiter. Wir verzichten z.B. auf Adventskalender. Das ist der überflüssigste Müll, den es gibt. Ich kaufe mir Kleidung nur noch dann, wenn ich tatsächlich den Eindruck habe, dass ich das Teil brauche. 20 Pullover oder Blusen braucht kein Mensch. Ich vermeide Einwegbecher für Kaffee und Tee, Plastiktüten sowieso. Kaffeekapseln? Müll! Und diese Liste kann ich beliebig verlängern. Versteht mich bitte nicht falsch. Natürlich wäre es toll, wenn wir ab kommenden Jahr in jedem Hafen Landstrom hätten für die Schiffe. Das kann ich aber nicht beeinflussen. Aber mein ganz persönliches Verhalten, das kann ich jederzeit beeinflussen.

      VG, Dorit
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      Insgesamt hat der Urlauber wieder die Wahl zwischen gut 20 Restaurants und Bistros
      Pflanzen und Vogelgezwitscher aus Lautsprechern ist eine von sieben öffentlichen Erlebniswelten.
      Dazu sollen Surfsimulator, Eislaufbahn, Zipline, Kletterwände und Showbühnen für Zerstreuung und Entertainment sorgen.
      Hauptsächlich mit Schweröl unterwegs

      Nur einige Nebensächlichkeiten ...
      spiegel.de/reise/aktuell/symph…f-der-welt-a-1200963.html
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      Globus schrieb:

      Mein einziges Problem wäre der DRESS-CODE, denn ich bin gerne salopp unterwegs
      Btw: Den gibt es nur ab 18 Uhr in den unteren Decks, wo diniert wird. Woanders kannst du auch lockerer speisen, nur eben nicht in Leggings und Flipflops. Zum Glück, denn wenn ich so etwas sehen möchte, kann ich auch hier in der Stadt durch die Fußgängerzone tingeln.

      Globus schrieb:

      Sicherlich ist auch die Transsib ein Verkehrsmittel um von A nach B zu kommen und steht auch noch auf meiner To-Do-Liste.
      Glaube aber trotzdem, dass diese Reise auch ein interessantes Erlebnis ist.
      Ist es natürlich auch, aber wie gesagt, für mich ist das Mittel zum Zweck. Und auch hier ist es ja eigentlich eher so, dass Personen, die mit der Transsib in eine Richtung fahren, mit dem Flugzeug wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren. Aber immerhin, ein Flug gespart.

      Globus schrieb:

      So kommt bei der Schifffahrt auch noch die Anreise zum Hafen dazu (ab Wien Flug oder zusätzlich 2 Tage Reise)
      Kommt ganz darauf an. Wenn ich mit dem Auto nach Hamburg fahre, bin ich vier Stunden unterwegs. Zum Frankfurter Flughafen gute drei Stunden. Finde ich zu vernachlässigen. Bei meiner Schiffsreise nach Island reiste ich mit dem Zug nach Rotterdam und zurück. Und bei der Rückkehr aus USA bin ich ebenfalls mit dem Zug von Southampton nach Hause gefahren. Die Dauer betrug rund ein Tag. Meine nächste Atlantiküberquerung wird ebenfalls eine Anreise mit dem Zug nach Southampton beinhalten.

      Globus schrieb:

      natürlich der Transportaufwand für Anlieferung und Bereitstellung der Verpflegung.
      Wir wissen gar nicht, ob das nicht schon mit einberechnet wurde.
      Außerdem werden wir damit jetzt vielleicht auch ein bisschen zu kleinlich. Denn kann können wir auch gleich damit weitermachen, jeden mitgeführten Schokoriegel aufzuwiegen. Wo soll das enden? Bei der Frage, wo der Kakao für den Schokoriegel herkommt?
      Catering gibt es auch für das Flugzeug. Und jetzt komm mir bitte nicht mit dem trockenen Brötchen, sondern beachte die Zeitregel von @Dorit: Wie viele "trockene Brötchen" müssen im 6-Tages-Zeitraum der Atlantiküberquerung angeliefert werden? Sechs Tage lang werden frische "trockene Brötchen" angeliefert. Jeden Tag. Und natürlich die vielen anderen Dinge: Tankwagen, Crew, Passagiere und der gesamte Schnickschnack, der nebenbei noch in den gigantischen Terminals verbraucht und benötigt wird.

