Geografische Rechtschreibfehler

Lust auf eine nette und reiselustige Community? Dann melde dich doch ganz einfach, schnell und kostenlos an. Anschließend stehen dir alle Funktionen im Forum zur Verfügung.
  • Ich muss euch jetzt mal fragen. Und zwar gibt es ja Begriffe, die sieht man immer wieder (gleich) falsch geschrieben. Im geografischen Bereich könnte man manchmal sogar meinen, dass irgendwann eine Stadt oder Region umbenannt wird, weil sie ohnehin ständig falsch geschrieben wird. Kennt ja auch vermutlich jeder, dass in irgendwelchen Quizsendungen nach der Anzahl der s in Mississippi gefragt wird.


    Worauf ich anspiele ist aber die Stadt Mülheim an der Ruhr. Immer und immer wieder wird ein Mühlheim daraus. Ich musste sogar mal einen Lektor bei einem Verlag darauf aufmerksam machen, dass er bitte in meinen Texten dieses Wort nicht falsch ändern soll. Und auch gerade eben lese ich in der Tagesschau in einer Bildunterschrift etwas von Kölner Stadtteil Mühlheim - was ebenso falsch ist.


    Also stelle ich jetzt mal eine Frage in den Raum: Welche Ortsbezeichnungen oder geografischen Begriffe kennt ihr, die ständig falsch geschrieben werden?

  • Auch wenn die Frage schon ein paar Tage her ist:


    Ich komme immer ins Stolpern, wenn es um Orte mit der Endung -tal geht. Oder doch -thal? Neuwiedenthal (Hamburger Stadtteil). Breitachtal (Allgäu). Oberwiesenthal (Sachsen).


    Apropos Allgäu: Oberstdorf mit t, nicht Obersdorf. Kann ich mir auch schlecht merken.

    Blog: ombidombi.de


    Do not go gentle into that good night.

    Rage, rage against the dying of the light.

    (Dylan Thomas)

  • Mir ist in der Zeit, in der ich in der Schweiz gelebt habe, immer ein Punkt aufgefallen, den die meisten Nicht-Einheimischen regelmäßig falsch gemacht haben:
    Die Stadt Zürich kennt so ziemlich jeder, und daran ist auch nicht viel falsch zu schreiben. Die Einwohner von Zürich heißen aber nicht "Züricher" sondern Zürcher. Das muss man halt einfach wissen, wenn man über die Region etwas schreibt. Die Zürcher regen sich jedenfalls gern und durchaus heftig auf, wenn irgenein Fremder wieder mal ein i zuviel geschrieben hat.

  • Das muss man halt einfach wissen, wenn man über die Region etwas schreibt. Die Zürcher regen sich jedenfalls gern und durchaus heftig auf, wenn irgenein Fremder wieder mal ein i zuviel geschrieben hat.

    Sieh an. Gleich mal nachgeschaut und zwei von drei Mal falsch gemacht. Und das Lektorat hat's auch nicht gemerkt. :angel:



    Ich komme immer ins Stolpern, wenn es um Orte mit der Endung -tal geht. Oder doch -thal?

    Ist ja auch nicht immer einfach. Schönes Beispiel ist das Neandertal. Das wird seit einer Rechtschreibreform ohne h geschrieben. Aber sowohl das Neanderthalmuseum als auch die Deutsche Bahn haben bis heute die alte Schreibweise Neanderthal beibehalten. Das führt zu der kuriosen Tatsache, dass das Neanderthal-Museum das Thema Neandertal behandelt.

  • der Zürcher ist der Zürcher und nicht der Züricher ganz klar ...... ob männlich oder weiblich :) ..... weiblich heisst es dann die Zürcherin :) mir fällt das gar nicht mehr auf ..... und ich bin ja nur a Zurgraste ;)
    Zürich ist meine Heimat, auch wenn ich jetzt im Bündnerland lebe ..... und mich sauwohl fühle :) :freu:


    einen schönen Abend mit lieben grüssen Inge

  • Hallo!


    Ein Klassiker in Berlin sind die Toponyme (Ortsnamen), die sich auf die ostbrandenburgische Stadt Cottbus beziehen. Wir haben hier nach wie vor den "Kottbusser Damm", kurz "Kotti" genannt, berühmt-berüchtigt - an seinem Ende liegt das so genannte Neue Kreuzberger Zentrum, kurz NKZ (!!), eine wohlfeile Bausünde der 1970er Jahre. Bei den Überlegungen, die Schreibweise auf "C..." zu ändern, spielte auch die Frage eine Rolle, ob man "Cottbusser" oder "Cottbuser" schreiben solle.


    Der "Zürcher" ist übrigens kein Beispiel für einen Rechtschreibfehler. Die Bezeichnung der Einwohner der Stadt Zürich, das Ethnonym oder, eigentlich besser und auf Frz.: das Gentilé, lautet eben "Zürcher", sprich man hört kein "i" = der Fehler setzt schon früher an.


    Noch ein etwas anders gelagerter Fall = Aussprachefehler, die eben gerade NICHT in der Rechtschreibung ihren Niederschlag finden: Der Berliner (Alt-) Bezirk Treptow wird genau wie das (Teil-) Bundesland Mecklenburg mit langem "e" gesprochen; dagegen wird Magdeburg mit kurzem "a" gesprochen ("Mackteburg"), im Gegensatz zum hilfsbereiten Fräulein. :floet:


    Und noch was, ein Gemisch aus allem sozusagen: Es gibt ein Land im Osten, in dem die Kirgis|en wohnen. Die Tadschik|en wohnen in Tadschik|istan, die Usbek|en in Usbek|istan, die Afghan|en in Afghan|istan - und die Kirgis|en eben in Kirgis|istan, so die offizielle Landesbezeichnung des Auswärtigen Amtes; parallel gibt es noch die traditionelle Bezeichnung "Kirgisien". Leider findet man häufiger auch einen ärgerlichen Anglizismus (= Übernahme aus dem Englischen), nämlich "Kirgistan", analog zu "Kyrgyzstan" - diesem folgend würden die Einwohner dieses Landes im Osten "Kirg|en" heißen... ;)


    Sorry für dieses Rumsinniere, Kombination von Linguist und Geograph eben, Berufskrankheit... <X

Jetzt mitreden!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!