      Globus schrieb:

      Weiters werden die Kreuzfahrten immer Schiff/Flug angeboten, weil sonst für viele Reisende der Urlaub nicht reichen würde.
      Nö, nicht immer. Wir haben ja damals bewusst auf den angebotenen Flug verzichtet (und Geld gespart). Mittlerweile bietet Cunard die Transatlantikreisen immer ohne Flug an. Und woran liegt das? Weil die Klientel auf diesem Schiff eben nicht ex-und-hopp über den Teich fährt und sofort in den nächsten Flieger springt. Diese Leute haben die nötige Zeit und Muße, Stadt und Land in Ruhe zu erkunden. Ich spreche da aus erster Hand. Ich war dabei und hatte ja schon gesagt, dass ich mich mit so einigen Passagieren unterhalten hatte.
      Und natürlich: Es gilt nicht für Jeden. Aber für viele.

      Globus schrieb:

      Und der Schiffsreidende steigt in New York aus, noch schnell eine Stadtrundfahrt und ab geht's Richtung Airport zum Flug nach Hause.

      Genau das eben nicht. Da hast du eine völlig falsche Vorstellung. Bitte glaube mir das.


      Globus schrieb:

      Und ob der Schiffsreisende mit zunehmender Reisedauer nicht zusätzlich Emissionen produziert, weil er nicht an Deck sitzt sondern sich zunehmend dem energiereichen Entertainment widmet?
      Es spielt doch keine Rolle, was der Passagier an Bord treibt. Im berechneten Beispiel von 1.644 kg ist ja alles enthalten. Das ist ja das, was ich versucht habe zu erklären. Ganz salopp gesagt: Es ist eine 1.644 kg-All-Inklusive-Tour. Ob ich nun schwimmen gehe, ein Buch lese oder mir einen Film anschaue. Beim Flugpassagier kommt das alles nach dem Flug noch dazu.


      Globus schrieb:

      Bei anderen Kategorien steigen die Werte erheblich und wie ist das Verhältnis der Kabinen Kategorien der Kreuzfahrtschiffe?
      Überschätz die Kabinengröße nicht. Ich war am Montag im Ibis-Hotel in Krakau. Standardkategorie, kennen wir alle, und dennoch war das Hotelzimmer größer als meine Innenkabine auf der QM2. Außenkabinen sind natürlich größer, entsprechen in etwa dem Hotelzimmer plus maximal ein weiterer Quadratmeter. Liegend schlafen und sich irgendwo aufhalten möchte man ja schon irgendwo dürfen, oder? Es ist ja immer noch eine 6-Tagesreise und kein 8-10-Stundenflug.
      Und natürlich gibt es Suiten. Aber gar nicht so viele, wie man vielleicht denkt. Denn die werden von Menschen genutzt, zu denen man im allgemeinen Leben keinen Kontakt hat. Das sind sowieso Leute, die auf allen Kontinenten gleichzeitig ihr Häuschen beheizen.

      Globus schrieb:

      Beim Flug mit Austrian nach New York sind von 167 Sitzen
      Das ist doch auch mal eine interessante Angabe. Damit kenne ich mich ja nicht aus. Das bedeutet also, man benötigt 15 Flüge bei Vollauslastung, um die gleiche Anzahl an Passagieren über den Teich zu bringen. Sollte man auch nicht außer acht lassen.


      Globus schrieb:

      Wobei der Anteil CO² gar nicht das Hauptproblem ist, sondern die weiteren Schadstoffe wie beispielsweise Schwefeldioxyd und Feinstaub, die alle anderen Verkehrsmittel (und auch Autos) bei weiten übertreffen!
      Keine Frage, Schiffe pusten Dreck aus. Aber wie schon mehrfach angemerkt: Die Reedereien arbeiten dran. Und na ja, beim Feinstaub kann man sagen, dass dieser überwiegend auf dem Ozean entsteht und spätestens beim nächsten Regen gebunden wird. Allerdings könntest du mir natürlich jetzt erklären, dass dieser Feinstaub dann im Meerwasser vor sich hindümpelt. Ich weiß allerdings nicht, ob er dort neben dem Feinstaub von diversen Vulkanausbrüchen auffällt.

      Globus schrieb:

      weil Katowice gar nicht die Kapazität für so viele Teilnehmer hätte
      Schon klar, aber ganz sicher nicht der einzige Grund.

      Globus schrieb:

      Also ich kenne Krakau auch und war 2 mal je 4 Tage im Mai in der Stadt.
      Ich habe lange Zeit in Krakau verbracht. Man könnte fast schon sagen, ich habe dort eine Zeit gelebt. Meine Frau lebte dort und ich war oftmals für mehrere Monate in der Stadt, abseits des Tourismus im normalen polnischen Alltagsleben.


      Globus schrieb:

      Ich habe jedenfalls bei meinen vier Reisen durch Polen nichts von der schlechten Luft in Polen vernommen.
      Dann empfehle ich den Zeitraum zwischen Oktober und Februar, wenn geheizt wird. Eine Person, mit der ich mich am vergangenen Montag getroffen hatte, zeigte mir ihre Smog-Maske. Den Filter darin muss sie alle 60 Stunden wechseln.


      Globus schrieb:

      gut ausgebautes Öffi-Netz mit Straßenbahnen.
      Nun ja, zum einen ist Lärmbelästigung (und die Krakauer Straßenbahnen sind definitiv sehr laut) auch eine Umweltbelastung und zum anderen sind manche dieser Einrichtungen recht marode. Kein Tag ohne entgleiste Straßenbahn. Ich durfte am Dienstag auch wieder eine sehen.
      Aber in der Tat gibt es mittlerweile einige Elektrobusse.


      Globus schrieb:

      Da können wir uns dann auch erlauben, dass wir gelegentlich im Urlaub ein Auto mieten
      Und siehst du? Du erlaubst dir einen Mietwagen, weil du an anderer Stelle verzichtet hast. Das sehe ich beim Thema Flug/Schiff in meinem Fall ganz genauso. Ich gönne mir einfach mal eine Schiffsreise alle paar Jahre, weil ich seit einem Vierteljahrhundert nicht geflogen bin und auch in anderen Dingen, von denen ich hier gar nicht mehr sprechen mag, überdurchschnittlich umweltbewusst lebe.


      Globus schrieb:

      Bleibt die Hoffnung, dass auch Kreuzfahrtschiffe künftig umweltschonender unterwegs sein werden bzw müssen.
      Positives Beispiel sicherlich die Hurtigruten
      Aidanova


      Dorit schrieb:

      Ballsäle, also nochmal extra Räumlichkeiten kenne ich wirklich von keinem einzigen Schiff.
      Jein, hier muss ich ein wenig widersprechen. Bei Cunard heißen die "Queens Room". Sieht man das aber ganz realistisch, dann handelt es sich um Multifunktionssäle. Abends der Ball oder der Kapitänsempfang, tagsüber Vorträge, Tanzstunden, Teestunde und diverses mehr.


      Dorit schrieb:

      Insgesamt finde ich, dass es beim Thema Umweltschutz, wie so oft im Leben, immer zu schnell darum geht, einen - den EINEN Schuldigen zu finden, auf den man alles schieben kann. Ich glaube aber fest daran, wenn jeder einfach mal vor seiner eigenen Haustür anfangen würde, dann wären wir schon viel weiter. Wir verzichten z.B. auf Adventskalender. Das ist der überflüssigste Müll, den es gibt. Ich kaufe mir Kleidung nur noch dann, wenn ich tatsächlich den Eindruck habe, dass ich das Teil brauche. 20 Pullover oder Blusen braucht kein Mensch. Ich vermeide Einwegbecher für Kaffee und Tee, Plastiktüten sowieso. Kaffeekapseln? Müll! Und diese Liste kann ich beliebig verlängern. Versteht mich bitte nicht falsch. Natürlich wäre es toll, wenn wir ab kommenden Jahr in jedem Hafen Landstrom hätten für die Schiffe. Das kann ich aber nicht beeinflussen. Aber mein ganz persönliches Verhalten, das kann ich jederzeit beeinflussen.
      Volle Zustimmung, meine Worte.

      Globus schrieb:

      Insgesamt hat der Urlauber wieder die Wahl zwischen gut 20 Restaurants und Bistros
      Hast du in einem durchschnittlichen Einkaufszentrum vor der Stadt aber auch. Und? Kostet auch Energie.

      Globus schrieb:

      Pflanzen und Vogelgezwitscher aus Lautsprechern ist eine von sieben öffentlichen Erlebniswelten.
      Ob da nun Musik aus einem Lautsprecher läuft oder Vogelgezwitscher, das hat doch jetzt überhaupt nichts mit dem Thema CO2 zu tun. Vielmehr lese ich hieraus nun endgültig deine Antipathie gegenüber Kreuzfahrtschiffen. Hier scheinst du jetzt einfach Argumente gegen die "bösen" Schiffe zu suchen, nur weil es dich stört.

      Globus schrieb:

      Surfsimulator
      Gibt es sicherlich auch in irgendwelchen Funbädern.

      Globus schrieb:

      Eislaufbahn
      Gibt es bei uns in der Stadt gleich zwei, jedes Jahr von Januar bis Ende Februar. Openair, bei 15 Grad plus.

      Globus schrieb:

      Zipline, Kletterwände
      Und? Energieaufwand?

      Globus schrieb:

      Showbühnen
      Gibt es in Wien doch sicherlich auch, oder? Zumindest bei uns hier in Essen fallen mir ganz viele ein. Brauchen alle immensen Strom. Auf dem Schiff werden diese Räumlichkeiten, wie @Dorit schon schrieb, zumindest auch anders genutzt, wenn gerade keine Show stattfindet.
      Einer Reederei ist es auch sehr daran gelegen, Energie (=Geld) zu sparen. Daher wird eine Showbühne nicht einfach nur für ein einmalige Nutzung über den Ozean geschippert.

      Globus schrieb:

      für Zerstreuung und Entertainment sorgen
      Gottseidank hat man das auch erfunden. Ich steige zumindest für heute hier aus und schmeiße meinen 55-Zöller an, um mir einen Film bei Netflix anzusehen. Mit Ökostrom betrieben...
    • Neu

      Nun ja, wenn es dir wichtig ist, die von mir im letzten Beitrag zitierten Aktivitäten einzeln aufzudröseln und zu kommentieren, aber klarerweise kein Kommentar zum Punkt Schweröl, obwohl diese schwimmende Plattenbausiedlung erst kürzlich in Betrieb genommen wurde, dann erübrigt sich eine weitere Diskussion. ;)

      Ich habe diese Aktivitäten deshalb aus dem Artikel kopiert um klarzustellen, dass ua die "Ballsäle" nicht meiner Phantasie und Filmen entspringen, sondern der Realität entsprechen.

      Aber langsam wachen einige Regionen auf, um den organisierten Wahnsinn einzubremsen.
      So wie ab 2019 auch in Dubrovnik nur noch 2 statt 7 Schiffe anlanden dürfen.
      Im Interesse der dort lebenden Bevölkerung, die u.a. massiv vom Feinstaub der Schiffe belastet wird.
      nrz.de/reise/dubrovnik-zieht-n…zfahrten-id215509579.html
      Der Weg ist das Ziel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Globus ()

    • Neu

      Globus schrieb:

      aber klarerweise kein Kommentar zum Punkt Schweröl
      Ich habe durch deine Beiträge in diesem und auch in anderen Threads ja mittlerweile verstanden, dass Verzicht eine Herzensangelegenheit für dich ist. Aber bitte verzichte nicht darauf, meine Beiträge gründlich zu lesen. Ich zitiere mich aber gerne nochmal

      Michael Moll schrieb:

      die Reedereien arbeiten ja daran und da scheint ja was in Bewegung zu sein.

      Michael Moll schrieb:

      Tenor: Ja, umweltschädlich aber das sind eben andere Dinge auch.

      Michael Moll schrieb:

      Keine Frage, Schiffe pusten Dreck aus.
      Und hättest du auf den Link bei Aidanova geklickt, dann hättest du folgendes lesen können:

      Wikipedia schrieb:

      Das Schiff ist das erste Kreuzfahrtschiff, das vollständig mit flüssigem Erdgas (LNG) betrieben werden kann.
      Die Thematik und Problematik ist mir daher durchaus bekannt. Aber ich sehe eben auch, dass etwas getan wird. Und wie ich schon schrieb, sollte dir klar sein, dass das nicht immer von heute auf morgen gehen kann. Vielleicht können die Landstromanschlüsse in Wien teilweise von den Schiffen gar nicht genutzt werden, weil die Schiffe nicht umgerüstet werden können bzw. eine Umrüstung unverhältnismäßig wäre. Ich kann mich mit meinem Pkw auch gerne auf einen Stromparkplatz stellen. Ich kann auch gerne das Ladekabel in die Hand nehmen und damit ums Auto rennen. Aber es wird ergebnislos sein. Und ich werde mein derzeit voll funktionsfähiges Fahrzeug nicht mit einem Elektroauto tauschen. Doch bei der nächsten Neuanschaffung ist diese Technologie mit in meiner Kaufüberlegung enthalten. So wie wir uns derzeit im Bereich Pkw im Umbruch vom Verbrennungsmotor zum Elektromotor befinden, so sind eben auch Kreuzfahrtschiffe im Umbruch.

      Leider habe ich den Eindruck, dass du einfach nur auf das Thema Schiffe einschlagen willst. Dass ein Schiff naturgemäß länger unterwegs ist und die Leute an Bord in der Zeit vielleicht ganz gerne Bewegung und Unterhaltung genießen möchten, scheint dir nicht zu passen. Du bist hier derjenige, der auf keinerlei Argumente eingeht und auch keine Fragen beantwortet. Was hat also eine Kletterwand oder Vogelgezwitscher aus dem Lautsprecher mit dem CO2-Ausstoß zu tun? Auch beim Thema Ballsäle frage ich mich, warum du das mit ins Spiel bringst? Für mich riecht das eher nach einer Neiddebatte, weil du doch so viel Verzicht übst und dich in 76 cm lange Sitzmöglichkeiten quetschst. Da gibt es aber doch tatsächlich Menschen, die es sich bei einem mehrtägigen Transport ein wenig gut gehen lassen und das scheint dich zu stören. So mein Eindruck.

      Ein wenig scheinheilig finde ich übrigens dein "schlechtes Gewissen", weil du ja in der Vergangenheit mal Fähren benutzt hast:

      Globus schrieb:

      Heuer war es eine Überfahrt von Schottland nach Nordirland.
      Andere Überfahrten mit Fähren ... Tasmanien-Melbourne, Port Hardy-Prince Rupert (Inline Passage), Tallinn-Helsinki, Sansibar-Tansania,
      Prince Edward Island-Nova Scotia, New Brunswick-Nova Scotia, Neuseeland Nord-Südinsel und vor vielen Jahren mit den Hurtigruten (noch als Postschiff) vom Nordkap nach Trondheim.

      Und in Planung von Frederikshavn nach Göteborg und von Stockholm nach Turku.
      Viel größer sollte doch dein schlechtes Gewissen wegen der Anreise zu den jeweiligen Destinationen sein. Ich sehe hier also Flugreisen nach Kanada, Australien, Neuseeland und Ostafrika. Bist du von Ost-Kanada mit dem Zug nach Westkanada oder waren das zwei Flugreisen? Oder war das ein Inlandsflug? Und die Bilder in der Galerie zeigen, dass du auch mindestens einmal in Südamerika warst. Wie du nach Schottland gekommen bist und von Nordirland zurück, frage ich erst gar nicht. Allerdings gebe ich dir als Tipp mit, dass man von Kopenhagen auch wunderbar mit dem Zug über die Brücke nach Schweden gelangt. Auf die Fähre Frederikshavn-Göteborg könnte man also getrost verzichten. Und von Stockholm nach Turku gelangt man auch mit dem Bus. Muss man natürlich ein wenig Zeit mitbringen.

      Was aber viel auffälliger ist: Du bist mit Hurtigruten vom Nordkap nach Trondheim gereist. Meine erste Frage wäre, wie du zum Nordkap kamst und dann würde ich direkt mal anschließend fragen, wieso du Hurtigruten als Fähre bezeichnest? Um vom Nordkap nach Trondheim zu fahren, besteht nicht die Notwendigkeit, die gesamte norwegische Küste mit einem Schiff zu bereisen. Und auch wenn das schon länger her ist, wovon ich jetzt einfach mal ausgehe, so hätte man auch früher einen Großteil der Strecke über Land zurücklegen können.

      Bevor du also Kreuzfahrttouristen verteufelst und versuchst, Atlantiküberquerern ihre Reise madig zu machen, solltest du vielleicht auch dein Reiseverhalten überdenken und nicht immer nur deine Bahnfahrten in den Vordergrund stellen. Du jettest nämlich ganz schön um die Welt. Mit all meinen Argumenten "Flugzeug vs. Schiff", die DU übrigens beinahe komplett ignorierst, sieht dein ökologischer Fußabdruck bei Fernreisen ganz sicher nicht besser aus als meiner. Eher im Gegenteil.
    • Neu

      Hallo Globus,

      in Australien, Neuseeland oder in Tansania war ich noch nicht, weil ich nicht fliege (aus verschiedenen, auch gesundheitlichen Gründen), allerdings habe ich vor, dorthin irgendwann zu gelangen. Nur nicht mit dem Flugzeug – wie Du, nehme ich an – sondern mit einem Schiff. Ich würde diese Ecken gerne sehen und die einzige Möglichkeit für mich, sie zu besuchen, ist eben das Schiff. Ist das deiner Meinung nach eine Sünde gegen den Planeten?
      Auch ich versuche unseren schönen Planeten zu schützen und verzichte auf vieles bzw. treffe ich Maßnahmen, die meinen Fußabdruck auf der Erde geringer machen. Allerdings brauche ich das nicht so ausdrücklich zu betonen, weil es für mich selbstverständlich ist. Es nutzt nichts, sich zu überbieten, wer von uns mehr für den Planeten macht. Es ist sehr schön, dass vielen Menschen auf der Erde ihr Schicksal nicht gleichgültig ist.


      Schade, dass Du dir nur das rauspickst, worauf Du eine Antwort hast, aber andere Punkte lässt Du einfach liegen.

      Wie ich gelesen habe, warst Du schon vier Mal in Polen. Ich hoffe, es hat Dir gut gefallen. Ich freue mich auch, dass Du die Luftverschmutzung nicht wahrgenommen hast. Aber glaub mir, sie ist da. Vor allem natürlich in den großen Städten wie Krakau.
      Die Smogmasken gehören zum Alltag, auch Unternehmen spenden ihren Mitarbeitern solche Masken für den Weg zur Arbeit und zurück. Immer öfter wird der ÖPNV den Krakauern kostenlos zur Verfügung gestellt, weil der Smog einfach zu groß ist. Diese Verschmutzung macht sich vor allem im Herbst und Winter bemerkbar. Es gibt Tage, an denen alles grau ist. Und das ist kein Nebel. Krakau liegt in einer Synklinale, was die Luftzirkulation erschwert. Dazu kommt die Eigenschaft, dass es in Krakau sehr viele windfreie Tage gibt. Die Bebauung stoppt den Wind. Dann kommt noch das Heizen und Abgasen dazu. Das alles macht aus Krakau eine Stadt, in der man nicht atmen kann und in der man besser keine Kinder großziehen soll.
      Hier ein paar Daten aus den Messungen der letzten Jahre (Krakowski Alarm Smogowy, Zanieczyszczenie powietrza):
      durchschnittlich an 188 Tagen im Jahr wurde die zulässige Norm der Verschmutzung deutlich überschritten. Die schmutzige Luft, die man einatmet ist vergleichbar mit der Wirkung von 9 Zigaretten pro Tag.
      Die durchschnittliche Konzentration des giftigen Benzo(a)pyren beträgt in Krakau pro Jahr 10 ng/m³, die zulässige und nicht gesundheitsschädliche Menge laut WHO beträgt 1 ng/m³. Wien hat übrigens 0,6 ng/m³.
      Gruß T.
    • Neu

      Globus schrieb:

      Insgesamt hat der Urlauber wieder die Wahl zwischen gut 20 Restaurants und Bistros
      Pflanzen und Vogelgezwitscher aus Lautsprechern ist eine von sieben öffentlichen Erlebniswelten.
      Dazu sollen Surfsimulator, Eislaufbahn, Zipline, Kletterwände und Showbühnen für Zerstreuung und Entertainment sorgen.
      Hauptsächlich mit Schweröl unterwegs

      Nur einige Nebensächlichkeiten ...
      spiegel.de/reise/aktuell/symph…f-der-welt-a-1200963.html
      Auch bei dieser Aufzählung unterschlägst du ganz geschickt, dass diese Dinge nur auf ganz wenigen Schiffen vorhanden sind. Standard ist das auf keinen Fall. Ich vermute, ähnlich wie Michael, dass du einfach gern ein Feindbild hast und pflegst. So wie eine Bekannte von mir, die jedes Mal einer Ohnmacht nahe ist, weil sie sich vor solchen Menschenmassen, 5000 ! Passagiere ! einfach fürchtet. Dass 90% aller Schiffedeutlich weniger Menschen transportieren, zählt einfach nicht.
      Aber sei es wie es sei. Ich finde, das Thema Urlaub/Reisen sollte niemals zu ernsthaften Streitigkeiten führen. Keep cool, Globus, du wirst uns nicht davon abhalten.
    • Neu

      Und wieder wird sugeriert das LNG Umweltfreundlich ist, natürlich ist LNG Umweltfreundlicher wie Schweröl.
      Aber LNG ist Erdgas was verflüssigt wird, und ein drittel des geförderten Erdgases wird benötigt um es zu verflüssigen.
      Damit ist LNG aber nicht Umweltfreundlicher, die NOX ( Stickoxyde sind nicht das Hauptproblem sondern der CO²
      ( Kohlendioxyd) und der ist immer noch zu hoch bei Gas.
      (Erdgas verflüssigt sich bei ca. minus 160° C)
      Abholzung der Wälder, wir reden jetzt nicht vom Hambacher Forst, sonder von der Lungen unserer Erde unsere Urwälder,
      sind unsere Probleme.
      Die Stickoxyde sind unsere kleinsten Probleme, und die Stickoxyde sind auch mit älteren Dieselfahrzeugen in den Griff
      zu bekommen.
      Bei Schiffen sieht das anders aus da ist für jedes Schiff eine Einzelanfertigung nötig um das Abgas in den Griff zu bekommen,
      dadurch ist LNG das kleinere Übel.

      Gruß